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Wondershot – Test / Review

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Veröffentlicht 8. März 2016 | 15:27 Uhr von Niko Kaack

Letzte Änderung 24. August 2016

Wondershot

Wondershot ist ein Top-Down-Shooter des kleinen französischen Entwicklers Leikir Studio. Schon seit Ende Februar dieses Jahres können sich hier launige Gefechte auf PC, PS4 oder Xbox One geliefert werden.

Die Story von Wondershot ist schnell erzählt. Sehr schnell, denn es gibt gar keine. Das einzige, was hier zählt, sind Geschwindigkeit und Präzision. Im Single-Player gilt es, sowohl gegen KI-Gegner als auch gegen die unerbittlich tickende Uhr zu bestehen, während man sich seine Gegner im Multiplayer ganz genau aussuchen sollte. Denn da es keinen Online-Modus gibt, müssen die Gegner und / oder Coop-Partner sich allesamt auf der heimischen Couch einfinden.

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Gut gerüstet in die Schlacht

Um überhaupt erst einmal die Spielmechaniken kennen zulernen, gibt es ein Tutorial. Hier lernen wir die vier verschiedenen Waffen kennen, mit denen wir uns dann später auf die Schlachtfelder begeben werden. Und zwar können wir unsere Gegner entweder mit Pfeil und Bogen, mit einem Bumerang, einer Steinschleuder oder einem großen Hammer das Fürchten lehren.

Jede dieser Waffen lässt sich per einfachem Tastendruck normal abfeuern oder per Halten der Taste für eine Spezialattacke aufladen. Außerdem hat jede Waffe spezielle Eigenschaften, die im Kampf taktische Raffinessen zulassen. Der Bogen z.B. schießt auf relativ große Distanz und der Pfeil lässt sich per Spezialattacke stark beschleunigen. Die Geschosse der Schleuder können durch Abprallen an Gegenständen auf den Schlachtfeldern ihre Richtung ändern und der Bumerang kehrt zu seinem Werfer zurück. Durch schnelles Ändern der eigenen Position kann man so für die Gegner völlig unerwartete Flugbahnen erzeugen. Der Hammer als einzige Nahkampfwaffe scheint zunächst benachteiligt, jedoch lassen sich mit seiner Hilfe Hindernisse wie Zäune oder Hecken überwinden. Diese bleiben für alle anderen Kämpfer undurchlässig. Bewegen können wir uns übrigens mit dem linken Analogstick und per Knopfdruck können wir gegnerischen Attacken ausweichen. Weitere Manöver wie Springen oder Ducken sind nicht möglich.

Haben wir erste Erfahrungen mit allen Waffen und deren Funktionen gesammelt, kann es auch schon losgehen. Da nicht auf Anhieb Mitspieler aus dem Ärmel geschüttelt werden konnten, ging es statt ins Battle erst einmal in das Adventure. Hier fiel die Wahl auf den Challenge-Modus, in dem der Spieler allein auf dem Schlachtfeld steht und unterschiedliche Aufgaben zu Lösen bekommt. Beispielweise müssen sich schnell bewegende Bälle mit Pfeil und Bogen getroffen werden oder es gibt langsam rotierende Würfel, die im richtigen Moment mit der Schleuder getroffen werden müssen, damit die Geschosse im richtigen Winkel abprallen und schließlich die Ziele treffen. Manchmal muss man hier einfach eine bestimmte Anzahl an Zielen treffen und platziert sich dann anhand der hierfür benötigten Zeit in einer Rangliste. Ein anderes Mal Läuft die Zeit rückwärts und für jedes getroffene Ziel gibt es ein paar Bonus-Sekunden. Dann geht es so lange auf die Jagd, bis die Uhr abgelaufen ist und die Anzahl getroffener Ziele bestimmt die Platzierung.

Diese Herausforderungen starten recht gemütlich, ziehen dann im Schwierigkeitsgrad aber schnell stark an, so dass man schon ein gewisses Maß an Frustresistenz und Motivation zum Bestehen mitbringen muss. Denn ist man mit Geschick und Tempo nicht genau auf dem Punkt, dann sieht man seinen kleinen Krieger nur allzu oft das Zeitliche segnen.

Neben dem Challenge-Modus bietet das Adventure auch noch Endlosschlachten. In diesen bieten wir entweder allein oder mit Freunden gemeinsam einer nicht endenden Flut an Gegnern die Stirn und müssen uns so lange wie möglich deren Angriffen erwehren.

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Kern und Herz des Spieles sind jedoch ganz klar die Multiplayer-Schlachten 

Jeder der bis zu vier Teilnehmer entscheidet sich vor dem Kampf für eine von vier Figuren. Hiermit bestimmen wir nicht wie von uns erwartet die Waffe, mit der wir unseren Rivalen entgegentreten, sondern lediglich die Farbe, mit deren Hilfe wir uns auf dem Bildschirm wiederfinden. Die Waffen werden uns zufällig zugeteilt, als allererstes müssen wir also genau aufpassen, womit wir uns überhaupt ins Getümmel stürzen. Jeder Waffentyp ist dabei nur einmal vertreten, in einem Spiel zu viert gibt es also jeden Typ genau einmal. Und ebenfalls zufällig zugeteilt wird die Karte, auf der das Spektakel sich abspielt. Diese sind sehr vielfältig gestaltet und bieten mal Vor- und mal Nachteile für jede Waffe. Auf einer Karte mit vielen Hecken kann der Bogen seine Reichweite nicht ausspielen, während der Spieler mit dem Hammer kurzerhand durchs Gebüsch prescht und so aus dem Hinterhalt angreifen, sich aber auch schnell vor feindlichen Geschossen in Sicherheit bringen kann. Auf manchen Karten gibt es zusätzlich noch Portale, durch die wir unseren Kämpfer blitzschnell von einer Seite der Karte auf die andere bringen können. Doch die Geschosse können diese Portale auch allein durchqueren, so dass wir nicht selten von jemandem zur Strecke gebracht wurden, der gerade vor uns davon lief und vorwärts auf ein Portal zielte – das Geschoss tauchte dann hinter uns auf und traf uns im Rücken.

Zu jeder Zeit haben wir die gesamte Karte auf dem Bildschirm, so dass wir die Chance haben, alles zu verfolgen, wass sich so zwischen den Kontrahenten abspielt. Und das ist auch wichtig, denn ein ganz zentrales Spielelement ist die Tatsache, dass jeder nur ein einziges Geschoss hat. Trifft dieses ein Ziel, bekommt der Schütze es zurück. Geht es jedoch daneben und bleibt auf dem Boden liegen oder in einem Hindernis stecken, so heißt es schnell hinlaufen, um es wieder einzusammeln. Und einsammeln darf es jeder, also ist es gut möglich, von seinem eigene Pfeil erlegt zu werden, wenn jemand anders ihn uns vor der Nase weggeschnappt hat.

So arteten gerade die ersten Schlachten in ein ziemlich unübersichtliches und konfuses Gewusel aus, dem jegliche Taktik und scheinbar auch Kontrolle fehlten. Mit der Zeit wurden die Attacken und Ausweichmanöver dann immer geschickter und effektiver. Dennoch dauerte keine Partie länger als eine Minute, auch weil nicht immer nur geplante Aktionen zum Ziel führten. Auf den kleinen Karten passierte es häufig, dass jemand unachtsam in ein Geschoss hinein lief, das eigentlich für jemand anderen bestimmt war.

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Unser Fazit

73 %

Wondershot ist ein tolles Party-Spiel. Mehr als einmal drängten sich uns Parallelen zur Wii auf: Mit bis zu vier Spielern starren wir gebannt auf den Bildschirm und schon nach kurzer Zeit steht ein Sieger fest. Doch bevor dieser sich lange feiern lassen kann, ist der nächste Kampf schon wieder in Gange, und den wird wahrscheinlich jemand anderes für sich entscheiden können. Das macht unheimlich viel Spaß. Doch der Spaß hält nicht allzu lange an. Wondershot ist nichts für einen langen Spieleabend, eher etwas für Zwischendurch. Wenn mal nur eine halbe Stunde zur Verfügung steht, wenn man zwischen aufreibenden Spielesessions eine kleine Verschnaufpause braucht oder schlicht und einfach wenn man mit ein paar Freunden und ein paar Bierchen beisammen sitzt, dann spielt Wondershot seine Stärken aus und sorgt für großartige Unterhaltung. Allein jedoch ist es schon eher mühsam, sich den schwierigen Herausforderungen zu stellen. Um alle Aufgaben zu meistern, muss man sich schon sehr intensiv mit der Steuerung auseinandersetzen, die Karten am besten auswendig kennen und darf sich beim Abschießen der Ziele keine Fehler erlauben. Dies ist dann eher die Pflicht im Gegensatz zur Multiplayer-Kür.

Pro

  • + leichter Einstieg, man kann ohne Vorbereitung sofort Spaß haben
  • + sehr einfache Steuerung
  • + niedliche, ansprechende Comic-Grafik
  • + schnelle Schlachten sorgen für das Eine-Runde-geht-noch-Gefühl
  • + niemand wird bevorteilt, da Waffenverteilung und Karte zufällig sind

Kontra

  • - keine Langzeitmotivation
  • - Herausforderungen können schnell für Frust sorgen
  • - Multiplayer-Schlachten nur offline möglich

Unsere Bewertung

Grafik
 
77 %
Sound
 
69 %
Steuerung
 
74 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
92 %
Spielspaß
 
76 %

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Kommentare

  • BlackBetty466 sagt:

    Vielen Dank auch nochmal an Maike und Jörg für die Unterstützung beim Test der Multiplayer-Schlachten ;-)

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