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The Wolf Among Us – Test / Review

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Veröffentlicht 19. Dezember 2013 | 13:05 Uhr von Sandra

The-Wolf-Among-Us

Episoden-Games sind nicht erst einmal nur eine Randerscheinung, die sich bewähren und beweisen muss, dass sie etwas kann und Spieler bei Laune hält. Episoden-Games sind nicht erst seit Walking Dead in aller Munde … auch Back to the Future (Zurück in die Zukunft) oder  Jurassic Park haben gezeigt, dass gutes Gameplay mit Geschichte aufgeteilt-gestreckt auf mehrere Etappen funktioniert. Telltale Games hat somit seine, wenn man so will, Lücke im großen Zirkel der Entwickler gefunden – mehr noch: Sie setzten einen obendrauf und haben sich der Kategorie Märchen angenommen und das Ganze in eine städtische Moderne verfrachtet. Dass das eine durchaus mehr als gute Idee war, beweist unser Test!

Wenn Märchen real werden …

Die Idee Gebrüder Grimm Märchenfiguren in eine moderne Zeit, dazu in eine Großstadt einzuflechten, ist nicht neu. Telltale hat sich einer Idee bedient, die aus der Feder von Autor Bill Willingham aus dem Jahre 2002 stammt. Willingham veröffentliche seinerzeit im Verlag Vertigo die ausgezeichnete Serie Fables: Legends in the Exile (Fables: Legenden im Exil), in der eben genau besagte Märchengestalten im New York der heutigen Zeit, Stadtteil Fabletown, klar kommen müssen.

Grundlegend sind die Fantasiegestalten nicht von Menschen unterscheidbar. Kein Wunder, bedienen sich die Schöne, das Biest, Schneewittchen, Rotkäppchen, der böse Wolf und andere dem Verhüllungszauber Glamour. Dieser jedoch wirkt nur eine bestimmte Zeit und muss, damit er weiter aufrecht erhalten werden kann, für teuer Geld gekauft werden. Kann eine Märchenfigur die Kohle nicht auftreiben, erlischt der Zauber, die wahre Gestalt kommt zum Vorschein und sie muss raus aus der Stadt. Wer aber gedacht hat, dass sich Fabelwesen so einfach vertreiben lassen, der irrt. Es gibt immer Mittel als auch Wege in die Stadt zurück zu kommen.

The Wolf Among Us - Launch-Trailer

 

Wer hat Angst vor bösen Wolf?

So fantastisch sich das anhören mag, so wenig eindeutig ist das Geschehen, dass ihr als Spieler erleben dürft. Sheriff Bigby, seines Zeichen großer, böser (Wer)Wolf lässt die Grenzen zwischen Gut und Böse mehr als verschwimmen. Erst ist er noch hinter Rotkäppchen her und sie muss von Woodsman gerettet werden, und im nächsten Moment erlebt ihr, wie Woodsman wiederum sich anschickt einer Prostituierten das Lebenslicht auszulöschen und Bigby der Wolf zur Hilfe eilen muss. Wer am Ende die Axt im Schädel stecken hat, verraten wir an dieser Stelle einmal nicht …

The Wolf Among Us ist nichts für Kinder – so viel steht fest und richtet sich vor allem ganz klar an die Spieler, die Lust auf verquere Charakter haben, eine packende Krimi-Geschichte und eine ausdrucksstarke Optik. Die meisten Szenen sind kurz, knackig – haben aber alles, was es braucht, um euch bei Laune zu halten. Darüber hinaus verhält es sich so, dass ihr stets neugierig auf die nächste Situation gemacht werden und ihr euch die Frage „wie geht es weiter“ simpel mit weiterspielen beantwortet.

Aufpassen und vor allem zuhören ist wichtig – aber das lohnt sich ohne Zweifel. The Wolf Among Us ist sehr Dialog lastig und, an der Stelle großes Lob an die Synchronsprecher, authentisch. Alle Figuren unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch akustisch. Das wiederum tut der allgemein vorherrschenden, eher düster anmutenden Atmosphäre mehr als gut. Generell überzeugt The Wolf Among Us, was seinen grafischen Auftritt betrifft. Dem inzwischen doch sehr verwöhnten Zockerauge wird sehr viel geboten: Rundherum sauber aufbereitete, lebendige Comic-Optik mit Liebe zum Details, die gleichermaßen eine gewisse verträumte Romantik als auch derbe Gewalt anbietet.

the-wolf-among-us-screenshot-03

 

Wisse was du tust!

The Wolf Among Us ist nicht nur ein Episoden-Game, es ist auch eine Art – wenn auch sehr aktives – Textadventure. Wie erwähnt heißt es Lauscher aufsperren und den Gesprächen folgen. Das ist insofern wichtig als das ihr immer wieder aktiv eingreifen und nach ergangenen Dialogen Entscheidungen treffen müsst. Wahrheit oder Lüge, Hilfe oder Ignoranz, finanziell aushelfen oder am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Ihr entscheidet – seid euch jedoch gewahr, dass sich euer Gegenüber merken wird, wie ihr agiert habt. Wenn es ganz dumm läuft, kann eine getroffene Entscheidung schnell zum Bumerang werden. Ob und in wie weit diese Aspekte mit in die Episoden zwei bis fünf getragen werden und Folgen haben, kann aktuell noch nicht gesagt werden. Die Anzeichen stehen jedoch gut dafür, dass Handlung und Konsequenz vordergründig behandelt werden.

Abgesehen einmal von den vorherrschenden Dialogen dürft ihr auch in und wieder einmal kämpfen – bzw. es handelt sich mehr um eine abgeschwächte Abart davon. Es gilt den Anweisungen auf dem Bildschirm zu folgen – vergleichbar mit den Aktionen, die ihr aus The Walking Dead kennt (sofern ihr das gespielt habt). Ebenso gilt es Objekte zu inspizieren, zu untersuchen und selbige können auch ins Inventar aufgenommen werden. Wer indes auf Rätsel hofft, muss enttäuscht werden – die gibt es „leider“ nicht. Aber, und das meinen wir aus voller Überzeugung, The Wolf Among Us funktioniert auch ohne Knobelei fantastisch.

Unser Fazit

85 %

The Wolf Among Us bietet konventionelle (Text)Adventure-Kost in neuem Episoden-Gewand. Ihr bekommt eine interaktive Comic-Geschichte geboten, die es in sich hat und die vor allem mit durchaus interessanten Irrungen und Wirrungen aufwarten kann. Die Erzählweise per se ist über jeden Zweifel erhaben und die Optik überzeugt – egal ob Umgebungen, die fein gezeichneten, detaillierten Charaktere oder die sporadisch gut platzierten Effekte. Ein besonderer Genuss sind vor allem die Dialoge! Dank der ambitionierten Sprecher bleiben diesbezüglich keine Wünsche offen. The Wolf Among Us Episode Eins macht Spaß und vor allem Lust auf die noch kommenden vier Episoden, insbesondere Episode Zwei, welche bereits in den Startlöchern steht (Ende Dezember 2013 / Anfang 2014).

Pro

  • + Entscheidungen haben Konsequenzen
  • + NPCs und Charaktere reagieren auf Entscheidungen
  • + sehr atmosphärisch, düster, melancholisch
  • + detaillierte Charaktere und Umgebungen
  • + überzeugende Sprecher
  • + gutes Story-Telling

Kontra

  • - mit knapp 2-3 Std. irgendwie zu kurz
  • - Art Text-Adventure ist nicht jedermanns/fraus Sache

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

Kommentare

  • Marcel sagt:

    Dank Microsoft war / ist die erste Episode für lau zu haben. Konnte im Apartment nicht anders und musst dem Mädel helfen und ihr ein wenig Kleingeld überlassen.

    Hoffentlich treff ich nochmals auf die *g*

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