Stronghold 3 - Test / Review - insidegames

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Stronghold 3 – Test / Review

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Veröffentlicht 25. Oktober 2011 | 11:42 Uhr von Marcel

Letzte Änderung 25. Juni 2012

Stronghold 3 Logo

Stell dir vor, deine Burg wird von feindlichen Katapulten beschossen, die Nahrung ist knapp, deine Untertanen müssen hungern, eine Seuche die das Vieh langsam aufreibt ist ausgebrochen, deine Kasernen sind leer, du bist von allen Handelsrouten abgeschnitten und dann fallen auch noch Wölfe über deine Bürger her. Solche Probleme kann nur ein echter Stronghold-Burgherr lösen. Das Wohl seiner Bevölkerung sollte ihm am Herzen liegen und er muss auch noch kriegerisches Geschick beweisen. Genau dies fordert Stronghold 3 von euch. Ob die Serie nach dem mittelmäßigen 2. Teil wieder einen Sieg einfahren kann, lest ihr in unserem Stronghold 3 Test.

Seit der Veröffentlichung des ersten Stronghold-Ablegers im Jahre 2001 ist die Serie für ihr mittelalterliches Setting (lediglich in Stronghold Legends gab es Fantasy Wesen), ihre spannenden Gefechte, dem komplexen Wirtschaftssystem und natürlich ihre hohen Schwierigkeitsgrad bekannt. Mit dem 3. Teil hat Firefly Studios bei den Fans einiges gutzumachen und will deshalb zurück zum Ursprung kehren. Alle unnötigen und nervenden Funktionen sollen entfernt worden sein. Insgesamt werde das Spiel aber weiterhin einen hohen Anspruch an seine Käufer stellen. Umso gespannter waren wir, als der Download dann endlich abgeschlossen war und wir endlich loslegen durften.

Im Hauptmenü steht euch ein Einzelspieler sowie ein Mehrspielermodus zur Verfügung. (Die Wertung zum Multiplayermodus werden wir noch nachschieben, da wir diesen bis zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund von mangelnder Mitspieleranzahl nicht testen konnten). Im Singleplayer besteht die Möglichkeit entweder die Militärkampagne, in der es wie der Name schon sagt um Auseinandersetzungen kämpferischer Art geht oder die Wirtschaftskampagne wo ihr Rohstoffe ansammeln müsst, zu wählen. Geschichtsfanatiker können sich in Modus „Historischen Belagerungen“ austoben. Hier müsst ihr berühmte Schlösser, wie beispielsweise Bodium Castle in England oder die Würzburg in Deutschland entweder einnehmen oder verteidigen. Wem das immer noch nicht reicht, der darf in „Freies Bauen“ auf einer beliebigen Karte seine eigene kleine Festung errichten. Zur Einführung gibt es ein kleines Tutorial, welches Anfängern die Stronghold Grundlagen näher bringt.

Die Welt von Stronghold

Im Gegensatz zu vielen anderen Echtzeit Strategiespielen bietet euch Stronghold 3 eine eigene und mit schwarz-weißen Videosequenzen erklärte Story. Völlig überraschend kehrt der totgeglaubte Erzfeind des Königs zurück und trachtet dem Thronfolger nach dem Leben. Da man euch bei Nacht überrascht müsst ihr in der ersten Mission euch erst mal um die Sicherheit der Königsfamilie kümmern. So zeigt man euch auch direkt, was sich an der Grafik getan hat. Fireflys hat sich dafür nicht lumpen lassen und eine eigene Engine lizensiert, aber trotz der teils schönen Feuereffekte, den punktgenauen Animationen unserer kleinen Untertanen, der Spiegelung der Landschaft im Wasser und den realistischen Schatteneffekten, kann Stronghold 3 einfach nicht mit den aktuellen Strategiespielen, wie zum Beispiel dem bald erscheinenden Anno 2070 mithalten. Die Systemanforderungen sind dennoch im Vergleich zu anderen Titeln sehr hoch. Akzeptabel ist die Grafik aber allemal und wirklich stören tut sie euch nicht. Per Mausrad könnt ihr die Karte drehen und ranzoomen. Auf diese Weise könnt ihr die kleinen Dorfbewohner genauer bei ihrem täglichen Leben beobachten. Das Interessante ist, dass sie sich im Großen und Ganzen wie reale Menschen verhalten. Sie setzten sich abends in ihre Häuser zum Essen, stehen morgens auf, gehen zu ihrem Arbeitsplatz und unterhalten sich mit Freunden. Falls eure Bauern also nur herumlungern, solltet ihr nachschauen, ob vielleicht eure Ernte vernichtet wurde. Wenn ihr mit dem Maus über die Unterkünfte fahrt, dürft ihr sogar die spartanisch-zeitgenössische Einrichtung bewundern. Mit solchen kleinen Extras schafft es Firefly Studios der Welt Leben einzuhauchen. Ihr baut regelrecht eine Verbindung zu euren Untertanen auf und versucht sie vor allem Übel zu beschützen.

Das ist nicht immer möglich, denn das Mittelalter war bekannt für schlechte Hygiene und vernichtende Kriege. Nicht selten brechen Seuchen aus, Brände entstehen und feindliche Soldaten oder Wölfe fallen über die Bauern her. Daraus entwickelt sich ein wahrere Teufelskreis: Habt ihr nicht mehr genügend Arbeitskräfte, geht auch bald die Nahrung zur Neige und die Menschen verlassen die Stadt. Um solche Szenarien zu verhindern ist vor allem eins gefragt: Planung. Wer einfach nur wild drauflosbaut, wird schon bald Lord einer leeren Stadt sein. Einige Funktionen im Spiel erzwingen sogar Vorrausdenken. Je näher ihr die Wohnhäuser am Burgfried, also der Unterkunft des Saiers baut, desto mehr Platz bieten diese. Vieles davon wird euch zu Anfang von eurem Berater erklärt, der euch ständig mit Rat und Tat zur Seite steht.

Brot und Wasser

Wie viele Menschen in eure Burg kommen, hängt von eurem Beliebtheitsgrad ab. Diesen könnt ihr auf verschiedenste Weisen beeinflussen. Sollen die Bürger viele oder keine Steuern zahlen? Bestecht ihr sie vielleicht sogar ein klein wenig, um sie so zum Bleiben zu überreden. Wie teilt ihr die Rationen ein? Sollen sich die Leute satt essen dürfen oder ist es in Zeiten der Entbehrung und der schlechten Ernten notwendig die Nahrungsausgabe zu halbieren? Wie sieht es mit der Religion aus, habt ihr genug Kirchen zu Ehren Gottes errichten. Und das Wichtigste: Ist genug Bier da?

Durch diese große Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten, habt ihr immer etwas zu tun. Abhängig von eurer Lage ist ebenfalls das Überwachen der Rohstoffressourcen wichtig.
Um eure Vorratslager zu füllen, müssen bestimmte Gebäude erbaut werden. Während anfangs noch ein Obstgarten und eine Käserei reichen, kommen später noch weitere Farmen wie eine Schweinezucht oder Hopfenhain hinzu. Doch um solche Bauten überhaupt freizuschalten braucht ihr genügend Holz und Steine. Diese könnt ihr entweder von den umliegenden Wäldern und Steinbrüchen abbauen, oder ihr kauft sie für bares Geld am Marktplatz. So errichtet ihr euch mit der Zeit eine florierende Kleinstadt. Doch wo Wohlstand herrscht, da ist auch die Eifersucht nicht weit…

Auf in dem Kampf
… Damit sind wir bei den Militärmissionen und gleichzeitig dem zweiten Schwerpunkt der Serie. Bevor ihr euch jedoch mit den Feinden anlegen könnt, benötigt ihr Soldaten, die für euch in die Schlacht ziehen. Also bauen wir eine Kaserne, eine Waffenkammer und eine Schmiede. Sobald dann die Rüstungen und Speere bereit sind, erscheinen neu Soldaten, welche ihr mit der Maus anwählt und so auch bewegt. Der Angriffsbefehl wie ebenso erteilt. Bei kleineren Truppen ist das noch gut möglich, wenn allerdings in den späteren Missionen noch Rammböcke und Katapulte hinzukommen, gestaltet sich die Steuerung als sehr ungenau. In manchen Fällen ließ sich die gewünschte Einheit gar nicht erst anwählen. Obwohl die Entwickler sich diesmal desgleichen für das Verhalten der Gegner (Künstliche Intelligenz) ein extra Team bezahlt haben, hat diese oft mit massigen Aussetzern zu kämpfen. In (fast) jedem Gefecht bleibt eine Einheit irgendwo auf der Karte stehen und bewegt sich entweder gar nicht, oder nur sehr selten. Störend wird es aber erst wenn euer Missionsziel lautet: „Schalte alle Feinde aus!“. Dann etwa dürft ihr eure Truppen, die sich übrigens nur im Schritttempo bewegen, über das gesamte Gebiet hetzen. Eure Jungs sind aber auch nicht immer die schlauesten. Hin und wieder finden sie den Weg nämlich nicht und sagen nur „Hier geht es nicht lang, eure Lordschaft“, als sich zu bewegen. Insgesamt sollte durch diese Mankos wird jegliche Taktik schon im Keim ersticken. Da hilft es auch nicht mehr, dass es ganze neun Militärklassen, vom einfachen bewaffneten Bauern bis hin zum bis an die Zähne gepanzerten Paladin gibt. Aber trotzdem gelingt es Firefly Studios den taktischen Anspruch nicht komplett zu vernachlässigen. Bei Belagerungen habt ihr zum Beispiel die Möglichkeit vorher platzierte Pechgruben anzuzünden, brennende Baumstämme rollen zu lassen oder sogar mit Kühen um euch zu schießen.

Wo ist der Feind?
Dafür kann Stronghold aber mit etwas anderem Triumphen: der einzigartigen Atmosphäre. Diese spürt ihr beispielsweise, wenn ihr nachts mit euren Truppen in eine Burg eingekesselt seid. Eure Gegner könnt ihr selbstverständlich nicht sehen. Plötzlich leuchtet ein Feuer auf. Ein Geschoss durchschlägt die sonst so stabile Steinmauer. Durch die realistische Physik, die wir der neuen Engine zu verdanken haben, wirkt das Einstürzen von Bauwerken sehr wirklichkeitsnah. Die Flugbahn eines jeden einzelnen Steinbrocken, der nun auf dem Boden aufschlägt und dabei auch unsere Männer töten kann wird einzeln und dynamisch berechnet. Im Genre der Strategiespiele sind solche Effekte eher rar, was aber nur für Stronghold 3 spricht.

Umfang

Bis jetzt fällt der Umfang, trotz zweierlei Kampagnen mit forderndem Schwierigkeitsgrad und abwechslungsreichen Aufgaben (mal muss eine Seuche bekämpft werde, mal die feindlichen Soldaten), mager aus. Für die historischen Schlachten stehen nur vier Karten bereit und im „Frei Bauen“ Modus gibt es ebenfalls nur zwei wählbare Karten.

 


Unser Fazit

68 %

"Zurück zu den Wurzeln", so lautete das Motto für Stronghold 3. Die Entwickler wollten an den Erfolg der Serie vor 9 Jahren anknüpfen und ein schwieriges, komplexes, taktisches und im Mittelalter spielendes Echtzeitstrategiespiel präsentieren. Das ist ihnen Großteils auch gelungen. Nur durch das mangelhafte KI-Verhalten, die wirre Steuerung und den teils doch zu frustierenden Schwierigkeitsgrad wird der Spielspaß getrübt. Von der mittelmäßigen, stronghold-typischen Grafik lässt sich der Genre-Fanatiker jedoch nicht abhalten. Daher ist das Spiel besonders für den virtuellen Strategen und Stronghold-Fans ein Muss. Anfänger sollten sich für etwas für erste mit einem einfacheren Titel begnügen.

Pro

  • verschiedene Modi
  • mittelalterliches Setting
  • realistische Physik
  • komplexes Ansehen-System
  • taktischer Anspruch
  • spannungsgeladene Atmosphäre
  • eigene Geschichte
  • verschiedene Soldatenklassen
  • Abwechslungsreiche Missionen
  • bessere Grafik als Vorgänger...

Kontra

  • ...die aber mittelmäßig bleibt
  • teils heftige KI-Aussetzter
  • noch magerer Umfang
  • nicht veränderbarer Schwierigkeitsgrad
  • ungenaue Steuerung
  • Bugs soweit das Auge reicht

Unsere Bewertung

Grafik
 
62 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
57 %
Gameplay
 
83 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
64 %

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Kommentare

  • Meyer sagt:

    I finde der Test bewertet das Spiel zu gut. Ich bin extrem enttäuscht.

  • Marcel Aach sagt:

    Wenn du mit unserer Wertung nicht übereinstimmst, kannst du hier selbst einen User-Review verfassen: http://forum.insidegames.ch/userreview/index2.html

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