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Super Stardust Ultra – Test / Review

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Veröffentlicht 16. März 2015 | 14:42 Uhr von T_Knightingale

Super-Stardust-Ultra-Screenshot

In der überarbeiteten Ultra-Variante findet der PS3-Klassiker Super Stardust HD seinen Weg jetzt auch auf die PS4. Kann das Spiel auch hier überzeugen?

Grundsätzlich lässt sich die Spielmechanik von Super Stardust Ultra mit nur einem Begriff beschreiben: Twin-Stick-Shooter. Doch so einfach ist es natürlich nicht, denn das Spiel bringt einige Eigen- und Besonderheiten mit sich, durch die es sich aus der Masse der Twin-Stick-Shooter hervorhebt. Gesteuert wird wie üblich mit dem linken Stick, gezielt und geschossen mit dem rechten Stick. Einige wenige andere Tasten lösen Spezialfähigkeiten (Boost, Bomben) aus, dienen dem Umschalten der Waffen oder erlauben die Anpassung der Kamera. Die Steuerung gibt sich somit klar, unkompliziert, minimalisch, und orientiert sich an den Genre-Standards. Der erste auffällige Unterschied zu anderen Genre-Vertretern ist jedoch die Perspektive. Anstatt sich auf einer flachen 2D-Ebene zu bewegen, die Räumlichkeit nur simuliert, bewegt man sein Raumschiff in Super Stardust Ultra um eine dreidimensionale Planetenkugel, was dazu führt, dass man immer nur einen Teil des Spielbereiches sieht und eine schadensfreie Bewegung im Raum deutlich mehr Aufmerksamkeit und Vorausplanung erfordert als bei einem 2D-Spiel.

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Der zweite auffälligste Unterschied ist, dass sich klassische Gegner in Super Stardust Ultra auffällig zurückhalten. Natürlich treten auch immer wieder Gegner auf den Plan, die sich dem eigenen Raumschiff per Ramm-Attacken oder Beschuss nähern, jedoch sind sie im Vergleich zu anderen Spielen des Genres nicht die Hauptgefahr. Denn das zentrale Spielelement von Super Stardust Ultra sind die Asteroiden, die in regelmäßigen Abständen in der Umlaufbahn des Planeten eindringen. Diese dienen nicht nur als Gefahrenelement, die das Raumschiff zerstören können, wenn es mit ihnen kollidiert oder sie beim Eintritt auf Raumschiff fallen, sie sind auch essentiell wichtig für den Spielfortschritt. Während die kleinen Asteroidenbrocken hauptsächlich als zu umschiffende oder zu zerstörende Blockaden und Punktelieferant dienen, die den Highscore und den Multiplikator hochtreiben, verstecken sich in den größeren Brocken wertvolle Boni. Die größeren Asteroidenbrocken benötigen deutlich heftigeren Beschluss und zerfallen erst Stück für Stück in kleinere Teile, offenbaren dann aber wertvolle grüne Brocken, deren Zerstörung entweder kleine Punkteboni oder gar wertvolle Upgrades für die Waffen, einen schützenden Schild und Extra-Leben freilegt, die eingesammelt werden können.

Im Laufe des zentralen Arcade-Spielmodus besucht man insgesamt fünf verschiedene Planeten mit ihren ganz eigenen Angriffs- und Asteroidenmustern. Am Anfang hat man es noch mit relativ simplen und übersichtlichen Standard-Asteroiden zu tun, während später auch spezielle goldene oder aus Eis bestehende Gesteinsbrocken ins Spiel kommen, die dann den geschickten Umgang mit den drei unterschiedlichen Waffentypen erfordern – gleiches gilt übrigens auch für die sporadisch auftretenden Gegner. Denn auch wenn grundsätzlich jede Waffe jeden Asteroiden- und Gegnertyp zerstören kann, so sind bestimme Waffen gegen die unterschiedlichen Typen doch deutlich effektiver. Der grüne Rock Splitter eignet sich vor allem gegen Standard-Asteroiden und schießt mit einigen Upgrades versehen mehrere Geschosse in einem breiten Winkel. Der Gold Melter eignet sich besonders gegen goldene Asteroiden und schießt einen langen Strahl, den man wie eine Peitsche umher schwenken kann. Und der Ice Crusher ist gegen Eis besonders effektiv und verschießt einen eher schmalen, aber sehr konzentrierten Schuss. Während sich die ersten drei Planeten noch auf einen Asteroidentyp fokussieren, wechseln auf den anderen zwei die Asteroidentypen immer wieder und erfordern somit einen geschickten Wechsel zwischen Waffentypen.

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Auf jedem der fünf Planeten warten insgesamt fünf Angriffswellen, die Stück für Stück immer komplexer werden und einem großen Boss-Kampf enden. Hat man einen Planeten erfolgreich absolviert, wird der nächste freigeschaltet, auf dem man auch sofort weitermachen kann und seinen Punktestand mitnimmt. Sollte man zwischendurch scheitern, kann man aber auch direkt auf einen der bereits freigeschalteten Planeten einsteigen. Wenn man sich mit seinen Highscores an anderen messen möchte, sollte man aber ganz von vorne beginnen, denn leider werden in den Bestenlisten nur die besten 1000 Spieler erfasst. Liegt man mit seinem Punktestand außerhalb dieses Bereiches wird dieser zwar temporär als Platz 1000+ angezeigt, verschwindet dann aber wieder. Zur Auswahl stehen im Arcade-Modus insgesamt vier Schwierigkeitsgrade, wobei der einfache Modus mit einer eigenen Bestenliste aufwartet.

Aber auch wenn der Arcade-Modus der zentrale Spielmodus ist, werden dem Spieler noch diverse andere, meist spezialisiertere Modi angeboten. Im Planet-Modus spielt man nur einen einzelnen Planeten, der aber etwas andere Angriffsmuster als im Arcade-Modus aufweist. Der Endlos-Modus bietet eine theoretisch endlose Anzahl an zufälligen Angriffswellen. Im Modus “Überleben” muss man sich durch einen andauernden Angriff von Sonden kämpfen, die nicht zerstört werden können, aber bei Beschuss zumindest ausweichen. Der Modus “Bomber” hingegen stattet das Schiff einzig und allein mit Bomben aus. Nachschub kann man sich nur über das Zerstören spezieller Raumschiffe erarbeiten, so dass hier ein besonders geschicktes Manövrieren und Haushalten mit den Ressourcen notwendig ist. Im Modus “Gegen die Uhr” muss man wiederum gegen jene antreten und neben dem Überleben vor allem auch dafür sorgen, so viele Zeit-Boni wie möglich einzusammeln. Der in dieser Version von Super Stardust neuen Modus “Einschlag” stellt einen wiederum vor die Herausforderung, ohne Waffen und nur mit Hilfe des Boosts zu überleben. Und der Modus “Blockade” erinnert stark an “Snake”, da hinter dem Raumschiff permanent unzerstörbare Brocken spawnen und es darum geht, so lang wie möglich ohne eine Kollision mit der Brockenspur zu überleben. Den Abschluss der Spielmodi bietet dann noch ein interaktives Streaming-Feature, bei dem Stream-Zuschauer in das Spielgeschehen eingreifen können.

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Insgesamt bietet Super Stardust Ultra wirklich eine große Menge an unterschiedlichen Spielmodi und Spielstilen, wobei die große Auswahl jedoch darüber hinweg täuschen kann, dass der Großteil der Zusatzmodi zwar nette Zeitvertreibe bieten und auch durchaus anspruchsvoll sind, jedoch keiner der Modi so ausgefeilt und komplex wirkt wie der Arcade-Modus. Jedoch kann man durch die verschiedenen Modi viele, viele Stunden Spaß mit dem Spiel haben. Wer Anpassbarkeit schätzt kann sich übrigens darüber freuen, dass man nicht nur sein eigenes Schiff ein wenig anpassen kann, sondern auch die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Soundtracks hat. Diese reichen von fetziger Elektronik über einen Retro-Soundtrack bis hin zu majestätischen Orchesterklängen.

Optisch ist Super Stardust Ultra auch auf der PS4 eine Augenweide. Die Planeten wirken detailliert und plastisch, die Waffeneffekte sind sehr hübsch anzusehen, und die Explosionen der Asteroiden sind auch im Jahre 2015 immer noch extrem spektakulär. Zudem läuft das Spiel selbst einem gigantischen Gegner- und Explosionsaufkommen jederzeit flüssig und ohne kleinste Ruckler.

Jedoch kommt diese opulente Grafik nicht ohne seinen Preis. So schön die ganzen Effekte auch anzusehen sind, so sehr leidet in diesem Effektfeuerwerk immer wieder die Übersicht. Wenn man grade einen Asteroid in kleine Teil zerlegt hat und diese auf dem Bildschirm umherschwirren, ist es oftmals schwer zu erkennen, wenn kleine Rechtecke auf dem Bildschirm den Einschlag einer neuen Asteroidenwelle ankündigen. Und auch die Geschosse einiger Gegner gehen in der Vielzahl kleiner Objekte gerne mal verloren. Aus diesem Grund ist Super Stardust Ultra selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad ein recht anspruchsvolles und nicht wirklich einfaches Spiel. Ein Teil des Schwierigkeitsgrades legt sich mit der Zeit, sobald man sich an gewisse Muster im Spielablauf gewöhnt hat, aber im oftmals großen Chaos auf dem Bildschirm ist eine sehr gute Hand-Auge-Koordination absolut unumgänglich.

Wer nicht alleine spielen möchte, kann übrigens auch auf Multiplayer-Modi zurückgreifen, die es ermöglichen, entweder mit- oder gegeneinander zu spielen. Leider beschränken sich diese jedoch auf lokalen Multiplayer. Online-Spielen bleibt außen vor. Angesichts der Tatsache, dass das Spiel so sehr auf schnelle Reaktionen setzt, ist dies jedoch durchaus verständlich, da Online-Lags das Spielerlebnis vermutlich deutlich eintrüben würden.

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Unser Fazit

87 %

Super Stardust Ultra ist ein wirklich exzellenter Twin-Stick-Shooter, der jedoch hier und da ein wenig an Unübersichtlichkeit leidet. Die sehr motivierende Spielmechanik mit ihrem permanenten Fortschritt mit diversen Zufallselementen, sowie die große Auswahl an unterschiedlichen Spielmodi mit jeweils anderen Anforderungen an die Spielweise führen jedoch dazu, dass man trotz des grundsätzlich eher einfach Spielprinzips viele Stunden Spaß damit haben kann, sich selber zu verbessern oder auf die Jagd nach Highscores zu gehen. Einzig die momentan doch sehr eingeschränkten Bestenlisten sind hier ein kleiner Hemmschuh. Für Spieler, die Super Stardust bisher noch nicht gespielt haben, ist es auf jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung. Wer jedoch bereits Super Stardust HD auf PS3 oder Super Stardust Delta auf der Vita gespielt habt, muss abwägen, ob die nicht allzu umfangreichen Neuerungen eine Anschaffung wert sind.

Pro

  • + Zugängliches, aber doch komplexes Spielsystem
  • + Opulente, flüssige Grafik
  • + Beeindruckende Soundkulisse inkl. Nutzung des Lautsprechers im Dualshock 4
  • + Verschiedene Anpassungsmöglichkeiten
  • + große Auswahl an Spielmodi
  • + Mehrere Mehrspieler-Modi

Kontra

  • - Wenige Neuerungen gegenüber den Vorgängern
  • - Bestenlisten auf 1000 Spieler beschränkt
  • - Gehobener Schwierigkeitsgrad, der oftmals durch einen Mangel an Übersichtlichkeit entsteht.
  • - Zusatzmodi nicht so ausgefeilt wie der Arcade-Modus
  • - Mehrspieler nur lokal möglich

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
95 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
85 %

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Thommysoft ist auf Xbox-Senioren.com sowie im Schwestern-Forum PSN-Senioren.com ein Moderator und hilft mit viel Engagement den Usern bei PlayStation-Problemen weiter. Ab und an verfasst er für insidegames einen Test.

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