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We Happy Few – Vorschau / Preview

Veröffentlicht 19. September 2016 | 16:24 Uhr von Alexander Winkel

Letzte Änderung 20. September 2016




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Verstörend und schockierend gab sich We Happy Few zuletzt auf der E3 mit einer Vorschau, die richtig Lust macht. Eine abschreckende Dystopie, abstoßendes Verhalten der Menschheit und alles vernebelt durch eine Droge namens “Joy”. Wer diese nicht nimmt, blickt unweigerlich hinter die Kulissen und fällt gesellschaftlich aber in den Abgrund. Was kann uns die Game-Preview Vorschau auf der Xbox One davon liefern und kommt der Titel gar an Bioshock ran, dessen Vergleich immer wieder aufkommt? 

Das, was wir bereits von der E3 her kennen, kann man nach Start des Spieles in allen Zügen mit eigener Hand nochmals genießen. In die Arbeit vertieft, den Schlagzeilen der Presse folgend, dreht sich alles um diese eine Pille. “Joy” verspricht ein gutes Lebensgefühl und eine gesellschaftliche Gemeinschaft, doch was steckt wirklich dahinter. Kleiner Gag am Rande: Nimmt man in der ersten Szene bereits die Pille und benebelt damit seine Sinne, flimmert sofort der Abspann über den Bildschirm. Das Spiel ist gemeistert!

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Nein, so schnell kann es nicht gehen und eigentlich wollen wir doch hinter die Kulissen schauen. Ein kurzer Blick auf die Droge und dennoch den Willen aufbringen, diese in die Ecke zu pfeffern. Zwar trübt sich die Sicht ein wenig ein und der Gang ist ein wenig schwankend, dennoch kommen wir der Aufforderung für eine Party nach, schließlich darf man ja nicht auffallen und muss sich so verhalten, als ob man eins mit der Welt ist. Der Weg durch das Büro ist schwer. Erinnerungen und ungewohnte Eindrücke mischen sich. Verstörendes Verhalten von Maskierten in anderen Räumen schockiert und kaum ist die Pinata erledigt, erkennt man gar grausig blutige Szene, die mit der Droge wohl unterdrückt werden. Viel zu spät merkt man, dass wir durch unser Verhalten entdeckt werden und sind zur Flucht gezwungen.

Die Szenen sind inhaltlich und im Erzählstil grandios umgesetzt. Verstörende Szenen, die mitunter auch an den Film “The Purge” erinnern und uns daran zweifeln lassen, dass die Menschheit in diesem Spiel noch bei Verstand ist. Man möchte mehr wissen, in diese unglaubliche Dystopie eintauchen und die Machenschaften aufdecken, die sich um die Pille “Joy” drehen.

Die Gier nach Antworten wird in der Vorschau aber nicht befriedigt. Klar und deutlich weißt das Team von Compulsion Games zu Beginn darauf hin, dass mit voller Absicht nicht mehr über die Story des Spiels verraten wird und man bis zum Release warten muss, um die drei geplanten Blickwinkel erforschen zu können. Stattdessen treten wir in die Fußstapfen von Arthur Hasting, abgemagertes Kerlchen, verwahrlost und lebend in einer kleinen Zelle im Kanal. Er wurde bereits als “Downer” erkannt, ein Mitbürger, der die Pille verweigert und muss sich daher nun im Elendsviertel von Wellington Wells versteckt halten. Die Mitbürger sehen alle ziemlich mitgenommen aus und ihnen mangelt es nicht nur an Nahrung und Medikamente, sondern auch an Lebensfreude.

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Die erste Schritte durch die prozedural generierte Welt liefern ein dreckiges, erbärmliches Leben. Die zerstörten Ruinen alter Häuser im Stil der 50er/60er Jahre Englands wecken nicht gerade Vorfreude auf ein idyllisches Zusammensein. Überall raffen sich die gebrechlichen Menschen zusammen, versuchen das wenige Essen an Lagerfeuern zu garen oder sich mit halb verrottetem Gemüse über Wasser halten. Die Gespräche sind in der Vorschau noch sehr einsilbig, allzu tief kann man in den Gedanken der Passanten nicht eintauchen. Außerdem muss man gut hinhören, denn dass Englisch kommt genauso gebrochen wie die Menschen daher. Hier und dort bekommt man aber Aufgaben, um im Spiel weiter zu kommen. Bezahlt hier mal Honig, sammelt dort mal Objekte ein oder ähnliches. Hauptziel ist die Flucht aus dem Elend nach St. Georgens Holm, doch dies stellt sich noch als recht kompliziert heraus.

Bei der Erkundung findet sich reichlich Krimskrams, was im Inventar mit entsprechender Kenntnis und Rezepten zu Bandagen, Werkzeugen und Waffen umfunktioniert werden kann. Die Möglichkeiten sind bereits recht vielfältig und ein wesentlicher Bestandteil des Abenteuers. Um zum Beispiel den Honig für die Passage in ein anderes Viertel bezahlen zu können, benötigt man zunächst Schutzkleidung, um nicht von den Bienen gestochen zu werden. Diese kann man nur mit den entsprechenden Tools und Materialen anfertigen. Diese wiederum zu finden, dauert und ist nicht ganz ungefährlich. Die so genannten “Downer” haben kaum einen Besitz und verteidigen diesen mit ihrem Leben. Wird man beim klauen oder durchwühlen der Schränke erwischt, kann es ziemlich unangenehm werden. Manchmal muss man zum Äußersten greifen, auch wenn Arthur das Geschehene dann zutiefst bedauern wird und entsprechend traurig kommentiert.

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Überhand nehmen die alltäglichen Bedürfnisse von Artur. Die Suche nach Nahrung lenkt den Spieler viel zu sehr von den eigentlichen Aufgaben ab und wirkt auf Dauer sehr nervend. Der Protagonist muss aber regelmäßig was essen, trinken und auch zu gegebener Zeit immer schlafen gehen. Fremde Betten sind aus bekannten Gründen nicht zu empfehlen, wenn man nicht den Baseballschläger über den Kopf gezogen bekommen möchte. Beständig wird man durch das Leiden Arthurs von seiner derzeitigen Erforschung hochgeschreckt und muss auch immer wieder in seine Zelle zurückkehren. Verhungert man, oder wird Tod geschlagen, ist das Spiel übrigens vorbei – endgültig vorbei! Das Aus und wir landen im Hauptmenü.

Der Überlebensanteil ist extrem hoch ausgefallen, was dem Titel irgendwie aber so gar nicht bekommen möchte. Immerhin besteht die Möglichkeit, vor Spielbeginn den sofortigen Tod auszuschalten. Dann wird man nur mit dem Verlust mühsam eingesammelter Gegenstände bestraft. Auch den Drang nach Nahrung kann man zu Beginn des Abenteuers noch abschalten, damit man sich mehr auf das Spiel konzentrieren kann. Einstellungen, die zumindest jedem Spieler die Story von We Happy Few näher bringen können.

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Fazit 

Unter We Happy Few habe ich mir persönlich eher etwas in Richtung Bioshock oder Dishonored vorgestellt, nicht aber ein Survival-Spiel. Der konstant vorhandene und starke Fokus auf die alltäglichen Bedürfnisse und dem Crafting-System zeigen in der Vorschau aber auf, wohin der Hase laufen wird. Nach wie vor wird auch hier die Thematik angerissen. Verhalten entgegen die Doktrin der Gesellschaft wird mit Prügel gestraft und tritt man mit falscher Kleidung auf, wird man sofort durchschaut. Die Gesellschaftsprobleme und Kritiken sickern durch, aber nur ganz wenig. Natürlich muss man auf die Hauptstory warten und ob diese fesselnder wird, denn der Ausflug mit Arthur bot nur eine gut inszenierte Welt, nicht aber das, was mit dem kleinen Intro tatsächlich angerissen wird: Eine heruntergekommene Gesellschaft, mit schillernden aber auch verstörenden Facetten.


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Kategorien: Windows 10 News Xbox One News
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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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