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The Cave – Review / Test

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Veröffentlicht 25. März 2013 | 19:11 Uhr von Sandra

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Stellt euch vor, eure Umgebung würde mit euch urplötzlich anfangen zu kommunizieren – sozusagen eine Stimme aus einem nicht ortungsbaren Off plaudert mit euch, erteilt Befehle und dirigiert euren Weg. Stellt euch weiter vor, diese Stimme aus dem Nichts frühstückt regelmäßig einen Clown, macht einen auf lustig aber gleichzeitig werdet ihr das Gefühl nicht los, dass etwas nicht stimmt und mehr im Argen liegt, als man euch für den Moment Glauben machen will. Ihr fragt euch was das soll? Nun, die gleiche Frage stellen sich die virtuellen Kollegen in Ron „Monkey Island“ Gilberts neustem Streich The Cave auch, und es liegt an euch herauszufinden, was die ominöse, sprechende Höhle eigentlich von euch will.

Wissen macht Ah!

Ron Gilbert dürfte für viele, wir wagen einmal die Prognose, vorzugsweise ältere Spieler mehr als nur ein Name sein! Ron Gilbert ist einer der Spiele-Entwickler, welche die Evolution, das Gaming selbst nachhaltig beeinflusst und auf den Weg gebracht haben. Mittels kreativer Ideen, technischem Know How und der Möglichkeit dieses Wissen u.a. Mitte der 80er Jahre bei Lucasfilm Games einzubringen und den Bitmaps und Pixeln das Laufen beibrachte. Zu seinen erfolgreichen als auch wegbereitenden Spielen gehören, heute als Klassiker der Spiele-Geschichte bezeichnet, die Spiele Maniac Mansion, Zak McKracken, Alien Mindbrenders, Indiana Jones and the Last Crusade: Das Graphic Adventure und natürlich The Secret of Monkey Island sowie Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge. Bis heute ist Gilbert in der Gaming Branche aktiv und hat nach seiner ersten aktiven Entwickler-Zeit u.a. auch diversen Unternehmen im Spiele-Sektor mit auf die Beine geholfen: Cavedog Entertainment, Hulabee Entertainment, Hothead Games um nur ein paar Beispiele zu nennen. Betrachtet man sein neuzeitlicheres Schaffen, muss natürlich Tim Schafer (Day oft he Tentacle, Vollgas, Grim Vandango) genannt werden. Beide trafen bei Lucasfilm Games aufeinander, machten dort einige Zeit vieles zusammen, bevor sich ihre Wege wieder trennten. Schafer gründete 2000 das Studio Double Fine, unter dessen Flaggen Spiele wie Psychonauts oder auch Brütal Legend entstanden als auch erschienen. Nachdem Gilbert 2010 sein DeathSpank veröffentlicht hatte, wechselt er zu seinem ehemaligen Weggefährten und Freund Schafer. Gilbert widmete sich fortan seinem Projekt The Cave, welches ihr bereits seit Ende Januar 2013 als Download (PSN, XBLA) kaufen könnt. Ganz am Rande sei erwähnt, dass Gilbert inzwischen wieder weiter gezogen ist und neue Ufer ansteuert, natürlich mit neuen Ideen im Gepäck.

The Cave -03

Welches Charakterle hätten’s denn gerne?

Grundlegend darf man Ron Gilbert guten Gewissens unterstellen, dass er weiß was er tut, auch wenn er für The Cave ein bisschen bei sich selbst stibitzt hat. Werfen wir ihm das vor? Mitnichten – warum etwas neu erfinden, wenn Bewährtes zugkräftig ist? In dem Fall stand so ein bisschen Maniac Mansion Pate, auffällig jedenfalls für jene, die es Ende der 80er Jahre im letzten Jahrhundert gefühlt bis zur Vergasung gespielt haben. Sieben verschiedene Charaktere buhlen darum, dass sie in das finale Spiel-Team aufgenommen werden. Es liegt ganz an euch, wen ihr auf der Reise dabei haben wollt. Seid euch bewusst, dass alle Figuren verschiedene Spezialfertigkeiten haben. Zur Verfügung stehen: Die Abenteurerin, die Zwillinge, der Ritter, ein Wissenschaftler, der Hillbilly und ein Mönch. Daraus ableitend könnt ihr erahnen, was die virtuellen Gesellen bieten werden, wenn es drauf ankommt. So kann der Zeitreisende sich beispielsweise durch verschlossene Türen teleportieren, während der Hillbilly unter Wasser scheinbar endlos atmen kann. Die Abenteurerin wiederum ist dank ihrer Peitsche in der Lage größere Abgründe zu überwinden, der Mönch beherrscht die Telekinese (Bewegung von Objekten mittels Gedankenkraft) und die Zwillinge erschaffen kurzzeitig ein Geisterabbild ihrer selbst.

Je nachdem welches Figuren-Trio ihr zusammenstellt, wird sich eure Höhlenexkursion darbieten. Das heißt im Klartext, dass das Spiel so aufgebaut ist, dass sich jedes in der Höhle vorhandene Rätsel mit jedem Charakter-Ensemble unterschiedlich lösen lässt – das kann man leichter, aber auch mal schwerer sein. Gesamt besehen gibt es jedoch keine Gruppierung, bei der man sagen könnte „das ist die ultimative Lösung“. Ein wenig Trial & Error gehört dazu und ist in dem Fall auch das Salz in der Suppe.

Der dunkle Humorist

Wie einleitend erwähnt, die Umgebung – in dem Fall eine dunkle Höhle, kommuniziert mich euch. Dabei ist Gilbert ein durchaus bemerkenswertes Kunststück gelungen, denn die Höhle ist alles andere als sympathisch. Das steinerne Labyrinth vermittelt recht schnell das Gefühl, dass nicht mit offenen Karten gespielt wird. Geheimnisse wabern in der Luft, ohne greifbar zu sein. Eine düstere, beklemmende Atmosphäre tut sich auf, unterstützt vor allem durch passend gewählte Soundeffekte sowie der Höhlenstimme aus dem Off. Die scheinbar überall gegenwärtige Stimme neigt dazu alles zu kommentieren, was ihr tut. Angefangen dabei, dass sie euch in den Untiefen des Inneren begrüßt und euch nicht selten verhöhnt, wenn der virtuelle Sensenmann bei euch zugeschlagen hat – was im Übrigen nicht zu den seltenen Geschehnissen gehören wird. Wie erwähnt, ein wenig Trial & Error gehört dazu und muss in Kauf genommen werden, Gott sei Dank jedoch ohne einen extrem nervigen oder gar frustrierenden Touch zu bekommen. Auch wenn die Höhle ein sarkastisches Miststück ist und Freude an eurem Misserfolg hat, der Humor bleibt nicht auf der Strecke. Und diese Mixtur aus Düsternis, Witz, Geheimnis, Unheil und gleichzeitig wiederum Spaß gelingt nicht oft. In dem Fall können wir der Höhle jedoch bescheinigen, dass sie zwar ein wenig einladender Ort ist, aber im Gegenzug so verdammt neugierig macht, dass man nicht dagegen ankommt, die verschiedenen Bereiche nicht doch erforschen zu wollen.

Apropos Bereiche – je nachdem welche Gruppierung ihr zusammengestellt habt, entscheidet diese darüber, welche Abschnitte in der Höhle ihr zu sehen bekommt. Generell gilt, dass ihr vier Gebiete definitiv zu sehen bekommt. Drei weitere Umgebungen flechten sich dazwischen ein, abhängig davon, welche Charaktere in eurem Trupp dabei sind. Stellvertretend sind an dieser Stelle u.a. ein kompletter Zoo genannt, den ihr bereisen könnt, eine einsame Insel, eine große Pyramide sowie das Elternhaus der Zwillinge.

Die Locations, um es salopp zu formulieren, sind ein Stück weit an die Charaktere angelehnt. Sehr schnell werdet ihr feststellen, dass jede Figur – neben dem Paket, dass die Höhle im aufgedrückt hat zu tragen, noch sein eigenes Geheimnis mit sich herum schleppt. Banal könnte man auch sagen: Alle haben eine Leiche im Keller und die Höhle weiß das! Ergo müsst ihr am Ende nicht nur die Höhle per se bezwingen, sondern die begrabenen Sünden der Protagonisten freilegen.

The Cave -01

Weniger Jump’n Run, mehr Adventure

The Cave versteht sich als eine Art Adventure-Spiel trifft Jump’n Run. Während unserer Testsession haben wir die Erfahrung gemacht, dass Jump’n Run eher ein Gastauftritt hat, während der Adventure-Part allgegenwärtig war. Sicherlich sind dann und wann die Sprung- und Hüpf-Einlagen ein probates Mittel seinen Weg fortzusetzen, der Kern des Ganzen ist jedoch die partiell netten, skurrilen Kopfnuss-Rätsel zu lösen. Auf eurem Weg durch die größtenteils liebevoll gestaltete 2D-Sidescroller Welten in hübschem Comic-Look kommt ihr immer wieder an Punkte, da eure Oberstube gefragt ist – mal mehr, mal weniger. Je nach Situation hat dies zur Folge, dass es einmal nur darum geht, einfach ein paar Gegenstände zu kombinieren. Ein anderes Mal heißt es, dass ihr eure Gruppe zusammen agieren lassen müsst, um weiterzukommen. Je nach vorhandenen Charakteren bedient beispielsweise Figur A einen Schalter, während Figur B ein Item beschafft, mit dem dann ein Gegner erledigt werden kann, um den Weg für die Gruppe freizumachen.

Positiv (oder Negativ), je nachdem wie man es betrachten will, ist die Tatsache, dass auf ein Inventar verzichtet wurde. Alle Figuren können jeweils immer nur einen Gegenstand mitnehmen. Grundlegend ist daran nichts auszusetzen, es kann allerdings ab und an ein wenig nervig sein, da man bestimmte Wege deshalb zwei- oder generell mehrfach gehen muss. Das passiert dann, wenn ihr nicht auf Anhieb auf die Lösung eines Rätsels kommt. Dem gegenüber steht, dass die Bereiche – sollten wir sagen „glücklicherweise“ – nicht besonders groß sind, so dass sich das wiederholte Laufen durch bekanntes Terrain in Grenz hält. Ein wenig mehr fällt dieser Umstand ins Gewicht, wenn ihr alle Gebiete in The Cave erkunden wollt, denn das heißt mindestens drei Mal das Spiel angehen, um auch die Bereiche zu erkunden, die man bis dato nicht gesehen hat. Gewissermaßen „richtig blöd“ ist, dass man genau diese Areale nicht direkt angehen kann, sondern erst die grundlegenden Abschnitte wieder und wieder spielen muss. Zwar gehen dann die Durchläufe schneller, da ihr mit den wiederkehrenden Rätseln vertraut sein werdet – aber mal ehrlich, das hätte sich auch anders lösen lassen können. Vielleicht als Boni, wenn man besonders schnell erfolgreich war oder nicht zu oft gestorben ist, oder, oder, oder … Nichts desto weniger lohnt sich das Durchspielen insofern, da jede Figur ein anderes – sagen wir – makaberes Ende zu bieten hat.

 

Unser Test basiert auf einer Playstation 3 PSN Version!

Unser Fazit

79 %

Schuster bleibe bei deinen Leisten – dieser Devise ist Ron Gilbert einmal mehr gefolgt und hat sich auf das konzentriert was er am besten kann! The Cave ist ein skurriles, lustiges sowie kurzweiliges Adventure mit Jump’n Run Passagen, viel Humor, zahlreichen Rätseln und gesamt recht wenig Unzulänglichkeiten. Optisch gibt es wenig auszusetzen an den liebevoll gestalteten Höhlen-Umgebungen in fast schon bester 2D Sidescrolling Marnier und ebenso wissen die Figuren durch ihr Aussehen nebst Animationen zu überzeugen. Schade, dass die Gesellen per se nicht reden und zur Stummheit verdonnert wurden. Einzig die Höhle selbst textet euch durchaus kreativ die Ohren zu – allerdings in Englischer Sprache. Verschiedene, verfügbare Untertitel helfen jedoch beim Verstehen. Während die Rätsel von simpel bis hin zur machbaren Kopfnuss reichen, gibt sich indes die Kamera die Blöße und macht nicht immer das was sie soll. Das gilt auch für den Koop Modus, den The Cave bietet, und grundlegend funktioniert das Spiel gleich nochmal so gut, wenn man mit einem Freund zusammen spielt, allerdings auf einem gesamten, und nicht geteilten Bildschirm. Negativ beim Koop-Spiel ist einmal mehr die Kamera, die bisweilen den Eindruck vermittelt, dass sie nicht genau weiß, was sie zeigen soll. Abgesehen von diesen eher Kleinigkeiten, die sich aufgrund von Spielgeschehen, Geschichte, Figuren und Co. gut kompensieren lassen, ist The Cave ein kleines Stückchen Software, dass Spaß macht zu spielen – egal ob der alten Zeiten Willen oder einfach, weil ihr Bock drauf habt, einfach mal was anderes zu spielen!

Pro

  • + hübsche, Comic-Grafik
  • + anspruchsvolle, recht vielseitige Rätselkost
  • + sehr Adventure-lastig
  • + skurriler, abgedrehter Humor
  • + stimmige Atmosphäre
  • + verschiedene Spielenden inkl. Überraschungen
  • + Koop-Spiel möglich
  • + witziges Figuren-Design
  • + Geschichte auf Charaktere abgestimmt
  • + sprechende Höhle sehr makaber, aber sympathisch

Kontra

  • - Kameraführung kann ab und an nerven
  • - verborgene Bereiche können nur gespielt werden, wenn alles nochmals wiederholt wird
  • - Figuren sprechen nicht
  • - Sprachausgabe nur in Englisch verfügbar (Untertitel sind vorhanden)
  • - Witzigkeit, Humor und Geschichte nutzen sich beim geforderten, wiederholten Spielen zu schnell ab
  • - Steuerung gewöhnungsbeürftig (3 Figuren)
  • - mit ca. 4-5 Std. recht kurzes Spielvergnügen (1 x Durchspielen)

Unsere Bewertung

Grafik
 
79 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
77 %
Gameplay
 
78 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
81 %

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