The Pact - Blu-Ray Filmkritik / Review / Test - insidegames

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The Pact – Blu-Ray Filmkritik / Review / Test

Veröffentlicht 22. Januar 2013 | 8:37 Uhr von Sandra




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Grusel kann grundsätzlich ganz einfach sein! Man nehme ein altes Gemäuer, dunkle Gänge, vielleicht noch einen unheimlichen Keller. Dazu lasse man Türen ächzen und stöhnen, hin und wieder nicht näher spezifizierbare Geräusche, die einem die Nackenhärchen aufstellen und ein Legende über einen nie aufgeklärten Spuk – fertig ist der Horrorfilm. Zumindest theoretisch, denn in der Praxis beweist sich dieses Unterfangen als Herausforderung, vor allem dann, wenn man wie Regisseur Nicholas McCarthy versucht neben den aktuell sehr erfolgreichen Wackelfilm-Kandidaten der Paranormal-Activity-Reihe zu bestehen. Passende Zutaten allein sind es nicht, erst die Mixtur derselben lehrt das Fürchten.

Aus zehn werden 90 Minuten

Was ein Kurzfilm auf einem Festival nicht alles anrichten kann … McCarthy präsentierte auf dem Sundance Filmfestival im Jahr 2011 einen Kurzfilm, ganze zehn Minuten lang war das gezeigte Material. Filmfirmen entdeckten den kurzen Streifen und hielten McCarthy an daraus einen Spielfilm zu basteln. Keine Ahnung, keine Ideen, kein Drehbuch – McCarthy sagt trotzdem zu und The Pact in Spielfilmlänge war geboren. Veröffentlicht auf DVD und Blu-Ray (Ascot Elite) könnt ihr euch den gepflegten, recht blutarmen, nichts desto weniger gut gemachten Grusel nach Hause holen.

Alte Häuser und Geister

Eines Tages erhält Annie, gespielt von Caity Lotz (Death Valley, Mad Man) einen Anruf von ihrer Schwester Nicole, gespielt von Agnes Bruckner (The Woods, The Glass House, Private Practice). Die Mutter der Schwestern ist gestorben und Annie möge auf die Beerdigung kommen. Annie jedoch hat darauf absolut keinen Bock, hat sie doch keine guten Erinnerungen an ihre Mutter. Eine Frau, die Annie als Kind hat massiv unter sadistischen Auswüchsen hat leiden lassen. Annie will das Haus ihrer Mutter nie wieder betreten. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Nicole verschwindet spurlos und Annie hat keine andere Wahl als sich auf den Weg zurück in ihr altes, verhasstes Zuhause zu machen. Anfänglich denkt Annie noch, dass Nicole mal wieder infolge ihrer auch der Familie wohl bekannten Drogenexzesse abgetaucht ist, auch wenn sich das damit widerspricht, dass Nicole, seit sie ihre Tochter zur Welt gebracht hatte, clean war.

Annie betritt ihr Elternhaus und sofort bahnen sich alte Erinnerungen ihren Weg. Annie fühlt sich nicht wohl, irgendetwas stimmt nicht. Es fühlt sich an, als würde sie beobachtet werden. Türen knarren, Bilder fallen von der Wand, ein Schmuckkästchen liegt auf einmal auf dem Boden und ein Bild ihrer Mutter fällt heraus. Es scheint, dass das Haus übergriffig wird, Annie in Besitz nimmt, sie steuert und wie von Geisterhand geführt öffnet sie die Türe zum alten, dunklen Wandschrank, in dem ihre Mutter sie immer eingesperrt hat.

Annie bleibt jedoch nicht lange alleine, auch Cousine Liz, gespielt von Kathleen Rose Perkins (Die Insel), kommt zur Beerdigung von Annies Mutter, Liz‘ Tante. Liz hat Nicoles Tochter im Schlepptau und zusammen fühlt man sich ein wenig sicherer – bis Liz schon kurz danach verschwindet. Etwas hat sie in der Nacht geholt und Annie ist sich sicher, dass ein Geist im Haus sein Unwesen treibt.

Einfach nur logisch, dass die Polizei der guten Annie nicht glaubt und sie eher für verrückt hält. Annie startet auf eigene Faust und findet schon ganz bald eine verborgene Tür im Haus und dahinter einen Raum mit vielen, vielen Löchern in der Wand. Annie kann sich nicht erinnern diese Löcher jemals bewusst wahr genommen zu haben, vor allem da diese Löcher auch den Blick in ihr einstiges Kinderzimmer freigeben. Zeit sich an ein Medium zu wenden – Steve, gespielt von Haley Hudson (Freaky Friday, Marley & Ich). Steve macht sich an die Arbeit und nachdem Steve beinahe bei einer Kontaktaufnahme mit dem Geist stirbt, offenbart sich, dass der Geist eine warnende Botschaft für Annie hat. Flüchten oder der Spur folgen, denn der Spur folgen heißt das abgrundtief böse Geheimnis des Hauses zu lüften …

Einmal Geisterjäger bitte – und zwar sofort!

„Gruselig, unvorhersehbar, packend, rätselhaft und voller Wendungen und Shocks, die man definitiv nicht kommen sieht“ – so bewirbt sich The Pact selbst auf dem Blu-Ray/DVD-Cover. Und was sollen wir sagen? Ja, das stimmt – die Beschreibung ist definitiv zutreffend. Auch wenn The Pact ein wenig, sagen wir, schleppend beginnt, nimmt der Streifen recht schnell Fahrt auf und schickt euch durch eine Achterbahn der Gefühle. Allein die sehr gut gesetzten Soundeffekte geben euch schnell das Gefühl, dass Haus lebt. Ihr wollt es tun wie Annie, unter die Couch gucken, die Schranktür aufmachen, nur um sicherzustellen, dass da nichts drin ist. Der Wunsch den Raum hell zu erleuchten, um auf diese Weise das Böse abzuhalten ist fühl-, partiell sogar regelrecht greifbar.

Dieser Wunsch wird noch verstärkt durch die zu jederzeit stimmige Kameraschwenks, die das Dunkel versuchen zu greifen, in die Schwärze hinein zoomen. Ein Effekt, so alt wie das Filmen selbst, aber es verfehlt seine Wirkung nicht. Es ist eines der durchaus typischen Stilmittel der sogenannten „Haunted House Filme“ und McCarthy setzt diese Option so gekonnt ein, in der Mixtur mit den Geräuschen als auch der gesamten Darstellung, so dass ihr nicht umhin kommt daran zu glauben, dass das Haus wirklich das pure Böse ist. Das Besondere dabei ist auch, dass er nicht stur die klassische Haunted House Schiene fährt, sondern allenfalls Elemente verwendet, kombiniert mit anderen, gängigen Ausdrucksformen des Horrofilms, ist The Pact ein eigenständiges Werk und präsentiert den fast blutleeren Grusel in fast bestmöglicher Qualität. Allein die Vermittlung des Gefühls, dass ihr ständig beobachtet werdet, ist wahrlich großes Kino. Wenn ihr euch dann noch fragt „verdammt, von woher, aus welcher Richtung werde ich beguckt?“ – besser geht es nicht.

Cast und Extras

Einen großes Lob gebührt den Darstellern von The Pact, allen voran Caity Lotz, der ihr einfach abnehmt, welchen Horror sie im Haus ihrer verstorbenen Mutter erleben muss. Ebenso seid ihr aber auch ganz bei ihr, wenn sie sich aufrafft sich dem Ganzen zu stellen, die Geheimnisse zu lüften und dem Horror die Stirn zu bieten. Gleiches gilt für das Medium Steve, Haley Hudson, die ihre Sache richtig gut macht. Dass im Übrigen auch „Johnny Rico“ Darsteller Casper van Dien mit von der Partie ist, ihr wisst schon, der toughe Kerl aus Starship Troopers, fällt einem erst irgendwie hinterher auf. Seine (Neben)Rolle ist auf ein Minimum reduziert und nicht der Rede wert. Van Dien scheint verdammt auf ewig Johnny Rico zu sein.

Technisch gibt sich – in unserem Fall die Blu-Ray Verison des Films – keine Blöße. Ihr bekommt Full-HD (1.080/24p – 16:9) serviert, wahlweise mit Dolby Digital 5.1 Sound in deutscher oder englischer Sprache. Entscheidet ihr euch für Englisch, stehen Untertitel in deutscher Sprache zur Verfügung. Neben dem Hauptfilm ist ein durchaus respektables Bonus-Angebot vorhanden, u.a. ein Making of, Cast und Crew werden vorgestellt, Trailer sowie Audiokommentare von Nicholas McCarthy (Regisseur).

Fazit:

Wir machen es kurz und schmerzlos: Ihr habt Bock mal wieder einen gepflegten Gruselfilm zu schauen? Ihr stört euch nicht daran, dass der Anfang ein wenig zäh sein könnte, aber hiernach zügig Fahrt aufnimmt und das Tempo hält? Subtiler Horror mit wenig, bzw. eigentlich keinem Blut ist genau euer Ding? Dann können wir nur sagen: Kaufen und gucken – The Pact lohnt sich! Definitiv empfehlenswert!


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