The Last of Us - Test / Review - insidegames
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The Last of Us – Test / Review

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Veröffentlicht 19. Juni 2013 | 12:08 Uhr von Fabrice

The Last of Us - Screenshot

Vor einigen Wochen habe ich ein extrem positives Preview zu The Last of Us geschrieben. Die Level in unserer Vorschau-Version hatten mich sofort am Haken und ich konnte die Ankunft unserer Testversion kaum erwarten. Doch mit der Ankuft unseres Pressekits, kam auch eine ziemlich üble Grippe an. Zufall? Der Anfang einer verhängnisvollen Pilz-Infektion?

Glücklicherweise schossen keine Pilze aus meinem Gesicht und nach einigen Ruhetagen, konnte ich mich auch endlich in die düstere Welt von Joel und Ellie stürzen. Sollten meine hohen Erwartungen übertroffen werden? Oder hat mich eine Enttäuschung erwartet? Nach gut eineinhalb Durchgängen der Geschichte, kann ich fast nur positives berichten. Und selbst alle Negativpunkte werden durch viel Brillanz in den Schatten gestellt. Begleitet uns in unserem Test zu The Last of Us auf der PS3!

Die böse, neue Welt

Mehr als eine Dekade nach dem Ausbruch eines tödlichen Pilz der viele Menschen infiziert hat, leben die meisten Überlebenden der Vereinigten Staaten in Quarantänezonen, welche mit eiserner Hand vom Militär kontrolliert werden. Dort lebt auch Joel, ein knallharter Überlebender der sich mit dem Schmuggel von Waren über Wasser hält. Im Zuge einer dieser Schmuggelaktionen, trifft er auf die 14-jährige Ellie. Ein Teenager, welcher in diese düstere Welt geboren wurde und nur dieses Leben kennt. Joel erhält den Auftrag Ellie quer durchs Land zu schaffen, um sie zu den Fireflies, einer Widerstandsbewegung, zu schaffen. Dabei bekommen sie es mit den Opfern der Pilz-Infektion zu tun. Deren einziges Ziel ist es die Infektion weiter zu verbreiten, getrieben von blinder Wut. Doch auch andere Überlebende außerhalb der Quarantäne trachtet dem Duo nach dem Leben. Joel muss alles geben um die junge Ellie sicher zu den Fireflies zu bringen, komme was wolle.

Wir Gamer kennen das gute, alte und ausgelutschte Apokalypsen-Szenario, gefüllt mit irgendwelchen Mutanten, nur zu gut. Naughty Dog gibt dem ganzen Szenario jedoch einen ganz eigenen Stil. Über 20 Jahre sind seit dem ersten Ausbruch der Infektion vergangen und die Welt ist völlig verändert. Ganze Städte wurden von der Natur zurück erobert, Quarantäne-Zonen sind düstere Plätze voller Angst und Schrecken und diese ganz Welt ist düster, erschreckend und brutal. In dieser Welt haben wir Joel und Ellie, ein sehr ungewöhnliches Paar. Und die Beziehung zwischen diesen beiden Figuren steht im Mittelpunkt des Spiels. Anfangs noch kaum emotional verbunden, entwickelt sich eine Freundschaft, eine Vater-Tochter Beziehung zwischen den Beiden. Ellie zeigt Joel eine vollkommen andere Sichtweise auf die Dinge. Sie kennt keine andere Welt, nicht wie er der schon vor dieser Apokalypse gelebt hat. Sie ist ein Teenager, oft wütend, oft emotional aufgewühlt. Und ihre Darstellung ist fantastisch gelungen. Sie ist menschlich, zeigt offen Angst und wächst gerne über sich hinaus. Dieses Duo, in dieser brutalen, von Instinkten getriebenen Spielwelt, präsentiert eine gefühlvolle Bindung wie noch selten ein Spiel zuvor. Auch die Nebencharaktere auf die man trifft sind nicht nur Lückenfüller um die man sich kaum kümmert. Es sind menschliche Figuren, mit ihren ganz eigenen Problemen und Sichtweisen auf die ganze Situation. Die Geschichte fühlt sich echt an, erschreckend echt und das kann einem durchaus auch auf das Gemüt schlagen.

The Last of Us

 

Es zählt nur das Überleben

Im Spiel übernimmt man die Rolle von Joel aus einer 3rd-Person Sicht. Ellie wird dabei von der KI gesteuert und begleitet einen über das ganze Spiel. Um vom Startpunkt in Boston an das Ziel zu gelangen, steht einem eine beschwerliche Reise durch die USA bevor. Unterwegs trifft man auf viele Gefahren, welchen man sich entweder im Kampf oder durch Stealth stellen kann. Dabei trifft man auf zwei verschiedene Gegnertypen: Infizierte und Menschen. Infizierte gibt es in unterschiedlichen Varianten. Die gewöhnliche Variante macht nicht viel anderes als auf einen loszustürmen sobald sie einen entdeckt. Sie sind relativ einfach durch Nah- oder Fernkampf zu erledigen, so lange sie nicht in überwältigenden Zahlen auf einen los gehen. Heftiger sind das die so genannten Clicker. Infizierte bei denen der Pilz schon viel weiter ausgebreitet ist. Sie sind blind, jedoch besonders gefährlich. Erwischen sie einen, ist man mit dem ersten Angriff schon Geschichte und bekommt einen brutalen Tod zu sehen. Da Ressourcen, besonders Munition, in The Last of Us eher Mangelware ist, sollte man aber auch schon versuchen normalen Infizierten auszuweichen. Schleichen ist das Mittel der Wahl, denn nur so kann man effektiv im Spiel voran kommen. Das funktioniert auch ziemlich gut. Man schmiegt sich hinter Deckung in die Schatten und schleicht durch die Dunkelheit. Doch man hat immer dieses beissende Gefühl im Nacken gleich erwischt zu werden, wodurch die Hölle ausbricht. Beim schleichen zeigt sich einer der grösseren, störenden Fehler des Spiels. Dieser ist zwar aus spielerischen Sicht gelungen, aus atmosphärischer Sicht jedoch ganz und gar nicht. Ellie versucht immer in der Nähe der eigenen Spielfigur zu bleiben. Das kann aber dazu führen, das sie offen vor Gegnern herum rennt. Diese sehen sie aber nie, so lange man selbst in Deckung bleibt. Zwar bedeutet das, dass die KI einem nicht das Leben versauen kann, es nimmt aber eben auch etwas aus der Atmosphäre heraus und wirkt irgendwie deplatziert.

Ausserdem bekommt man es mit anderen menschlichen Überlebenden zu tun, welche sich in den Städten verschanzen und versuchen ihr Leben zu leben. Trifft man auf diese, ist zwar Stealth immer noch eine Möglichkeit, oft endet es aber im Kampf. Leider muss man ab und zu auch zwangsweise alle Gegner in einem Areal töten, damit man überhaupt weiter kommt. Es wäre nett gewesen wenn man es auch ohne Mord hätte schaffen können. Nützlich ist dabei eine besondere Fähigkeit, mit welcher man seine Gegner durch Wänden beobachten kann um geschickt zu planen. Diese Fähigkeit macht das Spiel aber oft schon fast zu einfach. Wer darauf verzichten will, kann die Fähigkeit auch deaktivieren was dem Ganzen viel mehr Spannung verleiht. Ein anderer kleiner Kritikpunkt ist das der eigene Tod kaum Konsequenzen hat. Kontrollpunkte sind extrem großzügig verteilt. Natürlich liegt die Spannung darin eben nicht drauf zu gehen, dennoch wird diese Spannung ein wenig genommen wenn man weiß das man sowieso nur eine Minute zurück gesetzt wird. Das schlägt sich auch leicht auf das Management von Ressourcen nieder. Wer die Spielwelt gründlich durchsucht, stößt auf Munition, Heilitems oder andere Gegenstände die einem helfen können. Wenn man sich zu sehr darauf konzentriert das der eigene Tod kaum Auswirkungen hat, kann man seinen Fokus darauf setzten möglichst wenig Ressourcen zu verschwenden. Geht dann etwas in die Hose, verschwendet man zu viel Munition, lässt man sich einfach zum letzten Kontrollpunkt zurück setzten.

Alles läuft in Echtzeit

Ressourcen werden unter anderem dazu benutzt, neue Gegenstände herzustellen. Medi-Kits oder Molotov-Cocktails können aus verschiedenen Einzelteilen zusammen gebastelt werden. Das coole daran ist, das man das nicht einfach mit einem Knopfdruck dann im Inventar hat. Statt dessen muss man seinen virtuellen Rucksack öffnen und die Gegenstände basteln, dabei hält das Spiel jedoch nicht an. Es ist also nicht möglich in einem harten Kampf einfach schnell etwas aus dem Inventar zu zaubern, da die Gegner einen gnadenlos jagen können. Ähnlich verhält es sich mit Heilgegenständen. Diese werden nicht einfach benutzt um die Gesundheit aufzufüllen, statt dessen müssen sie verwendet werden und die Gesundheit füllt sich danach auf. Automatische Gesundheitsregeneration ist nicht vorhanden. Das gibt dem Spiel wiederum deutlich mehr Spannung, besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Es fühlt sich geerdet und irgendwie authentisch an.

Auch Joels eigene Werte können verbessert werden. Dazu müssen Pillen in der Spielwelt gesammelt werden, wodurch man seinen Gesundheitsbalken beispielsweise vergrößern kann. Etwas Fehl am Platz wenn man es mit dem Authentismus des obigen Abschnitts vergleicht, jedoch nicht zu schlimm als das es einen völlig aus der Spielwelt reißt. Auch Waffen können verbessert werden, wodurch man dann präziser zielen kann. Das ist auch ziemlich wichtig, denn Joel ist kein allzu guter Schütze. Es macht zwar Sinn wenn man das Spiel im großen Ganzen betrachtet, das Gunplay ist jedoch nicht allzu spannend und in einigen Sequenzen des Spiels kommt man nicht drum herum zu ballern. Das fühlt sich nicht allzu gut an, verglichen mit der restlichen Qualität des Spiels. Dennoch ist es um Welten besser als in anderen vergleichbaren 3rd-Person Shootern, das ist gar keine Frage.

The Last of Us

 

Brutalität wie noch selten zuvor

Die düstere aber nicht farblose Spielwelt ist unglaublich atmosphärisch. Sie ist detailliert und mit viel Liebe gestaltet worden. Gebäude, Pflanzen oder andere Details wirken nicht Fehl am Platz und es wurde eine glaubwürdige Spielwelt erschaffen. Verbunden mit dem exzellenten Soundtrack, sorgt das für eine Spielerfahrung wie noch selten zuvor. Egal ob man durch einen Wald schlendert und dessen Schönheit bewundert oder zerfallene Wohnhäuser plündert, es fühlt sich einfach richtig an. Ein spezielles Lob verdient auch die unglaubliche Performance der beiden Hauptfiguren. Einerseits wurden deren Aktionen durch Motion-Capturing eingefangen und wirken lebensecht. Andererseits sind aber auch die, englischen, Synchronsprecher bombastisch. Troy Baker, eine Investition in Sachen Synchronsprecher im Bereich von Videospielen und Animes, liefert eine der beste Performances ab die es je gegeben hat. Aber auch Ashley Johnson, welche Ellie ihre Stimme und ihre Bewegungen verliehen hat, muss sich nicht dahinter verstecken. Erst dieses Duo haucht Leben in die beiden Hauptfiguren.

Speziell erwähnt werden muss an dieser Stelle auch die Brutalität in The Last of Us. Diese ist nämlich allgegenwärtig und hat ihren Platz im Spiel auch verdient. Entledigt man sich menschlichen Gegnern leise, erwürgt man diese und sieht dabei zu wie ihnen das Leben entweicht. Ist man in Kämpfe verwickelt, schlägt man ihre Köpfe an Wänden ein oder zermatscht sie unter den schweren Stiefeln von Joel. Es ist extrem brutal, nicht nur in der Darstellung sondern auch in ihrer Wirkung. Es verdeutlicht jedoch auch diesen ständigen Kampf ums Überleben. Für mich persönlich war es jedoch schon fast zu viel. Ich hatte oft ein mulmiges Gefühl im Magen und ich denke, das ich damit nicht unbedingt der Einzige bin. Es ist eben nicht das ganze Blut das eine Wirkung auf mich hatte, sondern die Gefühle die ich dabei empfunden habe. Das ein Spiel aber eine solche Erfahrung auslösen kann, obwohl ich in anderen Spielen hunderte von Gegnern, oft auch auf brutale Art und Weise, erledigt habe, verdient ein grosses Lob. Gewalt wird hier nicht verherrlicht, sondern in ihrer Rohheit präsentiert.

Unser Fazit

92 %

Wow Naughty Dog, ihr habt es wieder geschafft. The Last of Us ist eine einzigartige Erfahrung. Eine Geschichte mit zwei Hauptfiguren um die man sich wirklich sorgt, da sich deren Beziehung authentisch entwickelt. In einer Spielwelt die erschreckender, aber auch schöner, kaum sein könnte. Auch wenn es im Gameplay einige Mängel hat, ist der Rest so gut das es im grossen Rahmen kaum auffällt. Gepaart mit einer technischen Meisterleistung, wunderschönen Zwischensequenzen und erstklassigem Voice Acting, macht es The Last of Us zu einem der besten Konsolenspiele in dieser Generation. Wer eine PS3 hat, der darf es sich eigentlich kaum entgehen lassen. Ausser man hat wie ich einen eher schwachen Magen, denn dieser wird durch die Schwere der Geschichte und der Brutalität doch ziemlich belastet. Das ist aber keineswegs etwas negatives, sondern verdient nur Lob für die Entwickler.

Pro

  • + Glaubhafte Spielwelt
  • + Geniale Hauptfiguren
  • + Emotionale Geschichte
  • + Gelungene Stealth-Mechanik
  • + Herrliche Zwischensequenzen
  • + Technisch einwandfrei
  • + Ausgezeichneter Soundtrack
  • + Wunderbare, englische Sprachausgabe
  • + Glaubwürdige Darstellung von Gewalt

Kontra

  • - Atmosphäre zerstörende Momente
  • - Gunplay zu ungenau
  • - Brutalität kann abschreckend wirken auf gewisse Spieler
  • - Leider ist es irgendwann zu Ende...

Unsere Bewertung

Grafik
 
93 %
Sound
 
96 %
Steuerung
 
86 %
Gameplay
 
87 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
91 %

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