The First Templar - Der XBox 360 Test - insidegames
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The First Templar – Der XBox 360 Test

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Veröffentlicht 24. Mai 2011 | 18:51 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 29. Februar 2012

templartitel

Für viele gelten Japan und die Vereinigten Staaten von Amerika als einzige Hochburgen der Spieleentwicklung. Doch gerade in den letzten Jahren entpuppte sich Osteuropa als kleiner Geheimtipp in diesem Bereich. Spiele wie Metro 2033 zeigen, dass auch kleinere, unabhängige Entwicklerstudios anständige Videospiele auf die Beine stellen können.

Das bulgarische Studio Haemimont Games ist bei uns eigentlich nur durch Tropico 3 bekannt. Ihr neuster Streich hört auf den Namen The First Templar und bietet Hack&Slay Gemetzel in einer historisch nicht ganz korrekten Geschichte rund um den Orden der Tempelritter. Doch nicht nur die Hintergrundgeschichte ist historisch angehaucht, denn auch die Technik dahinter ist nicht so aktuell. Ob es immerhin spielerisch überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem XBox 360 Test!

Die ewige Suche nach dem Heiligen Gral

Die Geschichte von The First Templar dreht sich um ein ungleiches Trio, das auf der gefährlichen Suche nach dem Becher Christi ist. Das Spiel vermischt dabei belegte historische Fakten, wie die Gründer des Ordens oder den Freitag den 13. an dem der Orden der Tempelritter zu Ketzern erklärt wurde, mit fiktiven Ereignissen und Personen.

Die einzige Gemeinsamkeit zwischen den drei Hauptfiguren ist die Suche nach dem Heiligen Gral. Celian von Aristide ist ein gläubiger, rechtschaffener und ordenstreuer Tempelritter der alten Schule. Ihm zur Seite steht der Tempelritter Roland, ein Tier von Mann der zuerst mit seinem dicken 2-Hand Schwert in den Angriff geht bevor er Fragen stellt. Die dritte im Bunde ist die Adelige Marie von Ibelin. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und sagt immer was sie gerade denkt. Nebenbei ist sie auch tödlich im Umgang mit ihren Dolchen.

Im Grunde genommen ist die Geschichte ganz interessant ausgefallen. Die Figuren führen gute Gespräche und wer auf Verschwörungen und ähnliche Themen steht, wird seinen Spass haben daran. Das Problem ist eher die Art, wie die Geschichte erzählt wird. So gibt es einige grosse Geheimnisse die gegen Ende des Spieles aufgeklärt werden. Es gibt jedoch schon viel früher einige Andeutungen und Hinweise auf diese „Geheimnis“. Als Spieler ist einem vom ersten Moment an klar worum es geht, während sich die Spielfiguren verhalten wie Idioten die auch gar nichts verstehen. Ein anderes Beispiel ist der frühe Heldentot von Roland. Dieser opfert sich um Celian und Marie zu retten, damit sie sicher fliehen und den Gral finden können. Das Problem an der Sache? Man sieht von Anfang an in seinen Menüs das man gar nicht die ganze Ausrüstung von Roland finden kann in den ersten Levels und das er später wieder hinzukommt. Der komplette und ebenso umfangreiche Fähigkeitenbaum wie bei den anderen beiden Figuren ist ein anderer, kaum zu übersehender Hinweis.

Der altertümliche Indiana Jones?

The First Templar setzt hauptsächlich auf Hack&Slay Action aus der 3rd-Person Perspektive. In diesem Spiel ist man jedoch niemals alleine unterwegs, denn Celian hat immer Roland oder Marie an seiner Seite. Das bietet natürlich umfangreiche Möglichkeiten für Offline- und Online-Coop. Doch auch Einzelspieler kommen nicht zu kurz, denn dort kann man kurzerhand munter zwischen den Figuren hin und her wechseln. Währenddessen wird die zweite Figur von der KI gesteuert, die eigentlich gar keinen so schlechten Job macht. In den Kämpfen hat man verschiedene Kombinationen zur Auswahl, welche alle gegen die verschiedenen Gegnerarten effektiv ist. Mit einem aufgeladenen Schlag zerstört man die Schilde von feindlichen Rittern, während man mit Beinfegern und schnellen Kombinationen die Gegner zu Boden schicken kann. Logischerweise stehen den Helden auch Ausweichrollen, Kontermöglichkeiten oder Fernangriffe zur Verfügung, diese müssen aber zuerst freigeschaltet werden. Die Kämpfe sind eigentlich das Highlight von The First Templar. Gerade auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielen sich die Kämpfe angenehm taktisch, während man eine gute Balance zwischen Deckung, Konter und Angriff finden muss. Richtig spannend sind die Duelle. In diesen Bosskämpfen tritt man alleine gegen einen anderen Kämpfer an, in einem Duell auf Leben und Tod. Gerade in diesen Kämpfen steigt die Spannung an und The First Templar zeigt, dass es eigentlich doch Spass machen kann. Leider hat man nur 2 bis 3 Mal im ganzen Spielverlauf überhaupt an einem Duell teilzunehmen, was dann doch ziemlich schwach ist. Ein anderes Problem in den Kämpfen ist die teilweise etwas träge Steuerung. Gerade in engen Räumen ist es ein wenig mühselig gegen mehrere Feinde gleichzeitig zu kämpfen. Ansonsten geht die Steuerung locker von der Hand, die Figuren reagieren schnell auf die Befehle, Kombos lassen sich unterbrechen falls man schnell Deckung braucht und Konter sind nicht zu schwer auszuführen, sondern verlangen einfach ein wenig Timing.

Ansonsten gibt sich das Gameplay zwar abwechslungsreich aber nicht allzu ausgereift. In gewissen Abschnitten wird man nur mit verschiedenen Fallen und Rätseln konfrontiert. Die Rätsel beschränken sich leider aber nur auf sehr, sehr einfach Varianten von „Drücke Schalter A, damit man dahinter Schalter B drücken kann um eine Tür zu öffnen“ oder „Zünde alle Fackeln im Raum an um eine geheime Tür zu finden“. In anderen Situationen muss man an Feuerfallen, Sägeblättern und Stacheln die aus dem Boden kommen vorbei kommen. Auch diese Passagen sind auf Grund der hackeligen Steuerung ein Graus. Einige der Missionen müssen ausserdem schleichend erledigt werden, damit die Feinde keinen Alarm schlagen können. Allzu spannend umgesetzt wurde das aber nicht. Hält man den Linken Trigger gedrückt, geht die Figur in den Schleichmodus. Seid ihr in diesem, ist es eigentlich egal ob ihr neben einer Fackel oder einer dunklen Ecke steht. Ausserdem ist es den anderen Wachen immer egal wenn sie über die Leichen ihrer Kameraden stolpern, scheint bei ihnen wohl an der Tagesordnung zu liegen…

Ausserdem hat man dem Spiel einen kleinen Rollenspiel-Anteil verpasst. Wer Aufträge erfüllt und Gegner erledigt, erhält dafür Erfahrungspunkte die er in einem Fähigkeiten-Baum ausgeben kann. Dort lassen sich neue Kombos, mehr Gesundheit oder stärke Angriffsvarianten freischalten. Leider sind die Talentbäume ziemlich unübersichtlich ausgefallen, weshalb die Freude daran schnell vergeht. So schaltet man einfach ein paar Fähigkeiten frei ohne sich Gedanken drüber zu machen.

Gemeinsam einsam

Dadurch dass man bei The First Templar nie alleine unterwegs ist, bietet sich ein kooperativer Spielmodus natürlich mehr als an. Entweder im Splitscreen oder im Online-Modus können sich zwei tapfere Recken zusammentun, um gemeinsam den Heiligen Gral zu finden. Leider ist das Coop-System genauso unausgereift wird der Grossteil des Spiels. Zum einen ist der Splitscreenmodus ein schlechter Witz. Ein Drittel des Bildschirms wird nämlich durch die Bilder und die Gesundheitsanzeigen der beiden Figuren komplett verdeckt. Das wiederum bedeutet, dass die einzelnen Spielbildschirme, selbst auf grossen Fernsehern, ziemlich klein ausfallen. Zwar fällt dieser Umstand im Online-Modus weg, es gibt jedoch einen weiteren echt traurigen Punkt an dem ganzen System. Durch die verdienten Erfahrungspunkte lassen sich ja eigentlich neue Fähigkeiten freischalten. Im Coop-Modus kann jedoch nur der Spieler 1 (welcher immer die Rolle von Celian übernimmt) die Fähigkeiten auch freischalten. Spieler 2 muss sich also darauf verlassen, dass der Host gnädig ist und einen auch immer schön mitlevelt.

Während sich das Gameplay irgendwo im Bereich vom unteren und oberen Durchschnitt tummelt, ist die Technik schlecht und veraltet. Die Grafik ist matschig, die Weitsicht ist kaum vorhanden und die Animationen der Figuren sind miserabel. Immerhin sind die rund 20 Level extrem abwechslungsreich gestaltet, so kämpft man sich durch trübe Sümpfe, alte Ruinenstädte oder blühende Anwesen. Die Levels sind, trotz Haupt- und Nebenaufgaben, sehr linear und man darf den Hauptweg selten verlassen. So können die Figuren nicht einmal über 10cm hohe Steine laufen, weshalb man immer einen Umweg suchen muss.  Das schlimmste Verbrechen ist aber die deutsche Sprachausgabe. Mal davon abgesehen dass sie nicht lippensynchron ist, ist gerade die Soundabmischung richtig schlecht. Zwar wurden durchaus bekannte Sprecher verpflichtet, oft sind diese aber kaum zu hören. So gibt es Zwischensequenzen in denen das Rauschen des Wassers oder das Zirpen der Grillen lauter zu hören ist als die Sprecher selbst. Immerhin ist der Soundtrack gar nicht schlecht, epische Orchesterstücke untermalen die Kämpfe ganz anständig.

Unser Fazit

47 %

Während das Kampfsystem und besonders die Duelle von The First Templar eigentlich ganz gelungen sind, bietet das Spiel sonst nur viele durchschnittliche und schlechte Elemente. Die eigentlich interessante Geschichte ist viel zu vorhersehbar, das abwechslungsreiche Gameplay ist viel zu unausgereift und die Technik wäre sogar auf der letzten Konsolengeneration altbacken gewesen.

Pro

  • Interessantes Hintergrundthema
  • Anspruchsvolles Kampfsystem
  • Packende Duelle
  • Abwechslungsreiche Level
  • Gelungener Soundtrack

Kontra

  • Schleich- und Rätselpassagen anspruchslos
  • Lineare Schlauchlevels
  • Unsichtbare Levelgrenzen
  • Veraltete Technik
  • Miese Soundabmischung
  • Sinnloses Coop-System
  • Unübersichtlicher Fähigkeitenbaum

Unsere Bewertung

Grafik
 
35 %
Sound
 
44 %
Steuerung
 
41 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
48 %
Spielspaß
 
40 %

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Kommentare

  • Homunculus sagt:

    Schade, ich hatte mir irgendwie mehr von diesem Titel versprochen. Das klingt wohl eher danach, dass ich das Spiel mir irgendwann aus einem Wühltisch hole. Da ärgere ich mich (einen kleinen Preis voraus gesetzt) dann nicht all zu sehr, weil mein Anspruch weit unten angesiedelt sein wird.

  • MrNice sagt:

    Ich hatte eigentlich auch kleine Hoffnungen in das Spiel gesetzt, diese wurden jedoch allesamt enttäuscht.

    Klar, das Kampfsystem ist (im Vergleich zum Rest) ganz gut gelungen. Der Rest ist jedoch typischer Durchschnitt, während die Technik einfach brutal schwach ist. Schade drum, da hätte man mehr draus machen können, alleine schon weil ich das Szenario und die Prämisse extrem interessant finde

  • Homunculus sagt:

    Zum Glück wird man ja im Jahrestakt mit “Templerfutter” versorgt;)Bei Assassins Creed ist die Geschichte auf jeden Fall fesselnd. Ich sitze momentan noch an AC Brotherhood und bin schon gespannt, ob das Ende ähnlich fulminant erzählt wird, wie im zweiten Teil.

  • Xleft4theDEADxX sagt:

    Hätte es mir auch ganz anders vorgestellt. Mal sehen ob The Cursed Crusade besser wird :)
    Mit den zwei Games verbinde ich irgendwie was. :ugly:

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