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Valhalla Hills: Definitive Edition – Test / Review

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Veröffentlicht 24. Juli 2017 | 16:22 Uhr von Alexander Winkel

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Mit Valhalla Hills betritt Entwickler Funatics altbekanntes Terrain. Als Siedler und The Culture Veteranen dürft es schließlich ein leichtes sein, ein klassisches Aufbau-Strategie-Abenteuer der alten Schule zu liefern. Wenn Egon, Grunhilde, Edoin und wie all die kleinen wuseligen Wikinger heißen mögen, wenn sie alle über den Bildschirm flitzen, Ressourcen schleppen und Werkzeuge wie auch Waffen schmieden, so lacht das Siedler-Herz. So putzig der Titel aber ist, kann er auch auf Dauer motivieren?

Ihr nehmt die Rolle des jüngsten Sprosses von Odin ein. Aufgrund nicht erfüllter Erwartungen wird Leko jedoch nach Midgard, also auf die Erde verbannt und muss sich die Gunst seines Vaters nun erst einmal wieder erarbeiten. Zusammen mit den Wikingern kämpf er als Baumeister und Gott um jedes bisschen Ruhm, um sein Volk und sich selber den Zutritt in die heiligen Hallen Valhallas zu verschaffen. Nett umrissen, warum wir als göttliche Hand nun das Schicksal der wuseligen Wikinger in die Hand nehmen und Befehle verteilen. Jedoch kümmert sich der Titel nach dem witzigen Vorspann nicht mehr um die eigentliche Geschichte. Mit jedem Start einer Karte werden wir immer und immer wieder vor dieselben Tatsachen gestellt, müssen eine Siedlung aufbauen, Kämpfer ausbilden und schlussendlich das Tor nach Valhalla öffnen. Damit ist der Sieg errungen und es geht anschließend ins nächste Abenteuer.

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Der Titel liefert uns dabei zwei, prinzipiell sehr ähnliche Spielmodi. Im freien Spiel bekommt ihr von Anfang an Zugriff auf alle Möglichkeiten, die sich bieten und könnt somit frei Schnauze darauf „lossiedeln“. Empfehlenswert vor allem für Einsteiger in das göttliche Handwerk ist jedoch die Serie an einzelnen Inselkarten. Hier nimmt uns Vahalla Hills bei der Hand und liefert erst nach und nach die komplette Variation an Spielmöglichkeiten. Schritt für Schritt, Sieg für Sieg lernt man neue Dinge kennen, welche dank eines ausführlichen Tutorials auch optimal erläutert werden. So bekommt ihr immer Infos zu den Bauten, die man neu hinbekommen hat, welche Ressourcen sich damit erarbeiten lassen und welchem Zweck diese dienen. Lediglich die Schriftgröße, ein gängiges Problem der PC-Portierungen auf die Konsolen, könnte etwas leserlicher ausfallen. Wer weit weg sitzt oder eben einen kleineren TV hat, wird die Augen zusammenkneifen müssen, um all die Informationen lesen zu können.

Am Anfang steht immer wiederkehrend der Aufbau einer Siedlung. Vom Monolithen aus werden zunächst immer die grundlegenden Ressourcen wie Holz und Stein abgedeckt. Die Wikinger schnappen sich das meist knapp bemessene Material um die ersten Holzfällerhütten, einen Steinbruch und ein passendes Sägewerk zu errichten. Anschließend kümmert man sich um einen Fischer, baut die Farm auf und sorgt dafür, dass es den Wikingern an nichts fehlt. Es werden Schlafstätten sowie eine warme Feuerstelle errichtet. Denn die Wikinger gehen auch mal ihren Bedürfnissen nach und schnappen sich was zu essen oder legen sich mal aufs Ohr, am liebsten mit einem Dach über dem Kopf. Irgendwann werden dann auch Kriegslager errichtet, das wuselnde Volk mit Axt und Bogen ausgestattet und damit der Rest der Insel erobert.

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Die Handhabe funktioniert mit einem Gamepad erstaunlich gut, zumindest nach einer kleinen Eingewöhnungsphase. Danach wählt man recht routiniert die entsprechenden Bauten, verschafft sich einen Überblick über sein Volk und kümmert sich um den Warenlauf in der kleinen Siedlung. Dabei könnt ihr die Spielgeschwindigkeit entsprechend anpassen, um nicht minutenlang auf den Bau des nächsten Gebäudes zu warten. Hin und wieder scheint der Cursor jedoch seinen eigenen Willen zu haben und manchmal ist die Navigation in den Menüs nicht mehr möglich. Dann hilft nur noch alles zu schließen und wieder neu zu öffnen. Ärgerlicher ist da schon die Handhabe mit Ressourcen und Bewaffnung. Nicht immer klappt der Warenkreislauf, trotz zusätzlicher Wege, Träger und Lager, die errichtet werden.

Vor allem das Ausstatten der Krieger ist gewöhnungsbedürftig. Bereits errichtete Lager können verschoben werden. Platziert somit die Truppen in der Nähe eines Waffenschmieds, damit sie sich die Äxte und Bögen auch holen. Von alleine kommen die Wikinger jedoch nicht darauf, sich für den Kampf zu rüsten. Truppenbewegungen sind ebenso gelöst. Nur dort, wo sich die Lager und somit hinzu gerufenen Krieger befinden, werden die Teile der Siedlung auch verteidigt. Wollt ihr in die Offensive übergehen, so müsst ihr die Lager entsprechend neu positionieren. Die kampfwütigen Wikinger werden dann automatisch in dieses Lager wandern und falls vorhanden, die diversen Feinde oder deren Bauten im näheren Umfeld angreifen. Das Tor zu Valhalla jedoch muss von Leko geöffnet werden. Die daraus entfliehenden Feinde könnt ihr vorab gutmütig stimmen, indem Altare errichtet und Ressourcen geopfert werden, oder es wird gekämpft, bis sämtliche Biester erledigt sind.

So wuselig und putzig Valhalla Hills jedoch in den ersten Stunden daher kommt und wirklich Spaß macht, hat es letztendlich leider auch Schwächen. Der Spielaufbau ist immer wieder derselbe. Aufgrund einer fehlenden richtigen Kampagne wird auch nicht darauf geachtet, dass der Spieler nach und nach mehr Erfahrung hat und sich prinzipiell gar nicht um die anfänglichen Belange kümmern möchte, jedoch mit jeder neuen Insel denselben Startpunkt erlebt. Abwechslung liefert nur der Zufallsgenerator und die Variation der Regionen. Wüsten erschweren den Nahrungsgewinn, dunkle Höhlen bieten selten viel Platz und Schnee und Eis fordern ebenso ihren Tribut. Leider sorgt der Generator auch oft dafür, dass der Startpunkt für eine Wikinger-Siedlung ungünstig bis nahezu unmöglich gelegt wird. Wenn meilenweit kein Platz für die Bauten ist, wird der Aufbau der Siedlung frustrierend.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

75 %

Nach vielen Stunden steht fest, dass Valhalla Hills mich doch angenehm lange bei Laune gehalten hat und der Aufstieg der kleinen Wikinger viel Freude bereitet. Mit klassischem Siedler-Konzept schafft man eine niedliche Wikinger-Welt, die dank zahlreicher Möglichkeiten im Bau der Siedlung durchaus unterhalten kann. Dies mag auch an der gelungenen, putzigen und mit Details gespickten Optik liegen. Die zufällig generierten Welten und zahlreichen Siedlungsgebiete sorgen zudem für die eine oder andere Herausforderung. Jedoch fehlt es an langanhaltender Motivation, vor allem wenn man sich die langwierigen Erfolge des Spiels anschaut, die mehrere hundert Spielstunden des sich wiederholenden Gameplays abverlangen. Es gibt keinerlei Kampagne, der Start einer neuen Karte artet immer und immer wieder in denselben Routinen aus und es fehlt auf lange Hinsicht doch die Abwechslung. So gut Valhalla Hills anfänglich wirkt, es mangelt an Spieltiefe und das letztendlich sorgt irgendwann dafür, dass man den Titel links liegen lässt. Immerhin hat es bei uns nahezu dreißig Stunden gedauert, bis wir an diesen Wendepunkt kamen. Diese dreißig Stunden waren mit viel Freude und Spaß verbunden.

Pro

  • + Stimmungsvolle und liebevolle Wikinger-Welt.
  • + Klassisches Siedler-Aufbauspiel mit durchaus ordentlichem Umfang.
  • + Prinzipiell ist die Handhabe auch auf den Konsolen gelungen und eingängig.
  • + Die Wikinger entführen uns viele Stunden und sorgen für Spaß und Freude.

Kontra

  • - Manchmal wird die Handhabe hakelig oder störrisch.
  • - Die Bildschirmtexte sind mal wieder arg klein gehalten.
  • - Mangels einer Kampagne startet jedes Abenteuer identisch mit demselben Aufbauschema.
  • - Auf Dauer wird der Titel dann doch monoton und langweilig, auch wenn der Zeitpunkt erst nach vielen Spielstunden erreicht ist.
  • - Der Zufallsgenerator sorgt oft für sehr ungünstige Startbedingungen.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
78 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
75 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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