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Yaiba: Ninja Gaiden Z – Test / Review

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Veröffentlicht 15. April 2014 | 17:28 Uhr von Manuel

Yaiba - Logo

Immer wenn wir den Namen Ninja Gaiden hören, überlegen wir, wieviele tausend Tode wir schon gestorben sind, in den bisherigen Ablegern. Aber gerade wenn man mit dem Stil etwas anfangen kann waren es gern gestorbene Tode. Gerade die nicht wirklich jugendfreie Art spaltet die Gemüter. Da macht es der neueste Ableger dann doch etwas anders. Yaiba: Ninja Gaiden Z ist ein Spin-Off das irgendwie so gar nicht nach Ninja Gaiden aussieht, sich irgendwie anders spielt und einfach komplett anders ist. Trotzdem hat man schnell Sympathien für den bunten Schnetzler entwickelt. Freud und Leid liegen aber oft sehr nah beieinander. Mögen die Spiele beginnen…

Mut zur Veränderung

Nachdem Ninja Gaiden 3 nicht gerade die Herausforderung in Sachen Schwierigkeit war, schob Koei Tecmo im letzten Jahr mit Razors Edge eine verschärfte Version nach. Im Kern dasselbe Spiel aber in Sachen Schwierigkeit ein richtiger Brocken. Mit diesen doch eher schlechten Erinnerungen geht man normalerweise nicht an ein neues Spiel heran, außer es heißt wieder Ninja Gaiden. Allerdings soll es ein Spin-Off sein, und hat den merkwürdigen Beinamen Yaiba. So komisch wie schon alleine der Spielname Yaiba: Ninja Gaiden Z klingt, sei gesagt das ist erst der Anfang. Vergesst daher einfach mal von jetzt an was Ihr mit Ninja Gaiden verbindet, egal was. Dann Yaiba ist anders, Yaiba ist bunt und Yaiba ist einfach nur schräg. Wüsste man nicht von wem das Spiel ist, könnte man schon fast die Handschrift von Suda 51 vermuten. Aber der hat hier ausnahmsweise mal nicht mitgewirkt, trotzdem ist aus Ninja Gaiden Z ein mutiger und kranker Mix aus vielen merkwürdigen Elementen geworden. Dabei kann man die Anspielungen auf dem Cover allesamt sehr ernst nehmen. Ein Cyborg Ninja, Tonnen an Zombies und das pure Chaos. Trotzdem versprüht man einen sehr eigenen Reiz, und wie eine Fliege in die Venusfalle wird man quasi in das Spiel gezogen, nicht ganz gegen seinen Willen aber vielleicht gegen den eigenen Geschmack.

Yaiba: Ninja Gaiden Z-05

 

Kunterbunte Märchenwelt

Koei Tecmo gehen bei dem Ninja Gaiden Spin-Off komplett neue Wege. Krachend bunte Farben, unglaublich schnelles Gameplay und eine nicht unbedingt benutzerfreundliche Steuerung sind eine mutige Mischung. Gerade dann wenn Steuerung und Kampfsystem sich vereinen und die Befehle vom Controller nicht verstehen wollen. Aber eins nach dem anderen. Zu Beginn steht ja die Geschichte im Raum. Die ist allerdings sehr schnell erzählt. Im Stil von alten Actionfilmen erleben wir kurz mit, warum der etwas asoziale Yaiba zum Cyborg-Ninja wird. Das passiert rasend schnell, und genauso schnell geht es auch zur Sache. Allgemeines Button-Smashing ist dann an der Tagesordnung. Die Steuerung ist denkbar einfach, über die Standardtasten wird gekloppt und geprügelt. Schläge auf Distanz und auch Nahkämpfe, dazu Granaten und Gimmicks für die Ferne. Fertig ist das was man im Kampf braucht. Abwechslungsreicher sind da eigentlich nur die Bossgegner, denn auch das Standard-zombieverseuchte Fußvolk leiert immer dieselbe Taktik und Technik runter. Die einen krabbeln, die anderen wanken. Eng wird es nur wenn wirklich Gegner in Massen einströmen, ansonsten durchaus schaffbar. Nervig wird es nur dann, wenn man z.B. die Deckung benutzen muss um unter anderem Kampfhelis vom Himmel zu holen. Den genauen Zeitpunkt um zu blocken wirklich zu erwischen ist fast wie Lotto spielen, nur noch schwerer. Immer wieder wird man getroffen obwohl man blockt, und man hat nie ein richtiges Gefühl dafür wann genau der richtige Zeitpunkt fürs Blocken da ist. Ähnlich hält es sich auch mit den Quicktime Einlagen. Auf Knopfdruck schwingt und klettert Yaiba in der Spielwelt voran. Aber auch hier ist das mit dem Timing etwas merkwürdig gehalten, gerne landet man in Abgründen oder einfach ganz woanders, wo einfach nichts mehr kommt.

Der Wahnsinn geht dieses Mal also klar nicht mehr in Richtung Schwierigkeit, sondern deutlich in Sachen Spielbarkeit. Denn was nützt das tollste Korsett wenn es darunter einfach nix gibt was überzeugt. Fast wie bestellt und nicht abgeholt kann man sagen. Auf den ersten Blick wirklich sehr ansprechend und in Teilen interessant, merkt man schnell wo der Hase lang läuft. Und der hat immer wieder eine sehr merkwürdige Art um sich fortzubewegen.

yaiba-screenshot-21-11-2013-02

 

Schick aber ohne Orientierung

Was am positivsten auffällt, wenn auch nicht wirklich zu Ninja Gaiden passend, ist die tolle Optik. Feinstes Cel-Shading hat man da ausgepackt und das Spiel in ein nicht alltägliches Gewand verpackt. Vor allem wirkt das Blut auch bei Cel-Shading sehr authentisch, und davon fließen und spritzen wie gewohnt ganze Fluten über den Bildschirm, aber es ist ja nur Zombie-Blut. Technisch gibt man sich keine Blöße, alles läuft flüssig und hängt nicht. Über die hier und da kurz aufpoppenden Fehlerchen sehen wir mal locker hinweg. Vielmehr ist einfach die Frage warum man einfach nicht das gesamte Spiel so konsequent durchgezogen hat wie die Grafik. Die Kämpfe sind, wie für Ninja-Schlachten erwartet, recht rasant. Rasant ist eigentlich sogar untertrieben, sie sind schnell, furchtbar schnell. O.k., manchmal wirkt es als wenn man schnell vorspulen würde. Dazu kommt in genau diesen Momenten die Kamera, deren Perspektive einfach nicht zu steuern ist. So starr wie sich das anhört ist es dann auch gerne mal, und Kämpfe die wirklich alles hätten was sich das Gamerherz wünscht, ersticken so schon im Keim weil man immer wieder orientierungslos in der Masse verschwindet. Man findet sich dann nur wieder wenn die Kamera irgendwann mal schwenkt oder man der einzige inmitten des Zombiehaufens ist der um sich schlägt.

yaiba-screenshot-21-11-2013-08

 

Nah an der Grenze

An diese Momente schmiegt sich dann immer wieder der sehr schräge, immer sarkastische und sehr oft nah an der Grenze angeordnete Humor von Yaiba. Während er gern darüber sinniert wie es ist mit Organen zu spielen, lacht er sich halb kaputt über die Zombies die er mit den unmöglichsten Dingen regelrecht schlachtet. Makaber und nicht direkt was für jeden Geschmack, wie das ganze Spiel eben. Der Mut der Entwickler ging einfach irgendwie in allem entweder einen Schritt zu weit oder man hat sich zu wenig Gedanken darüber gemacht was man hier eigentlich macht. Der Ninja Gaiden Fankreis wird nicht gerade vor Freude aufschreien wenn sie das Spiel einlegen. Viel mehr werden die Augen mit viel zu vielen Farben, die Ohren mit viel zu viel schriller Musik und die Seele mit viel zu viel unverständlichen Momenten belastet. Von allem zu viel ist eben nicht unbedingt gut.

Unser Fazit

70 %

Koei Tecmo versucht viel, und ein Spin-Off zu Ninja Gaiden war nicht die schlechteste Idee. Warum nicht dachte auch ich mir, und ich hatte durch das was ich im Vorfeld so gesehen habe richtig Bock auf Yaiba: Ninja Gaiden Z. Der Bock war eigentlich auch noch eine Zeit lang vorhanden, auch nachdem ich die ersten Minuten in der wirren Geschichte um Yaiba verbracht hatte. Aber auch mir wird es irgendwann wortwörtlich zu bunt und zu laut, zu krass und zu schrill. Was man als guten Versuch für eine eingestandene Marke ahnden könnte scheitert am Ende an viel zu vielen Fehlern, und daran das es einfach nicht zu Ninja Gaiden passt. Ninjas, Roboter, Zombies, all das passt schon nur schwer zusammen. Aber wenn dann eben noch eine viel zu bunte Optik, ein verhunztes Kampfsystem das auf minimal wenigen Waffen basiert und eine makabere Steuerung dazu kommen ist auch in der Wüste irgendwann der Sand weg. Auf dem Boden der Tatsachen ist Yaiba: Ninja Gaiden Z ein solides Spiel, das aber auch problemlos zu einem anderen Franchise passen würde. Es nimmt sich selbst nicht gerade ernst, und dementsprechend auch nicht seine Herkunft. Wer etwas damit anfangen kann wird für einige Zeit beschäftigt sein, aber die meisten werden wohl nicht glücklich damit werden. Man kommt einfach viel zu schnell vom gewollten Spielen in verhassten Frust. Eine Reizüberflutung für fast alle Sinne in Perfektion, und das ist einfach viel zu viel.

Pro

  • + Schräger Humor
  • + Schriller Hauptcharakter
  • + Tolle Optik
  • + Viel Gekloppe

Kontra

  • - Einfach viel zu bunt
  • - Miese Kameraführung
  • - Denkwürdiges Deckungssystem
  • - Monotones Gehacke mit kaum Abwechslung

Unsere Bewertung

Grafik
 
76 %
Sound
 
74 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
68 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
75 %

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