Tiger Woods PGA Tour 13 - Test/Review - insidegames

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Tiger Woods PGA Tour 13 – Test/Review

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Veröffentlicht 20. April 2012 | 14:56 Uhr von Lucardis

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Als neulich Tiger Woods PGA Tour 13 für die Xbox 360 bei mir eintrudelte stand ich dem Spiel eher skeptisch gegenüber. Einerseits habe ich mit Golf eigentlich überhaupt nichts am Hut, andererseits fragte ich mich, ob man tatsächlich nach unglaublich vielen Ablegern der Tiger Woods PGA Tour überhaupt noch überzeugen kann, wenn man jedes Jahr ein Spiel der Serie rausbringt. Aber warum eigentlich so lange überlegen? – Auspacken, ab ins Laufwerk und einfach mal eine Runde zocken. Eins kann ich schon mal vorweg nehmen, ich war von dem Titel aus dem Hause EA Sports positiv überrascht, allerdings findet man auch einige nicht gerade kleine Makel.

ps3_tigerwoods13f Wie man bei einem Sportspiel eigentlich schon vermuten kann, ist es hier mit einer Story nicht weit her. Im Vordergrund steht der Erfolg des selbst kreierten Alter Ego. Im Karriere Modus geht es darum, dass man sich durch viele Turniere bis zur PGA Tour durchschlägt und ein immer berühmterer und vor allem besserer Golfer wird.
Bei fast jedem Kurs, den man spielen muss hat man die Möglichkeit vorher zu trainieren, einen neuen Sponsor von sich zu überzeugen oder direkt aufs Ganze zu gehen und alle 18 Löcher im Wettkampf zu absolvieren. Erfüllt man die Bedingungen, die einem ein Sponsor gibt, wird man zumeist mit neuem Equipment belohnt und kann fortan mit besseren Golfschlägern spielen oder den im Charaktereditor erstellten Protagonisten mit neuen Kleidern ausrüsten.
Der Charaktereditor ist an sich eine nette Sache, allerdings recht schwierig zu bedienen. Eh man sich versieht hat man durch minimales Bewegen des Sticks das Gesicht schon völlig entstellt und das lässt sich nur schlecht wieder rückgängig machen, da die Einstellungsregler entweder zu sensibel oder zu ungenau reagieren.
Ein weiteres Manko beim Ausrüsten oder Umkleiden sind die unglaublich langen und oft auftretenden Ladezeiten. Auch auf dem Platz wird der Spielfluss unnötig lange zwischen den Löchern durch Ladezeiten unterbrochen, was auf die Dauer schon sehr am Nervenkostüm zehren kann.

ps3_tigerwoods13a Aber wie spielt sich Tiger Woods PGA Tour 13 nun eigentlich?! Hat man sich für einen Spielmodus entschieden und steht auf dem Platz gilt es zunächst einen passenden Schläger auszuwählen. Auch als Golf-Neuling gibt es hier nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kaum Probleme. Man kann durch einen Druck auf die Y-Taste ganz einfach den Caddy fragen und man bekommt Ratschläge für die richtige Auswahl von Schläger, Schlagrichtung, Abschlag, Fußstellung etc. Nach einiger Zeit geht allerdings fast alles in Fleisch und Blut über, sodass man schnell eigene Entscheidungen treffen kann. Ist das alles erledigt muss man den Ball nur noch auf die Reise schicken. Dies geschieht durch den linken Stick. Zieht man ihn nach unten holt man aus und durch einen Druck nach oben schlägt man ab. Klingt soweit ganz einfach, doch bewegt man den Stick nur ein klein wenig schräg, zieht ihn zu schnell nach hinten oder zu langsam nach vorne geht der Schlag völlig nach hinten los und der Ball landet bestenfalls im Sandbunker. Den Abschlag mit dem Stick zu steuern ist zwar sehr intuitiv, aber auch relativ schwierig, da jede Bewegung sehr genau erfasst wird und auf die Flugbahn des Balls starke Auswirkungen hat. Trotzdem funktioniert diese Methode unglaublich gut, sodass man als Spieler eine große Freiheit hat, den Ball zu kontrollieren, wenn man sich erstmal reingefuchst hat.
Ein kleines Manko hat die Sache allerding doch. So gut, wie es auf weiten Strecken funktioniert, so unpräzise wird es beim Putten. Hier müssen oft Unebenheiten des Geländes durch einen leichten Schlag nach rechts oder links ausgeglichen werden, jedoch funktioniert das nur selten so, wie man sich das vorstellt.
Um das eigene Spiel zu verbessern kann man sich außerdem sogenannte Pins oder Coins am Golfbag befestigen und so dauerhafte oder temporäre Boni auf bestimmte Fertigkeiten erhalten, wie z.B. einfacheres Putten.

ps3_tigerwoods13d Des Weiteren kann man sich zu Beginn noch aussuchen, auf welcher Schwierigkeitsstufe man spielen möchte. Einsteigern würde ich hier ganz klar die einfachste Stufe ans Herz legen, da man schon eine Weile an Eingewöhnungszeit benötigt, bis man herausgefunden hat, wie alles funktioniert, da man bei EA Sports wohl leider der Meinung war ein Tutorial wäre nicht nötig, obwohl es durchaus nützlich gewesen wäre bei den viele Einstellungen, die man vornehmen kann. Zwar bekommt man am Anfang der Karriere eine kleine Einführung, doch hätte man hier etwas mehr an den Spieler denken können und bessere Erklärungen einbauen können, vielleicht sogar mit Übungen. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass auf eine Lokalisation des Titels komplett verzichtet wurde. Wenn man die Fachbegriffe des Golfsports vielleicht schon auf Deutsch nicht kennt, dann sind sie einem auf Englisch wohl erst recht nicht geläufig und so kann man auf weitere Stolpersteine stoßen, die den Spielspaß bremsen.
Auf höheren Schwierigkeitsstufen wird das Spiel dann zunehmend fordernder und irgendwann gibt einem auch der Caddy keine Tipps mehr.

Ein weiteres großes Manko des Spiels ist es, dass man immerzu mit dem Internet verbunden werden soll um irgendetwas zu kaufen. Teilweise hat man schon gar keine Lust das Menü zu erkunden und etwas auszuwählen, da man meistens immer wieder erklären muss, dass man kein Geld ausgeben möchte. Beispielsweise war ich zu Anfang im Menü auf der Suche, wo ich meine Schläger auswechseln kann. Als ich dachte, ich hätte es endlich gefunden und mir einen Schläger ausgesucht hatte, wurde ich gefragt, ob ich ihn für MS Points kaufen möchte. Das komische daran ist aber, dass ich genau diesen Schläger ein paar Stunden später im Laufe des Spiels sowieso erhalten habe.

ps3_tigerwoods13c Doch der Karriere Modus ist bei weitem nicht die einzige Möglichkeit seine Zeit zu verbringen. Einer meiner persönlichen Lieblingsmodi war die Tiger Legacy Challenge. Hier schlüpft man in die Haut des kleinen Tiger Woods und spielt so z.B. seinen ersten Fernsehauftritt nach und muss den Golfball zielsicher in ein Tor befördern, oder auch zu Hause im Garten fleißig üben und den Ball gekonnt in das Planschbecken bugsieren. Doch nicht nur Tiger Woods Kindheit lässt sich hier nachspielen, sondern sein ganzes Leben über alle Altersstufen bis zum Status Quo und sogar noch darüber hinaus. So kann man beispielsweise Wettkämpfe im Jahr 2016 bestreiten und schon mal „vorspielen“. Sehr gut ist hier gelungen, dass die Aufgaben, die man gestellt bekommt sehr einfallsreich sind und nicht aufgesetzt wirken, oder sogar „lieblos“.

Auch ein kurzes Spiel mit Freunden zwischendurch ist möglich, sowie natürlich ein Online Modus. Als Spieler kann man seinen eigenen Countryclub gründen und Wettkämpfe austragen.

Aufgrund der vielen Spielmodi bietet Tiger Woods PGA Tour eine sehr lange Spielzeit. Allein der Karriere Modus wird einen viele Stunden beschäftigen. Für einen einzigen Platz mit 18 Löchern benötigt man, wenn man sich nicht beeilt oder trödelt etwa 45 Minuten und auf dem Weg zur PGA Tour muss man an etlichen Wettkämpfen teilnehmen um sich zu qualifizieren.
Auch die Tiger Legacy Challenge ist ein wahrer Zeitfresser. 10 Lebensabschnitte mit je etwa 6 Aufgaben müssen bewältigt werden, wobei diese nicht immer einfach sind.
Man hat also gut was zu tun mit diesem Titel, wobei sich die Frage stellt, ob die Langzeitmotivation auch lang genug anhält. Das hängt natürlich von jedem selbst ab, aber angesehen vom Tiger Legacy Modus macht man wirklich immer dasselbe: Einstellen, Abschlagen, Einstellen, Abschlagen…
Hinzukommt, dass die Kurse sich zwar schon voneinander unterscheiden, aber einige Countryclubs sind sich schon sehr ähnlich, sodass schnell Monotonie aufkommt.

ps3_tigerwoods13g Auch Grafisch kann Tiger Woods PGA Tour nicht wirklich überzeugen. Es ist zwar nicht komplett schlecht, was man zusehen bekommt, aber die Gegenden hätten detailreicher gestaltet werden können und auch die Zuschauer machen keinen sehr lebhaften Eindruck. Auch die Animationen der Golfer sind immer gleich und nicht gerade besonders eindrucksvoll.
Des Weiteren wartet die Kamera nicht immer, bis der Ball ausgerollt ist, wenn man abgeschlagen hat. Der Ball landet knapp neben dem Loch und rollt und rollt und plötzlich ruckelt die Aufnahme und bricht ab und man darf weiter spielen. Man hat das Gefühl, der Ball wäre einfach abgebremst worden, wobei sich wahrscheinlich jeder echte Golfer an den Kopf fassen würde.
Es sind so Kleinigkeiten, die einfach unangenehm auffallen, aber wenn man selbst spielt können diese Aspekte schon sehr störend sein, auch wenn es auf den ersten Blick als nebensächlich erscheint.

Mit dem Ton verhält es sich ähnlich wie mit der Grafik. Im Menü laufen eher ruhige Stücke, die auch sehr passend gewählt sind, ebenso die Stille auf dem Golfplatz. Man hört nur die Vögel zwitschern und die Zuschauer klatschen. Aber wenn man eine Aufgabe erfüllt hat wird man mit einem ohrenbetäubenden scheppern aus seinem entspannten Golfspiel gerissen, welches schlicht und einfach völlig unpassend ist.

Unser Fazit

69 %

Tiger Woods PGA Tour 13 ist zwar ein solides Golfspiel, hat aber auch sehr mit einigen Macken zu kämpfen. Zum Einen bekommt man einen ordentlichen Umfang in verschiedenen und teilweise abwechslungsreichen Spielmodi geboten und hat dank einer innovativen und präzisen Steuerung beste Kontrolle über den Ball, was zu einem authentischen Spielerlebnis führt. Zum Anderen hätte man sich Grafisch und Soundtechnisch etwas mehr ins Zeug legen können. Außerdem stören extrem häufige und lange Ladezeiten, sowie das ständige verbunden werden mit dem Marktplatz. Tiger Woods PGA Tour 13 kann also durchaus Spaß machen, wenn man sich mit den genannten Macken abfinden kann. Außerdem sollte man einige Zeit einplanen um sich mit dem Spiel vertraut zu machen, da ein fehlendes Tutorial und Golf-Fachbegriffe den Einstieg etwas holperig machen können.

Pro

  • sehr präzise, intuitive & innovative Steuerung, die Spaß macht
  • lange Spielzeit
  • einfallsreiche Tiger Legacy Challenge
  • Viele Ausrüstungsgegenstände/Kleidung
  • authentisches "Golfplatz-Gefühl"

Kontra

  • fehlendes richtiges Tutorial
  • schwache Musikuntermalung
  • wenige & unspektakuläre Animationen
  • Countryclubs sind sich teilweise recht ähnlich
  • lange & häufige Ladezeiten

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
70 %
Spielspaß
 
80 %

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