Steel Battalion: Heavy Armor - Test / Review - insidegames

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Steel Battalion: Heavy Armor – Test / Review

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Veröffentlicht 13. August 2012 | 9:41 Uhr von Sandra

Steel_Battalion_Heavy_Armor

40 Knöpfe, die Controller-Einheit eines Kampf-Mechs in Form von Steuerpulten, Hebeln, Knöpfen und Pedalen am Boden vor sich in drapiert,  und vom heimischen Wohnzimmer aus wird nach der Weltherrschaft gestrebt. So ähnlich durften sich Spielern anno 2002 (Japan, USA) bzw. 2003 (Europa) fühlen, da From Software ihr ausgefallenes Stück Software mit Namen Steel Battalion nebst Giganto-Controller auf die Zockergemeinde los lies. Nicht jedermanns/fraus Sache, schon klar – brauchte man mindestens eine positive Affinität bezüglich Mech-Warriorer Games und es schadete nicht, wenn man dem Inhalt seiner Geldbörse nicht ganz so anhänglich gegenüber stand, da der Controller nebst Spiel 250 Euro verschlang. Kaum 12 Jahre später unternimmt From Software einen weiteren Versuch Mech-Warrior Kriegsspielzeug für Zuhause Salonfähig zu machen. Ohne Riesen-Controller, dafür ist jetzt voller Körpereinsatz gefragt.

Gefräßiger Virus und China überrennt die Welt
Steel Battalion Heavy Armor (1) In einer fernen Zukunft … weiß Gott kein schöner Ausblick, und eine Vorstellung, die einem das Gruseln lehren kann! Stellt euch vor, dass in wenigen Jahren, ab heute gerechnet, ein gefräßiges Virus auftaucht, der sich vor allem an Silizium-haltigen Objekten gütlich tut. Jegliche unser heute so hoch geschätzten sowie hoch gezüchteten Technologie-Errungenschaften sind beim Teufel. Und da das noch nicht genug ist, setzen die Chinesen zum globalen Rundumschlag und unterjochen den Rest der Welt. Alles wird chinesisch und es fehlt nicht mehr viel, da auch das letzte Fleckchen Erde durch China kontrolliert wird. Ein Glück, dass die Silizium fressenden Viren keinen Geschmack an Elektronenröhren gefunden haben, sonst wäre niemand mehr in der Lage den totalen Weltherrschaftsstreben der Chinesen den Kampf anzusagen. Da aber noch Vertikal Tanks mit eben jenen Elektronenröhren vorhanden sind, könnt ihr deren Cockpit übernehmen und das drohende Unheil versuchen abzuwenden

Politzirkus und die Bedeutung von Freundschaft
Natürlich seid ihr einer der Piloten, die in dem Cockpit des Vertikal Tanks Platz nehmen. Zusammen mit drei Kollegen zieht ihr den Krieg von Morgen, wobei die anfangs durchaus spannend inszenierte Geschichtsgrundlage des Spiels schnell zum politischen Smalltalk verkommt und gesamt sehr an Gewicht verliert. Aber keine Sorge, auch wenn die Story an sich einen durchaus üblichen Parade-Sturzflug hinlegt, so bleibt das anfängliche eher Geplänkel-hafte Zusammenspiel mit euren Kompagnons. Mission um Mission tut ihr nicht nur allein, sondern auch als Team alles was ihr könnt, damit China nicht Besitzer des ganzen Erdballs wird. Und genau das ist der Punkt, da das Geschehen – neben dem spielerischen Aspekt – ergänzende Tiefe zeigt. Die fast schon tragische Krux ist, dass das Team, mit dem ihr in die Missionen startet, garantiert nicht das Team sein wird, mit dem ihr am Spielende den Abspann erlebt. Vielmehr werdet ihr erleben, wie Kollegen den Heldentot sterben, nur um für den nächsten Auftrag von einem neuen Piloten ersetzt zu werden. Klingt banal, hat aber einen gewissen Reiz und einen sich durchaus echt anfühlenden melancholischen Charme. Da eure Team-Kameraden grundsätzlich mit verschiedenen Persönlichkeiten aufwarten, erlebt ihr die Vertikal Tank Lenker so unterschiedlich wie Menschen nun einmal sein können. Der eine ist Vorlaut, der andere schenkt euch was, dem Dritten rettet ihr das Leben, usw. und ergänzt wird das gesamte Geschehen immer wieder von stimmigen Dialogen als auch Witzchen, die gern mal von den Piloten gemacht werden. Auf diese Weise bekommt Steel Battalion: Heavy Armor einen sehr realen Touch verpasst, welcher dem Titel zweifelsohne gut zu Gesicht steht.

Muskelkater schmerzt gar sehr, die Welt retten gefällt jedoch mehr
Steel Battalion Heavy Armor (6) Macht euch darauf gefasst, dass ihr gerade zu Beginn des Spiels, wenn ihr mit dem recht umfangreichen Kommando-Portfolio nicht gleich zu Recht kommt, eventuell nach einer Spielsession sogar Muskelkater verspürt. Aber sehen wir es einfach mal locker und sagen: „Nur die Harten komme in den Garten“.

Das Wichtigste überhaupt ist, dass ihr für ausreichend Platz als auch hinreichend Beleuchtung sorgt. Seid euch darüber im Klaren, das es auf Nuancen ankommen kann, da kleinste Bewegungen über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Eure Standardposition ist das Sitzen – keine Frage. Und dabei spielt es auch keine Rolle, ob ihr auf eurer geräumigen Couch (mit möglichst Platz zur Seite!) Platz einnehmt, oder ihr das große Eltern-Wohnzimmer besetzt und einen Stuhl mit passendem Abstand vor der 360 mit Kinect postiert. Seid ihr soweit, kann es los gehen und bitte, immer exakte und genaue Bewegungen ausführen – dann tut der Mech auch das was er soll: Ein treuer Kampfroboter sein, der euch Widersacher vom Hals hält!

Je nachdem was genau ansteht, müsst ihr die Arme bzw. Hände ausstrecken, Schalter mit den Fingern bedienen, ebenso die Hebel, damit der Mech an sich in Bewegung setzt. Auch zum Abschießen des vorhandenen Waffenarsenals sowie das Wechseln zwischen den Munitionen benötigt ihr eine gewisse Fingerfertigkeit. Habt ihr die Grundzüge der körperlichen Steuerung verinnerlicht, werden diese durch eher seltener auftretenden Gesten ergänzt. So z.B. können Widersacher euren Mech erklimmen. Anhand von Schritten, die Geräusche auf dem Metall verursachen, könnt ihr das hören. Ergo heißt es fix aufgestanden, damit ihr dem Eindringling die Klinge zwischen die Rippen schieben könnt. Sozusagen ein kurzer Wink mit der Hand und ihr greift zum Fernrohr und könnt die weiter entfernte Umgebung nach Zielen absuchen, die es verdient haben eine Rakete von euch spendiert zu bekommen. Nochmals eine gezielte Handbewegung, und ihr habt wieder die vertraute Cockpit-Ansicht.

Keine Frage, es bedarf auf jeden Fall ein wenig Übung und bekanntlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber wenn ihr bereit seid euch auf die Steuerung der etwas anderen Art einzulassen, werdet ihr sicher nicht enttäuscht werden. Steel Battalion: Heavy Armor zeigt, wie eine gute Kinect-Steuerung aussehen und funktionieren muss. Mit Maß und Ziel, korrekten Ausführungen und nicht wild fuchtelnd als auch schnellen, schludrigen, laxen Bewegungen kommt ihr gut ans Ziel und werdet zudem in der Lage sein, die gesamt sieben Kapitel zu bewerkstelligen.

Was aber nichts daran ändert, dass ihr vermutlich alle Missionen mehrfach angehen müsst. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass ihr die Steuerung verinnerlichen als auch exakt ausführen müsst, auch die Missionen selbst können es unter Umständen fett in sich haben. Abwechslungsreich sind die Aufträge als auch die Szenarien, in denen man die Missionen zu erledigen hat, da braucht man sich keine Sorgen machen! Vielmehr ist die Uhr ein unerbittlicher und schwer besiegbarer Gegner, vor allem dann, wenn man die Gebiete (noch) nicht gut kennt, sich gesamt zurechtfinden muss, usw.. Die Karte vernünftig zu inspizieren als auch zum eigenen Vorteil zu nutzen, ist ein wichtiges Element und kann am Ende sogar den eigenen Blechhintern retten.

Als ein wenig – sagen wir – unglücklich gelöst empfinden wir auch den Zwang, dass man einmal pro Kapitel eine Koop-Mission erledigen muss. Gerade bei  Spielen, bei denen man im Vorfeld davon ausgehen kann, dass sich die Käuferschaft in Grenzen halten wird, ein solches Muss zu integrieren, halten wir definitiv nicht für klug. Aber das können wir nun finden wie wir wollen, denn dabei ist es trotzdem. Online können den Missionen bis zu drei weiteren Piloten hinzu kommen, mit denen es dann gilt gleichfalls vorgegebene Ziele zu eliminieren. Gott sei Dank gibt es die Möglichkeit, dass man – wenn alle Stricke reißen – das Ganze auch allein erledigen kann und die KI die Piloten-Kollegen übernimmt. Jedoch mit eher mäßigem Erfolg, denn die Kandidaten zerbröseln recht schnell in ihre Einzelteile, so dass ihr sehr schnell auf euch allein gestellt seid. Der Nachteil dabei ist, dass auf diese Weise wertvolle Punkte für die Rangliste flöten gehen, mit denen normalerweise Upgrades für die Mechs gekauft werden könnten. Final beißt sich hier auch die Katze in den Schwanz: Upgrades bzw. die nötigen, guten Rangstufen zu erreichen gibt es leider nur, wenn man Koop spielt.

Schwer, schwerer, Bock-schwer, From Software!
Steel Battalion Heavy Armor (3) Wer sich erinnert weiß, dass das erste Steel Battalion schon gescheit schwer gewesen ist. Damals gab es keine Checkpoints oder sonstigen Raffinessen, die einem das Steuern des Mecks vereinfacht hätten. Pustekuchen! Ganz From Software typisch, ist das auch bei Steel Battalion: Heavy Armor der Fall. Man könnte fast meinen, From Software hätte einen Ruf zu verlieren: Damals – wie erwähnt – schon Steel Battalion mit dem Monster-Controller, oder dann Metal Wolf Chaos, Otogi 1/2 (egal) sowie Demon Souls oder Dark Souls als auch diverse andere Spiele mehr, haben immer wieder bewiesen, dass „hoher Schwierigkeitsgrad“ nicht nur eine Erfindung vergangener Tage ist. Oh nein, das ist vor allem bei From Software Titeln deutlich spürbar und kann durchaus die eine oder andere nicht so gefestigte Natur an den Rand des Wahnsinns treiben. Okay, Steel Battalion: Heavy Armor ist nicht ganz so schwer wie der 2003er Erst-Ableger, aber das Spiel ist auch weit weg davon als einfach bezeichnet zu werden. Gleichwohl man sowas wie Checkpoints integriert hat, sind diese nicht zwingend ein Segen. Wenn es dumm läuft – und glaubt uns, das passiert irgendwie immer und recht oft, dann hat man einen Checkpoint erwischt, bei dem es sich schon erahnen lässt, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Anders als bei anderen Spielen wird nämlich die Munition nicht wieder aufgefüllt. Das kann und wird angesichts der z.T. wahrlich heftigen Missionen kein Zuckerschlecken sein. Ergo sollte man sich in so einem Moment gleich dazu entscheiden den Auftrag von vorne zu beginnen.

Auch eure Gegner sind krass drauf und meistens der zielsicher. Daran lässt sich auch ausmachen, dass die Weltenrettung kein Spaziergang ist. Ein Treffer von vorn voll auf das Zentralmassiv des Mechs und das Ende ist nah. Obwohl man alles versucht das Unheil noch abzuwenden, aber wenn der Mech nur noch versucht auf einem Bein zu stehen oder die Scheibe gar gefährliche Knackgeräusche von sich gibt, wird sich unweigerlich der Schweiß auf eurer Stirn ausbreiten, dazu der Versuch die letzten Kräfte zu mobilisieren und das obwohl man weiß, dass man einmal mehr versagt hat.

Unser Fazit

74 %

Wir gehen davon aus, ihr habt sicher schon das eine oder andere über Steel Battalion: Heavy Amor gelesen und wir gehen weiter davon aus, dass es sicher keine wirklich guten Worte waren. Tja, da müssen wir uns an dieser Stelle wirklich wundern und fragen: Was haben die anderen gespielt? Okay, versuchen wir das mal aufzudröseln: Steel Battalion: Heavy Armor ist bock-schwer – From Software typisch eben. Das sollte man in aller Regel wissen, wenn man einen Titel von denen kauft. Unabhängig davon ein Faktor, den wir zu begrüßen wissen – Herausforderungen sind dafür da, dass sie gemeistert werden. Unterforderung gibt es in anderen Spielen schon genug. Der nächste Punkt ist die so oft kritisierte Steuerung und da kommen wir einfach nicht mit. Wenn eine Kinect-Steuerung wirklich gut funktioniert, dann die von Steel Battalion: Heavy Armor! Sie verlangt einfach Genauigkeit, Exaktheit, eben Konzentration und Gewissenhaftigkeit bei der Ausführung. Das ist nicht einfach mal hier wedeln und da winken – nein, so funktioniert das nicht. Sollte dies jedoch beim Spielen versucht worden sein – was wir natürlich auch probiert haben, dann können wir sagen: Klar Leute, so wird das nichts. Als wir uns auf das Vertical Tank steuern richtig eingelassen und die Bewegungen korrekt ausgeführt haben, fluppte das Mech dirigieren ganz einfach. Kein Witz … Na ja, das einzige, dass uns dann doch etwas aufgestoßen ist, und da kommen wir wieder auf den Schwierigkeitsgrad zu sprechen, ist der Umstand, dass man verdammt nochmal so oft drauf geht. Das man in Folge dessen Umgebungen neu abhatschen, Dialoge wiederholt (so gut sie auch sein mögen) ertragen muss, ist nach einem gefühlten 100. Versuch nicht mehr wirklich erfreulich. Auch kreiden wir an, dass man einen Online-Zwang verbaut hat, den es doch in der heutigen Zeit wahrlich nicht mehr braucht, oder?! Als freiwilliges Extra nehmen wir Spieler das immer wieder gern, aber in Zeiten, da es noch so viele gibt, die ihr Offline zocken verteidigen, die sollte man nicht auf Biegen und Brechen versuchen wollen umzustimmen. Alles kann nichts muss wirkt da oft mehr Wunder! Tja, und unterm Strich – was sagen wir zu Steel Battalion: Heavy Armor? Es hat uns Spaß gemacht, es hat uns gefrustet! Es hat uns motiviert, es hat uns demontiert! Es hat uns viel Spaß gemacht und so manches Mal Nerven gekostet – aber alles in erster Linie aufgrund des Spiels an sich und nicht wegen einer nicht funktionierenden Steuerung – denn die ist optimal und weit entfernt davon auch nur im Ansatz kritisiert zu werden. Ergo, wer Bock hat mit einem Vertical Tank durch die Gegend zu stapfen, Gegner zu pulverisieren und China an der Übernahme der Weltherrschaft hindern möchte, der sollte in jedem Fall zuschlagen!

Pro

  • gute Kinect Steuerung
  • gute Dialoge
  • intensives Spielgfühl
  • motivierendes Gameplay

Kontra

  • Online Zwang
  • dümmliche KI der Begleiter
  • Rangliste nur für Koop-Modus
  • hoher Schwierigkeitsgrad

Unsere Bewertung

Grafik
 
72 %
Sound
 
73 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
75 %
Multiplayer
 
%
Spielspaß
 
78 %

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