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Tropico 5 – Xbox 360 Test: Es ist wieder Zeit zu herrschen!

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Veröffentlicht 7. November 2014 | 9:00 Uhr von Sandra

Tropico-5-Screenshot

Die Tropico-Reihe ist erfolgsverwöhnt – genauso wie sein Herrscher El Presidente, der sich nur dann zufrieden gibt, wenn vor allem das eigene Konto gut gefüllt Sicherheit für die nächsten Jahre verspricht. Nach den PC’lern, die im Mai 2014 los herrschen konnten, folgen heute auch Xbox 360 Spieler, die jetzt die Gelegenheit erhalten in Tropico 5 das Zepter zu schwingen. Stellt sich bei dem Ganzen vor allem die Frage, ob Tropico 5 es schafft wieder etwas frischen Wind über die Insel wehen zu lassen, nachdem Tropico 4 2011 mit einer Flaute zu kämpfen hatte.

Alles wie immer auf Anfang

El Presidente ist stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht und zufrieden ist er erst, jedenfalls meistens, wenn das eigene Säckl gut gefüllt ist. Aber diesen Zustand zu gewährleisten ist gar nicht so einfach, denn das Eiland will regiert werden, die Bewohner brauchen Führung – in die eine, aber auch in die andere Richtung. Zuckerbrot und Peitsche beschreibt den Weg des Erfolges, denn hat der Inselbewohner am Ende trotz aller Widrigkeiten das Gefühl, dass es ihm gut geht, wird er auch El Presidente wieder seine Stimme geben. Eben ganz alltägliche Politik …

Wie gehabt kokettiert auch Tropico 5 einmal mehr mit Anspielungen und Parodien auf vorzugsweise Fidel Castro und die Rolle Kubas in der Weltpolitik. Das bekommt ihr meistens dann zu hören, wenn sich eure Berater oder auch der Inselfunk akustisch zu Wort melden. Humor ist Trumpf und dieser hat mitunter eine herrlich süffisante, gut pointierte tiefschwarze Farbe.

Mal wieder wird sozusagen aus dem Nichts begonnen, denn die Insel und seine Bewohner bedürfen Wohnhäuser, Fabriken, Farmen und derlei Gebäude und Einrichtungen mehr. Ihr, wie gewohnt in der Rolle des angehenden El Presidente, seid dafür verantwortlich und auch der Spaß darf natürlich nicht zu kurz kommen. Euer Volk soll schließlich nicht nur schuften und das Bruttosozialprodukt (und euer Schweizer Nummernkonto) satt füllen, sondern hin und wieder auch Spaß haben. Und während ihr dafür sorgt, dass das illustre Treiben auf eurer Insel nicht einschläft, sondern stetig angefeuert wird und sich flächendeckend der trügerische Mantel der Zufriedenheit darnieder legt, sorgt ihr ganz nebenbei auch noch dafür, dass ihr weltpoltisch besehen kein Konfliktfettnäpfchen mitnehmt. Und damit es nicht langweilig wird, habt ihr noch ein Auge darauf, dass sich die britischen Kolonialherren sich nicht zu sehr bei euch einmischen. Gelingt es euch die Balance zu wahren und habt ihr das Durchhaltevermögen, erreicht ihr auch – im wahrsten Sinn des Wortes – spielend die nächste Zeitepoche. Ganz nebenbei betreibt ihr hin und wieder noch Handel mit anderen Nationen, da ihr natürlich herzlich gerne eine nicht unbeträchtliche Menge beispielsweise gelb-gekrümmtes Obst zu fairen Preisen überlasst. Das hilft auf jeden Fall die eigene Unabhängigkeit zu wahren, denn derartige Aktionen spülen Gelder in die Kassen oder spucken brauchbare Boni aus.

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Wenn der Motor stottert

Habt eure getreuen Untertanten im Blick und seht zu, dass sie keinen Grund haben aufzubegehren. Ja, das manchen die sonst so herzigen Vasallen wahrlich gern. Streicht ihr beispielsweise Vergünstigungen, verknappt sich die Nahrung oder fehlt der Spaß an der Freude, mucken die braven Bürger ganz schnell auf. Sie stellen Forderungen und kriegen es dann sogar fertig, sich gegen euch zu stellen. Wollt ihr das wirklich zulassen? Nun, es wird sich nicht immer vermeiden lassen, dass die Bevölkerung Tropicos aufbegehrt und euch in Frage stellt. Aber wie schön, dass ihr Mittel und Wege habt, wie ihr das ganz fix unterbinden könnt. Die Opposition bestechen wäre unter Umständen eine Möglichkeit oder aber ein markantes, wichtiges Bauprojekt mit der nötigen Finanzspritze beschleunigen kann auch Wunder wirken. Erst wenn eure Trickkiste geplündert ist, solltet ihr auf das letzte Pferd, das Militär, setzen. Aber immerhin, wenn das ins Spiel kommt, spurt nicht nur der kleine Mann ganz schnell wieder.

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Herrscher basteln und durch die Epochen reisen

Seid ihr mit der Tropico-Reihe vertraut, werden euch – sicher sehr zur Freude – einige größere und kleinere Neuerungen als auch Verbesserungen über den Weg laufen. Der Dynastiebaukasten, eine Art Editor, gehört zweifelsfrei dazu. Dieser erlaubt euch das Zusammenbasteln eures Alter Egos mit, im Vergleich zum Vorgänger, mehr Möglichkeiten. Vor allem könnt ihr auch euren Nachwuchs bzw. eure Familie pimpen. Ob ihr dann bei den zur Verfügung stehenden Accessoires auf Ernsthaftigkeit setzt oder doch lieber dem Spaß freie Bahn lasst, wir sagen an dieser Stelle einfach mal nur Penneroptik oder Schnuller, sei euch überlassen. Jedes Familienmitglied könnt ihr, sofern ihr das wollt, auf eine bestimmte Position setzen. Eure Söhne sollen General oder Manager werden? Nur zu. Gut gefällt auch, dass ihr die Nachkommenschaft zur Wahl antreten und im weiteren Verlauf auch als Spielfigur übernehmen könnt. Sind die nötigen Finanzmittel vorhanden, könnt ihr euren Spross entsprechend aufleveln und auch in seine Hauptfähigkeiten investieren. Wer dann wohl das Rennen macht – insbesondere bei euch? Bleibt der Papa im Amt oder gebt ihr dem Nachwuchs die Chance?

Entscheidungen treffen steht per se an der Tagesordnung. Allein wenn es darum geht, was mit eingehendem Geld geschehen soll. Bunkern, auf dem eigenen Konto, versteht sich, oder doch lieber den regulären Weg gehen und beispielsweise Bauvorhaben der Kolonisten realisieren? Manches Mal in den sauren Apfel beißen kann am Ende die Oberhand bedeuten.

Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen – eine Devise, die mehr denn je sehr schwer in Tropico 5 wiegt und eine der deutlichsten Unterschiede zu den vorigen Teilen darstellt: Die verschiedenen Epochen. Wie bereits angerissen, sind es die Briten und ihre Kolonialisierung. Wer jedoch durchdacht wirtschaften, darf sich schon bald über das nächsthöhere Zeitalter freuen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Unabhängigkeit Tropicos. Aber Obacht, zu selbstständig zu sein, kann einen ganz schnell zu einem leichten Ziel für andere machen. Gratwandern heißt das Zauberwort und nicht zuletzt auch das für Tropico gern genommene doppelte Spiel, das euch am Ende euren ganz persönlichen Vorteil serviert.

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Paragraphenreiter

Auch Tropico 5 verfügt über ein Kampfsystem, welches jedoch einfach strukturiert und zu handhaben ist. Habt ihr den Punkt erreicht, da ihr euer Eiland für unabhängig erklärt und euch selbst zu El Presidente, womit ihr auch die Kriegsepoche erreicht, werden die Angreifer – in dem Fall die Krone – nicht lange auf sich warten lassen. Clever, wie ihr wart, habt ihr vorgesorgt. Obwohl ihr genug Vermögen habt, kam das Freikaufen von den Briten nicht in Frage, dafür habt ihr viel lieber ins Militär investiert. Kasernen sind das Zauberwort und sobald die Invasoren anrücken, machen sich eure Bediensteten von selbst auf die Eindringlinge abzuwehren.

Weiter die Macht zu behaupten steht auf dem Programm und wie könnt ihr das besser erreichen als mit einer ordentlichen Investition in die Forschung. Dazu wird weiter munter Handel getrieben und gelegentlich beweist ihr, dass Diplomatie nicht nur eine Begriffserklärung im Wörterbuch ist. Aber aufpassen, erweist ihr der einen Nation einen Gefallen, wird dies einer anderen garantiert sauer aufstoßen. Schafft ihr es irgendwie weitestgehend alle zu bedienen und euch großmütig zu zeigen, wird es am Ende euer Vorteil sein. Botschaftsgebäude und ihre Akteure tun das übrige. Stellt sich hierbei nur die Frage, wie ihr generell die Schwierigkeit in Sachen Außenpolitik als auch die Paramater weiterer möglicher Voreinstellungen vor dem Spielstart eingestellt habt. Macht ihr es euch einfach oder sucht ihr die Herausforderung?

Ganz nebenbei müsst ihr die Verfassung weniger achten, denn mehr erstellen. Mit dem Freispielen neuer Epochen gesellen sich auch neue Paragraphen hinzu, mit denen ihr das für euch und euer Eiland gültige Grundgesetzt zusammen bastelt. Medienkontrolle, Militärgewalt oder doch eher Richtung Freiheit und Liberalität? Es liegt bei euch.

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Hübsches „wenn-dann“-Prinzip

Seid euch auch bewusst, dass jede Entscheidung und jede Handlung direkte oder indirekte Konsequenzen nach sich ziehen, die sich sukzessive optisch bemerkbar machen. Wo Licht ist, fällt bekanntlich Schatten. Ihr seid erfolgreich mit euren Produktionsbetrieben und der Export blüht? Super Sache, aber spätestens im neueren Zeitalter angekommen, werden euch Umweltschützer auf den Pelz rücken. Und ja, richtig vermutet, das wird Geld kosten, vor allem für Investitionen in alternative Forschungen oder auch bessere, sauberere Kraftwerke und Co. Auch mit Tourismus kann man viel Asche verdienen. Allerdings muss dafür erst einmal Geld in die Hand genommen und Hotels als auch attraktive Freizeitangebote aus dem Boden gestampft werden.

Tropico 5 lebt vorzugsweise durch sein Angebot sich ausprobieren zu können. Es gibt viele Optionen und je nachdem, wie ihr euch entscheidet, werden sich die Folgen mehr oder weniger ausgeprägt offenbaren. Wer ggf. so etwas wie eine Story erwartet, sollte nicht zu viel darauf setzen. Geboten wird am Ende eine eher lockere Erzählweise, deren Ereignisse nicht wirklich Einfluss auf das haben, was ihr tut. Es gibt zwar Personen und damit verbundene ergänzende Quests, aber die spielen keine effektive Rolle. Final geht es für euch einfach nur darum, dass ihr erfolgreich jede Epoche meistert. Aber immerhin, und das gilt für den Story- als auch den freien Modus gleichermaßen: Wenn ihr etwas anstoßt, euch entscheidet etwas zu tun, dann hat es Konsequenzen.

Wem das allein zu langweilig ist, kann sich auch im neuen Mehrspielermodus austoben. Bis zu vier Spieler treten gegeneinander an und kämpfen um die Ressourcen auf der Insel. Alternativ könnt ihr euch auch einen Koop-Partner suchen und gemeinsam für blühende Landschaften sorgen.

Optisch muss sich Tropico 5 auch auf Konsole nicht verstecken. Frische, bunte Farben, detaillierte und liebevoll gestaltete Häuser, Bewohner und Landstriche und zu jederzeit übersichtlich präsentiert sich das Inselleben. Bestimmte Ereignisse werden, wie gewohnt, mit Textfenstern mitgeteilt. Eine durchaus altbackene, aber für die Serie einfach typisch gewohnt. Und ja, auch die Sprachausgabe, die als überzeugend beschrieben werden kann, kommt nicht zu kurz, die meistens auch mit zur Insel passenden Musik untermalt wurde. Die Steuerung gibt sich ebenfalls keine Blöße, auch wenn es etwas dauern kann, bis man sich mit allen Tastenbelegungen und Optionen vertraut gemacht hat. Vor allem für Einsteiger gilt an dieser Stelle „probieren geht über studieren“. Dazu tragen auch die Menüs bei, die zwar umfangreich vorhanden, aber stets übersichtlich gestaltet sind.

Unser Fazit

83 %

Tropico 5 macht auch auf Konsole alles richtig und die Xbox 360-Version ist eine gelungene Portierung der PC-Fassung aus dem Mai 2014. Vor allem die Steuerung, ein in dem Fall durchaus heikler Punkt, wurde gut angepasst und funktioniert einwandfrei. Spielerisch ist Tropico 5 genau das, was Fans der Reihe wünschen: Feinste Aufbausimulation mit vielen Möglichkeiten, ordentlichem Umfang, einer guten Priese Neuerungen und Verbesserungen als auch der nötigen Dosis Humor, damit das ewige schuften und wirtschaften am Ende nicht doch zu dröge wird. Vor allem das Spielen der verschiedenen Epochen mit all ihren Errungenschaften weiß zu gefallen und stellt folglich die beste Neuerung dar. Somit können wir konstatieren: Die Flaute ist vorbei, Tropicos Winde wehen wieder!

Pro

  • + verschiede Epochen
  • + gelungene Controller-Steuerung
  • + übersichtliche und informative Menüs
  • + Entscheidungen haben Einfluss auf Spielgeschehen
  • + viel schwarzer Humor
  • + ordentlicher Umfang
  • + gute deutsche Sprachausgabe
  • + atmosphärisch und charmantes Insel-Flair

Kontra

  • + Mehrspielermodus (nett, hätte es aber nicht gebraucht)
  • + Ereignisse werden nur mit Textfenstern dargestellt
  • + auf Normal für Kenner zu leicht
  • + gelegentliche Ruckler, vor allem bei vollen Städten

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
70 %
Spielspaß
 
85 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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