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Surf World Series – Test / Review

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Veröffentlicht 4. Oktober 2017 | 15:08 Uhr von Alexander Winkel

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Einst schuf Tony Hawk eine Welle an Extremsport-Spielen und öffnete den Markt für viele interessante Ideen. Heute hält einzig Ubisofts Steep die Fahne hoch und zeugt von einer einst so glorreichen Ära. Umso erfreulicher, dass mit Surf World Series das klassische Arcade-Gameplay zurückkehrt. An den schönsten Stränden der Welt wird das Wellenreiten gefeiert. Geradezu mit Vorfreude haben wir uns ins kühle Nass gestürzt, jedoch offenbarte sich alsbald Ernüchterung. Warum die Erwartungen nicht erfüllt wurden, lest ihr im Test. 

Die Sonne sinkt, wirft den idyllischen Strand in ein orangefarbenes Licht und lässt die schämenden Wellen schillern. Sechs traumhafte Strände rund um dem Globus von Australien, über Portugal bis hin nach Brasilien und den USA locken jeden Surfer ins rauschende Nass mit anspruchsvollen Gegebenheiten und brachialen Wellen, die sich Türmen und gefährlich über den Köpfen der Sportler zusammenbrechen. In dem Moment wird man eins mit der wundervollen und doch so rauen Natur, wie auch Tom Lowe in dem kleinen Video zu Beginn des Spiels dokumentiert. Surf World Series versucht dies mit ordentlicher Optik, wundervollen Sonnenuntergängen und rockigen Songs entsprechend gelungen einzufangen. Als stimmig kann die Atmosphäre durchaus bezeichnet werden.

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Jeder Küstenabschnitt sorgt für eine eigene Dynamik des Wassers, was sich spürbar auch auf das Gameplay auswirkt. Immerhin besteht die Chance, sich die Welle auszusuchen. Warten, bis die wirklich mächtige Welle aus dem Hintergrund angerollt ist und man halsbrecherisch darauf reiten kann, oder doch die etwas seichteren Vorläufer, die weniger Gefahr für Stürze bergen. Eine Entscheidung, die einzig allein dem Sportler überlassen ist. Hauptsache die anspruchsvollen Vorgaben werden erfüllt. Meist geht es um Trick-Punkte, die je nach Schwierigkeit und Dauer vergeben werden. Einfache Sprünge und Grips bringen nicht viel, sorgen jedoch für einen fortlaufenden Multiplikator, sofern unterschiedliche Stunts recht flott hintereinander durchgeführt werden. Ist die Zeit gekommen, werden richtig beeindruckende Manöver wie Backflips, Running Man oder gar ein One Hand Stand vom Stapel gelassen.

Der größte Feind an den idyllischen oder aber auch rauen Küsten ist nicht etwa eine brachiale Welle, eine Felskante oder gar der Weiße Hai, nein, es ist die recht komplexe Steuerung von Surf World Series. Mit dem linken Stick manövriert ihr vor allem auf und in der Welle und mittels der Schultertasten könnt ihr die Geschwindigkeit auf dem Surfbrett beeinflussen. Tricks und Stunts jedoch werden hauptsächlich mit den Buttons durchgeführt. Einfache Grips sind intuitiv, während der Extremsportler in der Luft ist und das Brett wieder auf die Welle ausrichtet. Komplexe Dinge jedoch müsst ihr in einem unsichtbaren Zeitfenster vor einem Sprung mittels Tastenkombinationen eingeben. Dabei gilt es erst eine gewisse Leiste mit einfachen Tricks vorab zu füllen, um entsprechende Stunts vollführen zu können. Das Timing und das Unwissen, ob der folgende Sprung auch hoch genug für ein solch waghalsiges Manöver ist, raubt einem allerdings immer und immer wieder den letzten Nerv.

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Nicht umsonst steigt ihr über die Surfschule zunächst in das Abenteuer ein und erlernt dabei die Grundmechaniken des Extremsports wie das Paddeln, Snap Backs und Floaters. Das ist ehrlich gesagt auch bitter nötig, denn selbst nach Stunden geht die Steuerung einfach nicht in Fleisch und Blut über. Vor allem die Tatsache, dass Stunts und Tricks vor dem Sprung eingegeben werden müssen, bereitet auch nach etlichen Versuchen, die meist per Wipeout im kühlen Nass enden, heftige und unangenehme Kopfschmerzen. Warum sich der Entwickler nicht an den alten Tony Hawk Titeln orientiert und eine eingängigere Steuerung offeriert hat, ist leider nicht ganz nachvollziehbar. Jedoch birgt die Komplexität auch seinen Reiz, da die Herausforderungen und Missionen nicht einfach so gemeistert werden können. Es erfordert viel Übung und Können, um die Wellen und deren unglaubliche Dynamik zu meistern.

Die Karriere ist außerordentlich umfangreich und führt uns über sechs Strände hinweg quer durch die Welt. Unterschiedliche Tageszeiten und Witterungsbedingungen sorgen für Abwechslung, auch wenn dies leider keinen wirklichen Einfluss auf das Gameplay hat. Die Aufgaben sind nicht immer leicht zu meistern und auch ist das sehr geringe Zeitfenster für einen Rekordversuch dann doch eher ärgerlich. Da freut man sich über das freie Spiel, wo alle Einstellungen persönlich vorgenommen werden können. Es gibt sogar eine Welle, die sich unendlich lange hinfort zieht, bis der Surfer unter dieser begraben wird und somit sein Brett unter den Füßen verliert. Dieses wie auch die Klamotten könnt ihr übrigens nach Herzenslust optisch und mit Mustern anpassen. Der Onlinemodus ist zwar eine nette Dreingabe, jedoch ist dieser kaum besucht und daher eher ein vom Sinn befreites Beiwerk. Dennoch können all die Möglichkeiten auch nicht darüber hinweg täuschen, dass ein Surf-Abenteuer trotz der Wasserdynamik und unterschiedlichen Herausforderungen nur ein sehr begrenztes Spektrum bietet und daher auf Dauer doch eher monoton wirkt. Für einen kleinen Ritt ist Surf World Series jedoch immer zu haben.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

66 %

Als ich die ersten Bilder und Videos zu Surf World Series gesehen habe, war ich bereits hin und weg. Ich liebe Strände, ich liebe die Sonnenuntergänge und ich habe vor vielen vielen Jahren bereits ähnliche Spiele regelrecht genossen, als sie in der Tony Hawk Ära aufgekommen sind. Die Atmosphäre wurde gekonnt eingefangen und die Farbgebung gefällt mir, auch wenn der Titel technisch besehen sicherlich keine Preise gewinnen wird. Auch der Spielumfang ist ordentlich und bietet viele Herausforderungen. Jedoch konnte ich mich bis zuletzt nicht mit der komplexen Steuerung anfreunden. Lange Zeit wollte ich nicht wahrhaben, wie man die besseren Stunts vollführt, auch wenn man nach und nach doch immer besser wird und das System durchschaut. Dennoch hätte ich mir eine intuitivere Möglichkeit gewünscht und nicht Tastenkombinationen, die vorab wie bei einem Beat’em Up eingegeben werden. Letztendlich sorgte dies für den größten Dämpfer, auch wenn man spieltechnisch zudem das begrenzte und auf Dauer monotone Gameplay angekreidet kann. Wellen ähneln sich halt doch, auch wenn die Dynamik immer wieder anders ausfällt.

Pro

  • + Umfangreiche Individualisierung der Klamotten und Surfbretter.
  • + Umfangreiche Karriere mit zahlreichen Nebenmissionen.
  • + Angenehme Atmosphäre und Farbgebung.
  • + Freeplay an allen Stränden von Anfang an gegeben.

Kontra

  • - Die Steuerung ist einfach nicht intuitiv und zu komplex gehalten.
  • - Manche Missionen haben ein extrem knappes und kurzes Zeitfenster für Rekorde.
  • - Onlinemodus ist leider kaum besucht und daher eher sinnloses Beiwerk.
  • - Kein Charaktereditor vorhanden, man muss mit den gegebenen sechs Surfern vorlieb nehmen.

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
50 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
60 %
Spielspaß
 
65 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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