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The Legend of Zelda: Twilight Princess HD – Wii U Review / Test

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Veröffentlicht 9. April 2016 | 14:59 Uhr von Andreas Keser

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Es ist nicht neu, dass Nintendo seine alten Klassiker nochmals in aufgefrischter Variante auf den Markt bringt. Bei den Zelda-Spielen war zuletzt Wind Waker ein gelungenes Beispiel, welches man einige Jahre nach Erscheinen in einer zeitgemäßen HD-Optik auf der Wii U erneut durchspielen konnte. Auch der 3DS hat so manch älteren Zelda-Titel, wie zum Beispiel Ocarina of Time oder Majoras Mask, spendiert bekommen. Nun wagte man sich an Twilight Princess, das seinerzeit noch für den Gamecube und ebenfalls bereits für die Wii erschienen ist. Kommt diese HD-Umsetzung ebenso gut an wie Wind Waker oder sind die geringfügigen Änderungen einfach zu wenig für einen erneuten Hit?

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Eine Welt zwischen Licht und Schatten

An der Story des Originals hat man natürlich nichts verändert. Noch immer wird das Land Hyrule von düsteren Schatten heimgesucht und droht, von ewiger Finsternis verschluckt zu werden. Ein unbekümmerter Bauernjunge namens Link gerät zunächst eher per Zufall in diese Geschichte. Als er immer weiter in die niederträchtigen Machenschaften von Zantos, dem Fürsten der Dunkelheit, verstrickt wird, nimmt er sich dem Schicksal des Landes an. Allmählich merkt er, dass er gar nicht so zufällig in diese Sache hineingezogen wurde, sondern dass er der auserwählte Held ist, auf dem alle Hoffnungen des Volkes beruhen. Er trifft auf das seltsame Schattenwesen Midna, das ihn bei seinem Kampf unterstützt und mit der Zeit findet er heraus, dass gar nicht Zanto hinter alldem steckt, sondern ein „alter Bekannter“ der Zelda-Reihe…

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Wo Licht, da auch Schatten?! – die HD-Grafik

Das Spannendste an einem Remake, sind natürlich die Veränderungen gegenüber des Originals. Da sich diese bei The Legend of Zelda: Twilight Princess HD weniger auf den Inhalt beziehen, sondern eher technischer Natur sind, möchte ich zunächst die verbesserte Grafik ein wenig durchleuchten. Was einem von der ersten Sekunde sofort ins Auge springt, ist die Auflösung und die gestochen scharfen Texturen. Wenn man das Original auf Gamecube/Wii noch im Kopf hat, dann erinnert man sich an teils etwas verwaschene, unscharfe Grafiken. Diese gibt es nun kaum noch. Egal ob das irgendwelche Zeichnungen an den Wänden, Strukturen am Boden oder Verzierungen an Gewändern sind – auf den ersten Blick wirkt alles extrem scharf und klar. Natürlich hat man auch an der Darstellung von Licht und Schatten gearbeitet, was ja gerade bei diesem Titel besonders im Fokus steht. Haare und Partikeleffekte wurden ebenfalls nachpoliert. Die Mimik der Charaktere kommt durch die höhere Auflösung auch besser zur Geltung und das ganze Spiel wirkt frischer und moderner. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten (um mal bei der Thematik des Spiels zu bleiben). Natürlich hat man viele Dinge aufgehübscht und einiges unternommen, um das Facelift möglichst gelungen zu präsentieren, aber dennoch hat das Spiel nun satte 10 Jahre auf dem Buckel! Die tiefen Falten lassen sich auch nicht mit einer schönen HD-Maske ausbügeln und das sieht man dem Spiel natürlich deutlich an. Es wurden ja keine neuen Charaktermodelle erstellt und auch die Landschaften sind von ihren Grundzügen her noch dieselben. Das bedeutet, dass sie noch immer teilweise sehr grobkantig sind und auf der Ebene von Hyrule nach wie vor recht wenig Leben herrscht. Hier und da kommen Gegner auf einen zu, aber von einer reichen Fauna und Flora kann nicht die Rede sein. Wilde Tiere sucht man vergebens (außer einige goldene Insekten und ein paar kleine Vögel) und auch Pflanzen, die sich sanft im Wind bewegen, sind absolute Mangelware. Mit heutigen Spielen kann die Grafik somit absolut nicht mithalten, aber ich denke das haben Fans von Zelda auch gar nicht erwartet und das ist auch nicht der Anspruch an dieses Remake. Als Zelda-Fan freut man sich darüber, wie schön und gestochen scharf das Spiel nun ist und vergleicht es eher mit dem Original, als mit irgendwelchen neuzeitlichen Genrevertretern auf anderen Systemen.

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Viel Schatten, wenig Licht? – die maßgeblichen Neuerungen

Obwohl die aufpolierte Optik natürlich die markanteste Neuerung darstellt, gibt es auch noch die ein oder andere Kleinigkeit, die verbessert wurde. Bei der Steuerung hat sich beispielsweise auch ein bisschen was getan. Glücklicherweise orientiert man sich dabei an der Gamecube- und nicht an der Wii-Version, sodass das wilde Gefuchtel mit dem Controller der Vergangenheit angehört. Dafür wird der Bildschirm des Wii U-Controllers ganz praktisch für die Menüs genutzt. Man kann darauf die Karte einblenden, unkompliziert die Items auf die Tasten legen oder sich (später im Spiel) mit einem einzigen „Knopf“-druck zum Wolf verwandeln (und zurück). Das ist wirklich komfortabel und sorgt dafür, dass man kaum Unterbrechungen hat, weil man schon wieder im Menü die Waffe wechseln, die Rüstung ändern oder etwas auf der Karte nachschauen muss. Zwingend nötig ist es aber natürlich nicht, denn man kann selbstverständlich auch mit dem „normalen“ Controller ohne Touchscreen spielen. Allgemein ist die Steuerung nach wie vor sehr präzise und auch heutzutage noch sehr intuitiv und simpel. Das Konzept geht also auch 10 Jahre später noch voll auf. Kleine Schönheitsfehler gibt es allerdings immer noch. Das automatische Kantenspringen ist nach wie vor etwas nervig. Manchmal verpasst man das eigentliche Ziel und verliert das ein oder andere Herzchen. Auch die Tatsache, dass sich Epona noch immer wie ein LKW steuern lässt (ok, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben…), kann hier und da die Stimmung etwas trüben. Das wird beim nächsten Zelda hoffentlich ein wenig geschmeidiger.

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Ansonsten muss man leider sagen, dass sich die Neuerungen sehr in Grenzen halten. Man kann nun auch per Gyrosensor (also mittels Gamepadbewegung) Pfeile verschießen, es können 50 Stempel im Spiel gefunden werden, die Zeldamotive zeigen und dann im Miiverse genutzt werden dürfen und der schwierigere Heldenmodus ist direkt von Beginn an verfügbar. Es gibt einen neuen Gegenstand, die Geisterlaterne. Diese zeigt an, wenn eine Geisterseele in der Nähe ist, was die Suche vereinfacht. Zudem wird nun auch auf der Karte angezeigt, wie viele Geisterseelen sich in welchem Gebiet befinden. Was auch einfacher gestaltet wurde, ist die Suche nach den Strahlentau-Tropfen. Bisher musste man jeweils 16 davon finden und nun sind nur noch 12 nötig, um ein Gebiet von den Schatten zu befreien. Eine sehr sinnvolle und nervenschonende Neuerung.

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Die Schattenhöhle – Bezahlinhalte per amiibo?!

Natürlich ist auch der Einsatz von amiibos neu, denn diese gab es ja 2006 noch gar nicht. Verwendet man etwa den amiibo von Link oder Toon-Link, so wird (nur einmal pro Tag!) der Pfeilvorrat wieder aufgestockt. Zelda und Shiek spendieren einem hingegen neue Herzen und Ganondorf sorgt dafür, dass man im Kampf mehr Schaden erleidet. So weit ist das ja alles schön und gut. Die amiibos bringen einem etwas, können also sinnvoll eingesetzt werden, aber es macht auch nichts, wenn man sie nicht hat.

Wäre da nicht der spezielle Wolf-Link-amiibo… Benutzt man diesen, so taucht nämlich eine ganz neue Herausforderung auf: die Schattenhöhle. In dieser müsst ihr in Wolfsgestalt eine ganze Armee von Gegnern besiegen und bekommt dafür zunächst Rubine. Am Ende wartet aber die ultimative Geldbörse, die Platz für 9.999 Rubine hat. Normalerweise ist bei 2.000 Rubinen Schluss. Wer sich den Wolf-Link-amiibo also nicht kauft, der kommt weder in den Genuss der Schattenhöhle, noch wird er jemals mehr als 2.000 Rubine tragen können. Das ist ärgerlich und hätte anders gelöst werden können.

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Ein Spiel erstrahlt in neuem Glanz – die Stärken von damals und heute

Neben der HD-Grafik und den kleineren Änderungen bleibt aber eines im Grunde beim Alten: das Grundkonzept (und somit der eigentliche Charakter des Spiels). Die neun liebevoll konzipierten Dungeons laufen auch 2016 noch nach dem altbewährten Prinzip ab. Link findet im Laufe des Gefechts einen neuen Gegenstand, muss diesen für Rätsel einsetzen, trifft dann auf den Endgegner, in einem spektakulär inszenierten Kampf und auch dieser muss unter Einsatz des gerade erst erworbenen Items bezwungen werden. In der Oberwelt werden ihm dann neue „Türen“ geöffnet und es geht weiter zum nächsten Dungeon. Unser Held entwickelt sich also im Laufe des Abenteuers immer weiter, bekommt ein wachsendes Arsenal an Gegenständen und Fähigkeiten und muss diese später auch miteinander kombinieren. Dass das auch heute noch so sehr an den Bildschirm fesseln kann, ist schon beeindruckend. Mit rund 40 Stunden ist zudem der Umfang fürs blosse Durchspielen ganz ordentlich und wenn man dann auch noch angeln geht, alle Geisterseelen einfangen will, goldene Insekten sammelt und und und, dann ist man eine ganze Weile lang beschäftigt. Man kann sich mit The Legend of Zelda: Twilight Princess HD also auch heutzutage noch gut die Zeit vertreiben.

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Unser Fazit

89 %

Unglaublich, dass The Legend of Zelda: Twilight Princess schon 10 Jahre auf dem Buckel hat. Es wurde daher höchste Zeit für ein Remake in aufgefrischter HD-Optik. Die Verjüngungskur hat dem Titel sichtlich gut getan, denn die teils unscharfen Texturen sind nun gestochen scharf und erstmals darf man Link und Co. in feinster HD-Grafik erleben. Auch die Licht- und Schatteneffekte können sich sehen lassen. So ein Facelifting kann aber bekanntlich nur oberflächliche Fältchen korrigieren, denn das Alter sieht man dem Spiel natürlich trotz allem ganz deutlich an. Grobkantige Landschaften und karge, leblose Steppen zeugen davon, dass man hier schon zu Gamecube-Zeiten unterwegs gewesen ist. Die wesentlichen Neuerungen beschränken sich eher auf ein paar praktische Veränderungen in Sachen Steuerung und Menüführung oder beziehen sich auf den Spielfluss (nur noch 12 statt 16 Strahlentau-Tropfen pro Gebiet sammeln). Das ist aber auch ok, denn Twilight Princess war damals schon ein absoluter Top-Titel und ist es nach nunmehr 10 Jahren (in HD) immer noch. Das Gameplay ist genial und kann mit tollen Dungeons, spektakulären Bossfights und einer stimmigen Oberwelt überzeugen. Wer Links Schattenabenteuer damals verpasst hat oder irgendwo steckengeblieben ist, der sollte sein Versäumnis unbedingt nachholen, denn nach wie vor überzeugt uns der etwas angestaubte Klassiker und sorgt somit auch 2016 noch für süchtig machenden Spielspaß aller erster Güte!

Pro

  • + Link erstmals in HD
  • + gestochen scharfe Texturen
  • + tolle Licht- und Schatteneffekte
  • + märchenhafte Atmosphäre
  • + neun genial konzipierte Dungeons
  • + kinoreife und spektakulär inszenierte Bossfights
  • + Verwandlung zum Wolf bringt Abwechslung ins Gameplay
  • + Midna ist wohl einer der coolsten Sidekicks überhaupt
  • + so düster und „erwachsen“ war ein Zelda-Abenteuer selten
  • + grosser Umfang (40+ Stunden)
  • + viele tolle Charaktere
  • + überschaubare, aber spannende Nebenquests
  • + Steuerung leicht optimiert (Karte, Menüs auf Display)
  • + praktisch: Geisterlampe und grössere Geldbörse
  • + riesiger Nostalgie-Charme

Kontra

  • - inhaltlich eher wenige Neuerungen
  • - Grafik (trotz HD) natürlich dennoch nicht auf 2016-Niveau
  • - automatisches Kantenspringen und Steuerung von Epona nerven teils
  • - „Bezahlinhalte“ durch amiibo (neue Höhle, große Geldbörse)
  • - noch immer keine richtige Sprachausgabe
  • - kein automatisches Speichersystem
  • - Gegner-KI generell eher niedrig

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
95 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Andreas Keser eigentlich auf allen Plattformen heimisch.

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