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Steep – Test / Review

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Veröffentlicht 15. Dezember 2016 | 17:24 Uhr von Thomas Pfnür

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Verschneite Berglandschaften, frei erkundbare Pisten, unterschiedlichste Sportarten und die riesige Community der Online-Spieler – ob das das Rezept für einen erfolgreichen Titel ist? Nach Ubisoft schon. Passend zur Jahreszeit veröffentlicht der Publisher nun Steep. Und wir hoffen auf entsprechende Forderung, schöne Bilder und viel Spielspaß. Ob das allerdings auch wirklich erfüllt wird, zeigt der Test.

Steep baut eigentlich nur auf zwei Dinge: Eine offene Welt und das Feature Always On(-line). Anmeldung ans jeweilige Online-System ist sogar Pflicht, um überhaupt die Möglichkeit zu bekommen, sich im virtuellen Schnee der Alpen und Alaskas zu Vergnügen. Optisch werden hierbei richtig ansehnliche Landschaften geboten, die mit vielen Details auch abseits der eigentlichen Hauptpisten glänzen können. Einzig die Weitsicht ist zu schnell zu verschwommen, so dass ihr nur sehr selten dieses Gefühl verspüren werdet, auf einem Berggipfel zu stehen. Als Ausgleich hierfür sind die Lichteffekte ein wahrer Augenschmaus. Richtig begeistert ist man, wenn im Laufe des Tages die Winterlandschaft ins rötliche Licht eines Sonnenuntergangs getaucht wird oder man sogar meint das Glitzern einzelner Schneekristalle wahrzunehmen. In diesen Momenten könnte man dann fast vergessen, weshalb der Titel eigentlich ins Laufwerk gelegt wurde.

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Aber eben nur fast. Denn natürlich ist Steep keine Grafikdemo, die uns nur eine verschneite Landschaft auf den Bildschirm zeichnen will. Nein, viel mehr wollen uns die Entwickler mit dieser Extremsportumsetzung dazu verleiten, unsere mehr oder weniger deutlichen Spuren in der offenen Welt zu hinterlassen. Tun können wir das auf vier unterschiedliche Arten. Zu Lande mit den normalen Ski oder dem jugendlichen Snowboard, zu Luft mit einem rasantem Wingsuit oder dem etwas gemächlicheren Paraglider-Schirm. Die Steuerung unterscheidet sich hierbei natürlich jeweils grundlegend. Während die Fahrt Richtung Tal mit Ski und Snowboard recht intuitiv zu bedienen ist und sogar die diversen Tricks und Stunts nie wirklich fordern, ist der Flug mit Wingsuit oder Paraglider doch sehr umständlich aufgebaut und bedarf einiges an Übung bis man sich an die Steuerung gewöhnt hat. Insgesamt macht aber das Jagen nach neuen Bestzeiten oder die Ausführung der wildesten Aktionen beim Bezwingen des Berges durchaus Spaß – nicht zuletzt auch deshalb, weil unter anderem das Geschwindigkeitsgefühl sehr gut umgesetzt wurde.

Da stört es dann schon ein wenig, dass sich der grundsätzliche Spielaufbau nur auf das Sammeln von Bonis und diverser Community-Tätigkeiten, wie etwa das Aufzeichnen und Veröffentlichen von Stunts, Stürzen oder ähnlichem, beschränkt. Etwa eine mitreißende Story, oder überhaupt eine spielbare Geschichte, findet man ebenso wenig, wie eine Art Karrieremodus. Einzelspielermodi im herkömmlichen Sinn gibt es in Steep keinen einzigen. So ist man mit dem Drücken des Startbuttons, alleine oder in der Gruppe mit Freunden, eigentlich nur damit beschäftigt sich durch die verschneiten Terrains in den bereits beschriebenen vier Arten zu bewegen. Natürlich, man kann viel entdecken, das ist ja auch die grundsätzliche Idee hinter einer offenen Spielwelt, trotzdem wird auch dieses Abarbeiten der verschiedenen Events irgendwann langweilig. Viel zu stupide ist hierbei der Ablauf gestaltet. Es fehlt komplett der Zusammenhang, stattdessen ist alles nur eine lose Sammlung von Veranstaltungen a la Big Air, Proximity Flying oder Slalom durch den Wald. Logisch, dass da auf Dauer ganz gehörig die Motivation verloren geht. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Herausforderungen zu sehr ähneln und es eigentlich immer nur darum geht einen vorderen Platz auf irgendeiner Bestenliste einzunehmen. Das bietet natürlich dann kaum den Tiefgang, welchen man sich bei solch einem Spiel natürlich auch gewünscht hätte. Trotzdem, für den kurzweiligen Spaß zu Land und zu Luft ist Steep aber auf jeden Fall sehr gut geeignet.

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Technisch ist der Titel insgesamt sehr passabel umgesetzt. Wenn man bedenkt, dass man es hier mit einer riesigen Welt zu tun hat, in der sich Sportbegeisterte aus aller Herren Länder treffen und man praktisch nahtlos von einem Bereich in den anderen wechseln kann, dann sollte den Entwicklern für die meist sehr stabile Framerate auch entsprechendes Lob ausgesprochen werden. Warum es im Spiel aber praktisch keine Musik gibt und sich der Sound außerhalb des Menüs eigentlich nur auf die Fahr- bzw. Windgeräusche beschränkt, sollten uns die Mannen von Ubisoft dann aber auch erklären. Sicher, einerseits passt das zwar schon und man fühlt sich bezüglich der Akustik fast schon am Paraglider-Schirm hängen, andererseits sind wir aber, gerade auch von der „lauten“ Sportart Snowboard, im realen Leben dann doch etwas komplett Anderes gewohnt. Hier hätte ein zuschaltbarer, entsprechend passender Soundtrack nicht geschadet. Geschadet hätte es ebenfalls nicht, wenn die Entwickler nicht komplett auf KI-Sportler oder andere Personen in der verschneiten Landschaft verzichtet hätten. Nicht nur, dass die Welt dadurch manchmal extrem leer wirkt, es will auch nicht so wirklich dieses besondere Extremsport-Flair aufkommen.

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Unser Fazit

71 %

Steep bietet eine enorm umfangreiche Welt, eine schöne Darstellung der Berglandschaft und eben auch den kurzweiligen Spielspaß. Steep bietet allerdings nicht eine fordernde Steuerung, die Möglichkeit offline seiner Leidenschaft nachzugehen oder gar die entsprechende Motivation sich viel länger mit dem Titel zu beschäftigen. Sicher, es hat anfangs durchaus seinen Reiz, mit Freunden die besten Stunts auszutauschen oder sich mit anderen um einen der vorderen Plätze zu streiten. Irgendwann kommt aber dann doch der Punkt, wo man sich mehr wünscht. Vielleicht eine Story zum Nachspielen, vielleicht auch eine Art Karrieremodus – einfach Spielmodi, die Tiefgang vermitteln können. Vermittelt bekommt man dafür aber durchaus dieses Gefühl sich irgendwo auf einer Piste in den Alpen oder in Alaska zu befinden. Wäre nicht der zu einseitige Umfang und dieser Online-Zwang, Steep wäre zum Abschluss des Jahres nochmals ein richtiges Highlight gewesen.

Pro

  • + offene Spielwelt
  • + vier Sportarten (Ski, Snowboard, Wingsuit und Paraglider)
  • + zugängliche Steuerung
  • + viele Veranstaltungen, Events und Herausforderungen
  • + schöne optische Darstellung der Bergwelt
  • + tolle Lichteffekte

Kontra

  • - oberflächliches Gameplay
  • - Flug etwas umständlich zu steuern
  • - keine wirklichen Einzelspielermodi (z. B. Story)
  • - wenig Motivation aufgrund des Spielaufbaus
  • - Online-Zwang, d. h. offline nicht spielbar
  • - keine KI-Sportler oder Ähnliches
  • - Unschärfen in der Weitsicht
  • - schwacher Sound

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
69 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
68 %

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Als arbeitender Familienvater hat Thomas natürlich nur wenig Zeit, aber wenn dann halt mal doch, schreibt er mit großer Begeisterung mehr oder weniger Sinnvolles über alles was auch nur annähernd mit Sport zu tun hat.

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