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The Walking Dead Staffel 3 – Blu-ray Review / Test

Veröffentlicht 11. Januar 2014 | 10:51 Uhr von Sandra




The-Walking-Dead-Staffel-3

The Walking Dead – einfach zum Anbeißen, ohne Frage. Die bisherigen Staffeln waren jedes Mal die reinsten Straßenfeger. Während die erste Staffel den Machern (AMC) fantastische Kritiken servierte, stolperte die zweite Staffel ein Stück weit über sich selbst. Die zweite Staffel überzeugte – mehr oder weniger seitens der Kritiker – mit zwölf Episoden. „Zu lang“ oder „zu wenig los“ wurde der Gruppe rund um Rick Grimes bescheinigt, die sich auf Hershels Farm, natürlich so weit als möglich, gemütlich gemacht hatte. Actionreich abgeschlossen entließ The Walking Dead Staffel 2 die Zuschauer mit einem Blick auf eine Gefängnis und das Warten auf Staffel 3 begann, die, aufgestockt auf 16 Folgen, seit geraumer Zeit auch als Blu-ray fürs Heimkino käuflich erworben werden kann.

Randnotizen

Die TV-Serie ist, in weiten Teilen, durchaus an die erfolgreichen Comics angelehnt. Künstlerische Freiheiten beschreiben die vorhandenen Details, beispielsweise Daryl Dixon, den es auf diese Art und Weise im Comic nicht gibt. Gleiches gilt für diverse andere Gegebenheiten, aber – und das ist das Gute – AMC weiß was sie tun; Meistens jedenfalls und das entschieden wurde Staffel Drei ein Stück weit eigenständiger, freier laufen zu lassen und dabei der Comic-Vorlage weniger Beachtung zu schenken, ja, das war ein kluger Schachzug. Staffel Drei von The Walking Dead, ohne zu viel zu verraten, hat die Eigenständigkeit entwickelt, die eine gute Serie schlichtweg entwickeln muss, um weiter bestehen zu können. Weiterhin und vor allem auch mehr Charakter-Entwicklung, auch wenn die Figur nervt (Hallo Andrea!) oder über sich hinaus wächst (Servus, Daryl!) liefern genug Stoff für garantiert mehr als nur 16 Folgen. Auch die Tatsache, dass sich die Freiheit genommen wurde individueller zu sein, dass Comic nicht mehr als bindende Vorlage zu nehmen, tut der dritten Staffel gut. Die Ereignisse als auch die vorhandenen Story-Stränge, da die jeweiligen Gruppen und Persönlichkeiten einen Fokus erhalten, tun ihr übriges. Dass es jedoch hinter den Kulissen von The Walking Dead kracht, offenkundig kein Geheimnis, ist nochmals eine andere Sache. Bleibt final die Frage, wie sich das ständige Bäumchen wechsel dich-Spielchen, dass leider – ist kein Geheimnis – hinter den Kulissen von The Walking Dead stattfindet, auf die Serie auswirken wird – oder auch nicht. Bis dato lief alles gut und darum beten wir kurz: „Bitte lieber Gott, sorg dafür, dass es so bleibt – Amen!“.

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Gruppe vs. Einsamkeit – Rückblende

Die Flucht von Hershels Farm, nachdem sie von einem Rudel Beißer überrannt wurde, hat die Gruppe gespalten. Während Rick, seine Frau Lori, Sohnemann Carl und die verbleibenden Überlebenden der Attacke weiterziehen und an besagtem Gefängnis angekommen sind (Ende Staffel 2), wurde Andrea auf der Farm „vergessen“. Anspannung und Druck sind fühlbar und erhitzt die Gemüter und die Tatsache, dass im Knast Überlebende weilen, macht die Situation nicht einfacher. Loris Schwangerschaft als auch die Geburt ihres Kindes, mit dramatischen Folgen, lasten schwer – vor allem auf den Schultern von Rick. Auf Hershel, bis dahin eine Art ruhender Pol und stets in der Lage die Gruppe mit zusammen zu halten, kann nicht zurück gegriffen werden. Die Situation kippt und es steht fraglich, ob Rick und Hershel jemals wieder ihren Worten Taten folgen lassen können, da sie versichert hatten die Gruppe zu führen und – mehr noch – dass man ihnen vertrauen kann.

Der zweite Serienstrang wird Andrea gewidmet, die sich allein durch die Wildnis schlägt. Sie trifft auf Michonne, fabelhaft gespielt von Danai Gurira, eine geheimnisvolle Frau mit Samurai-Schwertern – und Michonne weiß verdammt gut damit umzugehen. Sie rettet Andrea das Leben, bringt sie wieder auf die Beine und gemeinsam erreichen sie Woodbury. Ein Kleinod in all dem Chaos, denn es scheint, dass in der kleinen Gemeinde noch alles in Ordnung ist, die Zombie-Apokalypse nie stattgefunden hat. Angeführt vom Governor (David Morrissey), der nach außen eine edle Fassade führt, im Inneren jedoch ein verdrehter Geist, ein Psychopath ist, gleichzeitig aber geschickt und clever genug seine Umgebung nebst Mitmenschen nachhaltig zu manipulieren. Ganz nebenbei gibt es ein Wiedersehen mit Merle, Daryls verschollenem Bruder, als auch diversen zum Teil sehr abstrakten, ja sogar ein Stück weit erschreckenden Szenen, welche die Abgründe menschlichen Abschaums kaum besser darstellen können. Dass der Govenor schnell klar werden lässt, dass ihm Ricks Gruppe wie ein Geschwür im Magen liegt und dagegen etwas unternommen werden muss, ist kein Geheimnis und offenbart sich schnell. Es kommt, wie es kommen muss: Die Situation spitz sich zu, mehr und mehr, die Auseinandersetzung ist nur eine Frage der Zeit, bis sie – im wahrsten Sinn des Wortes – in einem blutigen und vielleicht nicht zwingend zu erwartenden Höhepunkt gipfelt, da am Ende auch Opfer auf beiden Seiten zu beklagen sind.

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Die menschliche Seele ist ein Abgrund

Mit diesem Fokus ist es AMC gelungen in der dritten Staffel das zu bieten, was der der zweiten Staffel, zumindest einmal Kritiker seitig, versagt geblieben sei. Es bietet sich dem Zuschauer fast eine schon perfekte Mixtur aus Zombie-Splatter-Action, Drama und brillanter Charakterzeichnung. Hinzu kommt der gekonnte Orte-Wechsel hinzu, eine Art erzähltes Doppel, denn Gefängnis und Woodbury könnten nicht konträrer sein. So wie bei den Figuren, die von ihren jeweiligen Darstellern hervorragend gemimt werden. Ganz gleich ob es darum geht den Zuschauer glauben zu lassen, dass der Wahnsinn einen befallen hat (Rick), Macht den Charakter verdirbt und krude Sprossen treibt (Govenor),  Liebe blind macht und das Urteilsvermögen trübt (Andrea), Misstrauen zu jeder Zeit ein guter Ratgeber ist und wach hält (Michonne) oder Familienbande einen in tiefste Zweifel reißen können (Daryl).

Stellt sich auch die Frage, was Menschen antreibt in einer Welt, die nichts mehr weiter als eine Stätte des Todes, des Verderbs, der Hoffnungslosigkeit ist, weiterhin bestehen zu wollen. Begriffe wie Recht, Ordnung, Anstand machen hier auf sich aufmerksam und bestehen darauf nach wie vor als wichtig erachtet zu werden. Vor allem Rick und seine Gruppe verkörpern diese – sollen wir sagen – Sehnsucht nach dem Festhalten an Werten, um nicht an der bitteren Realität drauf zu gehen.

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Sieh, und berichte der Nachwelt davon!

Den Machern ist zweifelsfrei eine Glanzleistung gelungen, da sie gekonnt Tempo und Entschleunigung in die Story integriert haben, ebenso wie pure Gewalt, die wiederum Hand in Hand mit der Hoffnung auf Frieden und Miteinander einher geht. Das einzige, dass man der dritten Staffel negativ anhaften könnte, ist, dass das Finale übereilt, zusammen gestaucht wirkt. Zu hektisch, zu viel auf einmal und der Verlust in vielleicht doch zu vielen Geschichtssträngen? Nein, das eher nicht, denn grundlegend gehen die vorkommenden Verläufe recht schlüssig auf (die, die aufgehen sollen!) – es ist einfach nur chaotisch und stellt sich die Frage, was die Serien-Verantwortlichen damit bezwecken wollen (wollten)? Müßig jedoch darüber zu spekulieren, denn „es ist, wie es ist“.

Abgesehen dieser kleinen, aber auch wirklich klitzekleinen Trübung des Gesamtpaketes, steht die optische Darbietung strahlend im Mittelpunkt. Die Blu-ray liefert ein astreines Bild, dazu einen satten Sound. Ob mit Englischem Originalton oder mit Deutscher Synchronisation geschaut wird, bleibt dem Betrachter überlassen – beides ist gut. Wer jedoch dem Englischen so weit mächtig ist, dem sei zweifelsfrei angeraten akustisch den Originalton wirken zu lassen!

Dass The Walking Dead Staffel 3 so grandios funktioniert, ist auch den Darstellern geschuldet, die inzwischen allesamt ihr geschaffenes Ego so adaptiert haben, dass jede Mimik, jeder Satz, jede Augenbewegung, jedes Handeln echter nicht wirken könnte. Als Zuschauer kann man gar nicht anders als zu glauben, dass es genauso passiert. Man kann nicht anders als fühlen; Es ist ein „mittendrin“ und nicht nur „dabei“. Ein paar Extras (vielfältiges Featurettes, Deleted Scenes, fünf Originalton Audiokommentare), die zweifelsfrei in Ordnung gehen, runden das Blu-ray The Walking Dead Staffel Drei Aufgebot ab.

Wir resümieren kompakt und einfach: Pflichtkauf für jeden The Walking Dead Fan … und jeden, der es werden will!

Walker - The Walking Dead - Season 3, Episode 7 - Photo Credit: Gene Page/AMC

 

Episodenliste mit deutschen als auch englischen Namen:

  1. Die Saat (Seed)
  2. Rosskur (Sick)
  3. Zeit der Ernte (Walk with me)
  4. Leben und Tod (Killer Within)
  5. Anruf (Say the word)
  6. Auf der Jagd (Hounded)
  7. Tod vor der Tür (When the Dead come knocking)
  8. Siehe, Dein Bruder (Made to suffer)
  9. Kriegsrecht (The Suicide King)
  10. Zuflucht (Home)
  11. Judas (I ain’t a Judas)
  12. Gesichter der Toten (Clear)
  13. Das Ultimatum (Arrow on the Doorpost
  14. Der Fang (Prey)
  15. Der Strick des Jägers (This Sorrowful life)
  16. Stirb und töte (Welcome to the Tombs)

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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