The Perks of being a Wallflower - Blu-ray Test / Review - insidegames

insidegames

The Perks of being a Wallflower – Blu-ray Test / Review

Veröffentlicht 3. Mai 2013 | 16:24 Uhr von Sandra




The Perks of beeing a Wallflower

Nicht noch ein Teenie-Film schleicht sich in die Gedanken angesichts der einmal mehr ins Zentrum des Geschehens gerückten Erlebnisse angehender Erwachsener, welche noch mehr oder weniger brav die Schulbank der High School drücken. Allerdings beweisen schon die ersten Minuten, dass The Perks of beeing a Wallflower alles andere als Klischee behaftet ist, obwohl in selbige Kiste nachhaltig gegriffen worden ist.

Randnotizen

Nicht selten werden Bestsellerbücher verfilmt und das kann gerne einmal schief gehen. Damit Autor und Regie-Neuling Stephen Chbosky die Chance wahren konnte diesem Schicksal zu entgehen, hat er kurzerhand das Zepter selbst in die Hand genommen und sein Buch Das also ist mein Leben selbst auf Celluloid gebannt. Dass Chbosky u.a. das Produzententeam des Kinoerfolgs Juno zur Seite stand, darf ohne große Lobhudelei als de Facto gute Entscheidung gesehen werden. Interessant zu wissen dürfte dabei noch sein, dass das Buch The Perks of beeing a Wallflower schon einen ganz langen Bart hat. Bereits 1999 wurde der Roman von Chbosky im vgs Verlag veröffentlicht. 2001 nahm sich der Heyne Verlag dem Thema erneut an und brachte ihn mit dem neuen Titel Das also ist mein Leben sowie einer neueren sowie frischeren Übersetzung in den Handel.

Zeitsprung

Anfang der 90er Jahre beginnt für den eher schüchternen Charlie die High School. Aufgrund von Ereignissen geprägt, sein bester Freund nahm sich das Leben und Charlie selbst war in einer psychiatrischen Einrichtung, schwebt das Damoklesschwert ein Außenseiter zu sein über seinem Haupt. Das ändert sich jedoch, als Charlie Sam und ihren schwulen Stiefbruder Patrick kennenlernt. Die zwei sind einfach anders, total schräge Vögel, Rocky Horror Picutre Show Fans, dem Indie-Rock zugetan und ehe sich Charlie versieht, gehört er zu deren Clique. Macht es damit die Situation einfacher? Mitnichten, denn die High School Jahre sind alles andere als lustig und mit dem Erwachsen werden kommen die erst richtigen Probleme, vor allem wenn man mit der Vergangenheit noch nicht abgeschlossen hat und die Gegenwart mit ganz neuen Herausforderungen auf einen wartet.

Thematisch nicht neu, dafür ganz anders

Filme, in denen es um die „coolen von der Schule“ sowie die in Problemen verstrickten Außenseiter geht, die sich im Zweifel gegenseitig verbal an die Gurgel gehen, sind nicht neu.  Auch die oftmals eher platte Darstellungsweise wiederholt sich nur allzu gerne, da erst die Schönen und Reichen die Überhand haben und in den letzten fünf Minuten die Unterdrücken kurzen Ruhm auskosten dürfen.

Erfrischend anders jedoch sind die Pfade, die mit The Perks of beeing a Wallflower gegangen wurden. Nicht nur dass die Darsteller für unseren Geschmack exzellent gewählt worden sind, allen voran Logan Lerman, der u.a. schon in Streifen wie Was Frauen wollen, Gamer, Percy Jackson, etc. gezeigt hat was er kann und seiner Filmfigur Charlie überzeugendes Leben einhaucht. Aber auch Emma Watson, hinlänglich bekannt für ihre aufmüpfige Rolle der Hermine in den Harry Potter Streifen als eigenwillige Sam sowie Ezra Miller, ein noch eher junges, unverbrauchtes Gesicht, der Sams schwulen Stiefbruder Patrick mimt, verkörpern die Charaktere glaubhaft.

Es geht nicht um überzeichnete Komik oder das per se Ausspielen längst Motten zerfressener Klischeeklamotten, die man zur Genüge schon in sogenannten High School Teenie Filmen gesehen hat. Viel zu real, viel zu echt, viel zu emotional und viel zu detailliert nimmt The Perks of beeing a Wallflower den Zuschauer mit, erinnert an die eigenen Teenie-Probleme, die Sorgen, Gedanken aber auch den Spaß, den man erlebt hat, als man zwischen Kind und Erwachsen sein festgesteckt hat. Das Besondere dabei ist, dass die Erzähl- als auch Darstellungsweise dezent ist, nicht laut, brachial. Es sind die leisen Töne, gerne auch das Unterschwellige, da ein vermeintlich kleines Problem den Sprung von der Mücke zum Elefanten in Null-Komma-Nichts schafft und auf diese Weise erst verdeutlicht, in welchen emotionalen Schwierigkeiten sich junge Erwachsene befinden können.

Appell an die Erwachsenen

The Perks of beeing a Wallflower präsentiert auf ehrliche aber auch auf dezent witzige Weise wie sich ‚junges Gemüse‘ fühlt, ob der Widrigkeiten, die im Leben auf einen warten. Egal ob es der ätzende Tischnachbar ist, der kein gutes Haar an einem zu lassen vermag, die erste große Liebe, der fette Rausch auf der Party oder die emotionale Achterbahnfahrt, da erlebte Traumata zum Fokus werden und erlittenes Leid Bildsprache erlangt. The Perks of beeing a Wallflower ist nicht nur ein wunderschöner, beinahe fast schon traumhafter Film – nein, er ist auch ein freundlicher, leichter aber auch bestimmter Appell an die Eltern-Generation sich wieder mehr mit der Teenie-Gesellschaft zu beschäftigen, den eigenen Kindern – Teenagern zur Seite zu stehen, die Rückendeckung zu sein für den gerne einmal mit Stolpersteinen versehenen Weg der Leben heißt und den Übergang vom Kind zum Erwachsenen beschreibt. Und ganz besonders hervorzuheben gilt, dass The Perks of beeing a Wallflower keine Unterscheidung in Sachen Charaktere macht. Es spielt keine Rolle ob jemand „in“ oder „out“ ist; Während der ca. 106 Spielminuten erweist sich ein simples Prinzip als geniale Wahrheit: Am Ende sind wir alle gleich, egal ob Männlein oder Weiblein, Hetero oder Schwul, Mauerblümchen oder aufgetakelte Püppchen – wir gehen alle den gleichen Weg, jeder für sich und doch zusammen. Absolut sehenswert!


- ANZEIGE -


Kategorien: Filme Test
Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Im Forum als HOLYANA oder auf Google+ unterwegs. Music-Addict and crazy Cat-Lady!

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • the perks of being a wallflower test

  • the perks of being a wallflower psychiatrie charlie

  • perks charlie in a psychiatrie

  • the perks of being a wallflower buch Erfolge


- ANZEIGE -


*