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South Park: Der Stab der Wahrheit, Matt Stone und die Zensur des Games

Veröffentlicht 9. März 2014 | 14:44 Uhr von Sandra




South Park: Stick of Truth

Während US-Amerikaner selten bis gar nicht mit dem Phänomen der Zensur zu kämpfen haben, ist das Eingreifen in Videospiele, da bestimmte Szenen geschnitten, Symbole geschwärzt oder heraus genommen werden müssen oder bestimmte Handlungen nicht gezeigt werden dürfen, in Deutschland fast so etwas wie normal.

Auch South Park: Der Stab der Wahrheit (Engl. Stick of Truth) hat es jüngst erwischt und während die TV-Serie ohne Einschränkungen ausgestrahlt werden kann, musste das zugehörige Spiel einige Kürzungen, Ausblendungen und Zensuren über sich ergehen lassen. Grund genug mit Matt Stone, Co-Creator von South Park (Serie) und Story-Schreiber für South Park: Der Stab der Wahrheit (Spiel) zu sprechen.

Einleitend wurde die Frage gestellt, warum Der Stab der Wahrheit anders werden sollte als bisherige Lizenz-Umsetzungen, die bekanntlich eher mittelprächtig daher gekommen sind. Matt Stone – Zitat:

Wir mögen Videospiele und das ist auch ein Bereich, über den wir uns viele Gedanken machen. Eine TV-Show zu machen heißt auch mit vielen Lizenzprodukten umzugehen, die man vielleicht auch gar nicht so toll findet, wie T-Shirts und solche Sachen; Sozusagen ein Geschäft mit dem Teufel.

Aber wenn es ans Eingemachte geht wie eben ein Videospiel, dann ist das anders. Die älteren Spiele waren enttäuschend und wir haben darüber nachgedacht. Und wir kamen zu dem Schluss, wenn wir das nochmal machen, dann müssen wir es richtig machen bzw. zu versuchen es richtig zu machen. Als die PS3 und Xbox 360 auf den Markt gekommen sind, haben wir damit begonnen. Und wir können die Grafik zeigen, welche der TV-Show ebenbürtig ist.

Für einen Release des Spiels in Australien und Europa (Deutschland, Österreich) musste das Spiel zensiert werden. Für Matt Stone generell einmal keine große Sache, wie er erklärt:

Mir wurde gesagt, dass es verschiedene Standards gibt in Australien und auch in Europa. Die Länder haben jeweils ihre eigenen Systeme und um das Spiel veröffentlichen zu können, mussten bestimmte Dinge getan werden. Man hat mir gesagt „das geht“, „das geht nicht“, damit wir eine Freigabe erhalten haben. Die Nordamerikanische Version ist die einzige, die nicht zensiert wurde und alle anderen Fassungen haben einen schwarzen Balken und wir haben versucht zu erklären, was dazu geführt hat.

Es ist nicht so schlimm, denn es verändert die Dinge nicht wirklich. Und für uns war klar, dass wir die Dinge nicht einfach ändern und dazu nichts sagen. Das wäre einfach nur verwerflich gewesen.

Auf die Frage wie es sich dieses Vorgehen für Matt Stone anfühlt, antwortete er – Zitat:

Es ist irgendwie „gleich und gleicher“, wie zwei verschiedene Standards. Wir wollten den Inhalt nicht verändern und die gemachten Anpassungen ruinieren nicht das Spiel. Es betrifft ca. 40 Sekunden vom ganzen Spiel und solange wir noch einen Spaß aus der Situation heraus holen können, ist das für uns ok.

Den Unterschied, den es nach wie vor gibt zwischen der Behandlung von TV-Shows und Videospielen, kommentiert Matt Stone wie folgt:

Die Interaktivität macht den Unterschied. In Filmen und im TV kannst du vieles machen, dass in Grauzonen geht, weil man gleich dazu Auswirkungen, Konsequenzen aufzeigen kann. Folgen einer Aktion sind sofort sichtbar, werden aufgeschlüsselt. Aber in einem Videospiel hat alles erst einmal einen festen Grund, warum beispielsweise jemand ein Nazi ist oder ein Zombie oder ein Alien und damit werden klare, moralische Entscheidungen verbunden.

Es gibt eben Menschen, die fühlen sich damit vor allem in einer interaktiven Welt nicht wohl. Aber, um das auch zu sagen, dass wir im Spiel gemacht haben, könnten wir jederzeit in der TV-Show zeigen ohne Probleme zu bekommen.

Und weiter heißt es:

Das Schwierige ist auch, dass Comedy in Spielen nicht immer funktioniert. Comedy ist eine Sache des Timings und es ist sehr schwer zu kontrollieren, vor allem in einem Spiel in einer offenen Welt, wo man nicht richtig kontrollieren kann, wann und wo der Witz seinen Platz hat. Es hat dann nichts mehr mit dem Schreiben zu tun, denn man kann nicht schreiben und versuchen und spontan anders entscheiden, wenn etwas nicht passt. Das funktioniert bei einer TV-Live-Show aber nicht in einem Spiel. Entscheidet für Comedy ist das Timing und das in einem Videospiel umzusetzen ist ungleich schwerer.

Das umfangreiche Interview, in dem ergänzend zu den hier zitierten Auszügen auch noch viel über die TV-Serie South Park gesprochen wird, könnt ihr Online auf The Guardian (Englisch) nachlesen.


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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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