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Tales from the Borderlands – Episode 1: Zer0 Sum Test / Review

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Veröffentlicht 25. März 2015 | 15:08 Uhr von Marc Wunder

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Die Adventureexperten von Telltale Games wagen sich auf bisher unbekanntes Terain und bieten uns diesmal statt einer bekannten Film- oder Serienversoftung die Umsetzung eines genrefremden Games an. Mit der Unterstützung vom Entwickler Gearbox Software entstand so ein typisches Telltale-Game im Borderlands-Universum.

Willkommen auf Pandora

Die Handlung beginnt gleich mit einem Knall. Wortwörtlich sogar – nämlich Gewehrkolben gegen Kopf. Der Protagonist Rhys wird von einem (noch) unbekannten Banditen gefangen genommen und muss nun erzählen, was ihn nach Pandora verschlägt. Rhys und sein bester Kumpel Vaughn sind Mitarbeiter von Hyperion, deren Station Helios in einiger Entfernung um Pandora kreist. Handsome Jack ist tot (Borderlands-Fans erinnern sich) und so glaubt Rhys, alsbald befördert zu werden. Alllerdings wurde sein neuer Boss kurzfristig – nun ja – “ersetzt” und so sieht sich Rhys mit seinem Erzfeind Vasques konfrontiert, der als neuer Chef natürlich Rhys gleich die erhoffte Beförderung bewilligt – leider in die falsche Richtung: als Assistenzhausmeister.

Natürlich kann er diese Demütigung nicht hinnehmen und so heckt er mit Vaughn einen Plan aus, Vasques vom Thron zu stoßen. Dieser hatte vor, auf Pandora von einem dubiosen Händler einen wertvollen Vault-Schlüssel zu erkaufen, der zu unermesslichem Reichtum führt. So stehlen Rhys und Vaughn also 10 Mio. Dollar der Firma, nebst dem Dienstwagen von Vasques, um diesem den Deal vor der Nase wegzuschnappen. Allerdings entpuppt sich der Aufenthalt auf Pandora ein bisschen anders, als sich die beiden vorgestellt haben… und das der Deal anschließend gehörig schief läuft, war dem geneigten Gamer wohl von vornherein klar.

Neben Rhys gibt es mit Fiona, geboren und aufgewachsen auf Pandora, noch einen weiteren spielbaren Charakter. Auch dieser wurde von dem unbekannten Banditen gefangen genommen. Und auch sie hatte etwas mit dem Schlüsseldeal und den darauffolgenden Ereignissen zu tun. Beide Charaktere erzählen dabei abwechselnd ihre Sicht der Geschehnisse und berichtigen sich dabei auch gegenseitig. Dies ist für den Spieler wirklich interessant, erhält er doch auf jedes Ereignis zwei unterschiedliche Betrachtungswinkel. Das dies alles am Ende von Episode 1 im obligatorischen Cliffhanger endet, sollte keinen überraschen. Und dieser wird Borderlandsfans sehr überraschen…

Telltale schafft es auch, den typischen Borderlands-Humor in das Adventure einfließen zu lassen, ob es nun die durchgedrehten Psychos, die Beschimpfungsduelle zwischen Rhys und Fiona, die wahnwitzigen Situationen oder die abgedrehten Nebencharaktere sind. Tales from the Borderlands ist vom Grundton ganz anders als etwa The Walking Dead oder Game of Thrones. Dies zu erleben macht einfach Spaß.

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Spiel? Film? Spielfilm?

Wie von Talltale mittlerweile gewohnt, übernimmt der Spieler meist die passive Zuschauerposition. Immer wieder kann man Entscheidungen treffen, die mehr oder minder schwere Auswirkungen auf die folgende Handlung haben werden. Lasse ich den beschädigten Loader-Bot evakuieren, damit er mir später noch einmal helfen kann, oder aktiviere ich die Selbstzerstörung, damit er die Banditen aufhält? Versuche ich einen Glücksschuss auf den Bösewicht, oder spare ich mir meine einzige Patrone für später? Gerade da es im ersten Moment kein richtig oder falsch gibt, macht diese Entscheidungen so interessant. Man ist gespannt, wie es sich später auswirkt.

Auch gibt es immer wieder eingestreute Actionsequenzen, die man per Quicktime-Events beeinflusst. Diese sind toll choreographiert und kennt man auch schon aus vorherigen Spielen von Telltale. Was negativ auffällt ist, dass die Handlungsfreiheiten sehr stark eingeschränkt wurden. Hatte man bei älteren Titeln wie Back to the Future zum Teil noch größere Abschnitte, in denen man sich frei bewegen und alles untersuchen konnte, so sind diese seltenen Momente bei Tales from the Borderlands meist auf Gebiete mit 10 Meter Durchmesser beschränkt. Der Spieler ist also primär zum Zuschauer degradiert. Das ist sehr schade! Gerade Dinge wie Rhys’ bionischer Arm oder sein implantiertes Scannerauge hätten viel Raum für Erkundungen gelassen.

Zumindest der Umfang kann sich sehen lassen. Mit knapp 3 Stunden ist Episode 1 wesentlich länger, als man es von Telltale gewohnt ist. Es bleibt abzuwarten, ob dies in folgenden Episoden so beibehalten wird.

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Sieh hin, hör zu!

Optisch gibt es gewohnte Cell-Shading Kost. Diesmal sogar noch stärker comichaft abstrahiert, um eher die Optik von Borderlands zu treffen. Die Charaktermodelle sind stark überzeichnet, die Umgebungstexturen sehr karg. Natürlich ist es Sinn des Looks, dass alles sehr nach Comic aussieht und Telltale trifft diese Darstellung sehr gut. Allerdings wird dies nicht jedem gefallen. Tales from the Borderlands ist keines von den Spielen, mit denen man vor Freunden die tolle Optik der neuen Konsole präsentiert. Immer wieder trüben schlecht aufgelöst Texturen oder Kantenflimmern das Gesamtbild. Erschreckend schlecht sehen Explosions- und Lichteffekte aus. Man merkt, dass die Engine schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

Richtig gut geworden ist die englische Synchronisation. Die professionellen Sprecher geben ihre Rollen sehr glaubhaft und authentisch wieder. Leider werden Spieler mit geringen Englischkenntnissen erst einmal einen weiten Bogen um das Spiel machen müssen. Wie üblich bei der episodischen Veröffentlichung von Telltale, ist das Spiel komplett auf englisch lokalisiert und optional lassen sich auch nur englische Untertitel hinzuschalten. Es ist aber davon auszugehen, dass die Complete Edition später zumindest deutsche Untertitel bieten wird.

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Unser Fazit

82 %

Gewohnt gute Telltale-Kost, die durch eine tolle Handlung, abgedrehte Charaktere und viel Witz überzeugt. Für Fans von Borderlands absolut ein Muss, aber selbst Spieler, die mit der Serie bisher keine Berührung hatten, finden sich schnell zurecht. Allerdings stört die fehlende Bewegungsfreiheit und die zu wenigen Interaktionsmöglichkeiten. Hoffentlich kann sich Telltale da in den folgenden Episoden noch steigern.

Pro

  • + Interessante, wendungsreiche Story
  • + abgedrehte Charaktere
  • + gute (englische) Synchronisation
  • + guter Episodenumfang

Kontra

  • - wenige Bewegungsfreiheit, keine Erkundungen
  • - Optik altbacken
  • - wenig Innovationen, altbekanntes Telltale-Gameplay
  • - keine deutschen Texte

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

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