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Unepic – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 24. August 2016 | 14:39 Uhr von Marc Wunder

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Da möchte man während einer gemütlichen Pen&Paper-Runde mit seinen Freunden nur mal schnell aufs Klo, da geht plötzlich das Licht aus und man findet sich in einem gruseligen Schloss wieder. Genau das geschieht dem unfreiwilligen Helden in Unepic.

Gefangen in einem unheimlichen Gewölbe und von einem pseudosarkastischen Geist besessen, versucht man nun zu entkommen. Und so springt, kämpft und schießt man sich durch enge Gänge, düstere Kerker und lange Flure. Das Game gibt sich dabei auch keine Mühe, seine Anlehnung an das große Vorbild – Castlavania – zu verschleiern. Gespielt wird aus der klassischen 2D-Perspektive. Während man so Stück für Stück das Schloss erkundet, trifft man immer wieder auf Wege, die einem vorerst versperrt bleiben. So muss man später noch einmal hierhin zurück, nachdem man die zugehörigen Schlüssel oder magischen Objekte gefunden hat. Eine Karte hilft bei der Orientierung. In dieser werden auch wichtige Orte wie Portale, Shops oder Savepoints verzeichnet. Allerdings zeigt die Karte immer nur den größeren Bereich an, in dem man sich befindet, nicht jedoch die exakte Position. Deshalb kann man zusätzlich Fackeln entzünden, damit man genau weiß, welchen Gang man schon nach Schätzen durchsucht hat. Und davon gibt es reichlich. Neben Münzen, Zutaten und Tränken lassen sich auch jede Menge Waffen finden – Schwerter, Äxte, Speere, Streitkolben und Pfeil und Bogen. Diese sind gegen die Unmengen an Feinden auch bitter nötig. Denn während kleinere Gegner wie Schlangen und Fledermäuse allergisch auf kalten Stahl reagieren, so wollen gepanzerte Gegner mit dem Streitkolben bearbeitet werden. Zudem trifft man ab und zu auch noch auf bildschirmfüllende Bossgegner.

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Das Inventarsystem erinnert an klassische RPGs. Zudem sammelt man genretypisch Erfahrungspunkte und levelt auf. Später lassen sich auch Zauber verwenden. Unausgegoren wirkt das Waffensystem. Jede Waffe muss für sich gelevelt werden. Da man aber nun nicht weiß, was einen hinter der nächsten Ecke erwartet, versucht man natürlich immer, die einzelnen Gerätschaften gleichmäßig zu verwenden. Ob das im Sinne des Erfinders war? Zudem sind die Kämpfe völlig generisch und öde. Man beackert den Gegner per Button-mashing und sieht dabei zu, wie auf beiden Seiten die Lebenspunkte purzeln. Trefferfeedback oder gar –animationen sucht man vergebens. Ausweichmanöver gibt es auch keine und das Springen auf höhere Ebenen ist eine Qual. Zumindest der Schnellzugriff funktioniert tadellos. Hierbei lassen sich bis zu zwölf Gegenstände auf Slots ablegen, die man dann per Tastenkombination aufruft.

Grafisch bekommt man nicht viel geboten. Das Game könnte so auch auf dem SNES erschienen sein. Grobe Texturen, hakelige Animationen und die immer-gleichen Setpieces trüben den optischen Eindruck stark. Viel schlimmer ist allerdings der „Held“. Nicht nur, dass dieser sich wie ein totaler Idiot verhält und ihm die Situation scheinbar ziemlich egal ist, auch die Dialoge mit dem bereits angesprochenen Geist laden eher zum Fremdschämen ein. Das Spiel versucht auf Krampf witzig zu sein und wirft jede Menge querverweise zu anderen Spielen oder aus der Popkultur ein. Das ist ja per se nicht schlecht, allerdings sind die Gags so schlecht getimed, dass sie einfach nicht zünden. Zudem machen auch die deutschen Bildschirmtexte vielen Witzen einen Strich durch die Rechnung. Beispiel gefällig? Nachdem man die erste Schlange getötet hat, ruft der Protagonist in Anlehnung an Metal Gear Solid „Snake? Snake! Snaaaaaake…!“. Was wird in der deutschen Version darauf? „Schlange? Schlange! Schlaaaange…!“ – Haha, sehr lustig. Lieber schnell auf Englisch stellen.

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Unser Fazit

54 %

Klasse statt Masse. Das könnte die Devise von Unepic sein. Das Schloss ist riesig und es gibt jede Menge Schätze und Geheimwege zu entdecken. Leider krankt das Game an einem unerträglichen, pseudolustigen Protagonisten, einem unausgegorenen Kampfsystem und nervigem Waffenleveling. Zudem sehen viele Abschnitte und Schlossbereiche absolut gleich aus. Optische Abwechslung findet man selten. Natürlich könnte man dies damit entschuldigen, dass das ganze Game von einer Person erschaffen wurde. Allerdings kostet es eben auch Geld und ist keine kostenlose Smartphone-App. Genrefans dürfen gerne einen Blick riskieren und werden sicherlich auch ihren Spaß daran haben. Alle anderen lassen lieber die Finger davon. Denn alles was Unepic bietet, können die Vorbilder wie Castlevania wesentlich besser.

Pro

  • + großes Schloss
  • + viel zu entdecken
  • + gute Spielzeit
  • + RPG-Elemente und gutes Quickslot-System

Kontra

  • - Peinlicher Protagonist und Dialoge
  • - Optik altbacken
  • - unausgewogenes Kampfsystem
  • - repetitive Setpieces

Unsere Bewertung

Grafik
 
30 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
55 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
60 %

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