insidegames

WWE 2K17 – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 12. Januar 2017 | 16:53 Uhr von Thomas Pfnür

wwe2k17-Screenshot-13

Ein neues Jahr, ein neues Wrestling-Spiel. Ex-Publisher THQ machte den Fehler jedes Jahr eine neue Umsetzung aus dem WWE-Universum zu veröffentlichen und so die Franchise für uns Spieler aufgrund fehlender Zeit für wirkliche Weiterentwicklungen immer unattraktiver zu machen. Und 2K Sports? Auch der aktuelle Lizenznehmer bleibt dieser Vorgehensweise treu und „beglückt“ uns mit jährlichen Updates zum Vollpreis – mit dem traurigen Ergebnis, dass die Serie immer mehr in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. 

Solides Gameplay – biedere Inhalte

Auch der neue Coverstar Brock Lesnar kann nicht verhindern, dass wir mit gewissen Vorbehalten an das neue WWE herangehen. Hat sich wirklich etwas geändert? Spielt es sich gar besser als der Vorgänger? Und vor allem, bietet das Gameplay die entscheidenden Neuerungen? Um es kurz zu machen: Viel Neues braucht ihr vom aktuellen Ableger nicht zu erwarten. Die Serie bleibt sich tatsächlich auch in der 2017-Ausgabe wieder komplett treu und bietet nur sehr wenig Weiterentwicklung fürs hart Ersparte.

Ja sicher, die Aktionen gehen weiterhin sehr gut von der Hand und viele Griffe, Schläge und Special-Moves spielen sich erfreulich intuitiv. Auch gibt sich das Bedienschema der Wrestler extrem eingängig und bietet nur sehr selten wirkliche Hürden. Gerade Gelegenheitsspieler werden dies sicher als Vorteil ansehen. Spieler, die sich allerdings mit einem Titel intensiver auseinandersetzen wollen, könnten aber auch die entsprechende Forderung bei der Steuerung komplett vermissen und sich in gewisser Weise über die Zeit extrem unterfordert fühlen. Besitzern der Vorgänger sollte das Alles mehr als bekannt vorkommen.

Geändert wurde hingegen das Kontersystem, dass nun noch mehr auf die Reaktion und noch weniger auf das Timing setzt. Besonders schade ist hierbei allerdings, dass dieses Quick Time Event auf die Kampfsituation selbst praktisch keine große Rücksicht nimmt und der Ablauf immer irgendwie vorgegeben ist. Der Kontermechanik fehlt es somit leider komplett an einer gewissen Dynamik und es geht im Endeffekt nur darum, sich einzuprägen, wann welche Buttonaktion erwartet wird, was durch den schematischen Ablauf natürlich dann auch nicht besonders schwer ist. Vielleicht hätten wir damit aber sogar noch irgendwie leben können, wenn das Ganze fehlerfrei laufen würde. Tut es aber nicht, stattdessen kämpfen wir mehr gegen die Ungenauigkeiten der Aktionen als gegen den virtuellen Wrestling-Gegner selbst. Frust ist beim Gameplay also mehr als garantiert.

wwe2k17-screenshot-01

Und nicht nur hier. Auch beim Umfang kommt alles andere als Begeisterung auf, wenn man sieht, wie die Entwickler mal wieder versuchen mit möglichst wenig Aufwand einen „neuen“ Titel in die Verkaufsregale zu stellen. Besonders auffällig ist hierbei die bekannt aggressive DLC-Politik, die euch praktisch von den ersten Spielminuten an mit mehr oder weniger sinnvollen Erweiterung, vor allem meist Kämpfer, Outfits und ähnliches, richtiggehend verfolgt. Recht schnell hat man da den Eindruck, dass uns hier jemand abzocken will.

Herzstück ist und bleibt natürlich auch im aktuellen Ableger die Karriere im WWE-Universum. Startpunkt ist hierbei der sehr umfangreiche Editor, der euch mittlerweile nicht mehr nur die Möglichkeit gibt euren eigenen Kämpfer zu designen, sondern auch eigene Videos, Siegesposen und Highlight Reels. Mit dem zukünftigen Superstar in der Wrestler-Szene beginnt man sich dann langsam voran zu arbeiten – anfangs natürlich durch die kleinen Basismatches im Nachwuchszentrum, später dann bei den wirklich großen Veranstaltungen. Dies geschieht im eher überschaubaren Rahmen, soll heißen, die große WWE-Bühne wird euch relativ schnell, für uns sogar zu schnell, zur Verfügung gestellt. Etwas mehr Tiefgang soll das Ganze durch eine neu integrierte Promo-Engine erhalten. Die darin enthaltenen Interviews und Gespräche sollen mehr Dynamik bringen und euch etwa die Möglichkeit geben, Rivalitäten aufleben zu lassen oder Allianzen zu schmieden. Leider fehlt es bei diesen simplen Frage-Antwort-Spielchen aber komplett an der Atmosphäre und der passenden Inszenierung. Alles ist recht bieder und viel zu unspektakulär aufgebaut. Und trotzdem, insgesamt bietet euch die Karriere auch in WWE 2K17 wieder diese kurzweilige Unterhaltung, die euch für ein paar Stunden vor den Bildschirm fesseln wird.

Schön übrigens, dass ihr mittlerweile auch eigene Arenen und sogar komplette Meisterschaften bzw. Events selbst erstellen könnt. Zwar ist der Editor diesbezüglich etwas umständlich zu bedienen, löblich bleibt das Ganze aber trotzdem.

Und sonst? Um die 130 Superstars, männlich, wie weiblich, sowie Legenden aus der Vergangenheit haben es in die finale Version geschafft. Genug also um sich auch im schnellen Spiel abseits der Karriere ein paar vergnügliche Wrestling-Stunden zu gönnen. Wer übrigens den Showcase-Modus im Menü sucht, wird dies vergebens tun. Diese Spielvariante, die sich um echte Ereignisse in der WWE drehte und euch die Möglichkeit gab selbige nachzuspielen, ist leider komplett dem berühmt berüchtigten Rotstift zum Opfer gefallen.

wwe2k17-screenshot-02

Technischer Stillstand und viele Bugs

Optisches Highlight von WWE 2K17 ist die fernsehreife Präsentation. Die authentischen Einmärsche, das verbale Geplänkel und die geschickten Schnitte bei den Sequenzen lassen durchaus Begeisterung aufkommen. Und das obwohl schon hier bereits einige der technischen Macken deutlich sichtbar werden. Etwa die praktisch immer und überall auftauchenden Clipping-Fehler. Oder die heftigen Ruckler, die manche Szene zur reinsten Diashow verkommen lassen. Oder die teilweise richtig schwachen Texturen, weshalb vor allem die Hintergründe mit unansehnlichem Pixelbrei zu kämpfen haben. Dafür sind die Athleten durchwegs gut gezeichnet und die integrierten Stars weisen einen sehr hohen Wiedererkennungswert auf. Allerdings gibt es auch beim Figurendesign manchmal richtig heftige optische Aussetzer. Licht und Schatten auch bei den Animationen, die häufig butterweich, meist aber auch extrem unrealistisch und hölzern auf dem Bildschirm ablaufen. Größter Kritikpunkt ist aber, dass die Optik insgesamt ziemlich altbacken wirkt und vieles was man sieht, bereits in unveränderten Form aus den Vorgängern bekannt ist. Besonders ärgerlich, dass dies komplett auch auf alle Bugs und technische Mängel zutrifft. Übrigens, trotz der teilweise mageren Grafik können wir uns nach wie vor mit ewig langen Ladezeiten herumärgern. Technisch ist WWE 2K17 wirklich kein Meilenstein der Videospielegeschichte, ganz im Gegenteil.

wwe2k17-screenshot-03

Noch schlimmer wird das Ganze, wenn man sich den Sound anhört. Zwar gibt es auch hier durchaus manchen Lichtblick, wie etwa die gut anfeuernden Fans oder der stimmige, vor allem aber authentische Soundtrack, selbiger ist übrigens von Sean „Diddy“ Combs aka „Puff Daddy“ produziert, im Gegenzug dürfen wir uns dann aber mit einigen heftigen Akustik-Bugs, wie etwa komplett Aussetzer bei Musik oder Sprachausgabe, herumärgern. Ebenfalls mit wenig Ruhm bekleckert haben sich die Entwickler bei der Integration des Reporterteams. Die beiden „Labertaschen“ Michael Cole und Jerry Lawler wiederholen sich nicht nur ständig, sondern geben meist sogar total unpassende Kommentare ab. Das nervt so stark, dass man irgendwann auf die beiden „Experten“ komplett verzichtet und ihnen Sprechverbot erteilt. Apropos, im Spiel wird nur Englisch gesprochen, auf eine deutsche Synchronisation wurde komplett verzichtet, allerdings bietet der Titel die Möglichkeit deutsche Untertitel einblenden zu lassen.

wwe2k17-screenshot-04

 

Unser Fazit

65 %

Wir können es eigentlich ganz kurz machen: Die WWE-Serie hätte mal eine Pause verdient, in welcher sich die Entwickler und der Publisher intensiv Gedanken machen, wie es mit der Franchise weitergehen soll – so wie mit dem aktuellen Ableger auf jeden Fall nicht, will man nicht auch noch die letzten Fans der Sportart verprellen. WWE 2K17 bringt viel zu wenig Neues, bietet dafür aber weiterhin alle Kritikpunkte der Vorgänger. Die altbackene Grafik kann kaum mehr jemanden vor die Konsole locken, genau so wenig, wie die kaum mitreißenden Spielinhalte und das mittlerweile auch schon viel zu bekannte Gameplay. Wer allerdings immer die neueste Umsetzung im Regal stehen haben muss, kann zugreifen, denn für ein paar Stunden bietet der Titel trotz Entwicklungsstau immer noch genügend Spielspaß.

Pro

  • + zugängliches Gameplay
  • + gut kontrollierbare Steuerung
  • + Karrieremodus mit Licht…
  • + Editor für Arenen und Meisterschaften
  • + lebensechte und sehr detaillierte Kämpfer
  • + teilweise realistische Animationen
  • + um die 130 Wrestling-Stars
  • + gute akustische Stimmung in den Arenen

Kontra

  • - kaum Forderung
  • - wenig Dynamik im Gameplay
  • - …Karrieremodus aber auch mit viel Schatten
  • - Showcase-Modus wurde entfernt
  • - viele Aussetzer in der Optik
  • - häufige Clipping-Fehler und Ruckler
  • - ewig lange Ladezeiten
  • - detailarme Hintergründe
  • - schnell verschwimmende, kaum zeitgemäße Zuschauer
  • - fehlerhafter Sound
  • - Kommentar zum Weghören

Unsere Bewertung

Grafik
 
59 %
Sound
 
%
Steuerung
 
72 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
65 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Als arbeitender Familienvater hat Thomas natürlich nur wenig Zeit, aber wenn dann halt mal doch, schreibt er mit großer Begeisterung mehr oder weniger Sinnvolles über alles was auch nur annähernd mit Sport zu tun hat.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • wwe 2k17 ps3 kein karrieremodus

  • was bedeutet -1 woche verbleibt bei wwe2k17

  • wwe 2k17 erfolge


- ANZEIGE -


*