insidegames

Uncharted 4: A Thief’s End – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 15. Dezember 2016 | 16:53 Uhr von Marc Wunder

Uncharted-4-SP-screenshot-15

Bevor es Chloe und Nadine Anfang 2017 im ersten Story-DLC „The Lost Legacy“ nach Indien verschlägt, lassen wir Nathan Drakes letztes großes Abenteuer noch einmal Revue passieren.

Auf in ein neues Abenteuer

Eigentlich sollte es ein ruhiges Leben für Nathan und seiner Freundin Elena werden. Er arbeitet bei einer Bergungsfirma und hat mit der abenteuerlichen Jagd nach Schätzen nur noch wenig zu tun. Dies ändert sich allerdings schlagartig, als Nathans tot geglaubter Bruder Samuel auftaucht. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche des sagenumwobenen Piratenschatzes von Henry Avery. Mit Hilfe ihres alten Kumpels Victor Sullivan beginnt eine atemberaubende Schnitzeljagd quer durch Italien, Schottland und Madagaskar bis hin zum versteckten Piratenutopia Libertalia.

Abwechslung von der Schatzjagd bieten zwischendurch einige Kapitel, die aus der Kindheit von Nate und Sam erzählen. Hier nimmt sich Naughty Dog viel Zeit. um uns das Verhältnis der beiden Brüder näher zu bringen. Dafür ist leider der Bösewicht recht blass. Rafe Adler ist ein reicher Schnösel mit einer Söldnerarmee, der durch den Schatz noch reicher werden möchte. Kein Vergleich zu dem gefährlichen Kriegsverbrecher Lasarevic oder der charismatischeren Katherine Marlowe aus den Vorgängern.

uncharted-4-sp-screenshot-02

Wenig Neues, viel Feintuning 

Wer die Uncharted-Reihe schon kennt, wird sich gleich wie Zuhause fühlen. Tiefgreifende Gameplay-Veränderungen gibt es nicht. Warum sollte man aber auch ein perfekt laufendes System verändern? Neu ist der Enterhaken, mit dem man sich an Wänden und Objekten wie Ästen lang schwingen  oder auch Gegner attackieren kann. Apropos Gegner. Diese kommen nicht mehr ganz so in riesigen Massen vor, wie in Teil 3. Dafür sind sie wesentlich gefährlicher. Schon ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad ist ein bedachtes Vorgehen essentiell. Nicht nur weil Drake weniger einstecken kann als früher, auch koordinieren sich die Bösewichte besser und rufen bei Sichtkontakt Verstärkung. Im Gegenzug wurde ein Stealthsystem eingeführt, welches dem Spieler durch Symbole über dem Gegner anzeigt, wann dieser Verdacht schöpft oder Nathan entdeckt hat. Man kann nun auch Gegner markieren und sie so durch Wände hindurch verfolgen. Insgesamt  wurde der Actionanteil aber zurück gefahren und Gefechte werden (bis auf die letzten Kapitel) feiner dosiert eingesetzt.

Die Levels sind im Großen und Ganzen gewohnt schlauchig angelegt. Es gibt jedoch zwei Kapitel, die in etwas ausschweifenderen Gebieten spielen und per Jeep oder Boot bereist werden. Dies sorgt für Abwechslung, auch wenn es sich im Prinzip nur um Pseudo-Open-World handelt. Die Abschnitte sind sehr breit angelegt und mit Alternativwegen versehen.

Natürlich gibt es auch wieder jede Menge Logikrätsel zu lösen. Diese sind vom Empfinden her etwas einfacher, als in den Vorgängern. Echte Kopfnüsse sind nicht dabei, Spaß macht es trotzdem. Jäger und Sammler freuen sich abermals über Schätze und Reliquien, die es zu sammeln gilt. Damit kann man dann nicht nur Konzeptzeichnungen und Modelle freischalten, sondern auch Bildfilter und Cheats, wie etwas Zeitlupe beim Zielen.

Zum Glück wurde diesmal komplett auf übersinnliche Komponenten wie Zombies oder mystisches Baumharz verzichtet. Uncharted 4: A Thief’s End gibt sich hier wesentlich bodenständiger.

Natürlich ist auch ein Multiplayer-Modus mit an Bord, der mit unzähligen Spielvarianten, Levelsystem und freischaltbaren Gimmicks für langanhaltenden Spielspaß sorgt und stetig erweitert wird.

uncharted-4-sp-screenshot-05

Technik, die begeistert 

Was gleich sprichwörtlich ins Auge sticht: die Grafik. Einfach bombastisch, was hier auf der PS4 abgeliefert wird. Naughty Dog sind wahre Zauberer und sorgen ein ums andere Mal für offene Münder. Der Detailreichtum und die Animation sind atemberaubend. Bildqualität du Charakterrendering sind schlicht und einfach das Beste, was man bisher auf einer Konsole gesehen hat. Dies belegen vor allem die Echtzeit-Zwischensequenzen. PS4-Pro Besitzer dürfen das Spiel zusätzlich in 4K und mit feinen HDR-Effekten genießen. Die hervorragenden Licht- und Wassereffekte tragen zusätzlich zur Atmosphäre bei. Der implementierte Fotomodus ermöglicht es, spektakuläre Screenshots zu zaubern und diese mit unzähligen Effekten wie Filtern oder Tiefenunschärfen zu versehen.

Aber auch für die Ohren gibt es feinsten Hörgenuss. Die Soundeffekte sind stimmig, Waffen klingen satt und realistisch und der instrumentale Score ist fein dosiert, jedoch in den richtigen Momenten episch. Zudem ist die deutsche Lokalisierung durchgängig sehr hörenswert und passend – eine Seltenheit in der Gamingbranche.

Trotz aller Lobeshymnen muss man aber auch kleinere Schwächen erwähnen.

Punktabzüge gibt es bei den Ladezeiten. Uncharted 4: A Thief’s End ist an sich nahtlos gestartet, stirbt man jedoch oder lädt ein Kapitel neu, muss man oft bis zu einer Minute warten. Auch konnte Naughty Dog ihr 60-FPS-Versprechen von der E3-2014 nicht halten. Selbst das PRO-Upgrade bietet diese Option nicht. Die Schattenqualität lässt auch an einigen Stellen zu wünschen übrig und es kommt zur Artefaktbildung und leichtem Ghosting.

uncharted-4-sp-screenshot-17

 

Unser Fazit

92 %

Wer auch nur ein Fünkchen Interesse an 3rd-Person-Shootern hat, für den ist Uncharted 4: A Thief’s End definitiv ein Pflichtkauf. Das Gameplay wurde im Laufe der Reihe stetig verbessert und hat nun beinahe perfekte Spielbarkeit erreicht. Die Abenteuergeschichte ist spannend erzählt und bietet mit Nathan Drake einen der sympathischsten Protagonisten der Videospielgeschichte. Zudem ist die Technik (zumindest derzeit) die Speerspitze aller Konsolenspiele. Uneingeschränkt empfehlenswert!

Pro

  • + Spannende Abenteuergeschichte
  • + Sympathische Charaktere
  • + Grandios Grafik
  • + Toller Soundtrack, sehr gute deutsche Lokalisierung
  • + Abwechslungsreiches Gameplay
  • + Wechselnde, interessante Schauplätze
  • + Stetig erweiterter Multiplayer-Modus

Kontra

  • - Lange Ladezeiten
  • - Uninteressanter Antagonist
  • - Schwankende Schattenqualität
  • - Zu viele Gefecht in den letzten Kapiteln

Unsere Bewertung

Grafik
 
95 %
Sound
 
92 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
88 %
Multiplayer
 
88 %
Spielspaß
 
93 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Hier im Forum als RONIN unterwegs. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Gamer. Als Multiplattformer auf jedem System zuhause.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • uncharted 4 actionanteil

  • uncharted hdr Screenshot

  • langeladezeiten uncharted4


- ANZEIGE -


*