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Trailblazers – Test / Review

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Veröffentlicht 28. Mai 2018 | 17:20 Uhr von Luca

Trailblazers-Artwork

Trailblazers ist ein Koop-Racer aus dem Hause Supergonk und ist am 8. Mai 2018 erschienen. Die zentrale Spielmechanik ist dabei das “Färben”, wodurch die Spieler Farbspuren auf der Strecke hinterlassen und Boosts erhalten. Die authentischen, dynamischen Kurse in der intergalaktischen Welt von Trailblazers können im Singleplayer-Storymodus, sowie in einem lokalen und einem Online-Multiplayermodus erobert werden.

Zunächst machen wir uns im Storymodus mit dem Spiel vertraut. Im den ersten Kapiteln erlernen wir das Färben und das Boosten. Während wir fahren, können wir, indem wir «X» (PS4), bzw. «A» (PC und Xbox One) gedrückt halten, die Strecke hinter uns in der Farbe unseres Teams färben. Eine Leiste zeigt uns an, wie viel Farbe uns noch zur Verfügung steht und lädt sich nach einer kurzen Zeit wieder vollständig auf. Fahren wir über Farbspuren in unserer Farbe, erhalten wir einen Boost, welcher sich, je länger wir das tun, immer weiter auflädt (1x, 2x, 3x, MAX). Verlassen wir die Spur, fällt die Ladung. Außerdem können wir bei vollem Farbmeter eine Farbspur in einer geraden Linie vor uns abfeuern. Treffen wir einen Gegner, schleudert dieser und wird verlangsamt. Die Farbe bleibt über das ganze Rennen hinweg bestehen, es sei denn, ein anderes Team übermalt sie. Fahren wir durch die auf der Strecke verteilten Tore, bildet sich über eine gewisse Distanz hinweg ebenfalls eine Farbspur, welche der Strecke folgt. Sind die Tore einmal erobert, verschwinden sie, doch auch hier bleibt die Farbe.

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Im Verlauf des Storymodus lernen wir so in 20 Kapiteln, welche jeweils aus rund zwei Missionen bestehen, Spielmodi, Rennstrecken, sowie die Charaktere und deren Hintergrundgeschichten kennen. Die Story ist nichts Besonderes und besteht aus einer Reihe von kitschigen Dialogen zwischen zwei, drei Charakteren vor- und nach einem Rennen. Als Vertonung gibt es einige kurze Samples, welche an geeigneter Stelle abgespielt werden. Ist jemand verwirrt, lässt sich demnach etwas in der Art von “What the heck?” vernehmen.

Der Storymodus dauert zwischen zwei und vier Stunden. Fortschritt erlangen wir, sobald wir jeweils eines von drei Zielen pro Mission erreichen. Zu den Zielen gehören etwa das Erreichen bestimmter Positionen, einer bestimmten Zeit, unsere Anzahl Punkte, die angegriffenen Gegner, etc. Um diese Ziele zu erreichen, ist oft eine große Portion Glück nötig, denn unsere KI-Teammitglieder kümmern sich nicht wirklich um uns. Sie hinterlassen zwar ihre Farbspuren, aber rammen uns ungeniert in Leitplanken, was das Erreichen der Ziele deutlich erschwert. Zusammen mit der Tatsache, dass die Gegner wie auf Schienen fahren, ist es nach einem Schleudern oder einer Kollision oft unmöglich, wieder ins Rennen zu kommen.

Doch selbst Ziele, die nicht von unserer Platzierung abhängen, sind schwer zu erreichen. Nehmen wir als Beispiel die Aufgabe “Erreiche 1000 Punkte”. Diese Punkte erhalten wir, wenn wir malen, geboostet werden und driften. Dabei haben die Entwickler ein Risk-Reward-System eingebaut – die Punkte werden uns erst gut geschrieben, wenn wir einige Sekunden lang keine Punkte mehr ansammeln. Die Schwierigkeit dabei ist, dass wir unsere Punkte sofort verlieren, wenn wir in ein Hindernis fahren oder eine Leitplanke berühren, was aufgrund der aggressiven Gegner und der ungenauen Steuerung mit der verzögerten Lenkeingabe immer wieder passiert, vor allem nach einem blinden Sprung. In engen Passagen werden wir zudem mehrmals zwischen den Leitplanken hin- und hergeworfen und verlieren dadurch wertvolle Zeit. Dabei ist die Steuerung eigentlich sehr einfach gehalten und tut, was sie soll. Lediglich das Driften, durch das wir in der Theorie schneller durch enge Kurven kommen, gestaltet sich als etwas schwierig. Diese Einschränkung sollte nicht auftreten, wenn mit einem Controller mit getrennten Z-Achsen gespielt wird, sodass Gas und Bremse sich nicht gegenseitig aufheben, sondern gleichzeitig für das sogenannte “Left-Foot-Braking” verwendet werden können. Trailblazers kann nur mit einem Controller gespielt werden.

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Aufgrund der oben genannten Probleme gestaltet sich der Singleplayermodus oft als frustrierend. Doch zum Glück ist Trailblazers ein Koop-Racer mit Multiplayer!

Oder auch nicht. Die Onlinewelt von Trailblazers ist sprichwörtlich leer gefegt, weil schlichtweg niemand spielt – laut “Steamcharts” liegt die maximale gleichzeitige Anzahl der Steam-Spieler mit öffentlichem Profil bei neunzehn, wobei am 10. Mai 2018 um 19:00 Uhr zuletzt zehn Spieler gleichzeitig mit dem Racer beschäftigt waren. Der Durchschnitt liegt bei 1.7 Spielern. Und wenn neben uns noch 0.7 andere Spieler online sind, können wir lange auf ein Match warten. Der Grund liegt auf der Hand – Trailblazers kostet 29,00 Euro, bzw. SFR 30.00.

Besonders schade ist, dass es gerade der Multiplayer ist, durch den sich das Spielen von Trailblazers lohnen würde. In der Theorie können offenbar bis zu sechs Spieler gegeneinander antreten. Sowohl bei der Auswahl eines Online-Matches als auch beim Erstellen eines eigenen Spiels können wir zwar maximal vier Spieler auswählen; einmal jedoch sind wir in einer Lobby gelandet, während gerade die Abstimmung für eine weitere Karte lief – die Lobby war zwar wieder leer, aber wir hatten die Möglichkeit, fünf Freunde einzuladen.

Beim Erstellen eines eigenen Spiels können wir zahlreiche Einstellungen vornehmen. Zunächst wählen wir einen der zehn Kurse aus. Diese befinden sich entweder in einer Dschungel-Umgebung, einer Canyon-Wüste, oder einer futuristisch anmutenden Stadt. Das Design ist dynamisch, abwechslungsreich und authentisch, oft gibt es mehrere Routen und Schleichwege. Die Kurse können zudem in umgekehrter Richtung sowie gespiegelt und umgekehrt gespiegelt gespielt werden. Nun entscheiden wir uns für einen der fünf Spielmodi: Team-Rennen (3 vs. 3), Partner-Rennen (2 vs. 2 vs. 2), Jeder gegen Jeden, Zeitfahren und Torjagd. Schließlich wählen wir eine Anzahl Runden, die Gegnerschwierigkeit und zuletzt einen der acht Charaktere.

Die Option “Eigenes Spiel” kann mit der Auswahl “1 Spieler” auch gut zum Üben benützt werden.

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Trailblazers besitzt zwar ein Matchmaking-System, das Spieler mit ähnlichem Skill zusammenbringen soll, jedoch wäre es wünschenswert, wenn wir die aktiven Spiele sehen und diesen manuell beitreten könnten, denn sich nach dem Auswählen des Online-Modus für die Option für einen, zwei, drei oder vier Spieler zu entscheiden, fühlt sich an, wie ein Lottospiel und verhindert das Finden eines Spiels bei der geringen Spieleranzahl vollständig. Alternativ wäre es toll, wenn wir ein eigenes Spiel bereits mit KI-Gegnern starten könnten, bis weitere Spieler beitreten.

Zwar bietet Trailblazers auf den ersten Blick keine große Tiefe, vor allem, was die Charaktere angeht. Jeder hat sein Fahrzeug, es lässt sich nichts individualisieren. Doch bei genauerem Hinschauen merken wir, dass die Stats der verschiedenen Charaktere, bzw. deren eigenen Fahrzeugen, große und spürbare Auswirkungen haben. Die Fahrzeuge unterscheiden sich in den Stats Malen, Boosten und Handling. Malen entscheidet, wie schnell sich unser Farbmeter leert und wie schnell es wieder nachgefüllt wird, eine Fünf-Sterne-Wertung bei Boost steigert unsere Boostgeschwindigkeit erheblich. Handling beeinflusst im Grunde genommen die Lenkempfindlichkeit. Eine niedrige Wertung heißt hohe Empfindlichkeit, wir sind also wendiger, müssen aber ständig unsere Linie korrigieren. Eine hohe Wertung lässt uns zwar präziser Fahren, enge Kurven gestalten sich aber aufgrund der dafür auftretenden Schwerfälligkeit als Herausforderung. Jeder Charakter hat außerdem eine bestimmte Eigenschaft. Galaxos’ Farbmeter lädt sich wegen seiner Eigenschaft Überladen offenbar schneller auf, bei der Kaiserin wurde aufgrund von Präzise die Lenkverzögerung vermindert.

Die Grafik im Spiel ist zwar nicht die sauberste, aber sie sieht authentisch aus. Kurse und Landschaft passen perfekt zu einem solchen Racer, auch das Platzieren der Farbspuren sieht schön aus. Das Menü ist etwas schwer und aggressiv für das Auge, außerdem lässt sich erst auf den zweiten Blick erkennen, ob bei einem Auswahldialog jetzt «Ja» oder «Nein» markiert ist. Die Soundeffekte sind in Ordnung. Die Musik passt zum Setting und stammt von Indie-Künstlern, stört aber aufgrund ihrer Nervosität trotzdem viele Spieler. Es gibt in den Optionen zwar die Möglichkeit, die Lautstärke der Musik auf null zu stellen, doch wir hören sie trotzdem. Spieler beklagen sich darüber, dass Optionen nach jedem Start zurückgesetzt werden und dass der Spielverlauf nicht gespeichert wird. Uns ist das nur einmal ganz am Anfang passiert.

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Bild 1 von 29

 

Getestete Version: PC/Steam

Unser Fazit

66 %

Trailblazers ist ein kurzweiliges Spiel mit interessantem Konzept und hat ein nostalgisches Feeling. Während die Steuerung relativ ungenau ist, lässt sich zwischen den acht Charakteren ein teils deutlicher Unterschied feststellen. Die Kurse sehen toll und dynamisch aus und die Grafik passt. Der rund drei Stunden lange Storymodus ist eine nette Erweiterung, kann aber aufgrund der unfairen KI frustrierend sein. Trailblazers ist zwar ein Koop-Racer, doch vermutlich aufgrund des hohen Preises sind die Lobbys leer – schade, denn gerade der Multiplayer hätte enorm viel zum Spielspaß beigetragen.

Pro

  • + Interessantes Konzept
  • + Nostalgisches Feeling
  • + Fahrer mit spezifischen Eigenschaften
  • + Dynamische Streckenführung
  • + Alternative Routen
  • + Stimmige Umgebung
  • + Hübsche Grafik
  • + Singleplayermodus
  • + Strecken lassen sich umgekehrt, gespiegelt und umgekehrt gespiegelt fahren
  • + Läuft flüssig

Kontra

  • - Ungenaue Steuerung
  • - Verzögerte Lenkeingabe
  • - KI-Gegner fahren auf Schienen
  • - Fortschritt im Storymodus hängt nicht primär von unserem Skill ab
  • - Einstellungen in den Optionen ohne Auswirkung im Spiel
  • - Allgemein wird wenig erklärt
  • - Unnötig kompliziertes Matchmaking
  • - Multiplayerlobbys sind leer
  • - Preis für ein Indie-Game viel zu hoch
  • - Kein Keyboard-Support

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
61 %
Steuerung
 
57 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
63 %

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