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Tomb Raider: Definitive Edition – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 9. März 2014 | 13:46 Uhr von Sandra

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Ein Jahr und 3 Tage ist es her, dass Tomb Raider für PC, Playstation 3 und Xbox 360 erschienen ist. Seinerzeit waren wir schon recht angetan von dem Action-Adventure, dass auf seine ganz eigene Art durchaus „klassische“ Tomb Raider-Kost gewesen ist und gleichzeitig doch vieles anders und neu gemacht hat. „Neu“ ist derweil ein gutes Stichwort, denn Square Enix hat sich nicht lumpen lassen und Lara Croft einer Schönheitskur unterzogen, die seit geraumer Zeit wahlweise auf Playstation 4 und Xbox One sprichwörtlich bewundert werden kann. Natürlich haben wir uns ausgiebig Zeit genommen und der runderneuerten Lara auf die Finger geschaut, um herauszufinden, wie viel Next-Gen in der toughen Archäologin steckt.

Schönes Haar ist ihr gegeben …

Bezogen auf den Singleplayer hat sich inhaltlich nichts verändert. Nach wie vor geht es darum, dass die noch junge Lara auf einem Eiland strandet, auf dem ein nach Blut dürstender Kult sein Unwesen treibt. Für Lara ist das Ziel klar gesteckt: Sie muss sich zusammenreißen und zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt ist, damit ihre Crew und sie selbst mit heiler Haut wieder aus dem Schlamassel heraus kommen.

Optisch hat sich dafür eine ganze Menge getan und brilliert jetzt an vielen Stellen mit auffällig großen Veränderungen als auch zahlreichen kleineren mehr oder weniger verspielten Details. Beispielsweise sind es Laras Haare, die fliegen, wehen und für jede Haar-Shampoo-Werbung absolut tauglich wären. Dass Haare dann und wann so etwas wie widerspenstig sein können, weiß jeder, der schon einmal einen „Bad Hair-Day“ (oder auch zwei, drei …) hinter sich gebracht hat. Lara kann zwar keine Mütze übergezogen werden, aber die wenigen nicht so schönen Flugbahnen und Clippings, die bei genauerer Betrachtung ausgemacht werden können, sind verzeihbar. Vor Augen sollte man sich dabei auch halten, dass dies erst der Anfang ist und sich auf diese wirklich hübsch anzusehende Weise offenbart, was wir in Zukunft noch erwarten dürfen. Wenn so banale Details, wie eben Laras Haare, luftig und leicht durch den Wind flattern, kann das nur vielversprechend sein.

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Mach dich dreckig!

Unberührte Natur in all ihrer Pracht und all ihren Facetten? Ja, das trifft auch auf die Tomb Raider: Definitive Edition zu. Vor allem das Zugeben in Sachen Texturen, Effekten als auch eine trainierter wirkende Lara wissen zu gefallen. Die Bewegungen der angehenden Archäologin sind gesamt einen Ticken smoother, flüssiger und realistischer geworden. Allein mit Lara zu klettern oder Seile rauf- bzw. runter zu rutschen ist etwas fürs Auge. Das gilt generell auch für alle die Orte, die ihr auf eurer Rettungsaktion zu Gesicht bekommt. Detaillierte Höhlen mit herrlichem Schattenspiel, das vom Feuer erzeugt wird bis hin zu wunderschön anmutenden Lichteffekten, da die Sonnenstrahlen mit dem Blätterdach des Waldes spielen. An der Weitsicht-Schraube wurde auch gedreht. Es gibt Orte, da solltet ihr einfach innehalten und genießen. Oder schaut einfach nur zu, dass – anders als es die Mama seinerzeit vermittelt hat – dreckig machen Spaß bereitet und damit eine schönen Seiten zu bieten hat.

Es ist nicht so, dass die vielen großen und kleinen Verbesserungen mit einem Schlag sichtbar werden. Sie mogeln sich eher dazwischen, tauchen hier und da auf und werden erst mit der Zeit wirklich offensichtlich. Sich drauf einlassen und vor allem sich umschauen, das Ganze wirken lassen sind gute Ratgeber die zahlreich gepimpten Details zu erfassen.

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Tomb Raider ist nicht gleich Tomb Raider

Ganz gleich ob ihr bereits von einem Jahr Tomb Raider gespielt habt oder jetzt zur Tomb Raider: Definitive Edition greift, sich im Hinterkopf zu bewahren, dass es kein klassisches Tomb Raider mehr ist, schadet sicher nicht und bewahrt im Zweifel vor Enttäuschungen. Anzufangen und zu erwarten, dass mit Lara Schätze entdeckt werden müssen, Geheimnisse enthüllt und Bereiche erkundet werden, so wie es die gute Dame schon immer gemacht hat, der steuert geradewegs auf eine Sackgasse zu. Lara hat sich verändert, nicht nur jetzt optisch und auf gutem Next-Gen-Niveau, sondern sie agiert auch anders. Die Erzählweise stolpert dabei zwar etwas, da Lara anfänglich wie eine graue Maus daher kommt, nur um im nächsten Moment astralgestählte Kriegerin zu sein, die vor nichts mehr Angst hat. Dem Story-Telling fehlt definitiv der Feinschliff, das Nuancieren. Ein paar Zwischenschritte mehr hätten gut getan – das fiel letztes Jahr auf und das fällt auch jetzt wieder auf und lässt sich eben nicht einfach mit einem hübsch detaillierten Gesichts seitens Lara weg lächeln.

Lara ist eine actiongeladene Zeitgenossin, die vor allem fit mit allen möglichen Schusswaffen ist. Primär geht es auch darum, dass ihr euch den Weg freiballern müsst. Hier und da die Umgebung erkunden, nach neuen Wegen Ausschau halten und das war es dann auch schon. Die zahlreich vorhandenen Sammelitems, die es auf dem Weg vom kleinen Mädchen zur starken Frau zu finden gibt, sind eine nette Dreingabe, machen aber aus dem Shooter, der Tomb Raider geworden ist, keine Erkundungsspiel mehr. Auch hier und da mal eingepflückte Rätsel, früher eines der Spiel bestimmenden Elemente, lassen den Shooter nicht mehr nach Abenteuer aussehen.

Stellt sich die Frage: Ist das nun schlecht? Kommt drauf an, wie ihr es betrachtet. Könnt ihr euch gedanklich davon verabschieden, dass Lara in einem Rucksack, der innen größer ist als er von außen ausschaut, Schätze, Zahnräder, Artefakte oder ähnliches bunkert und Gegner selten genug in Form von Bären, Wölfen oder Dinosauriern auftauchen, dann habt ihr gute Chancen Tomb Raider auch in der Definitive Edition spielerisch genießen zu können.

Gut gefällt uns auch die Möglichkeit Lara aufzubauen, auch wenn das Feature die Gute ans Lagerfeuer zu setzen und ihre Fertigkeiten anzupassen, etc. mit einem schönen Gruß von Geralt (The Witcher) entliehen ist. Unterm Strich zählt, dass ihr Lara, sofern die benötigten Items dafür gesammelt wurden, am Lagerfeuer verbessern könnt.

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Tote Hose Multiplayer

Ihr braucht auch keine Sorge haben, dass euch die Steuerung vielleicht einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Die Anpassung auf die Next-Gen-Konsolen, in unserem Fall eine Xbox One-Fassung, ist geglückt. Die Handhabung fluppt von der erste bis zur letzten Minute. Lara zu manövrieren ist intuitiv und einfach, gleich ob für Einsteiger oder fortgeschrittenen Spieler. Wenn es doch mal Probleme geben sollte, dann sicher wegen der gelegentlich bockigen Kamera, die aufgrund der Steuerung ins Straucheln kommt. Wie das zu verstehen ist? Die Tomb Raider: Definitiv Edition für Xbox One bietet nicht nur eine Controller-Steuerung, sondern auch optional die Möglichkeit gewisse Aktionen via Kinect auszuführen. Ein klassischer Fall von „good idea, bad idea“. Es gibt Situationen, da merkt man dem Spiel schlicht an, dass es einen Konflikt austragen scheint und nicht so ganz weiß, ob nun mit Controller oder per Kinect gesteuert wird. Die Kameraführung ist sozusagen der Beweis dafür, da sich die Ansicht in bestimmten Momenten schlichtweg total verändert, weil Kinect eine Bewegung registriert und ausführen will, obwohl banal mit Controller gespielt wird. Eine klarere Abgrenzung der beiden Möglichkeiten zu navigieren hätte gut getan bzw., und da sind wir ehrlich, Tomb Raider braucht keine Kinect Steuerung.

Waren Tomb Raider-Spiele seinerzeit noch reine Singleplayer-Abenteuer, hat sich das mit dem Reboot der Serie 2013 gewandelt. Und natürlich bietet auch der Next-Gen-Ableger die volle Multiplayer-Packung. Mussten PC-, PS3- und Xbox 360-Spieler letztes Jahr noch alle DLCs, im Übrigen alles Mehrspieler-Geschichten, gesondert kaufen, sind diese Extrainhalte in der Definitive Edition enthalten. Auch wenn wir verstehen, dass sich Lara entwickeln musste, eine Neuausrichtung – wie im vorliegenden Fall – Tomb Raider durchaus gut getan hat, einen Multiplayer braucht die Lady einfach nicht. Und das wir mit dieser Ansicht nicht alleine da stehen zeigt sich, dass wir den Mehrspieler mehrfach ausprobieren wollten und in neun von zehn Fällen keine oder nur ganz wenige Mitspieler gefunden haben. Kam es dann einmal dazu, dass wir Vs.-Partien zusammen bekommen haben, gab es die gängige Kost, die für Mehrspieler üblich sind. Dass man seinem Gegner in Deathmatches oder den anderen, üblichen Spielmodi-Verdächtigen Fallen stellen kann, ist ein nettes Gimmick. Gesamt sorgt dieses Feature jedoch nicht Lara und den Mehrspieler auf Dauer interessant zu gestalten. Fürs nächste Mal wünschen wir uns Singleplayer-DLCs, die passen einfach besser zu Lara.

Unser Fazit

87 %

Ja, der Neustart ist geglückt – auch als Next-Gen-Ableger. Die Generalüberholung des 2013er Ablegers steht Lara gut zu Gesicht und wird vor allem diejenigen Spieler überzeugen, die viel Wert auf ein gutes Äußeres legen. Aber auch die inneren Werte stimmen – vorausgesetzt, und das ist ganz, ganz wichtig, man erwartet nicht, dass es ein Tomb Raider im klassischen Sinne ist. Natürlich gibt es die Sammelitems und die spielerische Aufforderung unbekanntes Terrain zu erkunden. Aber wie einst lange Höhlenerforschungen, Tauchgänge, das Erklimmen von Pyramiden und das Finden von Geheimgängen ist Geschichte. Lara ist anders geworden, was sich nicht nur optisch zeigt sondern. Sie greift inzwischen gerne zur Waffe und das muss sie auch, um sich den zahlreichen Gegnern zu entledigen. Dass die Story eine Art Hauruck-Erzählweise an den Tag legt, sei es drum, damit kann man gut leben. Schade ist, dass man Potential verschenkt und auf Multiplayer gesetzt hat, denn der passt, bei aller Liebe, einfach nicht zur Serie, egal wie sehr man Tomb Raider neu aufzustellen versucht. Abgesehen von diesen, zusammen genommen, eher Kleinigkeiten bleibt übrig, dass wir Tomb Raider: Definitive Edition auf jeden Fall empfehlen können – vor allem an diejenigen Spieler, die es noch nicht gespielt haben sollten. Und wer auf schöne, detaillierte Optik steht und auch wissen will, was Crystal Dynamics aus dem 2013er Titel raus geholt hatte, sollte dem Shooter-Abenteuer eine Chance geben.

Pro

  • + tolle Lichteffekte
  • + deutlich schärfere Texturen
  • + klasse Schattenspiel
  • + smoothe, agile Bewegungen bei Lara
  • + top Steuerung
  • + FX Sounds und Musik-Effekte
  • + viele Sammelitems
  • + Schnellreisesystem
  • + Charakter-Aufbau

Kontra

  • - Mehrspieler
  • - Kinect-Steuerung unnötig
  • - Kameraprobleme
  • - Story-Telling fehlen Nuancen

Unsere Bewertung

Grafik
 
92 %
Sound
 
86 %
Steuerung
 
92 %
Gameplay
 
88 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
85 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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