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World of Warcraft – Warlords of Draenor Test / Review

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Veröffentlicht 18. Dezember 2014 | 18:18 Uhr von eJUNKI3

Letzte Änderung 27. April 2015

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Das lang erwartete Add-on zu Blizzards World of Warcraft ist nun ein paar Wochen auf dem Markt und versüßte dem genrestarken MMORPG den 10. Geburtstag. Nachdem die Probleme zum Launch des Titels nun größtenteils Schall und Rauch sind, haben wir uns die Erweiterung Warlords of Draenor (WoD) genauer angeschaut.

Bei diesem Test wollen wir aber nicht einzig und allein feststellen, wie gut oder schlecht Blizzards neustes Machwerk aus unserer Sicht abschneidet. Vielmehr möchten wir klären, ob dieses Add-on auch für WoW Quer- und Genre Neueinsteiger eine lohnende Investition darstellt.

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Eine verwirrende Story

Die Story macht es Neulingen nicht grade leicht. Sie ist in der Tat wirr und undurchsichtig. Doch diese Verwirrung teilen sich Neuankömmlinge im WoW-Universum mit vielen der alten Hasen. Auf der Gamescom 2014 wurde den Fans der WoD-Cinematic Trailer präsentiert, welcher bombastisch inszeniert, dramatisch und spannend ist. Die Story jedoch erschließt sich nicht jedem, daher erst mal ein paar Fakten dazu.

Die Geschichte von Warlords of Draenor knüpft direkt an das letzte Add-on Mists of Pandaria an. Nachdem die Schlacht um Orgrimmar verloren wurde, setzten sich beide Fraktionen zusammen und entschieden gemeinsam, dass der Kriegshäuptling Garrosh Höllschrei vor ein Kriegsgericht gestellt wird. Im Tempel des weißen Tigers wurde die Schwere der von Garrosh begangenen Taten bewertet und die Art der Bestrafung festgelegt. Taran Zhu, der Pandaren-Mönch fungierte als Richter. Die Himmlischen Erhabenen wurden zu den Geschworenen ernannt. Tyrande Wisperwind, die Anführerin der Nachtelfen und Baine Bluthuf, der Häuptling der Tauren, bildeten die Verteidigung. Doch wie das mit fiesen Kriegsverbrechern so ist, bedauerte der gestürzte Kriegshäuptling Garrosh Höllschrei nicht die Bohne. Ganz im Gegenteil. Als ihm seine Gräueltaten vorgeworfen wurden und man ihm die Konsequenzen erläuterte, ließ er die Anwesenden applaudierend wissen, dass er immer wieder so handeln würde.

Fassungslos lauschten die Fraktionsführer Garroshs Worten, welche keine Anzeichen von Reue in sich trugen. Unterbrochen wurde die Gerichtsverhandlung durch einen Befreiungstrupp, welcher von der Orcin Zaela angeführt wurde, einer loyalen Verbündeten von Garrosh. Höllenschrei konnte dank der Unterstützung des Bronze-Drache Kairoz und des Schwarzen Prinzen Furorion befreit werden. Kairoz machte Garrosh das Angebot, ihn zurück nach Draenor zu schicken. Mithilfe eines Artefakts, welches sich Vision der Zeit nennt, wurde ein Dimensionsportal dorthin geöffnet. Garrosh war im Glauben eine ihm bekannte Welt zu betreten. Nachdem er durch das Tor schritt, musste er jedoch feststellen, dass er sich zwar auf Draenor befand, allerdings 35 Jahre in die Vergangenheit reiste. In dieser Welt herrschte Garroshs Vater Grom Höllschrei. Kairoz verfolgt mit diesem Schritt einen Plan. Er erhoffte sich dadurch, eine gigantische Orc-Armee über mehrere Zeitlinien aufstellen zu können, welche Azeroth im Kampf gegen Sargeras beistehen sollte. Doch Kairoz hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn Garrosh tötete ihn bei der ersten Gelegenheit.

In der alternativen Zeitlinie trifft Garrosh auf Gul’dan, welcher unter dem Einfluss der Brennenden Legion steht und bereits ein mächtiger Hexenmeister ist. Dieser möchte den Orcs zu Ruhm und Stärke verhelfen, indem diese sich der Brennenden Legion anschließen. Garrosh ließ sich auf Gul’dan Vorhaben ein, doch verfolgte insgeheim eigene Ziele. Gul’dan sorgte dafür, dass sich alle Orcs im Dschungel von Tanaan trafen, um der Brennenden Legion zu huldigen. Da ihnen Macht und Stärke versprochen wurde, folgten viele Orcs der Aufforderung Gul’dans. Der Dämon Mannoroth spendete sein Blut für eine Zeremonie. Der erste der von diesem Blut kosten sollte, war Garrosh. Dieser jedoch dachte nicht daran und kippte das Trinkhorn aus. Mannoroth reagiert darauf nicht grade amused und es kam zum Kampf. Da Garrosh auf dieses Ereignis vorbereitet war, konnte er den Dämon besiegen und wurde somit zum neuen Kriegshäuptling der Eisernen Horde.

Hier beginnt nun unsere Geschichte. Wir schreiten durch das dunkle Portal nach Draenor, um die eiserne Horde aufzuhalten. Grob angerissen sind dies die Ereignisse zwischen dem Add-on Mists of Pandaria und Warlords of Draenor.

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Back to the Roots

World of Warcraft hat inzwischen 10 Jahre auf dem Buckel und in dieser Zeit hat der Genreriese so einige Veränderungen über sich ergehen lassen müssen. Einst galt das MMORPG Genre als Nischenprodukt für Nerds und wurde durch WoW zu einem Massenphänomen. Um auch den Casual Gamer anzusprechen und Einsteigern den Weg in das World of Warcraft Universum zu ebnen, wurde das Spiel kastriert und vereinfacht. WoW durchlebt eine Metamorphose und degenerierte aus Sicht vieler Fans zu einem stupiden Hack’n Slay ohne jeglichen Anspruch.

Die oft erwähnte goldene Ära spielt sich zu Zeiten von Burning Crusade ab, welches im Jahr 2007 die erste Erweiterung darstellte. Danach wurde World of Warcraft mehr und mehr casualisiert. Elfen klatschen und Blumen Pflücken, lies WoW auf viele wie ein gigantisches, zeitfressendes Tamagotchi wirken. Mit WoD möchte Blizzard sowohl frischen Wind ins Geschehen bringen, als auch die einstmalige Atmosphäre zurückholen. Anspruchsvolle Instanzen und Komfort für Einsteiger sollen das altbekannte Spielgefühl aufblühen lassen. Die alternative Zeitlinie des Draenor der Vergangenheit eignet sich besonders gut für dieses Vorhaben und stellt diesbezüglich einen lupenreinen Cut dar.

Wer erst mit Warlords of Draenor den Weg in das World of Warcraft Universum findet, erlebt mit diesem Add-on eine faszinierende Zeitreise. An sprichwörtlich jeder Ecke finden sich hier die Helden aus vergangenen Tagen wieder. So treffen wir z.B. den legendären Krieger Grom Höllschrei, welcher seinerzeit die Geschichte maßgeblich bestimmte. Was für den einen ein Déjà-vu, ist für den anderen das schwelgen in Erinnerungen oder gelungener Einstieg in diese Welt.

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Der Anspruch auf Anspruch

Blizzard hat es sich das Ziel gesetzt, einen gelungenen Spagat zwischen anspruchsvollem Gameplay und dem Spielspaß für Casual Gamer hinzulegen. Veteranen dürfen sich auf acht neue Dungeons freuen, welche sich insgesamt knackiger gestalten, als die Instanzen der letzten Erweiterung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Neueinsteiger sich hier direkt die Zähne ausbeißen müssen. Wer nicht mit den neuen Herausforderungen klarkommt, kann sich zunächst die Dungeons der alten Welt vorknöpfen, oder aber mit erfahrenen Gamern zusammenschließen.

Über den Schlachtenbrowser findet wirklich jeder eine Gruppe, welche zwischen zehn und 30 Spielern stark sein können und sich in normal bis heroische Kämpfe stürzen. Mythische Raids stellen die ultimative Herausforderung dar und belohnen Zocker mit den wertvollsten Items.

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Mein Garnison, meine Baracke, meine Knechte

Das Housing gehört in vielen MMORPGs inzwischen zum guten Ton. Oft ist es ein völlig überflüssiges Gimmick ohne spielerischen Mehrwert, doch im Falle von WoD bringt das Housing neben Spielspaß auch einen Nutzen. Doch halt – im Grunde bietet Housing Rollenspielern die Möglichkeit, sich Ingame ein Haus zu kaufen oder zu mieten. Die Wohnräume können eingerichtet werden und sollen dem virtuellen Ego eine Unterkunft bieten. In Warlords of Draenor ist Housing von der Mechanik her nichts anderes, als ein optisch aufgehübschtes Browsergame. Wir können unsere Garnison auf vorgegebenen Bauplätzen in drei Stufen um 24 Gebäude erweitern, jedoch nicht wirklich etwas einrichten. Der Ausdruck Housing trifft in diesem Fall also nicht ganz zu.

Trotz dieser Housing-Light-Variante, bedeutet dies nicht minderwenig Spielspaß. Ganz im Gegenteil! Die Garnison ermöglicht es z.B. auch alteingesessenen Schneidern die Hacke zu schwingen, um Erze abzubauen. Man benötigt also nicht mehr mehrere Charaktere, um jedes Berufsbild abzudecken, sondern kann – wenn auch minder ergiebig – über die Garnison an alle Handwerksmaterialien gelangen.

Zudem bietet die Garnison unseren KI-Gesteuerten Gefolgsleuten ein Dach über den Kopf. Diese können wir auf Missionen schicken, welche uns bei erfolgreichem Abschluss mit Erfahrung, Gold und Items segnen. Je höher das Level der Gefolgsleute ist und je schwieriger die Missionen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Knechte wirklich gute Ausrüstung ergattern. Diese Missionen laufen im Grunde ab, wie im Browsergame Shakes and Fidget oder Assassin’s Creed: Brotherhood.

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Eye Candy und Storytelling

Im Jahr 2004 hat World of Warcraft davon profitiert, das die Konkurrenz an MMORPGs noch recht bescheiden war. Um es an dieser Stelle mal klarzustellen, WoW war mitnichten das erste MMORPG dieser Art – es machte dieses Genre nur salonfähig. Damals wie heute hat Blizzard es verstanden, eine einheitliche Welt zu schaffen und die Geschichte des Spiels lebhaft zu vermitteln.

Inzwischen ist der Wettbewerb groß und mit 10 Lenzen auf dem Tacho, war ein Facelift jetzt auch unausweichlich. Bereits vor dem Release von WoD wurde mit dem Patch 6.0.2 an den Charaktermodellen gefeilt. Mehr Polygone, schärfere Texturen, sowie frische Animationen, sorgen im direkten Vergleich für einen Unterschied wie Tag und Nacht. Dieses Facelift betrifft alle klassischen Rassen, sowie NPCs. Pandaren, Wogen und Goblins, sind noch nicht überarbeitet worden.

Doch auch die Inszenierung der Geschichte wurde aufgebohrt. So setzt Blizzard nun wesentlich mehr Sequenzen und Audio Dialoge ein. Nennenswerte Charaktere und Bossgegner stellen sich in eindrucksvollen Zwischensequenzen vor, welche das Spielerlebnis deutlich intensivieren. Es ist erstaunlich zu sehen, das nach 10 Jahren noch derart viel Potential in WoW steckt.

Auch Draenor selbst präsentiert sich von einer optisch imposanten Seite. Die Welt sieht wesentlich lebendiger aus. Die sieben unterschiedlichen Regionen von Draenor sind liebevoll gestaltet und bieten viel Abwechslung. Die komplette Umgebung strotzt für WoW-Verhältnisse vor Detailreichtum. Die Vegetation ist vielerorts sehr üppig. Lichteffekte lassen neue und frische Objekte erstrahlen. Sicherlich ist World of Warcraft auch durch dieses Add-on nicht zu einem grafisch herausragenden Spiel mutiert, aber die Wandlung ist deutlich sichtbar. Die höhere Anzahl an Polygonen, der Detailgrad, die Effekte und die Spielauflösung, zaubern mitunter tolle Panoramen. Eine schöne, neue Welt!

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These Boots Are Made for Walkin’

Es soll nicht unerwähnt bleiben, das in Draenor Flugverbot herrscht. Dieses Verbot ist trotz und allem kein Beinbruch, sondern sorgt dafür, dass die wahrlich stimmungsvolle und charmante Welt zu Lande erkundet werden muss. Die Nutzung von Flug-Mounts könnte dem Spieler unter Umständen viele optische Highlights verwehren.

 

Unser Fazit

86 %

Warlords of Draenor ist unserer Meinung nach eins der bisher besten Add-ons für World of Warcraft. Die Erweiterung bietet ausreichend Stoff für alte Haudegen und Frischlinge. Die Levelobergrenze wurde auf 100 angehoben, wodurch sich das Ausmotten älterer Charaktere lohnt. Wer mit WoD als Neueinsteiger in das Universum von WoW einsteigt, hat auf dem Weg zu Stufe 100 viele Spielstunden und gute Unterhaltung vor sich. Dem Spiel liegt eine kostenlose Charakteraufwertung auf Level 90 bei. Diese ermöglicht es auch Novizen, direkt an der Front mitzumischen. Die digitale Standard Edition gibt es im offiziellen Shop für 44,99 Euro. Die Charakteraufwertung selbst würde schon mit 50 Euro zu Buche schlagen, weshalb sich diese Anschaffung rechnet. Es sollte jedoch beachtet werden, dass zum Spielen von Warlords of Draenor, das letzte Add-on Mists of Pandaria benötigt wird. Beide Titel zusammen, sind zu einem vergünstigten Kurs zu haben. Der Einstieg wird erheblich durch das Story-Tutorial erleichtert. Nach und nach schaltet man die Fähigkeiten des Charakters frei und bietet Neueinsteigern somit eine faire Lernkurve. So wird man mit dem Sprung von Level null auf 90 nicht reizüberflutet und lernt seine Klasse langsam kennen. Echte Neuerungen gibt es zwar nicht im Spiel, doch Atmosphäre und Inszenierung sind grandios. Blizzard hat sich mit Warlords of Draenor die Messlatte für ein weiteres Add-on selbst höher gelegt. Künftig muss der Entwickler ordentlich Kniegas geben, um der Community nach diesem Erfolg nicht direkt wieder in die Magengrube zu schlagen. Die anfänglichen Probleme, insbesondere die Überlastung der Server, mögen nervig gewesen sein, sind jedoch ein deutlicher Indikator dafür, dass WoW lebt. Stammspieler, Rückkehrer und Quereinsteiger, bringen endlich wieder Leben in die Bude. Diese Frischzellenkur bringt die ursprüngliche Faszination zurück und spielt die Stärken von Blizzards Zugpferd voll aus. Aus unserer Sicht können wir Liebhabern des Genres und Einsteigern eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Pro

  • + aufpolierte Charaktere
  • + hübsche Grafik
  • + stimmiger Soundtrack
  • + einsteigerfreundlich
  • + interessante Story
  • + motivierend
  • + Housing mit Mehrwert

Kontra

  • - eintönige Kampfmechanik
  • - 0815 Standard Quests
  • - etwas betagtes Gameplay
  • - kein richtiges Housing

Unsere Bewertung

Grafik
 
78 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
95 %
Spielspaß
 
90 %

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