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Tiny Brains – Test / Review

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Veröffentlicht 3. Februar 2014 | 16:46 Uhr von Fabrice

Tiny-Brains

Wer in Spielen gerne Rätsel löst, der ist vom generellen Angebot an Vollpreistiteln wohl enttäuscht. Wenn es aber um das digitale Angebot geht, dann kann aus dem Vollen geschöpft werden. Viele kleinere Studios können dank den digitalen Vertriebswegen ihrer Kreativität vollen Lauf lassen.

So geschehen auch beim kanadischen Team Spearhead Games. Ihr Erstling mit dem Titel Tiny Brains ist seit einiger Zeit auf dem PC über Steam sowie auf PS3 und PS4 über das PSN erhältlich. Es handelt sich dabei um ein kooperatives 4-Spieler Puzzle Spiel, das sich in dem Labor eines verrückten Wissenschaftlers abspielt. In unserem Test der PS3 Version haben wir herausgefunden wieso Tiny Brains trotz einem interessanten Konzept nur bedingt empfehlenswert ist.

Experimente mit viel Grips

Immer diese verrückten Wissenschaftler! Genau so einer hat auch in Tiny Brains zugeschlagen und jede Menge grausame Experimente durchgeführt. Seine Opfer sind ein ganzes Labor voller süßer Tierchen. Vier von diesen Nagetieren hat es so stark erwischt, dass sie Superkräfte entwickelt haben. Der Hamster Minsc kann aus dem Nichts heraus solide Blöcke erschaffen. Die Fledermaus Dax kann mit einem Schrei Gegenstände über weite Distanzen schieben und der Hase Stew kann diese im Umkehrschluss zu sich heran ziehen. Das letzte Mitglied des Quartetts ist Pad die Maus. Pad kann dank telepathischen Fähigkeiten seine Position mit der von Objekten tauschen.

Das Ziel des Spiels ist es aus dem Labor zu entkommen. Dazu müssen immer komplexer werdende Räume geklärt werden, in denen hauptsächlich Puzzles gelöst werden müssen. Ab und zu gibt es auch kurze aber langweilige Kampfsequenzen. Damit man voran kommt, müssen die Fähigkeiten der vier Charaktere kombiniert werden. Puzzles beinhalten oft Blöcke oder Kugeln die zu Schaltern gebracht werden müssen. Anfangs gestaltet sich das noch sehr einfach. Ein Block muss per Teleport aus einem umzäunten Bereich teleportiert oder über einen Abgrund bugsiert werden. Doch der Schwierigkeitsgrad zieht schnell an, was bei einer Kampagnendauer von vielleicht 3 bis 4 Stunden nicht überraschend ist. Ein Manöver das oft benutzt werden muss, ist z.B. das ein Block erstellen werden kann in Kombination mit dem Stoß der Fledermaus. Bereitet euch darauf vor diese oder andere Kombinationen immer und immer wieder zu benutzen. Habt ihr bestimmte Manöver gelernt, werden diese in folgenden Puzzles nämlich sehr oft wieder verwendet. Etwas merkwürdig fühlt sich oft auch die Physik von Objekten an. Es ist schwer einzuschätzen wohin beispielsweise Bälle genau rollen werden, wenn man sie durch die Spielwelt stößt und zieht. Gewöhnt man sich daran, geht das Spiel zwar einfacher von der Hand. Logisch wird es dadurch aber noch lange nicht.

tiny-brains-screenshot-06

 

Frust für Einzelgänger

Dass es sich hier um einen Titel handelt der kooperativ gespielt werden sollte, wurde schon klar gestellt. Bis zu vier Spieler können lokal oder online zusammen Puzzles lösen. Es kann aber auch mit weniger Spielern oder ganz alleine gespielt werden. Sind nicht alle Charaktere durch Spieler besetzt, können die Rollen mit den Schultertasten durchgeschaltet werden. Spielt man zu zweit, funktioniert das auch ganz gut, flinke Finger vorausgesetzt. Will man alleine alle vier Rollen ausfüllen, kann es jedoch zu Frustration führen. Wechselt man zwischen den Nagetieren hin und her wird zwar das Spielgeschehen für einen kurzen Moment verlangsamt, alle Probleme beseitigt das aber nicht. Wenn Timing und Präzision erfordert ist, dann ist das alleine nur sehr schwer machbar. Gepaart mit der suboptimalen Physik die dafür sorgt das man zwar weiß wie ein Puzzle gelöst werden kann, aber eben noch ein Quäntchen Glück erfordert, wird aus Tiny Brains ein Spiel das für Einzelspieler nicht empfehlenswert ist.

Anders sieht es da besonders im lokalen Mehrspielermodus aus. Die Action auf dem Bildschirm ist zwar oft ziemlich chaotisch, was aber für sehr viel Spielspaß sorgen kann. Wenn man seinen Freundeskreis anschreien und anpöbeln kann, dann sind selbst die Schwächen im Gameplay nicht mehr allzu gravierend. Ähnlich verhält es sich mit dem Online-Mehrspielermodus, solange Mikrofone bei allen Spielern vorhanden sind. Es gibt zwar eine Möglich per Tastendruck Markierungen in der Spielwelt zu platzieren, ohne richtige Kommunikation werde gewisse Puzzles jedoch richtig schwer.

tiny-brains-screenshot-07

 

Erneuter Durchgang erwünscht

Neben der normalen Kampagne lassen sich zwei weitere Varianten des Story Modus freischalten. Wer die Story zum ersten Mal abschließt, schaltet Modi frei in denen man seine Mitspieler mit Fähigkeiten durch die Level werfen kann oder man nach einem Fehlversuch nicht wieder direkt einsteigt. Wer aber nicht auf Trophäen versessen ist, wird kaum allzu motiviert sein das Spiel insgesamt drei Mal durchzuspielen. Diese Optionen von Anfang an zur Verfügung zu haben, würde den ersten Durchgang sicher schon interessanter gestalten.

Neben den verschiedenen Varianten der Kampagne, gibt es noch kurzweilige Herausforderungen. In diesen muss zum Beispiel ein Ball so weit wie möglich durch einen gefährlichen Parcours geschleust werden. Die Herausforderungen sind zwar nett, bieten aber wenig Substanz oder Wiederspielwert. Für Freunde des Mehrspielermodus gibt es auch noch ein Fußball Minispiel, Rayman Legends lässt grüßen.

Nett hingegen ist der Stil von Tiny Brains. Die Grafik kann niemanden vom Hocker hauen, das ist aber auch nicht so tragisch. Wenn der verrückte Professor in einen seiner wirren Monologe ausbricht, ist das sehr unterhaltsam. Sehr schön anzusehen ist auch das Design der mutierten Nagetiere, welche fantasievoll gestaltet sind.

Unser Fazit

63 %

Besonders mit mehreren Leuten vor der Konsole kann Tiny Brains richtig viel Spaß machen. In einer geselligen Runde ist es einfach über die Schwächen des Spiels hinweg zu sehen. Davon gibt es nämlich viele. Zu viele, besonders im Bezug auf den Online-Modus und ganz speziell für Einzelspieler. Wer vor hat Tiny Brains alleine oder online ohne Headset zu spielen, der wird bestimmt starke Nerven brauchen. Repetitive Puzzles, eine ungenaue Steuerung und die merkwürdige Physik können im Chaos des lokalen Mehrspielermodus übersehen werden, dürfen aber nicht unter den Teppich gekehrt werden. Daran ändert auch die tolle Präsentation nichts.

Pro

  • + Chaotischer + unterhaltsamer Koop-Modus
  • + Drei Modi in der Kampagne
  • + Lustige Fähigkeiten
  • + Interessante Kombinationen der Kräfte
  • + Schöner grafischer Stil

Kontra

  • - Ungenaue Steuerung
  • - Unlogische Physik
  • - Wenig unterhaltend für Einzelspieler
  • - Koop ohne Headset eher frustrierend
  • - Herausforderungen bieten kaum Widerspielwert

Unsere Bewertung

Grafik
 
66 %
Sound
 
62 %
Steuerung
 
59 %
Gameplay
 
51 %
Multiplayer
 
74 %
Spielspaß
 
60 %

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