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The Walking Dead: Michonne – Episode 1: Verwickelt und verstrickt Test / Review

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Veröffentlicht 7. März 2016 | 16:19 Uhr von Fabrice

The-Walking-Dead-Michonne-Telltale

Es war nicht ihr erstes Spiel aber es hat sie berühmt gemacht: die Rede ist natürlich von der ersten Staffel The Walking Dead von Telltale Games. Inzwischen sind sie weltbekannt und haben schon die verschiedensten, über alles geliebten Marken mit ihrem ganz eigenen Stil in episodische Spiele transportiert.

Jetzt ist es soweit, denn mit der dreiteiligen Miniserie The Walking Dead: Michonne kehren sie zum Universum zurück, dass sie ins Rampenlicht gebracht hat. Ob im Comic oder in AMCs TV-Serie, die katanaschwingende Michonne ist verständlicherweise eine der Lieblingsfiguren vieler Fans. Jetzt ist sie der Star ihres eigenen Spiels und wir haben uns die erste Episode der Trilogie auf der Xbox One angeschaut.

Von der Vergangenheit verfolgt

Zeitlich ist die Miniserie zwischen den Comicbuchausgaben 126 und 139 angesiedelt. In diesem Zeitraum verließ Michonne die Gruppe von Rick Grimes’ und bis jetzt war ihr Aufenthaltsort zu jener Zeit unbekannt.

Die Figur von Michonne ist nicht dafür bekannt viel zu reden oder eine gute Stimmung unter den anderen Überlebenden zu verbreiten. Sie ist eine ernsthafte und stoische Heldin die nicht davor zurück schreckt Zombies und Menschen gleichermaßen mit ihrem Katana ohne Gnade zu erledigen. Sie ist aber auch geplagt von ihrer eigenen Vergangenheit, welche sie nicht einfach zurücklassen kann.

Sie ist dabei nicht nur der Star der Serie sondern auch das absolute Highlight. Im Gegensatz zu vielen Hauptfiguren in Telltales Abenteuern, ist Michonne aus den Comics, worauf das Spiel basiert, eine eher ruhige Person in Gesprächen. Sie kann in Kämpfen so ziemlich allen das Wasser reichen, auch eine ganze Gruppe Zombies alleine zu erledigen ist für sie kaum ein Problem. Kommt es aber zu Gesprächen, ist Michonne das perfekte Medium für eine eher unfreundlichen oder zynischen Charakter. Im Gegensatz zu beispielsweise Lee Everett kauft man ihr es ab, wenn sie unfreundlich ist oder einfach auch einmal gar nichts sagt. Es passt gut zu Michonne als Spielfigur und es macht großen Spaß, dies auch zu erkunden.

Im Vergleich dazu sind die anderen Charaktere auf die man trifft, nicht wirklich interessant. Das könnte aber auch daran liegen, dass wir hier keine komplette Staffel bekommen. Die Crew mit der Michonne am Anfang der Episode unterwegs ist, ist das perfekte Beispiel dafür. Keine der Figuren erhält wirklich viel Zeit, wodurch sie auch kaum mehr als beliebige Nebencharaktere sind die gewisse Klischees erfüllen. Es gibt den gut gelaunten Optimisten, den Zyniker der alle Menschen für Böse hält und kein Vertrauen hat, und so weiter und so fort.

Es muss aber erwähnt werden, dass sich diese Miniserie anscheinend einen Fokus auf starke, weibliche Figuren legt. Auch außerhalb von Michonne selber, gibt es mehrere Frauen die den Anschein erwecken, dass sie in dieser apokalyptischen Welt durchaus auch ihre Frau stehen können. Dazu zählt die, zumindest in dieser Episode, Antagonistin, welche neben Michonne die interessanteste Figur ist und auch genügend Zeit und Raum erhält um sich zu entfalten.

Im Moment bleibt aber nichts anderes als abzuwarten, ob die drei Episoden ausreichen, um wirklich tiefe und spannende Figuren zu etablieren.

the-walking-dead-michonne-screenshot-01

 

Alles beim Alten

Wer schon einmal irgendeines von Telltales Adventure Games gespielt hat, wird sich auch hier wieder vollkommen wohl fühlen. Wie gewohnt liegt der Fokus auf Gesprächen mit anderen Figuren, wo es immer vier mögliche Antworten zur Auswahl gibt. Ebenfalls wie gewohnt ist die Einblendung, dass sich jemand an etwas erinnern wird. Aber noch mehr als in anderen Spielen der selben Art, fühlen sich diese Aussagen hier noch inkonsequenter an. Möglicherweise werden sie noch massiven Einfluss auf den späteren Spielverlauf haben, es ist aber zu erwarten, dass sich die meisten, zumindest in normalen Gesprächen, getätigten Aussagen nicht allzu groß auf den weiteren Spielverlauf auswirken werden.

Anders sieht es da bei den großen Entscheidungen aus, welche man ab und zu treffen muss. Besonders eine Entscheidung am Schluss der Episode bietet diese gewohnt angenehm unangenehme Gefühl, dass keine der Entscheidungen gut ist und man trotzdem eine auswählen will.

Gepaart ist das mit einfachen Erkundungsaufgaben, in denen man Gegenstände finden kann bzw. muss, um im Spiel voran zu kommen. Finde Objekt A um Tür B zu öffnen und so weiter und so fort. Das ist nicht wirklich spannend. Ähnlich verhält es sich mit den Kämpfen, welche in der Form von Quicktime Events ausgefochten werden. Werden die angezeigten Tasten bzw. Bewegungen mit dem Analogstick nicht richtig oder schnell genug gedrückt und ausgeführt, dann beißt Michonne ins Gras und es geht zurück zum letzten Kontrollpunkt. Wer schon Erfahrung mit Telltale hat, wird weder in den Kämpfen noch bei den Rätseln irgendwelche Probleme voran zu kommen. Die Story steht hier an erster Stelle, die Herausforderung weit dahinter.

Irgendwie unverständlich ist, dass auch The Walking Dead: Michonne noch mit den gleichen technischen Problemen zu kämpfen hat wie die erste Staffel der gleichen Serie. Viel zu oft kommt die Bildrate ins Stocken und trübt das Spielvergnügen. Ebenso kommt es immer wieder vor, dass die ansonsten hervorragende englische Sprachausgabe für einzelne Zeilen ausfällt und so Textstellen überspringt. Ansonsten sieht das Spiel richtig gut aus. Der Cel-Shading Stil passt perfekt zum Setting und bietet im Spielverlauf einige richtige coole Lokalitäten die es zu besuchen gilt!

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Unser Fazit

70 %

Wie der Name der Miniserie schon verrät, dreht sich hier alles um die ansonsten eher schweigsame Heldin Michonne. Sie ist auch der absolute Höhepunkt dieser ersten Episode. Der Rest des Auftakts fällt aber eher flach aus. Die weiteren Charaktere sind nicht allzu interessant, was aber auch an der fehlenden Zeit mit ihnen liegt. Das Gameplay ist und bleibt unverändert, was je nach Geschmack, gut oder schlecht ist. Es wird aber nichts gemacht, um die bekannte Formel aufzupeppen oder einen Schritt weiter zu machen. Deshalb ist diese erste Episode, eigentlich nur dank der Hauptfigur selbst, ein solider Eintrag in die scheinbar nie mehr endende Liste von Telltale Adventures.

Pro

  • + Interessante Hauptfigur mit Tiefgang
  • + Fokus auf starke, weibliche Charaktere
  • + Gute Cliffhanger die Lust auf mehr machen
  • + Tolle Cel-Shading Grafik

Kontra

  • - Technisch immer noch problematisch
  • - Die meisten Nebenfiguren sind wenig interessant
  • - Gameplay unverändert und gleich wie bei der ersten Staffel

Unsere Bewertung

Grafik
 
72 %
Sound
 
77 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
65 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
60 %

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