Tokyo Jungle - Test/Review - insidegames
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Tokyo Jungle – Test/Review

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Veröffentlicht 13. September 2012 | 17:39 Uhr von Lucardis

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Tokyo Jungle hat es tatsächlich ins europäische PSN geschafft, doch wird der Titel auch hierzulande so gut ankommen wie in Japan? Zugegebenermaßen erscheint das ganze Setting doch etwas seltsam: Die Menschen sind ausgelöscht und nun muss man als Tier inmitten des post-apokalyptischen Tokyo ums nackte überleben kämpfen. Dabei kann man sich wahlweise noch ein Regencape oder eine Schulmädchen-Uniform überwerfen und schon heißt es: Nur nicht aussterben! Ob sich der Titel so gewöhnungsbedürftig spielt, wie es sich anhört, oder ob man auf jeden Fall mal in die Haut eines Vierbeiners schlüpfen sollte haben wir für euch mal ausgetestet!

 

Tokyo Jungle-04 Storymäßig hält sich Tokyo Jungle zunächst sehr bedeckt. Die Menschen sind in nicht allzu ferner Zukunft von der Erdoberfläche verschwunden und das gute alte Tokyo wie wir es kennen hat sich  in einen wilden Dschungel verwandelt. Alle Gebäude sind zerstört oder mit Pflanzen überwuchert und die ehemals putzigen Haustiere werden nach und nach wieder wild und machen die Straßen unsicher, genauso wie alle Wildtiere, welche aus dem Zoo ausgebrochen sind. Mehr erfährt man erstmal nicht. Hintergründe zum Verbleib der Menschen und Ursache der nun herrschenden Umstände erfährt man durch einsammeln von Notizen, oder auch Archive genannt, die überall in der relativ frei begehbaren Stadt verstreut sind und nebenbei gesagt auch neue Missionen für den Story-Modus freischalten.

Tokyo Jungle-07 Startet man das Spiel zum ersten Mal wird man glücklicherweise direkt an die Pfote genommen und in einem gelungenen Tutorial in die Spielmechanik eingeführt. Sonderlich kompliziert gestaltet sich das ganze zwar nicht, doch wäre man ohne eine Erklärung, was man nun im Dschungel eigentlich zu tun hat, doch ziemlich aufgeschmissen. Im Grunde dreht sich alles um drei Dinge: Fressen, Kämpfen, Vermehren. Das war‘s auch schon, klingt allerdings einfacher gesagt als getan. Die erste Entscheidung die man treffen muss ist, ob man als Fleisch- oder Pflanzenfresser spielen möchte. Fleischfresser müssen andere Tiere erlegen und sie anschließend auffressen. Pflanzenfresser dagegen müssen sich stets verstecken, da sie gegen z.B. eine Hyäne keine Chance hätten und fressen, wie man sich ja denken kann, nur Pflanzen. Das kämpfen geht gut von der Hand und ist denkbar einfach gehalten und wesentlich actionreicher, als man vermutet. Mit der Viereck-Taste führt man einen kräftigen Hieb mit der Pfote (oder ähnlichem) aus. Bietet sich die Möglichkeit eines starken Biss-Angriffs leuchten über dem Gegner rote Zähne auf. Drückt man in diesem Moment R1 landet man zumeist einen verheerenden Treffer.

Tokyo Jungle-01 Doch fressen dient nicht nur dazu seinen Hunger zu stillen, denn wenn man zu lange nichts isst, endet der Aufenthalt im Tokyo Jungle schneller, als einem lieb ist, sondern auch dazu andere Tiere zu beeindrucken, mit denen man sich früher oder später paaren kann um nicht auszusterben. Durch die Nahrungsaufnahme bekommt man Kalorien angerechnet, die wie Erfahrungspunkte funktionieren und man nach und nach ein Level aufsteigt. Doch dafür hat man nicht ewig Zeit, denn ein Tier lebt etwa 15 Jahre (die Ingame-Zeit vergeht recht fix) und bis dahin muss man für Nachkommen gesorgt haben. Doch ein voller Magen reicht dafür allein nicht aus. Um das Herz des „Partners“ zu gewinnen muss man außerdem ein eigenes Revier haben, wozu bestimmte Orte, die mit Fahnen markiert sind eingenommen werden müssen. Hat man dann endlich einen Sprössling zu Stande gebracht schlüpft man in dessen Haut und übernimmt einige Fähigkeiten, die man als Elterntier erspielt hat. Außerdem bietet sich von nun an die Möglichkeit als Rudel weiter zu spielen. Stirbt ein Tier des Rudels heißt es nicht gleich Game Over, sondern man übernimmt die Kontrolle über ein Geschwistertier. Hat man gerade einen Freund da, kann man übrigens sogar zu zweit im lokalen Coop spielen und sich gegenseitig mit entsprechenden Items wiederbeleben.

Tokyo Jungle-02 Zu Anfang klappt das alles noch ganz gut und ist einfach zu bewerkstelligen, doch dringt man in andere Gebiete von Tokyo vor stellen sich einem zunehmend mehr und auch stärkere Tiere in den Weg. Hinzu kommt, dass manche Stadtteile hin und wieder mit einer Art giftigem Nebel verseucht sind, welcher dem Protagonisten nicht gut bekommt. Solche Probleme lassen sich allerdings mit diversen Items lösen, die man während seines Lebens findet, wie z.B. Wasserflaschen oder Shampoo, welches einen von lästigen Flöhen befreit. Zudem kann man sein Tier-Alter-Ego auch noch ankleiden. Hat man Kleidung gefunden steigert sie einige Attribute und sieht zudem auch noch völlig absurd aus.

Dringt man tiefer in den Dschungel wird die Sache allerdings leider auch immer unübersichtlicher, die Mini-Map hilft nur mäßig weiter und manchmal hat man einfach kaum eine Chance zu überleben. Ich habe beispielsweise als Hirsch die Dächer erkundet und bin auf Tigerbabies gestoßen – man kann sich ja denken, wie das ausgegangen ist… oder man verläuft sich und findet keine Nahrung mehr, als Pflanzenfresser kommt mir das Spielprinzip etwas schlecht ausbalanciert vor. Mit der Zeit schaltet man aber neben dem kleinen Zwergspitz und einem Hirsch auch noch weitere Tiere, wie Küken, Bären oder sogar Dinosaurier frei oder kann sie via DLC kaufen, sodass wohl für jeden irgendwann das richtige Tier dabei sein dürfte.

Neben dem Survival-Modus, den ich eben etwas genauer erläutert habe gibt es auch noch einen Story-Modus, in dem verschiedene kleine Aufträge erfüllt werden müssen, welche man im Survival-Modus freischalten kann.

Tokyo Jungle-06 Alles in allem muss ich aber sagen, dass mir schlicht die Abwechslung gefehlt hat. Die Idee des Survival-Modus an sich ist innovativ, aber man macht schließlich immer das Selbe: Kämpfen – Fressen – Revier abgrenzen – etwas erkunden – Vermehren. Es wird schnell eintönig, für viele sind sicher die Online-Leaderboards ein Ansporn. Den Suchtfaktor, von dem in Bezug Tokyo Jungle hin und wieder die Rede ist, kann ich allerdings nicht bestätigen, mit der Zeit wurde es schlicht und einfach etwas öde. Auch die Herausforderungen, wie „X erfolgreiche Jagden“ oder „Da und da hingehen“ können nicht wirklich auf lange Zeit motivieren, obwohl manche dieser Aufgaben z.B. neue Tiere freischalten.

Tokyo Jungle-03 Auch in technischer Hinsicht kann Tokyo Jungle nicht überzeugen. Die Umgebung sieht etwas übertrieben gesagt manchmal aus wie bessere PS2-Grafik und auch die Tiere hätten etwas liebevoller gestaltet sein können, wobei man  hier wegen der Vielfalt darüber hinwegsehen könnte. Über die Sprunganimationen der Vierbeiner möchte ich hier am liebsten gar kein Wort verlieren, denn sie sehen nicht nur völlig unnatürlich aus, sondern lassen sich auch noch unpräzise steuern.

In Sachen Ton wird solide Arbeit geleistet, die Geräusche der Tiere sind zumeist natürlich und die Hintergrundmusik ist zwar nicht gerade entspannend, aber vielleicht gerade deshalb doch sehr passend gewählt.

Unser Fazit

69 %

Tokyo Jungle scheint nicht nur auf den ersten Blick etwas seltsam, es ist auch auf den zweiten und dritten Blick noch immer reichlich eigenwillig. Die Menschen sind verschwunden, Tokyo wird langsam zum verwildernden Dschungel und wir stecken als Vierbeiner mittendrin und kämpfen ums überleben mit allem, was dazu gehört. Wir müssen Fressen, Kämpfen, unser Revier markieren und uns Vermehren, wollen wir nicht aussterben. Doch mit dieser Aufzählung ist eigentlich auch schon alles gesagt, was man in diesem Titel zu tun hat, sodass mir doch zugegebenermaßen etwas die Abwechslung gefehlt hat. Durch verschiedene Herausforderungen und Aufgaben wird man zwar motiviert weiterzuspielen, da bei erfolgreichem Abschluss neue Missionen oder spielbare Tiere winken oder man in den online Leaderboards aufsteigt, aber auf die Dauer ist das irgendwie nicht sehr erfüllend. Davon abgesehen haben sich die Entwickler aber durchaus etwas einfallen lassen: Es gibt Items einzusammeln, die einem in allerlei misslichen Lagen des (hoffentlich langen) Lebens helfen oder auch Kleidung, die die Attribute unseres pelzigen, gefiederten oder auch schuppigen Freundes steigern und dazu noch total seltsam ausschaut. Außerdem ist die Stadt noch relativ groß, sodass man viel zu erkunden hat. Grafisch wird einem dabei zwar nicht der Mund offen stehen, da die Technik hier leider nicht mehr ganz zeitgemäß ist. In Sachen Ton wird man aber stets von passenden Beats begleitet und auch die Tierlaute sind recht authentisch gelungen. Ein gutes Schlusswort für diesen Titel zu finden ist also nicht ganz unproblematisch. Zum einen ist die Idee hinter Tokyo Jungle witzig, neu und innovativ und das Prinzip ist für einige Zeit auch durchaus unterhaltend und freischaltbare Missionen, Tiere und Kleidung spornen einen an immer weiter zu „überleben“, aber irgendwann wird es leider etwas eintönig immer das Gleiche zu machen.

Pro

  • lustige, innovative & neue Idee
  • musikalische Untermalung
  • lokaler Multiplayer
  • interessantes, neues Spielprinzip

Kontra

  • altbackene Grafik
  • kaum Abwechslung, schnell eintönig
  • als Pflanzenfresser Schwierigkeit unverhältnismäßig

Unsere Bewertung

Grafik
 
53 %
Sound
 
66 %
Steuerung
 
71 %
Gameplay
 
72 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
73 %

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