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Warriors: Legends of Troy im Test

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Veröffentlicht 7. April 2011 | 12:56 Uhr von Miranda

Letzte Änderung 3. Mai 2015

Warriors Legends of Troy (1)

Die Ilias und der epische Zyklus wurden schon in vielen Medien erzählt. In Gedichten, Theaterstücken, Musicals, Romanen und Filmen beschäftigten sich schon die Menschen mit der altgriechischen Erzählung um die trojanischen Kriege. Mit “Warriors: Legend of Troy” liefert Koei Canada nun als “Dynasty Warriors”-Ableger die Videospielvariante dieser angeblich von Homer stammenden Epik der griechischen Mythologie ab. Kann der Spieler begeistert “This! Is! Troy!” rufen oder werden Pfeile seinen geistigen Himmel verfinstern? Und bleibt Koei den “Dynasty Warriors”-Fans troy, äh, treu?

Alles nur wegen Helena…
Es herrscht Krieg zwischen Griechenland und Troja. Seit der trojanische Prinz Paris die schöne Helena, die Frau von Menelaos, den Prinzen von Mykene, entführte, bekämpfen sich die einstigen Verbündeten. In einem verwirrend komplexen Hin und Her wechselt man im Laufe der Geschichte zwischen den griechischen Kämpfern Achilles, Odysseus, Ajax und Patróklos und den Trojanern Hektor, Paris, Penthesilea und Aeneas. Ein wenig waren die Entwickler wohl inspiriert von “Troja”, Wolfgang Petersens Verfilmung von 2004. So sieht z.B. Achilles im Spiel wie eine aufgepumpte Version von Brad Pitts Rolle im Film aus. Generell wirken die Hauptfiguren hünenhaft in “Legends of Troy”. Wie Riesen stehen die wichtigsten Charakten zwischen den Fußsoldaten und so wirkt manches Leveldetail von den Dimensionen falsch. Das tut aber dem Gameplay gut: So kann man auf einen Blick die gefährlicheren Gegner erkennen. Normalerweise schnetzelt man sich durch die Gegnerhorden wie Rasenmäher durch den vernachlässigten Vorgarten, doch auf den Schlachtfeldern begegnet man öfters eben größere Gesellen, denen man überlegter entgegen treten muss. Zudem begegnet man im Spiel regelmäßig saftigen Zwischengegnern, die man in einer (durch Soldaten abgesperrten) Arena besiegen muss. Hier muss man sein ganzes Repertoire wie Ausweichen, Blocken etc. ausnutzen, um nicht als Ragdoll im Staub zu landen. Ganz besonders fiese Zwischengegner lassen eher selten im Spielverlauf die Götter aus den Käfig, die es nicht sein lassen können sich in die Machenschaften der Menschen einzumischen. Mythologische Kreaturen verlangen das äußerste vom Spieler und werden fast immer über Quick Time Events endgültig zur Strecke gebracht. Hier lässt God of War freundlich grüßen.

Heldchen wechsel dich
In jedem Kapitel spielt man jeweils einen anderen der acht Hauptcharaktere. Das führt oft zu interessanten Momenten, in denem man zum Beispiel gegen den Charakter kämpft, den man grad eben selber noch steuerte oder sich gegen die Armee stellen muss, die man kurz vorher selber noch hinter die Festung schleuste. Nach gewisser Zeit aber verliert man einfach den Überblick wer nun mit wem Zoff hat oder was nun wen seine Beweggründe sind, um in die Schlacht zu ziehen. Das ist vielleicht der Vorlage verschuldet, trotzdem vermisst man eine Art Zusammenfassung oder Tagebuch, um seiner Erinnerung wieder auf die Sprünge zu helfen.
Die Geschichte wird am Anfang jeden Kapitels in Stile Rotfiguriger Vasenmalerei erzählt. Das ist unglaublich stimmig und passt obendrein natürlich hervorragend zur Epoche. Oft wird dann in klassische Rendersequenzen gewechselt, die zwar nicht die CGI-Abteilungen von Blizzard und Square Enix beeindrucken können, aber trotzdem ansehnlich sind und ihren Zweck erfüllen.

Schlachtenrufe
Die Grafik ist oberes Mittelmaß. Die Levels sind riesige Schlachtfelder auf denen sich Massen von verbündeten und feindlichen Söldnern bekämpfen. Um jedoch mit den Augenweiden eines Red Dead Redemption mithalten zu können, fehlen den Umgebungen die Details (Erwähnen wir lieber gar nicht erst die hässlichen, leeren Innenräume, da das Spiel gottseidank nur sehr selten den Spieler in ein Gebäude schickt, geschweige es ihn betreten lässt). Musik und Sound gewinnen keinen Oscar Bafta, erfüllen aber ihren Zweck. Das Kampfgeschrei der Armeen pusht das Adrenalin und die orchestrale Begleitung vergrault einem nicht aus dem Spiel, verleitet aber auch nicht dazu sich den Soundtrack auf den iPod zu laden.
Die englische Sprachausgabe ist gut und fällt niemals ins unfreiwillig Komische. Eine deutsche Synchronisation wurde nicht vorgenommen, aber immerhin gibt es Untertitel.

Dynastiekrieger á la Troja
Wer schon einmal einen der zahlreichen “Dynasty Warriors”-Titel gespielt hat, wird sich in “Legends of Troy” nicht fremd fühlen.
Riesige Levels? Check. Massen von Gegnern? Check.
Strategie-Elemente? Nope. Non-lineare Handlungsmöglichkeiten? Nada.
Nun gut, die Hardcore-Fans  werden doch enttäuscht die Nase rümpfen. Abgesehen von sich durch Unmengen feindlicher Truppen zu schnetzeln und gelegentlich Charaktere oder Kriegsgerät zu beschützen, hat dieser Ableger sonst nichts mit “Dynasty Warriors” zu tun. Man kann keine neuen Waffen oder Rüstungen oder kann auch nicht den Verlauf einer Schlacht beeinflussen. Einzig durch das Kaufen von speziellen Gegenstände kann man diverse vorgebene Werte des Charakters verändern. Zudem wird mit jeden getöteten Widersacher der sogenannte “Raserei”-Balken gefüllt, mit dessen Aktivierung die Spielewelt seine Farben dämpft und die jeweilige Figur sich effizienter durch Massen mäht.

Tonight we dine in hell
In Deutschland wurde das Spiel von der USK ab 18 freigegeben und erscheint ungeschnitten. Dezent fließt in Troja das Blut und gar im Raserei-Modus sind die Flecken auf dem Schirm schwarz statt rot. Stört nicht, rumfliegende Gliedmaßen würde ich als altertümlicher Kämpfer sogar recht lästig finden.

Unser Fazit

60 %

"Warriors: Legends of Troy" ist zwar eine umfangreiche Umsetzung der Ilias, ödet aber nach geraumer Zeit durch monotone Missionen an. Es gibt kaum Abwechslungen, die das Spiel auflockern, man macht eigentlich nichts anderes als sich durch Gegnermassen zu mähen. Trotzdem fängt das Spiel das Flair altgriechischer Mythologien gut ein. Wolfgang Petersen würde anerkennend nicken.

Pro

  • Umfangreiche Versoftung der Ilias
  • Präsentiert stimmungsvoll die Trojanischen Kriege
  • Massen von Gegnern
  • Riesige Level

Kontra

  • Immergleiche Missionen
  • Wiederholendes Gameplay
  • Keine tiefergehenden Strategie-Elemente
  • Die Geschichte wird so komplex, dass man schlicht den Überblick verliert.

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
50 %

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Kommentare

  • Ein Rasenmäher in Troja sagt:

    [...] Text erschien ursprünglich auf insidegame.ch, unter Verwendung eines von Tecmo Koei bereitgestellten [...]

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