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XCOM: Enemy Unknown – Test / Review

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Veröffentlicht 27. November 2012 | 15:01 Uhr von Philipp Fanchini

Letzte Änderung 6. Dezember 2012

xcom_enemy_unknown-Logo

Mit XCOM: Enemy Unknown erlebt ein Klassiker der Computer- und Videospielgeschichte seine Wiedergeburt. Den Fans des Originals, aber auch Neulingen in Sachen UFO-Bekämpfung stellt sich jetzt nur eine Frage: Ist die Runden basierte Schlacht gegen die grünen Männchen in Zeiten von Halo 4 und Mass Effect 3 noch konkurrenzfähig? Macht das auch heute noch Spass, wenn man Zug um Zug gegen extraterrestrische Invasoren zu Felde zieht, oder ist diese Neuauflage das, was „Independence Day“ für den Science-Fiction-Film war? Wer würde das schon erst nehmen, wenn sich der US-Präsident höchstpersönlich in eine F/A 18 setzt, um auf ein UFO zu ballern? Wir finden es heraus in unserem ausführlichen Review.

Irgendwo im Keller hab ich es noch: Das Poster mit der fliegenden Untertasse und der Zeile „I want to believe“ darauf. Damals, in den 90er Jahren, hatte FBI-Agent Fox Mulder dieses Poster in seinem engen, von Aktenbergen vollgestellten Büro und auch ich musste so eins haben – natürlich. Mulder löste zusammen mit seiner Partnerin Dana Scully die skurrilsten Fälle des FBI und machte sich auf, eine Verschwörung von Menschen und Aliens aufzudecken. Was „X-Files“ für das Fernsehen war, erreichte damals XCOM in den Reihen der Gamer. Der existenzbedrohende Kampf gegen die Ausserirdischen bereitete vielen Zockern schlaflose Nächte und der Sucht-Faktor dieses Spiels stellte sich rasch und heftig ein. Entscheidend für diese Wirkung war vor allem die kluge Kombination zahlreicher, verschiedener Spielelemente, die sich letztlich logisch in ein großes Ganzes zusammenfügten. Das Spielerlebnis war im wahrsten Sinne des Wortes umfassend. Allerdings war das auch noch die Zeit, in der Videospiele den geneigten Gamer gnadenlos in die Schranken weisen konnten. Oder anders gesagt: Es war durchaus möglich, trotz aller Bemühungen dieses Spiel einfach zu verlieren. Man stelle sich das in einem heutigen Game vor… verlieren und ganz von vorne beginnen.

Für „eiserne Männer“

Genau diese Konsequenz legen die Entwickler von Firaxis (unter anderem durch die Civilization-Reihe bekannt) aber auch mit XCOM: Enemy Unknown an den Tag und eines sei vorweg genommen: Die Game-Community kann dafür nur dankbar sein. Dass die Neuauflage von XCOM eine besondere Herausforderung sein soll, stellt man schon vor dem eigentlichen Start des Spiels fest, denn neben dem Schwierigkeitsgrad, der in gewohnter Weise bis zur höchsten Stufe – bei XCOM als „Unmöglich“ bezeichnet – angehoben werden kann, gibt es eine ganz spezielle Option, die man in anderen Games nicht findet: Den Ironman-Modus. Klingt verdächtig nach Triathlon, ist es aber nicht! Aktiviert man diesen, wird nur ein Spielstand angelegt. Das heißt im Klartext: Verliert ihr in einem Gefecht euren „Besten Mann“ (oder Frau), dann wars das und der Charakter ist und bleibt tot. Zurückspringen zu einem alten Spielstand ist im Ironman-Modus nicht möglich. Auch bei der globalen Verteidigung der Erde kann sich dieser Modus auf äußerst schmerzliche Weise bemerkbar machen. Denn XCOM stellt euch immer wieder vor Entscheidungen, die gravierende Folgen haben können.

Strategie …

streethurricane_05 Grundsätzlich ist XCOM nicht derart komplex, wie man das von den Vorgängern aus den 90er Jahren kennt. Fans werden das im ersten Moment vielleicht bedauern, aber auch rasch merken, dass bei entsprechendem Schwierigkeitsgrad die Herausforderung des neuesten Ablegers groß genug sein dürfte. Das Geschehen teilt sich in zwei operative Ebenen auf: Eine Strategische und eine Taktische. Strategisch heißt in diesem Fall, man verteidigt die Erde als Ganzes. Die Nationen unserer Welt haben sich nämlich nach dem Auftauchen der ausserirdischen Bedrohung zusammengetan und die XCOM gegründet. Im Gegensatz zum Original verwaltet ihr dieses Mal „nur“ eine Basis. Diese könnt ihr mit baulichen Maßnahmen erweitern und errichtet Werkstätten, Kraftwerke, Satellitenkontrollzentren und vieles mehr. Außerdem kauft ihr Abfangjäger, Überwachungssatelliten oder die verschiedensten Ausrüstungsgegenstände für eure Soldaten. Die Grundlage für neue Bauten und Equipment ist die höchst fortschrittliche Alien-Technologie. Diese wird nach und nach erforscht, indem ihr bei den Runden basierten Kämpfen Waffen-Fragmente, Energie-Kerne oder Aliens sicherstellt. An toten Alien-Exemplaren könnt ihr Autopsien vornehmen, lebende Ausserirdische werden verhört. Menschen und Ausserirdische gehen also wenig zimperlich miteinander um – Diplomatie sucht man in XCOM vergeblich.

Science-Fiction-Fans werden uns die kurze Star-Trek-Analogie wohl nicht übel nehmen: Man hat es in XCOM nicht mit großohrigen „Ferengis“ zu tun, die mit einem profitablen Handelsabkommen beschwichtigt werden könnten, sondern die XCOM-Aliens sind in ihrer Vorgehensweise eher mit den „Borg“ – oder eben den miesgelaunten Alien-Exemplaren aus „Independence Day“ – vergleichbar. Deshalb heißt es denn auch „Fressen, oder gefressen werden.“

Das Bündnis der Nationen, welche die XCOM finanzieren, ist im übrigen nicht so stabil, wie das anfänglich den Anschein macht. Im Lauf des Spiels werdet ihr mit den verschiedensten Missionen betraut. Das Problem dabei ist, dass ihr immer die Wahl zwischen mehreren Einsätzen habt, euch aber nur um eine dieser Missionen kümmern könnt. Entscheidet ihr euch beispielsweise dafür, in Mexiko ein gelandetes UFO zu infiltrieren, steigt in den Ländern, in welchen ihr die angebotenen Missionen nicht erledigt, die Panik vor den Invasoren. Ist das Panik-Level auf dem Maximum angelangt, steigt die entsprechende Nation aus der XCOM aus und ihr müsst mit Einbussen bei den monatlichen Zahlungen rechnen. Scheiden zu viele Nationen aus, ist das Spiel verloren. Eure Entscheidungen haben weitreichende Folgen, gerade weil die finanziellen und materiellen Ressourcen immer knapp sind. So steht ihr immer vor verschiedenen Fragen wie z.B. “Kaufe ich mir also die neuesten Rüstungen für meine Bodentruppen, oder investiere ich in Satelliten und Abfangjäger, um UFOs zu entdecken und abzuschießen?”

Das liest sich jetzt alles etwas kompliziert, ist aber aufgrund des umfangreichen und tiefgehenden Tutorials relativ schnell verinnerlicht. Das Etablieren einer globalen Verteidigungsstrategie ist spannend, herausfordernd und spaßig zugleich. Die Grafik in diesem Teil des Spiels ist zwar hübsch und geradezu liebevoll gestaltet (z.B. rein zoomen in die einzelnen Abteilungen eurer Basis), kommen aber über die Wertung „oberer Durchschnitt“ nicht hinaus. Der Sound hingegen überzeugt voll mit stimmigen Synthesizer-Klängen, die immer wieder von kreischenden Alien-Alarm-Signalen unterbrochen werden.

… und Taktik

gasstation_01 Auch die taktische Seite des Spiels, sprich die Gefechts-Sequenzen, wurden gegenüber dem Vorgänger vereinfacht: Pro Runde hat jeder Soldat zwei Zeiteinheiten zur Verfügung. Diese können entweder dazu verwendet werden, um den Kämpfer zu bewegen, oder um eine Aktion auszuführen (Schießen, Nachladen, Granate werfen, Medikit benutzen etc.). Führt ihr als erstes eine Aktion aus, kann allerdings danach der Soldat nicht mehr bewegt werden. Überlebenswichtig ist in den Gefechten die Deckung. Rückt man mit dem Cursor in die Nähe einer Böschung, eines Fahrzeugs oder eines Baums, wird mit einem Schild-Symbol angezeigt, wie effektiv der Schutz dahinter ist. Auch wenn man mit äußerster Vorsicht vorrückt – so wie sich das für eine Kommando-Einheit gehört – wird das Sterben der eigenen Soldaten unumgänglich sein. Dies unterstreicht – neben den knappen Ressourcen – den verzweifelten Kampf der Menschen gegen die anfangs übermächtigen Eindringlinge. Damit ist das Thema Verlust in XCOM fast allgegenwärtig und wird durch die Individualisierungs-Möglichkeiten der Soldaten verstärkt (Aussehen, Farbgebung der Rüstung und das Verleihen eigener Namen). Verliert man einen Rekruten, der erst seinen zweiten Einsatz absolviert, halten sich die Konsequenzen und das eigene Bedauern noch in Grenzen. Beißt allerdings ein nach zahlreichen Missionen zum Colonel aufgestiegener Recke ins Gras (die Soldaten steigen Rollenspiel typisch die militärische Karriereleiter hoch, werden robuster und erlernen neue Fähigkeiten), ist das in vielerlei Hinsicht bitter. Gedacht wird den Dahingeschiedenen an der Tafel der Gefallenen, die jederzeit in der Basis besichtigt werden kann. Untermalt wird das mit einem von Dudelsäcken gespielten Trauermarsch.

gasstation_03 Das auf dem Runden basierende Spielprinzip hört sich nun an, als ob es sich um eine Art von kompliziertem Schach handelt und dem ist auch so. Eigentlich könnte man sich während der Gefechte in Ruhe auf dem Sofa räkeln und den Controller mit einer Hand bedienen. Ist die Reihe nämlich nicht an den Aliens sondern an euch, passiert auf dem Schlachtfeld gar nichts ohne eure Anweisungen. Keine Echtzeit-Aktionen unterbrechen das Rundenspiel und alle Charaktere bleiben artig auf ihren Positionen. Für alle, die in Sachen Strategiespiele mit RTS-Titeln wie Command & Conquer oder StarCraft groß geworden sind, hört sich das jetzt mit Sicherheit ziemlich langweilig an, ist es jedoch nicht. Bei XCOM werdet ihr nur selten gelassen an die Kämpfe herangehen. Der dauernd drohende Verlust der eigenen Soldaten und die hervorragende musikalische Untermalung schaffen eine Spannung, der man sich nur schwer entziehen kann und man sitzt während der Erstürmung eines UFOs oder der Verteidigung einer Stadt wie auf einem Nadelkisen. So macht ein Runden basiertes Strategiespiel auch im Jahr 2012 noch Spaß!

Grafisch zeigt sich XCOM in diesem Bereich durchaus vielfältig: Immer wieder wird die Perspektive gewechselt, wenn Soldaten und Aliens schießen oder nach vorne stürmen und ein Hauch von Gears of War macht sich breit, wenn man den schwer gepanzerten Kriegern bei diesen Aktionen zusieht. Dies führt teils leider aber zu ganz unschönen Szenen, in welchen Teile der Charaktere (vor allem die ausladenden Knarren) in Wänden oder anderen Hindernissen „verschwinden“. Das ist zwar ein kleines, negatives Detail, wenn man aber schon auf eine Action geladene Inszenierung hinarbeitet, sollte das auch solide gemacht werden.

Unser Fazit

88 %

Einen Klassiker neu aufzulegen ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. XCOM: Enemy Unknown braucht aber den Vergleich mit seinem mittlerweile 18jährigen Vorgänger nicht zu scheuen. Wenn man schon einen „alten“ Titel neu aufleben lässt, dann so wie Firaxis in diesem Fall. Das umfassende Spielprinzip, die nie abreißende Spannung, der stetig steigende Schwierigkeitsgrad und der Suchtfaktor – dies alles findet man auch bei XCOM: Enemy Unknown. Grafisch ist das Spiel im oberen Bereich des guten Durchschnitts. Die musikalische Untermalung hingegen ist phänomenal und trägt einen wesentlichen Teil zur Alien-Paranoia bei. Runden basierte Strategietitel sind nicht nur auf Konsolen zur Seltenheit geworden. Aber nicht nur deshalb kann man XCOM uneingeschränkt empfehlen. Nur etwas gibt es, vor dem man sich mehr in Acht nehmen muss, als vor den übellaunigen Aliens: Der Suchtfaktor ist extrem hoch und es werden wohl einige durchzockte Nächte anstehen, wenn man sich in den Dienst der XCOM stellt.

Pro

  • + Ein Game in bester XCOM-Tradition
  • + Hervorragende Musik
  • + Individualisierung der Soldaten
  • + Suchtfaktor (wenn man die Zeit hat)

Kontra

  • - Grafisch nicht auf dem neuesten Stand
  • - Grafikfehler im Taktik-Teil
  • - „Nur“ eine Basis zu verwalten
  • - Suchtfaktor (wenn man keine Zeit hat)

Unsere Bewertung

Grafik
 
78 %
Sound
 
87 %
Steuerung
 
86 %
Gameplay
 
86 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
90 %

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Kommentare

  • tollka sagt:

    demo gespielt und muss sagen das es spass gemacht hat

  • IGigglesI sagt:

    Der Titel liegt heute endlich in der Post. Mal sehen ob mich die Demo nur angelogen hat oder das Spiel wirklich so super ist.

  • Soulwounds sagt:

    Werde mir das Game aufjedenfall irgendwann noch genehmigen nachdem die Demo schon Klasse war.

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