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Travis Strikes Again: No More Heroes – Test / Review

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Veröffentlicht 12. Februar 2019 | 17:37 Uhr von Marc Wunder

Travis-Strikes-Again-No-More-Heroes-Artwork

Travis ist zurück! Und wie gewohnt darf er sich wieder durch Unmengen von Gegnern schnetzeln – jetzt erstmals auf der Nintendo Switch. Was dieses Hack-and-Slay-Fest sonst noch so kann, lest ihr hier. 

Das Spiel im Spiel

Wie es der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei Travis Strikes Again: No More Heroes weniger um einen dritten Teil der Reihe, sondern eher um ein Spin-Off.

Am grundlegenden Spielprinzip hat sich wenig geändert. Es handelt sich um einen verrückt-überdrehten Actiontitel, in dessen Handlungsverlauf man mehr Gegner abserviert, als man vermutlich zählen kann. Jedoch ist die Ausgangslage diesmal völlig anders.

Nach dem Ende von Teil 2 hat sich Travis eigentlich in seinem Wohnwagen zur Ruhe gesetzt. Da er jedoch Badmans Tochter tötete, möchte dieser ihm den Hals umdrehen. Doch stattdessen werden beide in die satanische Spielkonsole Death Drive MK-II gesaugt. In der Rolle von wahlweise Travis oder Badman (bzw. beiden im 2-Spieler-Koop-Modus) schlitzt ihr euch durch die virtuellen Welten der Konsole. Dabei entspricht ein Level des Spiels jeweils einem Game der Konsole. Nebenbei sammelt ihr Erfahrungspunkte und Skillchips.

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Zunächst hört sich diese Prämisse sehr abwechslungsreich an. In einem Abschnitt muss man Straßenabschnitte so drehen, dass man den Ausgang erreicht, an anderer Stelle absolviert man eine Art Minirennspiel und im nächsten Level steuert ihr einen Sidescroller. Auch die jeweiligen Levelintros sind abwechslungsreich gestaltet. Mal verpixelt, mal gerendert, sogar Realfilmsequenzen gibt es.

Am Ende läuft aber jedes Level auf das gleiche hinaus: Killt Gegner, besiegt den Zwischenboss, killt noch mehr Gegner, haut den Endboss um. Dafür stehen euch je Level jeweils zwei Leben zur Verfügung. Doch keine Sorge: Travis Strikes Again ist nicht sonderlich schwer und verzeiht euch einige Fehler. Zudem kann an großzügig verteilten Dixieklos gespeichert werden.

Nach jedem Level kehrt ihr in den Wohnwagen zurück und könnt Spielewährung für kosmetische Items ausgeben, die Lebensenergie aufladen oder Travis’ Blogeinträge lesen. Zwischendurch müsst ihr euch leider immer wieder eine minimalistisch grün und schwarz dargestellte Graphiknovel anschauen. Diese ist so uninteressant, dass selbst das Spiel Witze darüber macht.

Es ist generell ein heikles Unterfangen, wenn ein Medium versucht, sich über sich selbst lustig zu machen. Ein Videospiel in dem Videospiele veralbert werden gehört sicherlich dazu! Allerdings schaffen es die Entwickler gekonnt Witz und Charme zu versprühen, ohne dass es allzu fremdschämig wirkt. Für einige Lacher und witzige Insidergags ist das Spiel definitiv gut!

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Voll auf die Zwölf

Doch noch einmal zurück zum eigentlichen Gameplay. Trotz all der vorgetäuschten Abwechslung besteht das Handling zu 90% aus dem aus den Vorgängern bekannten Hack&Slash-Gameplay. Oder anders ausgedrückt: schnetzelt ganze Horden von Gegnern möglichst elegant nieder. Optisch bieten die Gegnermodelle zwar einige Abwechslung, meisten verbergen sich dahinter allerdings die gleichen Bewegungssets mit anderem Skin. Einige eure Widersacher, wie Schildträger oder Selbstmordbomber sorgen dann aber doch dafür, dass das Spiel nicht zu einem monotonen Buttonmashing mutiert, sondern auch mal Spezialfähigkeiten zum Einsatz kommen. Bis zu vier davon könnt ihr gleichzeitig verwenden. Darunter Dinge wie Streuschuss oder Orbitallaser. Kombinationen sind auch möglich: Gas + Flamme = Boom! Zudem gibt es auch noch eine Aufladeattacke, bei der etwas Timing gefragt ist, will man währenddessen nicht getroffen werden. Apropos „nicht getroffen werden“: Travis muss die Batterie seines Elekroschwerts immer wieder aufladen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder schüttelt ihr einen Joycon oder ihr drückt einen Strick und wackelt an diesem. Beides funktioniert aber nur, wenn Travis sich nicht bewegt. In den sehr engen Kampfzonen ein sehr gewagtes Unterfangen.

War die Kamera in den ersten beiden Teilen noch relativ nah dran am geschehen, so steuert ihr Travis/Badman nun eher aus einer Top-Down-Perspektive. Dies sorgt zwar dafür, dass Details im allgemeinen Gewusel untergehen, der Übersicht kommt es jedoch zugute. Nur im Handheldmodus wirkt das Geschehen hingegen fast schon zu klein. Der Comiclook passt zur Switch wie die Faust aufs Auge. Optisch gibt sich der Titel so gut wie keine Blöße und auch die Anspielungen auf andere Games wie Resident Evil, Legend of Zelda oder Killer is Dead sind gelungen integriert.

 

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Bild 1 von 11

 

Getestete Version: Nintendo Switch

 

Unser Fazit

79 %

Man kann Travis Strikes Again: No More Heroes sehr zwiegespalten betrachten. Zum einen machen die permanenten Anspielungen auf andere Games und die aktuelle Popkultur allgemein sichtlich Spaß und man freut sich nach jedem Boss schon auf die Ideen, die die Entwickler im nächsten Level einfließen lassen. Andererseits verbirgt sich unter der abwechslungsreichen Oberfläche im Grunde ein stupides Hack'n'Slay-Game, welches glücklicherweise durch einzelne Mechaniken (Gegnertypen, Spezialfähigkeiten) vor monotonem Buttonmashing gerettet wird. Aus dem Ansatz der verschiedenen Spiele-im-Spiel wurde letztendlich zu wenig heraus geholt. Die farblosen Textwüsten hätte man sich zudem getrost sparen können. Wer jedoch Fan der ersten beiden Teile ist oder kein Problem mit simplen Hack'n'Slay hat, der wird trotzdem seine helle Freude haben. Elektroschwert geladen – Hirn auf Standby – Draufhauen!

Pro

  • + Gute Spielbarkeit
  • + Außergewöhnliches Spiel-im-Spiel Konzept
  • + Jede Mengen Gaming- und Popkulturreferenzen
  • + Kooperativ spielbar
  • + Handlung interessant

Kontra

  • - Zu wenig Abwechslung im Kampf
  • - Dröge, langweilige Textpassagen
  • - Bosse zu leicht mit Ladeattacken besiegbar

Unsere Bewertung

Grafik
 
82 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
87 %
Gameplay
 
75 %
Multiplayer
 
82 %
Spielspaß
 
78 %

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Hier im Forum als RONIN unterwegs. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Gamer. Als Multiplattformer auf jedem System zuhause.

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