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Super Mario Maker – Test / Review

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Veröffentlicht 3. September 2015 | 16:50 Uhr von Alexander Winkel

Super-Mario-Maker

Kein neues aufwändiges 3D Abenteuer in Stil von Super Mario Galaxy oder Super Mario 3D World, doch Nintendo spendiert ihrem Maskottchen zum 30. Dienstjubiläum ein eher ausgefallenes  Spiel. Das Trostpflaster ist ein ausgefeilter Editor, mit dessen Spieler aus aller Welt ideenreiche Welten kreieren und das klassische 2D Jump’n'Run wieder aufleben lassen. Das klingt wirklich toll und ist es durchaus, aber das eine oder andere Manko offenbart sich ebenfalls.

Klempner Mario hüpft also nicht durch grandiose 3D Welten, futtert keine Pilze und springt Gumbas und Lakitus nicht auf dem Kopf herum? Nun, von der dritten Dimension muss man sich leider verabschieden. Der Rest ist aber durchaus noch gegeben. Und mal ganz ehrlich: Die klassischen 2D Abenteuer wie Super Mario Bros. 1+3 und Super Mario World gehören mitunter zu den besten Spielen ihrer Art. Nicht umsonst lässt Nintendo seit Jahren diese Form der Jump’n'Runs in diversen neuen Ablegern wieder neu aufleben. Eine Story gibt es in Super Mario Maker insofern, dass ein simpler Modus zur Rettung der Prinzessin einlädt. Mit zehn Leben werden acht zufällig ausgewählte Welten durchwandert und zum Schluss hoffentlich die holde Maid gerettet. Ein Spiel für zwischendurch, wobei die offerierten Welten oft eher wie Demos des eigentlichen Editor daher kommen und weder besonders anspruchsvoll sind, noch sonderlich lang ausfallen. Dafür ist dieser Modus auch offline verfügbar und zeigt auf, was alles in Super Mario Maker möglich ist.  Das ganze gibt es zusätzlich auch mit zufällig ausgewählten Onlinewelten und ein paar mehr Extraleben.

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Mit dem Stift am Zeichenbrett

Kernstück ist natürlich der umfangreiche Editor zur Erstellung eigener Mario-Welten. Eine grandiose Idee, den Fans den Stylus alias Zeichenstift in die Hand zu geben und ihnen eine Spielwiese für ihre Kreativität zu bieten. Den Ideen sind auch nur wenige Grenzen wie maximale Länge und Höhe der Welt gegeben und natürlich, dass es sich um ein reines Mario Jump’n'Run handelt. Das Wii U Gamepad als Zeichenblock ist für einen solchen Editor natürlich bestens geeignet und liefert eine soweit recht gute Übersicht wie auch sinnvoll durchdachte Auswahlmenüs. Nach maximal zwei bis drei Stunden kommt man damit herrlich flott zurecht. Dank simpler Demos, einigen hilfreichen Tipps und einem ausführlichen elektronischen Handbuch sind erste Welten eh in Handumdrehen geschaffen.

Der Super Mario Maker kommt mit einem äußerst umfangreichen  Repertoire an Elementen daher. Punktgenau werden diese mit dem Stylus im vorgegebenen Raster platziert oder mit einem Wischen gleich eine ganze Reihe an Steinen und Bodenplatten gezeichnet. Praktische Hilfsmittel wie Radiergummi oder Kopierwerkzeuge helfen, Fehler auszubessern oder Elemente zu gruppieren und anderswo wieder zu platzieren. Sämtliche typischen Mario-Features und Objekte finden sich in der Auswahl angefangen von einfachen Blöcken und Fragezeichen, über Münzen und grüne Röhren, bis hin zu Fahrstühlen ist einfach alles vorhanden, was das Klempner-Herz begehrt. Auch die beliebten Gegner wie Lakitun. Gumba, Schildkröten und natürlich Bowser mitsamt seiner Brut dürfen reichlich verteilt werden, damit der Klempner den Bösewichtern wieder mit perfekten Sprüngen Kopfschmerzen bereiten kann. Alles erledigt, reicht ein Button um mit Mario und Co. durch die eigenen Kreationen zu hüpfen und die Physik, das Verhalten der Gegner und alles, was man so aus den Abenteuern des Klempner kennt, ist sofort und ohne Rechenzeit in Perfektion gegeben!

Damit die grandiosen Welten nicht auf der heimischen Konsole vergammeln, dürfen diese natürlich in der Community veröffentlicht werden. Prämisse und einzige Vorgabe ist, dass der Level vorab auch gemeistert wird. Somit stellt Nintendo sicher, dass hochgeladene Welten auch machbar bleiben. Dennoch behält man sich vor, weniger beliebte Welten mit der Zeit auch wieder zu entfernen. Unserer Erfahrung nach, erstellen gewiefte Baumeister und Tüftler dennoch ziemlich raffinierte Welten, die nicht nur Fingerspitzengefühl bei den Sprüngen und im Umgang mit den Gegnern abverlangen, sondern auch Kombinationsgabe erfordern. Gefällt euch das Geschaffene anderer Spieler, könnt ihr dies mit einem Stern „liken“, Kommentare dazu abgeben und diesen sogar für eigene Zwecke herunterladen. Was sich bereits jetzt im weltweiten Netz tummelt ist, durchaus beachtlich. Da ist es ein wahre Freude, so manchen Level auszuprobieren. Natürlich sind aber auch viele Dinge darunter, die einem weniger Spaß machen. Schließlich gibt es hier keinen „Lektor“, der mal über die Codezeilen liest und entscheidet, ob die Kreativität gut genug für Marios nächstes Abenteuer ist.

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Die Kehrseite der Medaille

Doch auch ohne einen zusätzlichen Prüfer kann sich das Ergebnis oftmals sehen lassen. Die Spielbarkeit liegt einzig allein in der Konstruktion und wie viele Fallen sich der Baumeister ausdenkt. Die Mechanik dahinter, das gezeichnete als spielbare Welt zu präsentieren, hat Nintendo unglaublich gut umgesetzt. Super Mario Maker macht es uns recht einfach, tolle Welten zu erstellen und bietet dabei auch viel Freiheiten. Selbst über die Grenzen der typischen Mario Abenteuer hinaus können Tüftler geradezu überraschendes kreieren. Gegner, die aus Blöcken springen oder getürmt übereinander laufen, ein Dauerregen an PowerUps, Münzkanonen oder gar zu schnappende Pflanzen, die das Fliegen gelernt haben. Gewiefte Köpfe kombinieren klassische Elemente miteinander und schaffen damit neue Herausforderungen. Zudem ist der Editor mit weiteren neuen Features wie Diskolicht und Soundeffekte ausgestattet und jederzeit kann die erschaffene Welt auch in einem neuen Skin dargestellt werden. Möchtet ihr lieber das klassische Super Mario Bros, die erweitere Fassung Super Mario Bros. 3, das weltberühmte Super Mario World oder gar die Neuauflage Super Mario Bros. U? Welcher Hintergrund ist egal, der Editor kann ohne Umschweifen dazwischen hin und her wechseln.

So toll all das auch ist, es bleibt ein Editor für reine Mario Hüpfspiele und bietet darüber hinaus kaum Varianz an. Wer mehr daraus machen will, sollte sich lieber Spiele wie Little Big Planet anschauen. Außerdem hält Nintendo anfänglich das Repertoire an Features und Objekten sowie auswählbaren Welten stark begrenzt. Nur wer viel Zeit in den Editor (nicht der Online-Community) investiert und fleißig neue Welten kreiert, werden nach und nach neue Skins, Arten von Welten und vor allem platzierbare Objekte und Zusatzfeatures freischalten. Damit wird der Anfänger zwar langsam an die Thematik heran geführt, Mario-Fans und ihre Kreativität aber extrem ausgebremst. Viele Elemente stehen einfach nicht zur Verfügung, doch am liebsten würde man diese bereits zu Beginn seine persönliche Herausforderung einbauen. Dass Super Mario Maker dahingehend auch keinen richtigen Storymodus mehr hat, ist verständlich. Nur leider lassen sich die eigenen Welten auch nicht zu einem „Spiel“ verbinden – ein weiteres Manko, dass ebenfalls noch auffällig ist.

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Unser Fazit

82 %

Der Super Mario Maker hält, was er verspricht. In Handumdrehen lassen sich klassische Mario-Welten erstellen und gewiefte Herausforderungen kreieren. Das geht nach Eingewöhnung recht leicht von der Hand und dank zahlreicher Tipps erstellt man sehr schnell wirklich gelungene Ideen. Diese werden unkompliziert mit der Online-Community geteilt, wo man bereits zahlreiche interessante Bauprojekte bestaunen und spielen kann. Viele sind übrigens recht happig und schwer zu meistern, trotz mancher Vorgaben, die Nintendo noch hat. Dank zahlreicher witziger Ideen und Möglichkeiten zur Kombination von typischen Mario-Elementen um ein untypisches Erlebnis zu bieten wird man auch immer wieder überrascht. Wer Super Mario Maker kauft, wird auch Mario Spiele kreieren wollen. Was anderes als klassische 2D Jump'n'Run Welten kann man mit diesem Editor nicht schaffen. Für Solisten und Spieler ohne Internet ist der Anreiz aber eher eingeschränkt und Fans werden zudem extrem stark in ihrer Kreativität ausgebremst, da zahlreiche Bauelemente erst nach reichlicher Konstruktionszeit nach und nach freigeschaltet werden. Unterm Strich steht und fällt der Spielspaß schlicht mit der Motivation am Bauen! Wolltet ihr schon immer eigene Mario-Welten kreieren? Dann auf jeden Fall zugreifen!

Pro

  • + In Handumdrehen lassen sich klassische wie auch gewiefte Mario-Welten kreieren
  • + Einfach zu bedienender Editor mit optimaler Übersicht auf dem Wii U Gamepad
  • + Alle erdenklichen Elemente aus den klassischen Mario Spielen können verwendet, oder gar untypisch kombiniert werden
  • + Zusätzliche Elemente peppen die klassischen Welten auf, vier bekannte Mario-Skins lassen die Welten aufleben
  • + Ausgeprägte Online-Community liefert bereits jetzt umfangreiche und teils beeindruckende Ergebnisse

Kontra

  • - Zahlreiche Bauelemente werden zunächst vorenthalten und lassen sich erst mit viel Spielzeit und Mühen nach und nach freischalten
  • - Die Kreativität der Fans wird durch das anfänglich minimale Bausystem stark ausgebremst
  • - Es mangelt an einem passenden Abenteuer-Modus für Solisten, vor allem wenn man sich nur Offline mit Super Mario Maker beschäftigt
  • - Die eigenen Kreationen lassen sich nicht zu einem kompletten Spiel verbinden

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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