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State of Decay – Test / Review

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Veröffentlicht 18. Juni 2013 | 17:17 Uhr von Severin

Letzte Änderung 22. April 2015

State of Decay

Zombies sind, wie man anhand der aktuellen Spiele-Angebote bestimmt erkennt, nicht nur  momentan voll im Trend. Diesen Trend nutzte auch World of Warcrafts Chef-Programmierer Jeff Strain, und gründete im Jahre 2009 ein kleines Studio mit dem bezeichnenden Namen Undead Labs. Im Jahre 2011 kündigte das Studio ein Open-World Zombie-Survival Spiel namens Class3 an, welches für Xbox 360 Live Arcade erscheinen sollte. Letztes Jahr entschied sich Undead Labs allerdings für einen anderen Namen, und so wurde aus Class3 das kürzlich erschienene State of Decay. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen und State of Decay getestet. Eines können wir gleich vorneweg nehmen: State of Decay kann sich neben anderen Zombie-Spielen, beispielsweise The Walking Dead: Survival Instinct, WarZ oder auch Dead Rising, wirklich sehen lassen. Davon abgesehen, sollten Fans von Open-World- sowie Survival-Spielen unbedingt zugreifen, auch wenn State of Decay mit 1.600 MS-Punkten, dies sind etwa 20 Euro, zu Buche schlägt.

Plötzlich war alles anders

Kaum ist das Spiel gestartet, hören wir schon den ersten Hilfe-Ruf unseres Freundes Ed Jones, welcher gerade von blutrünstigen Zombies umzingelt ist. Wir, in der virtuellen Haut von Hauptcharakter Marcus Campbell, eilen sofort zu Hilfe und erledigen die ersten Zombies, die noch relativ schnell zu Boden gehen – dank harten Schlägen und Finishing-Moves. Nach dem Kampf realisieren wir erst wirklich den Ernst unserer Lage. Zwar sieht es traumhaft aus, wie der Sonnenaufgang im See vor uns reflektiert, jedoch haben wir mit Marcus und Ed keine Zeit dieses Szenario zu genießen, denn wir müssen schleunigst zurück zu den anderen Überlebenden, die sich in einem Haus verschanzt haben.

Eigentlich wollte Marcus mit seinem Freund Ed nur in den Bergen wandern gehen, jedoch brach zu genau dieser Zeit die Zombie-Apokalypse aus, und nun gilt es einfach nur noch zu überleben! Dank einem Funkspruch erfahren wir, dass es in einer alten Kirche im nächsten Dorf weitere Überlebende gibt. Somit machen wir uns mit gemischten Gefühlen auf den Weg dahin. Derweil stellen wir uns verschiedene Fragen: Wie kam es, dass solch ein Virus ausbrechen konnte? Was macht die Regierung dagegen? Und ist es überall so? Damit wird bei uns die Neugierde geschürt und wir möchten definitiv mehr darüber erfahren.

Bei der alten Kirche angekommen, sind die Überlebenden uns gegenüber  misstrauisch, nicht nur weil wir Fremde sind, sondern auch weil unser Freund Ed angeknabbert  wurde und nun schnellsten medizinische Hilfe benötigt. Leider sind nicht so viele medizinische Vorräte vorhanden und damit erhalten wir auch schon unsere erste richtige Mission. Zunächst einmal sollen wir das nahe gelegene Dorf mithilfe eines Aussichtspunktes auskundschaften. Ziel ist es ein Gebäude zu entdecken, in welchem möglicherweise medizinische Vorräte zu finden sein könnten. Auf dem Aussichtspunkt haben wir einen guten Überblick über das gesamte Dorf, und wir können jedes wichtige Gebäude, beispielsweise eine Tierklinik, einen Waffenladen, eine Tankstelle oder auch Gefahren, wie Zombie-Horden, markieren. Diese Funktion ist sehr nützlich, vor allem wenn man zum Beispiel Nahrungsvorräte benötigt. Wir stellen einfach auf der Karte fest, wo sich die Tankstelle befindet, markieren diese vom Aussichtspunkt aus, und gehen dann dort hin.

State of Decay

 

Was mir gehört, gehört auch dir!

Innerhalb der Basis, in welcher sich alle Überlebenden und natürlich auch wir befinden, gibt es auch Vorräte, Nahrung, Medizin, Munition, Baumaterial und Benzin zu finden. Dank dem Tagebuch, das wir immer bei uns haben, wissen wir, was und vor allem wie viele Vorräte noch vorhanden sind. Alle 24-Echtzeit-Stunden verbrauchen die Überlebenden in der Basis eine gewisse Anzahl an Vorräten. Dies müssen wir natürlich immer wieder ausgleichen, indem wir auf die Suche nach benötigten Ressourcen gehen. Das kann auf zwei Wegen geschehen: Entweder wir gehen auf gut Glück in ein Wohnhaus, und hoffen, dass wir wertvolle Materialien finden oder wir gehen gezielt z.B. in den Waffenladen, wenn wir dringend Munition benötigen.

In State of Decay haben wir so viele Freiheiten, wie es sich für ein Open-World Spiel gehört. Das gilt auch für den Umgang mit den Zombies. Entweder schleichen wir zu den Gebäuden, tötet jeden Zombie mit einem Stealth-Kill und kommen auf diese Weise garantiert wieder heile zurück, oder wir gehen aggressive vor, rennen vielleicht sogar planlos rein und riskieren die Gefahr aber auch den Spaß noch mehr blutrünstige Zombies anzulocken und kalt zu machen. Das Schöne ist, benötigtes neues Material sorgt immer wieder für spielerische Gefahr. Wir müssen nicht nur für uns selbst sorgen, sondern gleichzeitig tragen wir Verantwortung für die Überlebenden.

Bei der Suche nach neuen Materialen müssen wir natürlich auch andere wichtige Aspekte beachten. Sobald wir in einem Gebäude drin sind, können und sollten wir diverse Möbelstücke  wie Kommoden, Schränke, Kühlschränke, usw. ebenfalls untersuchen. Zum Inspizieren sollten wir uns Zeit nehmen, tun wir das nicht, kann das mit einer bösen Überraschung enden. Beschleunigen wir also den Vorgang und was passiert? Auf der vorhandenen Mini-Map wird, sobald wir ein Haus untersuchen, ein Impuls sichtbar, der sich zunächst von unserem Charakter entfernt. Alle Zombies, die sich im Umkreis dieses Impulses befinden werden, wenn wir die Suche nach Ressourcen beschleunigen, hellhörig und von unserem Lärm angelockt. So kann es dann passieren, dass wir eine ganze Zombie-Horde ungewollt anlocken. Die Gruppen bestehen gerne mal aus 10-15 Zombies.

Aber zurück zur Häuser-Durchsuchung: Haben wir das gesamte Gebäude durchkämmt und sind wir dabei auch bestmöglich fündig geworden, können wir unseren Rucksack mit Ressourcen füllen oder gar komplette Material-Rucksäcke mitnehmen. Diese lassen sich aber nicht mehr weiter mit anderen Dingen füllen. Zurück in der Basis können wir selbst entscheiden, welche Materialien wir für uns behalten wollen und welche wir für die Basis einsetzten. Für jedes abgegebene Material und jede überlassene Ressource erhalten wir Moral- und Einfluss-Punkte. Wenn wir zum Beispiel dringend ein Medikament für unseren Charakter benötigt, können wir mittels Einfluss-Punkten ein solches aus dem Basis-Vorrat entnehmen. Wir können jedoch auch einen Plünderer anfordern, der in einem Gebäude Ressourcen abholt und diese zur Basis zurückbringt. Mit Einfluss-Punkten haben wir recht viele Möglichkeiten, die uns offen stehen.

State of Decay

 

Schwere Zeiten

Immer wieder erhalten wir auch Nebenmissionen, die mittels Funksprüchen rein kommen. Wahlweise fordern andere Überlebende in der Nachbarschaft unsere Hilfe an, ein Überlebender aus unserer Basis ist verschwunden und wir müssen ihn suchen oder es droht eine Eskalation in der Basis, weil ein Überlebender schlecht gelaunt ist. Natürlich können wir immer frei entscheiden, ob wir den Überlebenden finden möchten oder den Nachbarn Hilfe leisten. Wir sollten nur immer daran denken, dass jede Entscheidung den weiteren Spielverlauf beeinflusst. Wenn wir den Nachbarn helfen, können wir jederzeit ihre Basis besuchen und für wenige Einfluss-Punkte Gegenstände entnehmen. Helfen wir nicht, sterben die Kollegen möglicherweise, und wir können deren Vorräte einfach bergen.

Leider ist State of Decay nicht wirklich anders als andere Open-World Spiele, denn besonders die Nebenmissionen wiederholen sich im Laufe der Zeit einfach zu oft. Wir sind auf der Suche nach Materialien, und wieder einmal kommt ein Funkspruch, dass ein Überlebender vermisst wird. Irgendwann wurden uns die vermissten Überlebenden einfach egal, weil schlichtweg auch die Motivation nicht mehr gegeben war. Teilweise war es auch so, dass wir die Nebenmissionen, für die wir nicht unbegrenzt Zeit hatten, und dann auch noch sehr weit weg waren auf der Karte, links liegen gelassen haben.  Zu weit weg waren die Standorte und selbst mit dem Auto hätten wir diese erst nach langer Fahrtzeit erreicht.

Einen wichtigen Aspekt sollten wir auch immer im Hinterkopf bewahren: Je mehr wir einem Überlebenden helfen, desto mehr Vertrauen gewinnt dieser in uns. Haben wir genügend Vertrauen gewonnen, können wir  jederzeit zu diesem Überlebenden wechseln und mit diesem Charakter weiterspielen. Diese Funktion kann in vielen Situationen ziemlich nützlich sein, denn wenn wir mit demselben Charakter zu lange in der Welt unterwegs sind, werden wir mit der Zeit auch müde. Wir verlieren einen Teil unserer Ausdauer, welche allerdings sehr wichtig zum Sprinten und Kämpfen ist. Vertrauen bilden hilft uns also, dass wir zurück in unsere Basis und zu einem anderen Charakter wechseln. Nachteilig ist wieder, dass jeder Charakter seine eigenen Fähigkeiten hat, die wir mit der Zeit aufbauen. Die Fähigkeit Kampf zum Beispiel, levelen wir hoch, indem wir uns mit Zombies anlegen. Also müssen wir bedenken, dass jeder Charakter, zu dem wir neu wechseln, bei null startet, und wir erst einmal jede Fähigkeit aufbauen müssen.

Leider fehlte uns bei State of Decay, dass wir keine wirkliche emotionale Bindung zu unseren jeweiligen Charakteren entwickelt haben. Wenn ein Charakter stirbt, ist dieser zwar für immer tot, jedoch fehlt es den Figuren an dem gewissen etwas. Wir erfahren nicht wirklich viel über die Protagonisten, und wir haben auch sehr wenig mit ihnen zu tun. Der Spielspaß leidet auch immer wieder ein wenig unter andauernden Frames-Einbrüchen. Diese spürten wir vor allem beim Autofahren. Jedoch konnten wir darüber hinweg sehen, vor allem wegen der großen Map, die im Spiel vorhanden ist und auch aufgrund des ordentlichen Umfangs des Spiels. Auch kleinere Bugs haben uns nicht sonderlich gestört, zum Beispiel wenn die Zombies ab und an in den Wänden oder Zäunen hängen blieben – immerhin konnten sie sich auch wieder daraus befreien.

Unser Test basiert auf der Xbox 360 Live Arcade Fassung.

Unser Fazit

88 %

State of Decay ist schon ein Traum für jeden Survival- und Open-World Spieler. Es zeigt relativ gut, wie es im realen Leben mit einer Zombieseuche ablaufen könnte. Die Basis muss mit Vorräten versorgt und die Überlebenden müssen bei Laune gehalten werden, damit nichts eskaliert und man riskiert das Leben eines Charakters mit jeder Entscheidung immer wieder aufs Neue. Die Story des Spiels ist zwar so, wie wir sie auch von vielen von anderen Zombie-Spielen her kennen, jedoch erleben wir sie nun total anders. Natürlich werden die Nebenmissionen mit der Zeit etwas fad, da sie sich auffallend oft wiederholen, doch in welchem Open-World Spiel ist das nicht so? Auf jeden Fall wäre eine etwas grösßre emotionale Bindung zu den Charakteren wünschenswert gewesen, so wie es beispielsweise The Walking Dead von Telltale Games vermittelt hat. Aber was will man am Ende noch mehr, in einem solch großen als auch umfangreichen Spiel wie es State of Decay geworden ist - und das für einen Preis von 1.600 MS-Punkte.

Pro

  • + Riesige offene Spielwelt
  • + Entscheidungsfreiheiten
  • + hohe Anzahl an Sammelbaren Waffen, Gegenständen und Materialien
  • + Viele Fähigkeiten die sich aufleveln lassen

Kontra

  • - Frames-Einbrüche
  • - Wiederholende Nebenmissionen
  • - emotionale Bindung zu Charakteren fehlt

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

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