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Submerged – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 11. August 2015 | 16:31 Uhr von Alexander Winkel

Letzte Änderung 23. August 2015

Submerged-Screenshot

Verträumte, malerische, post-apokalyptische Szenarien umgarnen eine herzzerreißende Geschichte um die junge Miku, welche sich rührend um ihren verletzten Bruder Taku kümmert. Der erste Trailer weckte Erwartungen, mit denen wir uns dem Abenteuer stellten. Submerged könnte aber leider nicht enttäuschender ausfallen, denn mehr als eine Machbarkeitsstudie ist dieser recht teure Titel leider nicht geworden.

Völlig hilflos und mit tausenden von Fragen wird man als Spieler in die melancholisch untermalte, postapokalyptische Welt von Submerged hinein geworfen. Was ist in dieser Welt nur vorgefallen? Eine der dringlichsten Fragen, die sich manifestierten. Miku und ihr Bruder stranden in einer Großstadt, die komplett unter Wasser steht. Wir erkennen riesige Hochhäuser, die wie Stacheln aus dem aufgewühlten Meer ragen. Einige Schauplätze erinnern uns an reale Vorbilder wie die Golden Gate Brücke oder die Freiheitsstatue. Die restlichen Ruinen entstammen aber wohl mehr oder weniger der Fantasie der Entwickler. Dass diese nicht ausreichte, um den Spieler auch wirklich überzeugende Spielmomente zu bieten, werden wir noch erfahren. Miku landet an einer Ruine mit seichtem Zugang, wo sie ihr Boot vertäuen und ihren todkranken Bruder zur Ruhe betten kann. Was machen, in einer Welt, die nach einer unbekannten Katastrophe dem Untergang geweiht ist?

Nach einer kurzen Ruhephase weckt Miku die innere Ruhe. Sitzenbleiben und auf Hilfe warten bringt wohl nichts. Ihr Bruder braucht dringend Arznei, ansonsten setzt sich bald das Fieber durch. Daher ist das vorrangige Ziel das Auffinden von Medikamente, Verbandszeugs, Nähmaterial und weitere Dinge, damit die Beiden überleben können. Durchaus mit einem schlechten Gewissen, lassen wir zusammen mit Miku den todkranken Bruder zurück und machen uns auf die Suche in einer unter Wasser stehenden, postapokalyptisch anmutenden und verwucherten Stadt. Die auf dem ersten Blick große, alsbald aber doch relativ überschaubare Spielwiese offenbart auf dem ersten Blick ein Abenteuerpark. Die zahlreichen Ruinen der herausragenden Hochhäuser laden geradezu zu Entdeckertouren ein. Die Stadt steht schon lange unter Wasser. Die Natur hat sich ihrer bemächtigt und somit wächst mittlerweile das Gras und Palmen auf den Dächern. Kletterranken wiederum zieren die Fassaden. Letzteres macht sich Miku zu Nutze, um vom Wasser aus die Bauten zu erkunden.

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Von Gottes Hand geführt

Leider stellt sich dies als langweiliger heraus, als es sein müsste. In die Häuser kommt man nur, sofern diese teilweise zusammengestürzt sind und somit einen oftmals mit viel Grün überwucherten Weg offenbaren. Ansonsten klettert Miku an der Fassade des Gebäude entlang und da gibt es für den Spieler genau zwei Möglichkeiten: Auf den einen Vorsprüngen kann sich die junge Dame hoch ziehen, andere erreicht sich sie mit den Händen und kann sich entlang hangeln. Springen tut sie nur, wenn es der Parcours erzwingt. Das Ziel ist immer klar vor Augen. Auf den größten Bauten erkennt man, gegebenenfalls mit dem Fernstecher, Überreste eines Fallschirms. Auf diese kann man klettern und zum Schluss eine begehrte Vorratskiste öffnen. Der Weg dorthin ist geradlinig, linear und birgt vor allem keinerlei Gefahr. Nachdenken muss man nicht. Rätsel gibt es keine zu lösen. Miku kann zudem nicht abrutschen, hat keine Angst vor Höhen und wird niemals in den Tod stürzen.

Dies macht den Aufstieg gnadenlos langweilig. Kein Hochgefühl kommt auf, wenn man dann auf dem Dach steht und das durchaus gelungene Panorama mit untergehender Sonne und sich im Wasser wälzenden, pockennarbige Walen begutachtet und dann das begehrte Objekt in den Händen hält. Für was all die (mühelosen) Strapazen, wenn man sogleich auch wieder zurück zum Bruder teleportiert wird, um die Heilmittel zu verabreichen? Miku verarztet ihren Bruder und man erhält einige Zeichnungen zur eigentlichen Geschichte in Strichmännchen-Optik. Wirklich viel geben diese nicht her, wie auch die Sammelobjekte, welche in ähnlicher Form den Untergang der Stadt dokumentieren. Trotz der melancholischen Musik, die sich immer wieder in den Vordergrund drängt und somit die atmosphärischen, von Wind und Wetter wie Regen und Gewitter geprägte Kulisse durchbricht, weckt die Story nur mäßige Gefühle für das Geschwister-Paar.

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Kurz und leider nicht knackig

Es dauert auch nicht lange, bis Miku sämtliche zehn gestrandete Hilfspakete und Güter von den hohen Bauten besorgt hat. Nach nur etwa drei Stunden schon flimmert der kurze Abspann über den Bildschirm und wir landen wieder im Hauptmenü, aus dem letztendlich die Erkundung der restlichen Geheimnisse gestartet werden kann. Als Spieler fragt man sich, was nun der Kern der Geschichte sein soll und vor allem wo denn der spielerische Anspruch bzw. die Spannung steckte. Bis auf die Suche nach allen Objekten für Achievement-Jäger, erledigen selbst Anfänger Submergerd in Rekordzeit. Für jüngere Spieler ist der Titel bereits zu simpel, aber leider dennoch nur bedingt tauglich. Es tauchen später einige, nicht aggressive, Kreaturen auf, welche durch die katastrophalen Ereignisse der Welt zu Mutanten wurden. Auch Miku zeigt alsbald Anzeichen einer derartigen Krankheit – geradezu verwunderlich, dass sie sich nach jedem Hilfspaket dennoch zu ihrem Bruder kuschelt und ihm einen Kuss auf die Stirn gibt.

Das Szenario selber ist durchaus interessant umgesetzt, was vor allem durch den Wechsel der Witterung sowie Tag/Nacht-Zyklen durchaus sehenswerte Facetten offenbart. Wenn das Sonnenlicht sich in den Scheiben spiegelt oder graziös durch die Ruinen linst, sieht Submerged durchaus opulent aus und bietet nette Panoramen. Der Rest fällt in einer genaueren Betrachtung aber eher nur zweckmäßig aus. Die Natur ist ansprechend, überwuchert die Gebäude und schafft somit eine gelungene Atmosphäre. Die Ruinen aber wirken einfallslos. Selbst auf einem Bildschirm wiederholen sich bereits die Texturen für kaputte Fenster zigfach und ähnliches entdeckt man auch in der Gestaltung der restlichen Konstruktion. Miku selber ist so agil wie ein Stück Treibholz. Stocksteif und gemächlich schleicht sie von dannen, und hangelt sich weniger ansprechend oder graziös an den Bauten entlang. Die Animationen sind abgehackt, steif, langsam und untermauern somit den müden spielerischen Eindruck.

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Unser Fazit

55 %

Der Grundstoff für Submerged ist nicht sonderlich einfallsreich, aber der Trailer offenbart eine durchaus gelungene Mischung aus postapokalyptischen Szenarien und einer melancholischen, träumerischen Geschichte zweier Geschwister. Die Rechnung geht leider nicht auf. Die Erkundung der Ruinen ist linear und gefahrlos, geradezu äußerst simpel, so dass sich selbst die jüngsten Zocker unter uns völlig unterfordert fühlen. Dadurch kommt keinerlei Freude oder Hochgefühl auf, wenn man einer der riesigen, eintönigen und eher mäßig präsentierten Bauten gemeistert hat. Es ist ein simples Abarbeiten von vorgegebenen Aufgaben, um eine eher flach erzählte Geschichte zu erleben. Miku und ihr Bruder Taku bauen keinerlei Beziehung zum Spieler auf und so ist es einerlei, ob nach drei Stunden ein Happy End offenbart wird oder nicht. Für kleines Geld wäre es sicherlich mal nett, zu spielen. Doch Submerged gehört zu den teureren Download-Titel der ID@Xbox Reihe.

Pro

  • + Prinzipiell ansprechende Welt die auch von der Idee her solide umgesetzt wurde.
  • + Optisch schön umgesetzter Tag/Nacht-Wechsel sowie Witterungsbedingungen.
  • + Aufgrund des nicht vorhanden Schwierigkeitsgrad für blutige Anfänger geeignet.
  • + Sammlerobjekte halten Achievement-Jäger noch ein wenig länger bei Laune.

Kontra

  • - Technisch ist Submerged recht bieder, mit schwachen Animationen, sich wiederholende Texturen und kaum Variation.
  • - Von Gameplay kann kaum die Rede sein. Die Klettereinlagen sind vorgegeben und man kann nie etwas falsch machen.
  • - Es mangelt gewaltig an Abwechslung, nicht nur in den Aufgaben, sondern auch in der Fortbewegung und den Kletter-Parcours.
  • - Charaktere sind farblos und bauen keinerlei Beziehung zum Spieler auf. Deren Schicksal kann uns nicht weniger Gleichgültig sein.
  • - Extrem kurze Spielzeit (die nur noch für die Sammelobjekte und Erfolge erhöht wird).

Unsere Bewertung

Grafik
 
55 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
30 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
30 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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