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What Remains of Edith Finch – Test / Review

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Veröffentlicht 6. August 2017 | 17:51 Uhr von Fabrice

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Der Tod hat einen merkwürdigen Stellenwert in Spielen. Als Protagonist hat das Ableben meistens keine oder zumindest kaum gravierende Konsequenzen. Man spawnt wieder ins Spiel, lädt den letzten Kontrollpunkt oder muss im schlimmsten Fall zur eigenen Leiche zurück, um Erfahrungspunkte oder Loot wieder einzusammeln. Selbst wenn es Permadeath gibt, ist höchstens eine Runde oder ein Versuch vorbei und niemand hält einen davon ab ein neues Spiel zu starten.

What Remains of Edith Finch, für PC und PS4 schon länger erhältlich und auf der Xbox One gerade erschienen, dreht sich hauptsächlich um den Tod. Obwohl dieser das Hauptthema ist, spielt er gleichzeitig auch nur eine Nebenrolle. Auf der Xbox One haben wir für uns selber heraus gefunden, was von Edith Finch übrig geblieben ist.

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Auf der Familie Finch liegt ein tödlicher Fluch, zumindest glauben das die Familienmitglieder selber. Viele Finches sterben nämlich nicht nur viel zu jung, sondern oft unter merkwürdigen Umständen. Die letzte Überlebende ist die 18-jährige Edith Finch. Als ihre Mutter verstarb, hinterließ sie Edith einen Schlüssel für das Familienanwesen. Um herauszufinden was genau mit ihren Verwandten passiert ist, macht sie sich auf zum Anwesen, um dort nach Spuren aus der Vergangenheit zu suchen. Im riesigen, verwinkelten Haus findet Edith Notizen und Tagebücher ihrer Familie, welche Aufschluss über deren Leben und unweigerliches Ablegen.

What Remains of Edith Finch ist eine Sammlung bestehend aus Kurzgeschichten, die nach und nach die Geschichte einer außergewöhnlichen Familie erzählen. Jede dieser Kurzgeschichten dauert etwa zwischen fünf und fünfzehn Minuten. In diesen wenigen Minuten erhält man nicht nur einen überraschend tiefen Einblick in das Leben und die Gefühlswelt eines Menschen, sondern auch die letzten Minuten ihres Lebens. Was sich im ersten Moment unglaublich deprimierend anhört, schafft es noch viel mehr Gefühle auszulösen.

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Es ist unmöglich ohne Spoiler genau zu erklären, wieso die Geschichte der Finches so einzigartig und so verdammt gut ist. Deshalb nehmen wir eines der kürzeren Segmente als Beispiel und halten uns dabei natürlich so vage wie möglich.

!Achtung Spoilerwarnung!

Der kleine Greg ist eigentlich vor gar nicht allzu langer Zeit erst auf die Welt gekommen. Die Tatsache, dass wir die Kontrolle über ihn haben, spricht dafür, dass er nicht mehr allzu lange unter uns verweilen wird. In der kurzen Zeiten in der wir in der Haut von Baby Greg stecken, erleben wir die Welt aus seinen Augen. Dadurch wird aus einer ganz alltäglichen Aktivität mit einem Schlag so viel mehr.

!Spoilerwarnung vorbei!

Was dieses Spiel ausmacht ist die clevere Kombination von Gameplay und Story. Obwohl man What Remains of Edith Finch generell durchaus bei Walking Sims einordnen kann, ist mehr als man sich unter diesem Begriff vorstellt. In jedem anderen Medium würde es nämlich nicht so gut funktionieren wie als Spiel. Der im Spoiler erwähnte Abschnitt kann seine emotionalen Momente nur ausspielen, weil wir als Spieler mittendrin stecken. In einem Buch oder Film hätte die genau gleiche Szene weniger Aussagekraft, da wir nur als unbeteiligter Zuschauer dabei wären.

Jede Kurzgeschichte schafft es immer wieder aufs Neue andere Gefühle auszulösen. Sie alle sind spielerisch und erzählerisch unterschiedlich, weshalb sie nicht langweilig werden. Das Pacing ist exzellent gelungen. Auf jede Erkundung des Hauses folgt eine neue Geschichte, welche spielerisch wieder etwas Neues auf den Tisch bringt.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

85 %

What Remains of Edith Finch ist ein cleveres, einzigartiges und fantastisches Erlebnis, dass kaum mit Worten beschrieben werden kann. Es gehört zweifelslos zu den besten Vertretern des Genres und sollte auf jeden Fall erlebt werden. Denn Edith Finch muss persönlich erlebt werden. Bilder, Worte und Videos können dem Erlebnis nicht gerecht werden. Es ist ein eher ruhiges Spiel, dass zum denken und fühlen anregt. Was es versucht auszulösen und zu erreichen, tut es mit Bravour und Klasse. Alle die mit diesem Genre etwas anfangen können, dürfen es auf keinen Fall verpassen.

Pro

  • + Spannende Geschichte mit interessanten Charakteren
  • + Gelungene Kombination aus Gameplay und Story
  • + Driftet nicht in Klischees oder ähnliches ab

Kontra

  • - Wer nichts mit dem Genre anfangen kann, wird auch hier kein Fan

Unsere Bewertung

Grafik
 
78 %
Sound
 
84 %
Steuerung
 
88 %
Gameplay
 
82 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
96 %

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