Zero Escape: Virtue's Last Reward - Test / Review - insidegames

insidegames

Zero Escape: Virtue’s Last Reward – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 26. Juni 2013 | 14:17 Uhr von Lucardis

Zero Escape: Virtue's Last Reward

Nachdem es die Visual-Novel 999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors trotz recht großer Beliebtheit nicht zu uns nach Europa geschafft hat, ist es umso erfreulicher, dass wir nun auch ohne einen Import in den Genuss des Nachfolgers kommen können. Zero Escape: Virtues Last Reward ist für Nintendos 3DS und Sonys Playstation Vita erhältlich, für unseren Test haben wir einen Blick auf die US-Version des Vita-Ablegers geworfen.

Wie auch im ersten Teil finden wir uns, nachdem wir aus unserer Bewusstlosigkeit aufwachen ganz schön in der Klemme. Zwar schlüpft man nicht in die Haut des gleichen Hauptcharakters, doch ist das Prinzip des Spiels das Selbe: Irgendein Irrer hat eine Gruppe von Menschen entführt, in ein Lagerhaus gesperrt, und zwingt sie nun unter Einsatz Ihres Lebens das sogenannte Nonary Game zu spielen. Glücklicherweise erscheint ein mysteriöser und nicht sonderlich netter weißer Hase, der sich selbst Zero nennt und die Regeln des “Spiels” erläutert: Der einzige Weg zu entkommen ist es die Tür mit der Nummer 9 drauf zu öffnen. Die Regeln, um dies zu bewerkstelligen sind allerdings etwas knifflig und unterscheiden sich vom Vorgänger. Jeder trägt ein Armband mit einer bestimmten Farbe und einer Zahl, welche die Anzahl an “Bracelet Points” (im folgenden BP) anzeigt, die der Träger gesammelt hat. Mit 9 BP kann die Nummer 9 Tür geöffnet werden, allerdings nur ein einziges Mal. Alle, die noch keine 9 Punkte gesammelt haben, können nicht mit hindurch und müssen zurückbleiben. Die Punkte werden in mehreren Runden des Ambidex Games gesammelt und genau hier liegt das Problem: Man muss entscheiden, ob man seinen virtuellen Mitspielern vertraut oder eben nicht. In jeder Runde hat man einen Gegenspieler mit dem man sich entweder verbünden kann, oder ihn betrügt. Wählt man “verbünden” und der Gegenspieler auch, bekommen beide 2 Punkte für ihr Armband und sind somit dem Ausgang ein Stück näher. Wählt der Gegenspieler allerdings “betrügen”, während wir an das Gute im Menschen glauben werden uns 2 Punkte abgezogen, während unser Mitspieler 3 Punkte kassiert. Andersherum funktioniert das Ganze natürlich auch. Wählen beide Parteien “betrügen” gehen beide leer aus. Allerdings hat die Sache noch einen Haken: Fallen die BP unter 0, stirbt der Träger des Armbands.

Eine schwierige Situation also, in der sich unser Protagonist, da befindet, denn manche “Mitgefangene” sind ganz schön zwielichtige Gestalten und verstricken sich im weiteren Spielverlauf in Widersprüche oder Heimlichtuereien. Andere Charaktere widerum können einem sogar ein bisschen ans Herz wachsen, sodass man wirklich ins Grübeln kommt, wem man nun trauen kann und wem nicht. Dadurch, dass die Novel-Sequenzen durchweg gut erzählt werden und man die Charaktere nach und nach immer besser kennenlernt sitzt man bei manchen Entscheidungen wirklich minutenlang vor der Vita und grübelt. Hat man dann doch die falsche Entscheidung getroffen, bekommt man richtige Gewissensbisse.

Zero Escape: Virtue's Last Reward

 

Durch die vielen Entscheidungsmöglichkeiten, die der Titel bietet gibt es 19 verschiedene Enden. Um alle zu sehen muss man aber glücklicherweise nicht jedesmal das ganze Spiel von vorne bis hinten durchspielen, sondern kann über einen recht übersichtlichen Storyverlaufs-Baum zwischen verschiedenen Strängen “herumspringen”. An manchen Stellen ist jedoch auch ein Weiterkommen unmöglich ohne das Wissen aus einem anderen Storystrang. Dann heißt es an anderer Stelle weiterspielen, bis man das Problem gelöst hat, auf das man gestoßen ist. Allerdings ist das Ganze leichter gesagt, als getan, denn man weiß nie, wo man das fehlende Puzzlestück findet und im Verlauf wird die Geschichte immer verworrener und komplexer, sodass man leicht den Überblick verlieren kann. Insbesondere nach längeren Spielpausen benötigt man eine gewisse Zeit um sich an alle Kleinigkeiten zu erinnern.

Zwar ist Zero Escape storytechnisch ähnlich gut gelungen, wie sein Vorgänger, doch kommt er in Sachen Erzählstil leider nicht an ihn heran. Obwohl sich die Dialoge durchweg spannend lesen lassen und Langeweile ein Fremdwort ist, vermisst man irgendwie die dichte und düstere Atmosphäre, wie man sie aus 999 kennt. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, woran es liegt. Ob es das Setting ist oder die “verschlimmbesserte” Grafik, zu der ich später noch ein paar Worte verlieren werde, keine Ahnung, aber 999 hat einen seinerzeit einfach noch tiefer eintauchen lassen.

Doch im Gegensatz zu einer reinen Visual-Novel werden hier Geschichtsabschnitte durch teils äußerst knifflige Rätseleinlagen unterbrochen, welche allerdings keineswegs den Spielfluss unterbrechen, sondern eine nette Abwechslung bieten und einen das Spielgeschehen nicht ganz so passiv erleben lassen. Ziel bei allen Rätseln ist es, aus einem Raum zu entkommen, um die nächste Runde des Ambidex Games spielen zu können. Ohne die Schlüsselkarten, die in den Räumen gefunden werden, lassen sich nämlich die entsprechenden Räumlichkeiten nicht öffnen. Außerdem sind, sofern man das Spiel auf dem höheren der beiden Schwierigkeitsgrade spielt, in jedem Raum eine “goldene Akte” versteckt, die so einige interessante Hintergrundgeschichten zum aktuellen Spielgeschehen aufdeckt, es ist also auf jeden Fall empfehlenswert zu versuchen diese freizuspielen.

Die Flucht aus den verschiedenen Räumen gestaltet sich recht abwechslungsreich und oft durchaus schwierig. In Point & Click Manier probieren wir uns durch den Raum, indem wir auf alles drauftippen, was verdächtig aussieht. Oft erhalten wir wertvolle Tipps, um Passwörter zu knacken oder sammeln diverse Gegenstände auf, die unter umständen kombiniertbwerden müssen, um einen Schlüssel zu ergeben. Oder man findet beispielsweise einen dreckigen Lappen, auf dem etwas geschrieben zu sein scheint. Kombiniert mit Wasser und Waschmittel, das man ebenfalls durch gründliches Suchen gefunden hat, kann man so die versteckte Nachricht sichtbar machen.

Zero Escape: Virtue's Last Reward

 

Oft handelt es sich auch um unterschiedlichste Logikrätsel, die mal die mathematischen Fähigkeiten strapazieren oder einfach eine gute Kombinationsgabe erfordern. Manchmal sind die Probleme vor die man gestellt wird allerdings wirklich arg schwer. Natürlich kommt es gerade bei Spielen dieser Art vor, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, aber an manchen Stellen sind die Entwickler wirklich etwas zu weit gegangen oder haben sich absurde Lösungen ausgedacht, auf die man bestenfalls durch Zufall kommt. Schade, denn so kommen schnell und oft frustrierende Momente auf, die den sonst gelungenen Spielspaß unnötig ausbremsen.

Obwohl der Titel, wie bereits erwähnt, auch in unseren Gefilden offiziell erhältlich ist, wurde, wie so oft bei Spielen dieser Art auf eine deutsche Übersetzung verzichtet. Die kompletten Texte sind nur ins Englische übersetzt worden und auch die Vertonung der Gespräche ist nur auf Englisch verfügbar. Lediglich bei der US-Version finden wir für die Synchronisation noch den Auswahlpunkt “Japanisch”. Um also in den vollen Genuss des Titels zu kommen sollte man schon über solide Englischkenntnisse (oder auch Japanischkentnisse) verfügen, da es sich um eine Visual-Novel handelt, also quasi eine Art interaktives Buch, wo es folglich reichlich (!) zu lesen gibt.

Die Synchronisation ist jedoch durchweg gut gelungen, sei es auf Englisch oder Japanisch. Die Sprecher passen zu den Figuren und klingen zu keinem Zeitpunkt gelangweilt oder ähnliches, sondern vermitteln Gefühle und unterstreichen den Charakter glaubhaft. Grafisch wurde wohl versucht die ganze Sache etwas aufzuhübschen, was allerdings etwas nach hinten losgegangen ist. Die Charaktere werden jetzt zwar in 3D dargestellt, allerdings wirken sie etwas leblos, da die Animationen minmalistisch und repetitiv sind und leider auch an liebevollen Details gegeizt wurde. Man hätte entweder die technischen Möglichkeiten der aktuellen Handheldgeneration ausreizen sollen, oder aber bei dem zwar alten, aber dennoch liebevollen Design des Vorgängers bleiben sollen.

Unser Fazit

88 %

Mit Zero Escape: Virtue‘s Last Reward erscheint nicht nur ein durchaus spannender und komplexer Thriller in Form einer Visual Novel, sondern auch gleichzeitig ein forderndes Rätselspiel, das einem des öfteren den Kopf rauchen lässt. Zwar ist die vom Vorgänger gewohnte düstere Atmosphäre diesesmal nicht ganz so dicht, das Spiel weiß aber dennoch bestens zu unterhalten - vorausgesetzt, man hat solide Kenntnisse der englischen Sprache, denn Zero Escape ist auch in unseren Gefilden nicht mit deutschen Texten, geschweige denn deutscher Sprachausgabe erhältlich. Stört man sich daran aber nicht weiter, darf man sich auf eine lange und spannende Geschichte freuen, die durch die vielen Entscheidungsmöglichkeiten, die einem manchmal ein richtig schlechtes Gewissen bereiten können, den geduldigen Spieler mit 19 verschiedenen Enden belohnt. Durch die praktische Storyverlaufs-Übersicht werden langweilige Wiederholungen größtenteils umgangen, allerdings veriert man beim hin- und herspringen zwischen den verschiedenen Geschichtssträngen schnell den Überblick. Dennoch, wer den Vorgänger mochte, wird auch an Zero Escape seine helle Freude haben. Nicht-Kenner der Serie sollten vorher überlegen, ob das Genre der Visual-Novel etwas für sie ist, ansonsten aber auch hier eine ganz klare Empfehlung, denn Zero Escape: Virtue‘s Last Reward gehört sicherlich zu den besten Vertretern seines Gebiets, die auch auf Englisch erhältlich sind.

Pro

  • + lange Spielzeit
  • + spannender Thriller mit toller & dichter Atmosphäre
  • + viele knackige Rätsel
  • + Gespräche sehr gelungen vertont
  • + große Entsheidungsfreiheit

Kontra

  • - verschlimmbesserte Grafik
  • - Atmosphäre nicht so dicht, wie beim Vorgänger
  • - Story teils sehr verworren/undurchsichtig
  • - Lösungen der Rätsel manchmal völlig absurd
  • - keine deutschen Texte und Vertonung

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
89 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
89 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • virtuell last reward ps vita bewertung

  • zero escape test

  • Virtue’s Last Reward vorgänger

  • virtues last reward ps vita englisch synchro

  • zero escape virtues last reward deutsch

  • Zero Escape: Virtue’s Last Reward fazit

  • virtues last reward 3 ds test

  • insideegames zero escape


- ANZEIGE -


*