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Tales from the Borderlands – Episode 5: The Vault of the Traveler Test / Review

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Veröffentlicht 5. November 2015 | 21:04 Uhr von Marc Wunder

Tales-from-the-Borderlands-Episode-5-Screen

„Schade!“ – Dieser Gedanke schießt einem als erstes durch den Kopf, als der Abspann über den Bildschirm flimmert. Und das in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist es wirklich ein wenig traurig, dass die Geschichte der so lieb gewonnenen Charaktere nun ein Ende findet. Zum anderen muss man aber sagen: Schade Telltale Games – da wäre mehr drinnen gewesen.

Grand Finale

Was ist das Ziel einer finalen Episode? Sicherlich das Aufnehmen aller losen Storyfäden und daraus das Stricken eines packenden, emotionalen Endes. Natürlich wird dies auch hier versucht, allerdings in vielen Dingen sehr unbefriedigend.

Wir erinnern uns. Unser Heldentrupp hat Helios infiltriert, um das letzte Upgrade für Gortys zu finden und damit auch das sagenumwobene Vault. Nach einer haarsträubenden Flucht erreicht man den Punkt, an dem die Vergangenheit die Gegenwart einholt – spielten die bisherigen Episoden doch bisher in den Erzählungen von Rhys und Fiona, die ihrem mysteriösen Entführer die gesamten Ereignisse berichten sollten. Natürlich wird nun auch schlussendlich das Geheimnis der Identität dieser Person gelüftet. Um wen es sich handelt, ist wirklich eine unvorhersehbare Überraschung. Die Erklärung „warum“ allerdings so wirr und an den Haaren herbei gezogen, dass man sich regelrecht darüber ärgert, dass die Entwickler in den letzten Episoden so ein Geheimnis darum gemacht haben. Man könnte sogar sagen, dass dieser komplette Handlungsstrang auch gut und gerne weggelassen werden könnte.

Dazu kommen noch Logikfehler. Während Rhys und sein Gefährte mit Händen und Füßen über Hindernisse klettern müssen, scheint ihr Gefangener (mit auf dem Rücken gefesselten Händen!!) damit keine Probleme zu haben. Na klar, durch Clipping-Fehler läuft der ja auch einfach durch die Wand. Noch ein Beispiel gefällig? Rhys entkommt mit einer der letzten Rettungskapseln gerade noch rechtzeitig von Helios und lässt einen der Bösewichte dort zurück. Warum trifft man diesen Herren später auf Pandora wieder?

Klar, diese Dinge sind für sich betrachtet nicht weiter tragisch. In der Masse wirken sie dann aber doch extrem störend.

tales-from-the-borderlands-episode-5-screenshot-01

 

This ist the End

Das große Finale ist dann in weiten Teilen ziemlich gut inszeniert. Man könnte es sogar als Novum für Telltale Games bezeichnen, dass diesmal sogar wirklich  Entscheidungen, die man im Laufe der vorhergehenden Episoden traf, direkten Einfluss auf das letzte Kapitel des Spiels haben. Ist man sonst eher gewohnt, dass verschiedene Entscheidungen eher Einfluss auf Dialogabläufe und unwichtigere Szenen, jedoch nicht auf tatsächliche Storyelemente haben , geht Telltale hier einen Schritt weiter. Man muss sich nämlich selbst sein zweites Vault-Hunter-Team zusammen stellen. Je nachdem, wie man sich den NPCs gegenüber verhalten hat, werden sie einem beistehen oder eben auch nicht. So etwas wünscht man sich auch für kommende Spiele von Telltale Games!

Das Highlight dieser Episode stellt dann definitiv ein längeres Quick-Time-Event dar, welches ziemlich an alte Power-Ranger-Folgen erinnert. Spaß macht es auf jeden Fall!

Ganz im Gegensatz zu den Dialogen. Denn diese lassen den genialen Humor der ersten Episoden vermissen und münden zu oft in Nonsens-Blabla. Was ist denn hier passiert? Wollte man damit nur die Spielzeit strecken? Das man dann am Ende auch noch eine pseudo-dramatische Szene einbauen muss, die sich auch noch als total unnötig heraus stellt, ist dann auch nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Worüber man nie müde wird, es zu kritisieren: die fehlende Interaktivität. Man ist es ja von Telltale Games schon gewohnt, dass der Spieler die meiste Zeit stiller Beobachter ist. Diesmal schießen sie aber den Vogel ab. Die sehr seltenen Abschnitte, in denen man die Spielfigur bewegen kann meistert man, indem man 5 Sekunden in eine Richtung läuft. Rätsel gibt es keine. Der Rest der Interaktionen beschränkt sich auf wenige QTEs und Dialogoptionen, die kaum eine größere Auswirkung haben. Noch minimalistischer wäre tatsächlich nur noch ein Film.

tales-from-the-borderlands-episode-5-screenshot-02

 

Unser Fazit

65 %

Um es in einem Wort zusammen zu fassen: enttäuschend. So kann man das Finale von Tales from the Borderlands wohl am ehesten bezeichnen. Dies natürlich nicht im Sinne von „totales Desaster“, sondern eher als „auf hohem Niveau gescheitert“. Vorhersehbare Twists, viele Längen, unlustige Dialoge und wirre Wendungen. Das hat die Serie nach grandiosen Episoden wie Escape Plan Bravo einfach nicht verdient. Dazu gesellen sich minimalistisches Gameplay und veraltete Technik. Als komplette Staffel betrachtet ist Tales from the Borderlands ein tolles Spiel. Leider ist gerade The Vault of the Traveler die schlechteste Episode geworden. Und dies hinterlässt einen faden Beigeschmack.

Pro

  • + coole Story
  • + abgedrehte Charaktere
  • + gute (englische) Synchronisation

Kontra

  • - Interaktivität fast nicht vorhanden
  • - Technik veraltet
  • - keine deutschen Texte
  • - unnötige Längen
  • - wirre Wendungen

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
50 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
70 %

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