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Warhammer 40k: Space Marines – Review

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Veröffentlicht 21. September 2011 | 20:37 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 16. Januar 2013

Warhammer 40k Space Marine - 0007

Sich hinter dem Generalsschreibtisch zu verstecken war gestern. Mit „Warhammer 40k: Space Marine“ betreten die kanadischem Strategiespezialisten Relic Entertainment Genre-Neuland. Mit dem actionreichen „Space Marine“, müsst ihr als wackerer Hightech-Krieger an forderster Front wüten. Wie hart dieser Einsatz wirklich wird, verrät der große Test.

Vom Tabletop zum Videospiel

Wenn das Wort „Warhammer“ erklingt, muss man unfreiweilig an das legendäre martialische Tabletop-Spiel denken. Kleine Figuren, die man sich selbst zusammensetzen kann, bemalen und die eine nahe zu endlose Gestaltungsmöglichkeit bieten.  Auch meine Jugend wurde von Warhammer geprägt. Es hat einen heiden Spaß gemacht, sich seine eigene Spielwelt auf einer Holzspanplatte zu errichten und seine Armeen mit Acrylfarben zu bepinseln. Doch nicht nur auf dem Brett schlägt das Warhammer Franchise große Wellen, sondern auch auf dem Videospiele-Markt. Der erste Schritt machte 1993 der taktische Shooter „Space Hulk“ aus dem Hause Electronic Arts. Neben dessen Nachfolger „Vengeance of the Blood Angels“ aus dem Jahr 1995 und dem indizierten Ego-Shooter „Fire Warrior“ von 2003, der bereits schon über THQ vertreten wurde, besteht die Riege der Warhammer-Spiele jedoch bis heute in erster Linie aus Strategiespielen. Diese Vorherrschaft soll jetzt durch das Entwicklerteam der preisgekrönten „Dawn of War“-Reihe beendet werden. Relic Entertainment setzt die namensgebenden Elitesoldaten in einen knallharten Nahkampf-Shooter alá „Gears of War“ – Blutrausch inbegriffen.

Ich bin ein Space Marine

Wenn irgendein Universum die Film und Videospiele-Kultur geprägt hat, dann das Warhammer-Universum von Games Workshop: Unzählige Rassen, Geschichten, Figuren, Mythen und Religionen. Die Möglichkeiten aus diesem gigantischen Universum sich eine passende Geschichte zu saugen, ist nahe zu endlos. Dennoch speit Entwickler Relic „Warhammer 40k: Space Marine“ mit einer schwachen 08/15-Story ab.
Im 41. Jahrtausend hat die Menscheit den Weltraum erobert, zahlreiche Planteten wurden von den ehemaligen Erdlingen unter Beschlag genommen und dienen als Lebensraum für die gigantische Bevölkerung. Doch mit den neuen Eroberungen kommen auch etliche Gefahren einher, die das Menschenimperium bedrohen, wie die zerstörungswütige Orcs, die in Horden über ganze Planenten herfallen, um diese auszuplündern oder gar die ominöse Macht des Chaos, die mit ihren dem Wahnsinn verfallenen Krieger und blutdürstigen Dämonen die Menschheit bis an den Rand der Vernichtung treibt. Die letzte Hoffnung der Menschen sind die genetisch manipulierten Space Marines und so schlüpft ihr in die extradick gepanzerte Rüstung von Captain Titus, Mitglied des Ordens der Ultramarines, um die Industriewelt Graia vor der völligen Vernichtung der Orcs zu bewahren. Die haben es nämlich auf eine neu entwickelte Waffe des Imperators abgesehen, mit der sich ganze Planeten zerstören lassen. Nicht auszudenken, was alles passieren würde, wenn ein paar verblödete Grünhäute diese Waffen in ihre Pranken bekommen würden.
So schlüpft ihr also wieder einmal in Captain Titus und kämpft erneut gegen die Orcs, während das Chaos wie so oft die Strippen zieht. Die Spielmechanik ist simpel und eingängig: Ihr stampft durch die gigantischen Industriewelt, verhaut die bösen grünen Buben und sprengt das ein oder andere Gebäude in die Luft. Für etwas Abwechslung sorgen kurze Abschnitte bei dem ihr das Sprungmodul inklusive Riesenhammer zur Verfügung habt oder ein kurzer Ritt in einer Walküre gegen feindliche Raketenorcs. Das Ganze ist spaßig, besonders die Sprungmodul-Einlagen sorgen für ordentlich Action: Mit einem großen Kawumm donnern wir vom Himmel aus auf die Scharen an Gegnern und stiften dabei blutiges Chaos. Die Steuerung per Maus und Tastatur funktioniert bei diesen schnellen Aktionen größtenteils flüssig, ist jedoch ein klein wenig überladen. Im Menü lässt sie zum Glück per Knopfdruck die Steuerung auf einen Controller umstellen. Besonders der empfohlene Xbox 360 Controller funktioniert unheimlich gut und wertet die Steuerung auf.
Ihr schlagt euch durch die ewig gleichen Kulissen gegen die ewig gleichen Massen der Orcs. Eine gegnerische Vielfalt existiert so gut wie gar nicht. Am Anfang müsst ihr euch gegen Nahkämpfer und Boltereinheiten zur Wehr setzen und später kommen vereinzelnd größere Kollegen auf euch zu. Die Überbrückungen in den schlauchförmigen Levels werden mit ewig langen Aufzugsfahrten oder Passagen mit Schaltertüren überbrückt. Das ein echter Space Marine keine Rätsel löst, klingt sogar irgendwie plausibel. Das ganze Spiel zielt darauf ab, dass man sich in der Rolle eines Space Marine absolut wohl fühlen soll: Abwechslung, Umgebungen und alles andere, das kritische Geister vielleicht vermissen werden, wurden dem untergeordnet. Schade, dass der wahre Kern der Space Marines im Warhammer 40k Universum nicht in der Versoftung wiedergespiegelt wird. In wirklichkeit stellt der Space Marine eine intergalaktische faschistische Killermachine des heiligen Imperators dar, der nur eins kann – Befehle befolgen. Relic dagegen lässt Titus zum gutherzigen, selbstständig denkenden Ritter mutieren, der sich durch die Horden von Xenos schießt und schlägt. Gelegentlich stoplert man dem Tod in die Arme und ist der Gnade der Checkpoints ausgeliefert, die im gesamten Spiel gelungen verteilt wurden, aber häufiger kommt es vor, dass man 30 Orcs niedermäht, ohne auch nur ins Schwitzen zu kommen. Der Schwierigkeitsgrade in Warhammer 40k: Space Marine bietet von Leicht bis Schwer eine ordentliche Balance und sprechen alle Gruppen von Spielern an. Im letzten Drittel des Spiels zieht dir, ohne hin schon sehr durchsichtige Geschichte, noch einmal an. Kleine Intrigen werden gelüftet und die Fädenzieher kommen ins Spiel. Hier bei handelt es sich selbstverständlich um das Chaos, die samt frischen Gegnerarten etwas mehr Abwechslung in den sonst so grünen Verlauf bringen. Leider unterscheidet sich das Kampfverhalten der Chaos-Einheiten fast gar nicht von den plumpen Massen der Orc-Krieger, obwohl, wenn man der Tabletop-Vorlage glauben schenken darf, diese über taktische Eigenschaften verfügen. Deckungsfeuer, Neugruppierung oder ähnliches vermisst man bei den gegnerischen Chaos Space Marines und so geht das dumpfe Schlachten mit dem Kettenschwert weiter.

Technisch veraltet

Nach über vier langen Jahren Entwicklungszeit ist die verwendete Grafik in „Warhammer 40k: Space Marine“ deutlich angeschlagen. Zwar werden die Figuren sehr plastisch und mit vielen feinen Details präsentiert, dafür leidet die Kulisse stark unter Detailarmut. Gigantische leere Fabrikhallen, gigantische zerstörte Großstädte und gigantische Canyons, alles in einem Grau-Braun-Gemisch. Lediglich der wie bemalt wirkende Look der Rüstungen der Ultra Marines sorgt für etwas farbliche Abwechslung. Zwar passen die kalten, dystopischen Schauplätze zu dem Universum von Warhammer, dennoch hätte die große Vorlage etwas mehr optischen Freiraum geboten. Da retten selbst Echtzeitschatten und einige nett anzusehende Partikeleffekte die Kulisse vor der drückenden Langeweile. Fans wilder Zerstörungsorgien kommen aber dennoch nicht zu kurz: Hinter jeder Ecke kracht es mit effektreichen und ordentlich dargestellten Explosionen. Auch der Massenansturm an Gegnern kann sich sehen lassen, oft kämpft ihr gegen hunderte von Orcs gleichzeitig mit blitzenden Streitäxten und feurigen Flammenwerfern. Hier kommen zudem die gelungene Soundkulisse, inklusive blödsinnigen Grünhäute-Gequatsche, samt passend bombastischer Musikuntermalung hübsch zur Geltung. Ein Schnitzer in der fantastischen Vertonung bildet lediglich die stellenweise verbesserungswürdige deutsche Sprachausgabe. Die ohne hin schon magere Geschichte für Warhammer-Verhältnisse wird meist lieblos heruntergebetet. Besonders diverse Nebenrollen wirken oft stark emotions- und teilnahmlos. Wer dennoch mehr von dem Warhammer-Wissen aufsaugen will, der kann die sogenannten Audiologs suchen. Diese sind in der ganzen Welt verstreut und bieten etwas mehr Hintergrundwissen, auch wenn dies nicht wirklich die dünne Story ausfüllen kann.
Die Steuerung von Warhammer 40k: Space Marine ist stark an ein Controller-System angelehnt. Zwar kann man auch mit etwas Einspielzeit mit der Tastatur ordentlich das Kettenschwert schwingen, mit dem Controller ist die Bedienbarkeit aber deutlich flotter und vor allem übersichtlicher. Es ist nicht zwingend ein Controller für Warhammer 40: Space Marine anzuschaffen, die meisten Angriffe lassen sich mit wiederholtem Tastengehammer auch so ausführen. Wirklich nervig ist dagegen die Steuerung der Sprungmodul-Passagen.

Mehrspielerspaß?

Neben der ca. 10 Stunden langen Einzelspielerkampagne bietet Warhammer 40k: Space Marine auch zwei Multiplayer-Modi: »Auslöschung« ist ein schnöder Team-Deathmatch-Abklatsch und »Annektieren« ähnelt dem Modus der Strategievorlage Dawn of War 2. Während in Auslöschung alles sich um Kills dreht, müsst ihr in Annektieren Stützpunkte erobern und halten. Nach und nach erhaltet ihr Punkte, die einen gewissen Soll füllen müssen. Das ganze bietet nur kurzweiligen Spaß, besonders da die Gefechte bisher nur auf mageren fünf Karten ausgetragen werden, auf denen sich je acht Space Marines und Chaos Marines die Birne einschlagen dürfen. Um dem ganzen eine taktische Note zu verabreichen, hat Relic ein Klassensystem eingeführt. Zur Auswahl stehen euch der Taktische Marine mit Sturmbolter für die Front, der Devastor lichtet die Reihen mit seinem schweren MG und zu guter letzt wäre da noch der Raptor, der mit seinem Sprungmodul in die Gegner hüpft und zum Nahkampf greift. Durch den Rang, den ihr während des Mehrspielerfortschritts erreicht, könnt ihr neue Waffen, Perks und optische Verzierungen für eure Klassen freischalten. Das System motiviert, und die Online-Gefechte sorgen für einen kurzzeitigen Spaß, leiden aber unter dem mageren, überschaubaren Umfang.
Wer sich bis Mitte Oktober noch gedulden kann, darf sich auf einen Koop-Modus freuen. Zwar wird dieser nicht erlauben die Kampagne mit weiteren Mitspielern durchzuspielen, dafür aber mindestens im Hordenmodus für actionreiche Massenschlachten sorgen. Das besagte DLC soll übrigens kostenlos online erscheinen.

Unser Fazit

65 %

Nach über 4 Jahren Entwicklungszeit habe ich als Warhammer-Fan mir deutlich mehr erhofft, besonders da Relic Entertainment mit seiner Dawn of War-Reihe dem Franchise alle Ehre gemacht hat. Was leider rausgekommen ist, ist ein kurzweiliger, äußerst monotoner Nahkampfprügler mit einer schwachen Story. Dabei bietet das Warhammer 40k Universum mit seinen unzähligen Rassen und Geschichten doch mehr als genug an spannendem Material. Auch der versprochene fehlende Koop-Modus schmerzt, besonders da der Mehrspieler nur über zwei dürftige Modi, auf gerade einmal fünf Karten verfügt. Space Marine-Fans die schon immer einmal das Gefühl des Schlachtfelds hautnah erleben wollen, können gerne zugreifen, alle anderen sollten sich den Kauf zweimal überlegen.

Pro

  • detailverliebte Grafik
  • großartige (englische) Sprecher
  • brachiale Nahkämpfe
  • viele Details aus der Brettspielwelt
  • ordentlicher Singleplayer Umfang
  • Nah- und Fernkampf Action
  • viele Gegnerarten
  • umfangreiches Waffenarsenal
  • massig Gegner gleichzeitig
  • wenig Bugs
  • spaßiger Mehrspieler
  • perfekte Controller-Steuerung
  • Sprungmodul-Abschnitte
  • Nahkampf-Kombos

Kontra

  • veraltete Grafik
  • abwechslungsarmer Spielablauf
  • schwache Maus- und Tastatursteuerung
  • kein Koop-Modus
  • dünner Mehrspieler-Umfang
  • doofe KI-Begleiter
  • etwas belanglos Handlung
  • Charaktere bleiben blass

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
60 %
Spielspaß
 
70 %

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