Time and Eternity - Ausführliches Review / Test - Testbericht - insidegames

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Time and Eternity – Ausführliches Review / Test – Testbericht

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Veröffentlicht 12. August 2013 | 17:33 Uhr von Sandra

Time-and-Eternity

Japano-RPGs gibt es gelinde gesagt wie Sand am Meer und berücksichtigt man dabei noch die Konsolen-Geschichte, war und ist es gewissermaßen das Hoheitsgebiet der Sony Konsolen, welche seit ihrem Bestehen immer wieder mit einer großen Vielzahl an unterschiedlichen Rollenspielen dieser Art versorgt wurden. Zugegeben, ein Stück weit muss man sich schon für das oft kunterbunte, kulleräugige, abgedrehte, sehr fantastische als auch oft überzogene Szenario erwärmen können. Japano-RPGs sind nicht zwingend eine Sache für jedermann bzw. Frau. Ob und in wie weit Time and Eternity (NIS America/Namco Bandai), erschienen für Playstation 3, diesem Bild entgegenwirken kann, und was es sonst noch so zu bieten hat … Tja, wir schlagen vor: Kommt doch einfach mit und erlebt, was aus einer gecrashten Hochzeit alles werden kann. Ganz nebenbei gibt’s dazu auch eine Braut, die sich definitiv traut, aber bis es so weit ist, für die Liebe ihres Lebens erst einmal noch ein bisschen durch die Zeit reisen muss.

Drachen-Männchen trifft auf gespaltene weibliche Persönlichkeit

Das solltet ihr euch auf der Zunge zergehen lassen … immerhin ist eine solche Geschichte, abgesehen vom Drachen, durchaus auch real vorstellbar – also: Prinzessin Toki, ihres Zeichen auch hauptagierende Protagonistin, sieht einer rosaroten Zukunft entgegen. Toki hat ihn gefunden, den Mann fürs Leben und gemeinsam geht es vor den Traualtar. Aber – ihr wisst sicher was passiert: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Bevor die beiden innig Verliebten gegenseitig „ja, ich will“ erklären können, tauchen geheimnisvolle Assassine auf und erledigen Tokis Herzbuben.

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Während im wahren Leben das Geheul hernach verständlicherweise riesengroß wäre, bietet die virtuelle Welt ein unbegrenzte Anzahl an Möglichkeiten. Aus all diesen Optionen hat man sich dazu entschieden, dass Toki fähig ist in der Zeit zu reisen und einen allerbesten Freund in Gestalt eines kleinen Drachen mit Namen Drake hat. Dem noch nicht genug, steht ihr eine gespaltene Persönlichkeit bei ihrer Rettungsmission zur Verfügung, die ihr nicht selten gute Dienste erweisen wird. Mit diesem Grundwissen ausgestattet, werdet ihr fortan auf der einen Seite die feinfühlige, sensible, eher schüchterne Prinzessin Toki erleben und auf der andere Seite die starke, harte Kämpferin Towa. Stellt sich die Frage, wie der holde Prinz mit diesen beiden Ladies, vereint in einem Körper, klar kommen wird? Warum das von Relevanz ist? Ganz einfach: Aus nicht näher geklärten Umständen hat es der Kosmos für richtig empfunden die Seele des angehenden Gemahls in den kleinen Drachen Drake zu transferieren. Dumm nur, dass der Gatte über den Drachen nicht kommunizieren kann. Somit bleibt ihm nichts anderes übrig als das seine zu tun und seiner Traumprinzessin zur Seite zu stehen.

Ene-mene-miste … es rappelt in der Kiste …

… ene-mene-meck, und du bist weg! Oder doch nicht?! Eine berechtigte Frage, denn ein Stück weit müsst ihr euch die Frage stellen, welcher der beiden Prinzessinnen-Persönlichkeiten ihr den Vorzug geben wollt. Bzw. müsst ihr einer den Vorzug geben? Die zutreffendste Antwort darauf ist „ja und nein“. Führt euch vor Augen, welche Grundausrichtungen die beiden Mädels (schüchtern/forsch) haben und handelt danach.

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Towa und Toki sind generell einmal in Sachen Grundsteuerung gleich, verhalten sich insbesondere im Kampf sehr verschieden. Einfluss darauf nehmen aktive (Kämpfe) sowie passive Skills, welche gewisse Verbesserungen für die beiden liefern und individuell ausgerüstet werden. Versucht daher beide Damen anhand ihrer jeweiligen Fertigkeitsbäume gleichmäßig zu stärken und aufzubauen. Während Toki mit ihrem Gewehr auf Distanz bleiben kann, geht Towa mit ihrer Klingenwaffe in den Nahkampf. Beide sind zudem in der Lage verschiedene Zauber anzuwenden. Somit liegt es an euch, wie sich die Ladies entwickeln sollen. Wahlweise gleich oder total verschieden. Vernachlässigen solltet ihr weder die eine noch die andere.

Wie es sich für ein RPG gehört, erhaltet ihr Erfahrungs- und Fertigkeitspunkte; Im Falle von Time and Eternity ausgewiesen als GP- und SP-Points. GPs werden in Erfahrung, und damit in den eigentlichen Aufbau der Heldinnen gepackt; SPs sind mit Mana vergleichbar, die ihr fürs Zaubern braucht. GP bekommt ihr automatisch nach einem gewonnenen Kampf, SP müssen im Kampf durch beispielsweise gelungene Kombos, Ketten und Co. errungen werden. Kämpft ihr einmal nicht, füllt sich zumindest einmal die SP-Leiste gemächlich von alleine auf. Verlieren kann man SPs natürlich auch, u.a. wenn ihr im Kampf einen dicken Treffer einstecken müsst oder zu Boden geschleudert werdet.

Zu den, sagen wir, Standardoptionen, gesellen sich unterschiedliche Zauber, für die es besagte SP braucht. Die meisten dieser Zauber fallen in die Kategorie Angriff, Abwehr, Heilung, usw., und lassen sich im Kampf unabhängig der Distanz zum Gegner ausführen. Steht euch der Sinn nach besonderer Magie, könnt ihr diese suchen und ggf. finden. Dafür warten abseits des Hauptspielstrangs diverse Nebenquests. Vorteil: Ihr könnt ein paar ganz spezielle als auch nützliche sowie sehr seltene Zauber finden. Nachteil: Die meisten Nebenquests sind banaler Natur, gerne auch einmal nervig und sehr langweilig, als da wären z.B. die typische Hol- und Bring-Quests oder das Erledigen von bestimmten Monstern. Damit stellt sich einmal mehr die berühmt-berüchtigte Gretchenfrage, ob ihr alle Nebenaufgaben erledigt oder eben nur ab und zu. Ganz links liegen lassen empfiehlt sich nicht, so viel können wir euch definitiv mit auf den Weg geben. Grund: Boss-Gegner, die schon früh im Spiel sehr stark sind, verlangen, dass ihr mit ansatzweise gut entwickelten Ladies in den Kampf geht. Zu schwach auf der Brust, sorgt bei solchen Fights dann mehr für Frust als Freude, vor allem wenn ihr dann gezwungen seid fehlende Charakterstufen zu grinden.

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Einer nach dem anderen …

Apropos Kämpfen – Time and Eternity geht diesbezüglich einen recht ungewöhnliche Wege. Wenn man so will, ist es eher typisch, dass in RPGs, egal ob japanisch, westlich oder wie immer geartet, Gegner in den allermeisten Fällen im Duett, gern aber auch in Gruppen auftreten. Mit Toki und Towa steht ihr immer nur einem Widersacher gegenüber. Selbige tauchen generell zufallsgeneriert auf und sie zu bekämpfen, deren Attacken abzuwehren, usw. geschieht in Echtzeit. Ausgeklügeltes Kämpfen ist allerdings nicht wirklich drin. Die Fights haben einen gewissen Arcade-Touch und sind – vor allem im Vergleich zu anderen RPGs – recht einfach ausgefallen. Auflade-Balken, Abklingzeiten oder dergleichen muss nicht beachtet werden. Aufgrund der simplen Bewaffnung der beiden Damen sind natürlich die Attacken in sich limitiert: Klinge schwingen oder aus der Distanz Salven feuern, bis der Gegner tot umfällt. Magie ergänzt das Ganze, mehr hübsch als effektvoll. Wenn es eine Herausforderung gibt, dann aufgrund der Tatsache, dass ihr mit beiden Mädels im Geschehen seid. Eine von beiden zu sehr auf Distanz halten, funktioniert nicht, denn die Gegner versuchen die weiter weg stehende Dame zu erreichen. Also ist das Finden eines Mittelweges – mal wieder – der richtige Schritt, um die zufälligen Auseinandersetzungen, die im Übrigen gefühlt in durchaus moderaten Abständen erfolgen, für sich zu entscheiden.

Im Übrigen, gegnerische Abwechslung erwartet besser nicht, denn diese ist leider so was wie Mangelware. Zwar unterschieden sich die Angreifer in gewissen Belangen, jedoch sind diese versuchten Varianten alles andere als gelungen. Die Zuordnung zu verschiedenen beispielsweise Elementen sorgt nicht gerade für große Vielfalt. Davon abgesehen, dass sich die Widersacher gerne auch einmal optisch recht gleichen. Ein Stück weit mehr zu tun gibt es wenigstens mit dem einen oder anderen Boss-Gegner, bei dem sich das sonst eher eintönige Kampfgebaren aufheben lässt, da ihr eine funktionierende Taktik rausfinden müsst. Schade ist, dass es viel zu selten zu diesen Auseinandersetzungen kommt. Auch die Möglichkeit vorhandene Finishing-Moves einzusetzen, ist definitiv zu wenig vorhanden.

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Schatten ohne Licht – nein, das geht nicht!

Eines muss man Time and Eternity absolut zu Gute halten: Die Geschichte, die zwar einiges aus der Klischee-Schublade zaubert, aber das auf eine sehr sympathische als auch witzige Art und Weise zu präsentieren versteht. Amüsante Dialoge der Art Japano-RPG-typisch sind keine Seltenheit, gespickt mit bisweilen sehr süffisantem als auch anzüglichem Humor. Und nein, das sehen wir nicht negativ – ganz im Gegenteil, denn es passt ins Gesamtbild wie die berühmte Faust aufs Auge. Akustisch stellt euch auf englische, wahlweise japanische Sprachausgabe ein. Je nachdem was ihr bevorzugt, kann dies im Optionsmenü eingestellt werden. Mit ggf. deutscher Sprache und/oder Untertitel wird nicht gedient. Daran solltet ihr euch unterm Strich nicht stören, denn das verwendete Englisch ist sehr einfach gehalten und damit auch dann zu verstehen, wenn man mit der Sprache sonst wenig am Hut bzw. nur noch seine Schulkenntnisse im Hinterkopf hat. FX-Sounds, sonstige Geräuschuntermalungen als auch die gelungene Musik fügen sich stimmig ins Bild ein und geben keinen Grund zum Meckern.

Anders dagegen die optische Darbietung – die nicht wirklich negativ auffällt, aber trotzdem dann und wann fade schmeckt. Deutlich wird dies, wenn ihr euch die Charaktere zusammen mit den Umgebungen vor Augen führt. Toki, Towa, Drake und alle weiteren vorkommenden Figuren sind wundervoll, ordentlich in Sachen Details und vor allem handgezeichnet. Gespickt mit diversen Animationen können sie die Protagonisten wahrlich sehen lassen. Dem gegenüber steht allerdings, dass sie trotz der smoothen Bewegungen oftmals wie starr wirken. Der Schuldige, wenn man so will, ist die Umgebung per se, die augenscheinlich als eine Art Laufrolle im Hintergrund vorbei gezogen wird. Das ist schade, denn auf diese Weise wird die Illusion eine Art Anime zu spielen, zunichte gemacht. Nebendarsteller (NPCs) und Monster wollen im  Ganzen auch nicht so recht ins Bild passen, wirken sie wie vom Fließband direkt auf den Grabbeltisch. Das gilt gleichermaßen für die offene Welt als auch die Dungeons, die größtenteils in recht lieblosem, oberflächlichem 3D-Gewand daher kommen und somit in einem recht krassen Kontrast zu den handgezeichneten Hauptfiguren stehen. Immerhin punktet in Sachen Optik noch der Versuch, dass ein gut gemeinter, wenn auch nicht konsequent zu Ende gedachter, Cel-Shading-Look favorisiert wurde.

Wirklich schade ist, und das kreiden wir Time and Eternity definitiv an, dass, für ein RPG typisch als auch essentiell, Gebiete zu erforschen, zu entdecken und damit Geheimnisse zu finden, ganz perfide der Anreiz abgeschnitten wurde. Eine Übersichtskarte, da beißt die Maus keinen Faden ab, ist generell willkommen. Auf dieser jedoch vorab schon alles einzuzeichnen, so dass es für euch nur noch heißt Zielpunkt wählen und Schatzkiste gefunden, Event gefunden, Besonderheit gefunden. Mit dieser alles  verratenden Karte wurde dem RPG-Spiel, neben dem wichtigen und elementaren Charakteraufbau, das zweite Standbein komplett genommen.

Unser Fazit

66 %

Time and Eternity ist eine Achterbahnfahrt und serviert das volle Spektrum „himmelhochjauchzend zu Tode betrübt“ in Reinkultur. Die Ansätze stimmen, die Ideen sind gut, witzig und auf weite Strecken hin ordentlich umgesetzt. Dazu eine Portion frivoler Humor, gelungene Dialoge als auch eine dicke Packung „selbst ist die Frau“ – immerhin muss einmal die Prinzessin ausrücken ihren Liebsten zu retten und nicht der Prinz. Bei genauerer Betrachtung allerdings schwächelt Time and Eternity, insbesondere bei den für ein RPG wichtigen Elementen wie Charakteraufbau, Kampf und Welten-Erkundung. Eine alle Geheimnisse offenbarende Karte ist schlichtweg stinklangweilig, ein eintöniges, wenig Abwechslung bietendes Kampfsystem macht nur bedingt Spaß und ein Skill-Baum ist immer nur dann von Vorteil, wenn man vorhandene Verbesserungen nachhaltig im Ganzen verwenden kann. Diese unterm Strich als eine Art Extra bei Boss-Kämpfen effektiv genießen zu können, ist schlicht zu wenig. Hinzu kommt, dass die Optik gleichfalls ein Auf und Ab fürs Auge ist: Überzeugen die handgezeichneten Charaktere, sind Umgebungen und Dungeons, immerhin in 3D-Cell-Shading, fade auf der Brust. Details, Auffälligkeiten, Tiefe, Abwechslung – Fehlanzeige. Time and Eternity hat durchaus seine Stärken, die jedoch – sollen wir sagen „leider“ – auf die Hauptfiguren und sowie die Geschichte an sich reduziert sind. Sich daran festzuhalten kann funktionieren – vorausgesetzt, ihr habt eine Vorliebe für Japano-RPGs. Falls dem so ist, lasst euch nicht abschrecken, dass der Rest eher unteres Mittelmaß ist. Eine moderate Spielzeit von ca. 25 bis maximal 30 Stunden, inkl. der eher enervierenden Nebenquests, hilft, die neckischen Spitzen des Titels mitzunehmen und die unschönen Auswüchse ein Stück weit auszublenden. Steht ihr allerdings auf Anspruch in Japano-RPGs, von denen es zugegeben eine große, gute Vielzahl gibt, dann dürfte euch Time and Eternity vermutlich eher enttäuschen. Ergo, wagt ihr den Versuch, geht es mit wenig Erwartung gelassen an, seht Einfachheit durchaus als ein eine gewisse Art Stilmittel, dann wird auch Time and Eternity auf seine ganz eigene Weise unterhalten.

Pro

  • + witzige, partiell frivole Geschichte
  • + hübsche, handgezeichnete Charakter
  • + leicht zu erlernendes Kampfsystem – sehr Einsteiger freundlich
  • + humorvolle, RPG-typische Dialoge
  • + gute Musikuntermalung
  • + ordentliche, gut verständliche Sprachausgabe (Englisch)
  • + leicht zu handhabender Charakteraufbau
  • + Zufallskämpfe moderat in ihrem Auftreten (nicht zu viel, nicht zu wenig)
  • + solide Spielzeit, ca. 25-30 Stunden
  • + all Trophäen Offline zu erspielen

Kontra

  • - Ideenlose, einfache Quests (Hol/Bring-Aufgaben, etc.)
  • - Level-Design eher schwach auf der Brust
  • - Gegner und NPCs wiederholen sich recht schnell, wirken fast immer gleich
  • - Kämpfe recht eintönig, mit wenig Abwechslung
  • - keine deutschen Untertitel und/oder Texte
  • - keine Anreize auf Entdeckungstour zu gehen, da alle Geheimnisse auf der Karte eingezeichnet
  • - für RPG-Fans, Kenner & Könner im Ganzen zu einfach
  • - wenig herausfordernde Kämpfe
  • - Skill- und Magie-Bäume recht einfach, wenig Raum zum Experimentieren

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
71 %
Gameplay
 
65 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
62 %

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