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Trials Fusion – Test / Review

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Veröffentlicht 16. April 2014 | 0:01 Uhr von Manuel

Trials-Fusion-Logo

Immer wieder werden Arcade-Spiele belächelt. Sie haben mittlerweile aber Ihren festen Platz bei den Zockern weltweit, und das zu Recht. Man muss sich keinesfalls hinter großen Produktionen verstecken und zeigen immer wieder deutlich, dass man auch mit eher kleinem Budget richtig dicke Dinger erschaffen kann. Ubisoft zeigt genau das in reinster Form, mit ihrem neuen Trials Fusion. Ein Einstand in Sachen Next-Gen, und eine Weiterführung einer besonderen Beziehung zwischen Spieler und Controller. Welcome to the Next-Generation, Welcome Trials Fusion.

Fallende Helden

So überschwänglich die Einleitung eventuell sein mag, so wunderbar fängt sie doch genau das ein was Trials Fusion darstellen soll. Ubisoft bringt damit den ersten Ableger der kultigen 2,5 D Physikspielerei auf die Next-Generation Konsolen, und somit erstmals auch auf die PlayStation 4. Also sollten wir das gute Stück auch gebührend willkommen heißen, und unseren Handschweiß mit ihm teilen. Bis auf das die Materialqualität unserer Controllers uns scheiden möge. Denn vieles ist neu, noch mehr ist atemberaubend, aber im Kern gibt es viele Gemeinsamkeiten mit den direkten Vorgängern. Das ist in gewisser Hinsicht aber auch gut so.

Wer also eine Story sucht, der sucht eben eine Story, oder wartet auch gerne darauf. Denn Trials und Story, das kann man nicht miteinander verbinden. Fusion führt die kompromisslose Rennaction in die nächste Runde, und dazu bedarf man keiner langen Geschichten, wozu auch. Aber es ist vorteilhaft wenn man etwas Hintergrundwissen zu Trials Fusion hat, zum warum und wieso, zum woher. Das ist in ganz wenigen Worten formuliert, die Entwickler RedLynx geradezu perfekt getroffen hat. Die Trial-Helden sind in die nächste Generation aufgestiegen, aber auch da fallen sie wieder.

Trials-Fusion-Screenshot-06

Ein Herz für alle Sinne

Mit den Gedanken im Hinterkopf bekommt auch das stellenweise sehr mutige und nicht gerade alltägliche Design der Strecken eine ganz andere Beleuchtung. Mitunter sehr futuristisch gestaltet fragt man sich gerne mal wo man überhaupt gelandet ist. Neben den “normalen” Strecken in der Wüste, mitten in Schneestürmen oder auf abgelegenen Industrieanlagen jagt man sein Vehikel auch gerne mal durch stockdüstere Level, die gerade wegen der Parallelen auffallen. Denn zu schwarz passt doch wunderbar…na…genau, NEON! Ob nun die Begrenzung der Fahrwege oder mal die Felgen des eigenen Bikes, alles bietet in diesem Moment einen extremen Kontrast zum Dunkel. Sieht nicht nur stylisch aus, sondern macht auch irre Laune. Gerade wenn sich dann dazu noch die Strecke erst vor den eigenen Augen zusammenbaut und man erst gar nicht mehr weiß wo es hingeht, wo oben oder unten ist. Das Auge wird also sehr verwöhnt, nicht nur in solchen Momenten.
Ein anderes Beispiel ist dann z.B. eine besondere Strecke mit einem besonderen Gefährt, dem Quad. Eine ganze Episode mit mehreren Strecken ist dem Thema gewidmet, und auch hier wird Abwechslung in Reinform geboten. Am besten gefällt mir dabei eine Strecke im Sonnenuntergang. Während sich der Hintergrund, also der Horizont in fast schon perverses Orange vom Sonnuntergang hüllt, stehen sowohl Strecke als auch Quad und Fahrer im direkten Kontrast. Dieses Mal ist man selbst das Schwarze das auf dem Schwarzen vorankommen will. Gar nicht so einfach bei solchen atemberaubenden Momenten das Handling zu kontrollieren und sich nicht ablenken zu lassen. Gerade dann nicht wenn die untergehende Sonne mit Ihrer vollen Kraft die eigene Sehstärke für kurze Momente deaktiviert. Aber, ein großes Lob an RedLynx. Klar ist Trials Fusion auch nur wieder dieses 2,5 D Spiel wie seine Vorgänger, aber die Optik hat absolutes Next-Gen Potenzial, und lässt einen auch nicht mehr so schnell los. Wen interessieren da schon Auflösungsunterschiede zwischen Xbox One (900p) und PlayStation 4 (1080p). Es sieht einfach nur gigantisch aus und packt den Spielern bei seinen ganzen Sinnen, und so muss es doch sein.

Trials-Fusion-Screenshot-05

Ein physikalisches Statement

Wenn wir da schon bei den Sinnen sind. Ein Trials wäre kein Trials, wenn nicht die physikalischen Kräfte wären. Ein Cross-Motorrad beschleunigt eben wie ein Cross-Motorrad. Ein Wheelie ist keine Seltenheit, und nur durch beherztes Vor- oder Zurücklehnen lässt sich das in gewollte Bahnen lenken. Gerade bei den größeren Maschinen ist auch ein gefühlvoller Umgang mit Gas und Bremse und dem eigenen Körpergewicht des Fahrers sehr empfehlenswert. Noch deutlicher wird das physikalische Können während den Sprüngen, den rasanten Abfahrten oder dem Erklimmen von steilen Hängen. Wer in diesem Moment versteht, wie sich die Physik verhält, der hat eine unglaubliche Gaudi auf den Strecken. Wer nicht, na der fliegt eben auch mal auf eine der beiden Gesichtshälften. Aber dann heißt es aufstehen und nochmal versuchen. Fehler sind dazu da um daraus zu lernen. Hat man mal den Dreh raus, auch in den höheren Schwierigkeitsgraden, geht dann so richtig die Post ab. Das Geschwindigkeitsgefühl ist nicht von schlechten Eltern, und hat man mal die größeren Geräte der Maschinen freigeschaltet, bekommt auch der Spieltrieb kein Halten mehr. Unglaublich schnell vergeht da die Zeit, aber man will mehr von allem. Schneller, weiter, höher und das wenn’s geht immer wieder. Am besten die eigenen Rekorde,  die der Freunde oder gar der weltweiten Rangliste überbieten. Wenn’s läuft, dann läufts aber auch.

Trials-Fusion-Screenshot-04

Schöne, schwere Zeiten

Aber da kommt ein sehr erwähnenswerter Punkt ins Spiel, den gerade Fans von Trials aus dem FF kennen sollten. Wenn es läuft, dann kommt auch irgendwann ein anderer Schwierigkeitsgrad. Das sollte an sich nach den zahlreichen Rennen kein Problem sein, aber trotzdem ist hier oft der Hund begraben. Der Sprung von Mittel auf Schwer ist nicht nur so zu lesen, sondern der hat es in sich. Wer vorher noch alle Strecken in Gold und fehlerfrei absolvieren konnte, kann jetzt froh sein überhaupt noch Bronze zu bekommen. Das ist und bleibt auch ein großer Kritikpunkt. Die Schwierigkeit steigt stetig, aber manche Sprünge sind einfach nur unfair gehalten. Da bleibt nur zu hoffen, dass z.B. die Controller der Xbox One das auch auf Dauer mitmachen. Bei vielen Trial-Strecken geht es darum im richtigen Moment einen Bunny-Hopp zu machen, um Gegenstände zu überspringen und zu erklimmen. Das sieht in den Videos alles super easy aus, im wahren Spielerleben fordert genau das aber beinharte Nerven, und eben haltbare Hardware. Bissabdrücke dürften da sicher keine Seltenheit sein, eventuell auch tieffliegender Controller.

Trials-Fusion-Screenshot-03

Zeit für Abwechslung

Das sollte aber auch an sich das einzige Manko sein das auf Dauer etwas Kopfzerbrechen bereitet. Im Großen und Ganzen haben sich sowohl Ubisoft als auch RedLynx keine Blöße gegeben. Hier wurde wirklich am momentanen Limit entwickelt, und wenn man bedenkt, dass es sich wirklich nur um einen Arcade-Titel handelt, dann ist das schon mehr als großes Kino. Denn nicht nur für das technikversierte Herz wurde viel getan, sondern auch für die Abwechslung. Vier verschiedene Modi warten darauf gerockt zu werden, einer davon sogar im lokalen Mehrspieler. Dann jagen eben bis zu vier Spieler gleichzeitig über angepasste Strecken. Versprüht ab dem ersten Moment das gleiche Suchtpotenzial wie die Einzelspielerkarriere, macht aber noch mehr Spaß, gerade wenn man die bedienten Gesichter nach dem Rennen sehen kann. Wem dabei die vorgegebenen Strecken zu langweilig sind oder man einfach mal Lust auf was Neues hat, für den gibt es den Streckeneditor. Das ist eins zu eins dieselbe Maschinerie mit der die Entwickler die Strecken im Spiel zusammengebaut haben. Um sich damit zurechtzufinden braucht es natürlich seine Zeit, weil er einfach wahnsinnig umfangreich ist. Hat man aber mal sein Rezept gefunden kann man die abgefahrensten Strecken designen, und das für jeden Schwierigkeitsgrad. Auf fertigen Karten kann jeder beliebige Spieler weltweit eine neue Bestzeit setzen, die man dann selbst wieder überbieten könnte, wenn man denn will. Bewertungen geben zu jedem Zeitpunkt Auskunft darüber , wie die Map angenommen wird und wie machbar sie tatsächlich ist. Im Grunde ist der Editor aber einfach so vollgestopft, dass es schon fast einem Spiel im Spiel gleicht, quasi dem Trials Fusion Echtzeit-Simulator.

Koordinierte Stunts

Neue Zeiten sind sicherlich auch bei der Steuerung angebrochen, natürlich nur im Zusammenhang mit der komplett neu entwickelten Physik-Engine. Jedes Motorrad und auch Quad, bewegt sich am Boden wie auch in der Luft wie man es selbst will. Gerade wenn es um FMX Rennen geht, also Rennen in denen man mit einer professionellen Cross-Maschine möglichst perfekte Stunts abliefern muss, bemerkt man wie sensibel und genau man alles steuern kann. Jeder Trick erfordert viel Fingerspitzengefühl, bringt aber nach einer perfekten Landung eine unnachahmliche Befriedigung. Aber nicht nur mit dem FMX Gerät bekommt man Stunts hin, auf die mancher Profi-Fahrer im realen Leben neidisch werden könnte. Mit allen zwei- wie vierrädrigen Untersätzen kann man seinem Stuntfahrerleben perfekt nachkommen. Die Stunts selbst werden über den rechten Stick gesteuert, während der linke wie auch in den normalen Rennen für das Neigen zuständig ist. Saltos, also Flips, sind der Einstieg. Richtig geht’s dann los wenn man einen Superman-Flip landet oder den sogar mit zwei Umdrehungen perfekt zum stehen und landen kommt. Momente, in denen der ganze Frust den man gerade noch hatte wie Staub von einem abfällt. Der kann aber auch schnell wieder da sein, wenn man sieht welche Punktzahlen die Freunde erreicht haben, und man sich selbst immer wieder fragt “wie hat der das nur geschafft, das geht doch gar nicht”. Geht nicht, gibt’s nicht, wer viel erreichen will muss eben viel trainieren. So werden persönliche Anstrengungen,  immer wieder besser zu werden aber auch sehr oft belohnt, und man merkt selbst wie die eigene Fähigkeitskurve ansteigt. Es ist eben vieles wie im realen Leben, außer manchen Strecken, da ist kein Hauch von Realität zu spüren.

Trials-Fusion-Screenshot-02

Quietschbunter Humor

Das kann man fast auch so für die Möglichkeit hernehmen um sich selbst also den eigenen Fahrer zu personalisieren. Aus insgesamt sechs verschiedenen Outfits kann man sich seinen Favoriten auswählen. Der Anwärter ist dabei noch der bodenständigste und eventuell auch realistischste. Denn ob man wirklich im Outfit eines Minenarbeiters oder gar Superhelden über das Gelände jagt sei dahingestellt. Okay, da selbst die meisten Strecken samt Setting sehr fiktiv sind, wollen wir da mal ein grinsendes Auge zudrücken. Im Kern macht es Spaß sein virtuelles Ich quietschbunt auf einem ebenso quietschbunten Untersatz durch die Gegend zu jagen. Also wäre Kritik, die auch nicht wirklich ernst gemeint ist, hier sehr unangebracht. Allerdings wären noch mehr Möglichkeiten zum personalisieren von Fahrer und Gefährt sehr wünschenswert, aber wirklich zu wenig gibt es auch nicht. Dafür sind manche Verkleidungen oder Felgen nicht unbedingt mainstreamfähig. Der versteckte Humor übrigens, den man in manchen Punkten nicht übel nehmen kann, stammt von Entwickler RedLynx selbst. Oder was soll man sich dabei denken, wenn man im Ziel ankommt, der Fahrer mit dem Bike die Grätsche macht und mit seinem Kopf eine Explosion auslöst?! Danach kommen dann noch solche Sätze wie: Die Wetteraussichten für heute. Es ist wolkig mit der Möglichkeit von fallenden Motorrädern. Und das in dem Moment in dem man sich über die hart erarbeitete Goldmedaille freut, und das virtuelle Ich ohne mein Einwirken geradeaus über den Lenker fliegt, das Geländer auf dem Dach des Hochhauses durchbricht und kopfüber samt Bike in den Abgrund stürzt. Da muss man sich schon manche Träne vor Lachen verkneifen…

Unser Fazit

91 %

Es ist kein Wunder dass Ubisoft weiß was man am hauseigenen Entwickler RedLynx hat. Lassen doch genau die ein Arcade-Spiel zu einem Titel mutieren der es mit Vollpreistiteln aufnehmen kann. Und das bei einem deutlich niedrigeren Anschaffungspreis. Trials Fusion zeigt genau das was wir auf unseren Next-Gen Konsolen sehen wollen. Atemberaubende Optik, knackscharfe Details und ein völlig flüssiges Spielen. Der Sprung zur Realität ist augenscheinlich kaum mehr wahrzunehmen, und dennoch ist Trials Fusion eben ein Spiel. Das sollte auch gut so sein, denn viele der abgedrehten Ideen die man auf den virtuellen Strecken verwirklicht hat, würde man in der Realität niemals so zu sehen bekommen. Dafür fühlt sich das ganze Erlebnis der Raserei und der Heizerei über die sehr abwechslungsreichen Karten wie echt an, die Physik macht was sie soll und zeigt uns auch sehr gerne die Grenzen auf. Würde man nun noch die heftigen Sprünge bei den Schwierigkeitsgraden etwas humaner gestalten, könnte auch die Langzeitmotivation noch weiter wachsen. Aber so hinterlässt das oft einiges an Frust beim Spieler. Wer also nicht gerade als frustresistent gilt, sollte eventuell in einer Gummizelle zocken, um nicht einmal mehr seine Controller ungewollt zu zerstören. Alles in allem bleibt aber ein sehr großes Lob im Raum stehen. Tolles Spiel, ausgezeichneter Preis und wirklich tolle Arbeit die man geleistet hat.

Pro

  • + Sehr schicke Next-Gen Grafik
  • + Viel Abwechslung bei den Strecken
  • + Toller Soundtrack, aber fast nur Elektro
  • + State of the Art in Sachen Physik
  • + Viel versteckter Humor
  • + Perfekte Steuerung
  • + Hohe Langzeitmotivation, hoher Widerspielwert

Kontra

  • - Unterschied bei den Schwierigkeiten teilweise zu heftig
  • - Zu wenig fahrbare Untersätze (6 Stück)
  • - Leider nur lokaler Multiplayer

Unsere Bewertung

Grafik
 
92 %
Sound
 
88 %
Steuerung
 
91 %
Gameplay
 
89 %
Multiplayer
 
82 %
Spielspaß
 
90 %

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Ich bin ich. Videogamer mit Herz und Seele, der seinen Sport mindestens genauso liebt wie das Zocken. Auch ein gelungener Abend im passenden Kreis mit Freunden ist nicht zu verachten. Google+

Kommentare

  • Marc sagt:

    Wiederspielwert, nicht Widerspielwert :-) Ansonsten schönes Review :-)

  • Chris.W sagt:

    Da ist aber einer pingelich^^
    Denoch kann ich nur euch recht geben schöne Review und ich kann das gleiche sagen, vileicht nur noch das der Multiplayer, auch wenn er nur Lokal ist immerhin für 4 Spieler ist, und das der Editor Modus auch viel zu bieten hat.

  • Nicolas sagt:

    Der Schwierigkeitsgrad doch genau das Gute an Trials. Wenn alle so wären, wie die mittleren oder schweren Levels, wo bleibt denn da der Reiz? Die Lernkurve ist extrem hoch, schon seit Trials HD ist das so und das soll auch so sein. Trials ist eines dieser Games, dass der aktuellen Gaming Society trotzt. Zuerst zuckersüss, dann bitterböse. Das Spiel verlangt dem Spieler vollste Perfektion ab. Ganz nach dem Motto von Fisherman’s Friend: Sind sie zu stark, bist du zu schwach :D.
    Ansonsten schönes, wenn auch etwas langes Review :).

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