The Impossible - Blu-ray (Film) Testbericht / Review / Test - insidegames

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The Impossible – Blu-ray (Film) Testbericht / Review / Test

Veröffentlicht 7. August 2013 | 14:22 Uhr von Sandra




The-Impossible

Der 26. Dezember 2004, 2. Weihnachtsfeiertag, bewies, wie mächtig, unerbittlich und gewaltsam die Natur sein kann. Um kurz vor ein Uhr nachts unserer Zeit, kurz vor acht Uhr Ortszeit, ereignete sich ein sogenanntes unterseeisches Magethrust-Erdbeben ca. 85 Kilometer vor der Nordwestküste der indonesischen Insel Sumatra. Mit einer Stärke von 9,1 auf der nach oben offenen Richterskala das bisher drittstärkste jemals aufgezeichnete Beben. Eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Verheerende Tsunamis rollten auf die verschiedenen Küsten des Indischen Ozeans zu. Insgesamt starben durch das Beben als auch seine Folgen mehr als 230.000 Menschen u.a. in Thailand, Sri Lanka, Indien und vielen anderen Regionen des Indischen Ozeans Gebietes.  TV-Berichte mit Bildern aus der Luft sowie Augenzeugen-Videos ließen uns hier nur im Ansatz erahnen, welche Tragödie die großen, alles zerstörenden Flutwellen auf der anderen Seite des Erdballs angerichtet haben.

Sich diesem Thema anzunehmen, vor allem auch filmisch, ist keine einfache Sache. Und dennoch hat sich der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona (u.a. Das Waisenhaus in Zusammenarbeit mit Guillermo del Toro) an diese schwere Aufgabe heran getraut und orientiert sich an den Erlebnissen einer Familie, welche den Tsunami am 26. Dezember 2004 hautnah miterlebt hat.

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Weihnachten unter Palmen

The Impossible beruht auf den Berichten der spanischen Familie Belon, zwei Erwachsene, drei Kinder (Söhne), die ihren Weihnachtsurlaub 2004 in Khao Lak, Thailand, verbringen wollten. Sonne, Strand, Wasser, Palmen und alle Sorgen weit weg. Das Leben genießen und es sich gut gehen lassen.

Die Eltern, Henry und Maria, werden von Ewan McGregor und Naomi Watts gespielt. Die Rolle der Söhne, Lucas, Thomas und Simon, wurden von Tom Holland, Samuel Joslin und Oaklee Pendergast übernommen. Erzählt wird, wie die Familie am 24. Dezember 2004 in Khao Lak ankommt und den Urlaub dort verbringen möchte. Bis zum 26. Dezember 2004 kurz vor acht Uhr Ortszeit scheint alles normal … die Familie ist am Pool des Hotels, als auf einmal die Tsunami-Welle mit brachialer Gewalt das Idyll jäh zerstört.

Die Gewalt des Wassers fühlen

Wir verraten nicht zu viel, wenn wir erwähnen, dass Henry, Maria und die Kinder überleben. Es ist am Ende deren Weg, ihr Kampf mit und nach der Katastrophe, der im Fokus der Ereignisse steht und erzählt wird. Stellt sich natürlich die Frage, ob eine Katastrophe dieses Ausmaßes auf eine einzige Familie und deren Leid runter gebrochen werden kann. Es ist sicherlich zwiespältig, denn das Glück, dass der Familie hold war, war den meisten betroffenen Familien nicht beschieden. Aber wahrscheinlich macht genau diese Zentralisierung das Tüpfelchen auf dem „i“ aus. Es macht das Geschehen greifbarer, hat einen empathischen Impuls, dem man sich nicht wirklich entziehen kann. Der Schrecken, die Angst, die Sorgen, das über sich hinaus wachsen erscheint präsent, ist nachfühlbar.

Größtenteils erlebten wir Watts und und McGregor vor allem im Bezug auf die erlebten Emotionen während der Katastrophe glaubhaft, überzeugend. Die beiden Hollywood-Darsteller haben es geschafft uns mitzunehmen und uns im Ansatz zu zeigen, wie grausam der Tsunami war. Das bei diesen Aufnahmen auch noch Bild und Ton mitspielen und ergänzend die todbringende Gefahr vor allem auch überzeugend hörbar machen, sorgt dafür, dass sich von ganz alleine Unwohlsein und Angst einstellt.

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Getrennte Wege kreuzen sich wieder

Fokussiert auf die Familie ergeben sich zwei Handlungsstränge. Zum einen ist es die Mutter und ihr ältester Sohn Lucas (Tom Holland), die ihren Weg gehen müssen und zum anderen der Vater mit den beiden Söhnen Simon und Thomas. Vor allem Tom Holland als Lucas, eher eine Nebenrolle, avanciert mit der Zeit zum heimlichen Hauptdarsteller des Geschehens, indem er vor allem seiner Mutter mit viel Kraft zur Seite steht. Auch hilft er dem jungen Daniel, der ebenfalls von seinen Eltern getrennt wurde. Ähnlich verfahren Vater und Söhne, da der Vater seine Jungs in die Obhut Dritter gibt, damit er nach Frau und Sohn suchen kann. Nach diversen Irrungen und Wirrungen, versehen mit durchaus vielen Emotionsschwankungen und eindringlichen Bildern, findet zum Ende hin der Ausflug der wieder vereinten Familie nach Singapur statt.

Nichts desto weniger erscheinen speziell manche Aktionen während als auch nach der Katastrophe partiell etwas unglaubwürdig, egal ob es um den Handlungsstrang der Mutter mit Kind oder die mit Vater und Kindern betrifft. Dem gegenüber steht allerdings die Frage, ob man das wirklich so trockenen Fußes von der heimischen, sicheren Couch aus beurteilen kann und will. Nicht selten passiert es, dass gerade in schlimmen Situationen diejenigen, die den Verstand beisammen halten und auch dank Adrenalinausstoß, so etwas wie Wunder bewirken können, da sie schier Unmenschliches zu Leisten im Stande sind.

Es ist auch nicht die Katastrophe an sich, die zentral im Mittelpunkt steht, sondern diese dient mehr als Auslöser einer einzigen Familientragödie, da man die große Pein, den großen Schmerz, die vielen Verluste auf gesamt fünf Schultern verteilt. Es sind auch mehr die erlebten Folgen, das ganz und gar persönliche dieser wenigen Beteiligten, die das Geschehen, diese unglaublich große Katastrophe im Ganzen etwas in den Hintergrund drängen. Wenn dazu dann noch Szenen im späteren Verlauf unfreiwillig komisch wirken, nimmt sich die Schärfe, die das Thema in sich birgt, von selbst heraus. Das die eine oder andere Frage, die sich aufgrund von Gegebenheiten ergibt, nicht final und/oder schlüssig aufgelöst wird, kann man bemängeln, muss man aber nicht.

Fazit

Der Tsunami hat seine Spuren hinterlassen – auch wenn heute vieles an den betroffenen Orten vielleicht nicht mehr an diese Katastrophe erinnern mag, zu viele Menschen haben seelische Narben davon getragen, da sie unwiederbringlich Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen verloren haben. Normal ist – wie man so schön sagt – Hollywood schnell dabei Katastrophen zu verfilmen. Bei diesem Thema hat man sich jedoch Zeit gelassen – und wir sagen: Das war gut so! Auch wenn die eine oder andere Handlungsweise nicht ganz stimmig erscheint oder zum Schluss hin im Krankenhaus auf der Hand liegende logische Fehler passieren, ist The Impossible nichts desto weniger ein Film, der sich unter die Haut zeckt. Vielleicht ist es gerade diese Nähe, dieses Persönliche, dass man aufgrund der Fokussierung auf eine einzige Familie mitten drin ist und nachfühlen kann, was Berichte seinerzeit „nur groß abgehandelt haben“. Youtube-Videos, Augenzeugenberichte sind das eine – eine Familie, die aus erster Hand erzählt und woraus Filme-Macher gewaltige Bilder zum fast schon Anfassen gestalten, ist das andere. The Impossible: Definitiv sehenswert! Und ans Herz legen wollen wir euch die Extras, die einen dieses Mal zwar einen kurzen, dafür überaus interessanten Blick hinter die Kulissen werfen.


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Kategorien: Movie News
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