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Valkyria Chronicles 4 – Test / Review

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Veröffentlicht 2. Dezember 2018 | 12:23 Uhr von Ewelyn

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Die Valkyria Chronicles-Reihe existiert nun bereits seit stolzen zehn Jahren und doch schien die Serie nie so richtig im Westen angekommen zu sein. Mit einem mittelmäßigen Erfolg vom Erstling und dem zweiten Teil für PlayStation Portable, blieb der dritte Ableger komplett Japan-exklusiv. Mit dem Remaster von Valkyria Chronicles vor vier Jahren bekam die Reihe die nötige und notwendige Anerkennung, um ihr fortbestehen im Westen zu sichern. Das Remaster hat den Weg für den vierten Hauptteil geebnet, bei dem man sich wieder auf altbekanntes und bewährtes besinnt. Sega versprach uns eine emotionale Geschichte, die keinerlei Vorkenntnisse der Vorgänger benötigen würde. Ob sie dieses Versprechen einhalten konnten und uns erneut die Schrecken des Krieges zwischen Europa und dem östlichem Kaiserreich zeigen konnten, erfahrt ihr in unserem Test zu Valkyria Chronicles 4!

Die Realität sieht dann doch anders aus

Zeitlich gesehen befinden wir uns, wie im ersten Valkyria Chronicles, noch im Jahr 1935 und spielen eine zum Klassiker parallel verlaufende Geschichte. Somit herrscht nach wie vor Krieg zwischen Europa und dem östlichen Kaiserreich. In Valkyria Chronicles 4 schlüpfen wir in die Rolle von Squad E, der 101.Division der Edingburgh Armee auf Seiten der Föderation, die unter der Leitung vom jungen Claude Wallace angeführt wird. Wir sind Teil der Operation Nordkreuz und der Plan besteht darin, die kaiserlichen Streitkräfte nach und nach zurückzuschlagen, um dadurch in die kaiserliche Hauptstadt eindringen und den Krieg somit beenden zu können. Doch auf dem Blatt Papier ist alles immer etwas einfacher als in der Realität. Das Spiel scheut sich nicht davor die Schrecken des Krieges zu präsentieren. So gehen die Vorräte der Nahrungsmittel und Munition nach und nach zur Neige, die Naturgewalten sind uns genauso wenig wohlgesonnen und der Tod sitzt einem doch ständig im Nacken. Durch diverse Blickwinkel soll uns der tobende Krieg näher gebracht werden und welchen hohen Tribut er am Ende fordert.

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Charmanter Stil mit Charakteren die einem ans Herz wachsen

Mit diversen kleinen Extras und Aufwertungen ähnelt das Gameplay und die Optik die der Vorgänger sehr. Doch das bedeutet nicht, dass es schlecht ist, denn durch die gut durchdachten Gameplay-Mechaniken und dem einzigartigem Aquarell-Stil sind die Szenen immer wieder schön anzusehen. Die Geschichte wird durch das noch leere Tagebuch von Claude Wallace erzählt, das jedoch immer mehr an Inhalt dazu bekommt. Innerhalb des Buches wird die Haupthandlung in eine Vielzahl von Kapiteln unterteilt, die sich aus mehreren Episoden zusammensetzt und somit die Geschichte erzählt und vorantreibt. Neben den ausgereiften Gefechten, haben die Entwickler auch viel Zeit und Mühe in die Charakterentwicklung von Squad E gesetzt. Durch Zusatzepisoden, Truppengeschichten und der charmanten englischen Sprachausgabe wachsen einem Haupt- und Nebencharaktere zunehmend ans Herz. Durch die bunte Mischung der einzelnen Charaktere wie dem zurückhaltendem Claude, dem dickköpfigem Raz, der besonnene Kai oder der aufbrausenden Riley sorgte man für eine spaßige Mischung, die in den schwierigen Zeiten die Stimmung auflockert, jedoch nicht ins alberne abdriftet.

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Ausgereifte Gameplay-Mechaniken mit gewissen Extras

Neben der zu erzählenden Geschichte existieren aber noch die Gefechte, die ausgetragen werden müssen. Zu Beginn einer jeden Schlacht habt ihr die Qual der Wahl, welche Soldaten ihr mitnehmen wollt. Mit nun inzwischen sieben unterschiedlichen Klassen wächst die Anzahl der Soldaten sowie die der diversen strategischen Möglichkeiten weiter an. Somit stehen euch die Aufklärer, Stoßtruppler, Scharfschützen, Lancier, Grenadier, Pioniere und Panzerkommandanten zur Verfügung. Wer die Vorgänger bereits gespielt hat, wird bemerkt haben, dass die Grenadiere neu hinzugekommen sind. Sie besitzen eine ähnliche Durchschlagskraft wie die Lancier, die allerdings hochgelegene Infanterie oder Gatling-Guns mit einem Bombenhagel angreifen können. Der Ablauf einer jeden Mission gestaltet sich rundenbasiert, da ihr eure Züge in Ruhe planen aber nichts mehr rückgängig machen könnt, sobald ihr die Aktion einmal bestätigt habt. Zu Beginn stehen euch und der gegnerischen KI eine gewisse Anzahl an Spielzügen zur Verfügung, die durch das Aufstellen von Soldaten mit einem höherem Rang variieren können. Mit den Aktionspunkten könnt ihr eure Soldaten und Panzer von Punkt A nach B befördern oder Befehle erteilen, die beispielsweise die Angriffskraft eines Soldaten erhöhen, einen gefallenen Kameraden vom Schlachtfeld befördern oder einen ganzen Spielbereich unter Artilleriebeschuss nehmen kann. Wenn ihr euch nun für einen Soldaten entschieden habt, solltet ihr die zwei Balken nicht aus den Augen lassen, die zum einen die Lebens- und zum anderen die Ausdauer-Punke darstellen. Der Ausdauerbalken gibt euch an, wie weit ihr euch noch bewegen könnt. Je öfter ihr ein und den selben Soldaten in einer Runde auswählt, desto weniger Ausdauer wird er zu Beginn des Zuges haben, sodass  ihr euch nicht nur auf einen Soldaten konzentrieren, sondern vielmehr in Truppen voranschreiten solltet. Auch wenn das Gameplay rundenbasiert ist, können euch eure Gegner in eurem Zug, sowie auch anders herum, unter Beschuss nehmen. Das kann jedoch von der Distanz, der Deckung und den diversen Sichtbehinderungen wie Nebel oder einem Schneesturm variieren. Zusätzlich sind die Soldaten mit sogenannten Potenzialen ausgestattet, die euch diverse Vorteile geben, wenn ihr sie beachtet und Nachteile, wenn ihr sie ignoriert. Einer unserer Soldaten hat beispielsweise das Potenzial „Einsamer Wolf“, dass ihn eine höhere Angriffskraft ermöglicht, sofern er sich allein fortbewegt. Doch mit in der Nähe aufhaltenden Truppenmitgliedern wird er wiederum nervös und dadurch verringert sich seine Genauigkeit.

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Dem Hauptquartier einen Besuch abstatten

Je nachdem wie tapfer ihr euch am Ende geschlagen habt, fällt die Beute einer jeden Schlacht eher üppig oder mager aus. Egal wie es ist, ihr erhaltet am Ende Erfahrungspunkte und Kriegsmittel, mit denen ihr im Hauptquartier eure Truppen aufwerten oder neue Gegenstände entwickeln könnt. Das Hauptquartier unterteilt sich in verschiedene Bereiche. Da hätten wir den Kommandoraum, in dem ihre eure Truppen festlegen und Ausrüstung für Soldaten und Panzer anpassen könnt. Dann kommt der Übungsplatz, bei dem ihr die erhaltenden Erfahrungspunkte verwerten und eure Klassen aufleveln könnt. Durch das hochleveln erhaltet ihr nicht nur Boni für eure Statuswerte, sondern schaltet neue Befehle und Potenziale frei. Befehle können auch in der ortsansässigen Kantine freigeschalten werden, wenn ihr einen gewissen Betrag an Kriegsmitteln dafür opfern wollt. In der Forschungs- und Entwicklungsanlage können wir unseren Panzermechaniker Miles besuchen und gemeinsam mit ihm an neuen Ausrüstungsgegenständen für Soldaten und Verbesserungen für unsere Panzer tüfteln. Zu guter Letzt können wir unser Privatquartier besuchen, in dem wir die dagewesen Tutorials nochmal Revue passieren lassen können, veröffentlichte Artikel der Zeitung nachschlagen und mehr Hintergrundwissen zu den einzelnen Charakteren erhalten, die in den Charaktersteckbriefen niedergeschrieben stehen. Wieder zurück im Buch-Modus können wir in der Haupthandlung weiter voranschreiten oder aber die optionalen Scharmützel in Angriff nehmen, wodurch neue Schlachten geführt werden können. Das dient einzig und allein dazu mehr Erfahrungspunkte und Kriegsmittel zu erhalten und diese sind notwendig, da der Schwierigkeitsgrad mit fortlaufender Geschichte immer mehr ansteigt.

 

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Getestete Version: PlayStation 4

Unser Fazit

88 %

Wir freuen uns, dass Sega sich dazu entschlossen hat den vierten Hauptteil im Westen zu veröffentlichen, denn uns hat Valkyria Chronicles 4 auf ganzer Linie überzeugt. Der Umfang ist mit all seinen Handlungen, Schlachten und Charakter-Events enorm und bietet alles, was man sich wünscht und übertrifft für uns den erfolgreichen Erstling der Reihe. Gerade Strategie-Fans können bedenkenlos bei dem Spiel zugreifen, wenn sie komplexe Spielmechaniken, tiefgreifende Charakterentwicklungen, eine sehr schön dargestellte Geschichte und dem bekannten Aquarell-Anime-Stil mögen.

Pro

  • + Alle Dialoge auf englisch oder wahlweise japanisch vertont
  • + Charmante Charaktere mit viel Tiefe
  • + Tiefsinnige Handlung, die zum Nachdenken anregt
  • + Bekannte Gameplay-Mechaniken der Vorgänger mit gewissen Extras
  • + Truppengeschichten geben den Nebencharakteren ein Gesicht
  • + Stimmiger Soundtrack
  • + Abwechslungsreiche und zunehmend fordernde Missionen
  • + Komplettes Spiel auf deutsch spielbar
  • + Entwicklungsforschung bietet enormen Umfang

Kontra

  • - Repetitive Missionsziele
  • - Geschichtsfluss wird durch die Tagebuchführung unterbrochen
  • - Freie Erkundungen nicht möglich

Unsere Bewertung

Grafik
 
89 %
Sound
 
84 %
Steuerung
 
86 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
91 %

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Newsjunkie des iG-Teams. Verehrerin des JRPG-Genres und leidenschaftliche Shooter-Spielerin.

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