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Zero Dark Thirty – Blu-ray Review / Kritik / Test

Veröffentlicht 7. August 2013 | 14:09 Uhr von Nicolas




Zero-Dark-Thirty

Nach The Hurt Locker meldet sich Kathryn Bigelow mit einem weiteren Film im Kriegssetting zurück. Zero Dark Thirty erzählt die Geschichte von Maya und ihrer verzweifelten Jagd nach dem meistgesuchten Verbrecher des Jahrhunderts: Osama bin Laden. Wie sich der unerwartete Twist in der Produktionsphase des Films – die tatsächliche Erschießung bin Ladens – auf den Film ausgewirkt hat, erfahrt ihr in unserem Review zu Zero Dark Thirty.

Am 11. September 2001 werden die Zwillingstürme des World Trade Centers von entführten Flugzeugen getroffen. Dabei verlieren über 3000 Personen ihr Leben. Der Drahtzieher hinter diesen Terroranschlägen ist der Führer von Al-Kaida, Osama bin Laden. 2003 wird die junge CIA-Agentin Maya nach Pakistan geschickt, um den Aufenthaltsort des Terrorfürsten ausfindig zu machen. Mit ihrem Kollegen Dan befragt und foltert sie Al-Kaida-Mitglieder und erhofft sich so einen Fortschritt in ihrem Prozess. Über Jahre sucht sie nach dem Public Enemy Number 1, muss in dieser Zeit harte Rückschläge hinnehmen. Als sie aber einen möglichen Unterschlupf bin Ladens gefunden zu haben glaubt, scheint die Sache in Bewegung zu kommen…

Zero-Dark-Thirty-Screenshot-1

 

Ende gut, alles gut?
Nach dem sechsfachen Oscargewinn ihres letzten Werks The Hurt Locker, stand Kathryn Bigelow unter Druck. Sie war die erste Frau, die einen Academy Award für die beste Regie gewann, und stach dazu ihren Ex-Ehemann James Cameron und sein Werk Avatar in jeglichen Kategorien aus. Mit Zero Dark Thirty plante die 62-Jährige einen Film über die Suche nach Osama bin Laden. Während der Produktion des Films musste aber ein Großteil des Drehbuchs umgeschrieben werden: Osama bin Laden wurde vom Navy Seals Team Six in Pakistan erschossen. Nicht auszudenken, wie der Film vor diesem Ereignis ausgesehen haben muss, denn die ganze letzte Stunde des Films handelt vom Aufenthaltsort und dem Angriff auf bin Ladens Residenz. Ab diesem Punkt nimmt der Film auch endlich Fahrt auf, denn davor ist er – abgesehen von den grässlichen, aber fesselnd inszenierten Folterszenen zu Beginn – eher zäh. Dies sollte dem Zuschauer bewusst sein: Zero Dark Thirty ist kein Action-Thriller. Der Film nimmt sich die Zeit, die er braucht, um die letzte Szene einzuleiten. Und diese letzte Szene, der Angriff auf bin Ladens Festung in Pakistan, ist fantastisch. Das Ende hat diesen Film um einiges besser gemacht. Dies lässt aber die lange Durststrecke vorher nicht vergessen.

Chastain brilliert
Bigelow weiss seit jeher, wie sie die Rollen zu casten hat. Mit Jessica Chastain hat sie die perfekte Wahl für Mayas Charakter getroffen. Sie spielt hervorragend, man fühlt ihre Verzweiflung, aber ebenso ihren Wahn, bin Laden endlich zu finden. Die Entwicklung von der eher unerfahrenen zur routinierten CIA-Agentin gelingt ebenfalls gut. Zu Beginn an ihrer Seite steht Jason Clarke, der Dan spielt. Wäre er mehr im Film gewesen und nicht nach etwa einem Drittel mehrheitlich verschwunden, hätte er wohl die Show gestohlen. Dan hat seine eigenen Methoden, wie er seine Häftlinge befragt und greift schnell zu absurden Foltermitteln, hauptsächlich dem Waterboarding. Seine Darstellung ist ebenfalls äusserst lobenswert. Mayas Vorgesetzter Joseph Bradley wird von Kyle Chandler gespielt und auch er überzeugt auf ganzer Linie. James Gandolfini, der in diesem Jahr unerwartet verstarb, hat ebenfalls eine kleine Rolle am Ende des Films. Um noch eine herausragende Performance zu nennen: Mark Strong. Sein Charakter leidet aber am selben Syndrom wie Clarkes, zu wenig Screentime.

Zero-Dark-Thirty-Screenshot-2

 

Die letzte halbe Stunde
Ob Zero Dark Thirty für die letzte halbe Stunde des Films stehen? Nein, dies steht für 00:30 Uhr, die Zeit des Angriffs. Dennoch könnte es so sein, denn die abschließenden dreißig Minuten machen diesen Film aus. Die Spannung ist gigantisch, visuell brillant umgesetzt. Einiges wird etwas verwackelt gefilmt, trotzdem erkennt man aber noch gut, was passiert. Obwohl man genau weiß, dass sie ihn erwischen, ist die Szene atemberaubend inszeniert. Zuvor leidet der Film unter dem vielen Telefonieren und Akten sammeln. Trotzdem sind auch diese Szenen sehr gut gemacht, visuell und akustisch. Leider lässt Zero Dark Thirty Szenen wie die hervorragende Intro-Szene in The Hurt Locker vermissen.

Fazit
Mit Zero Dark Thirty hat Kathryn Bigelow wieder einmal gezeigt, dass sie eine herausragende Regisseurin ist. Die eher zähen Szenen in der Mitte des Films sind auf ihre Weise interessant, werden aber nicht jedem zusagen, denn es passiert herzlich wenig. Die Folterszenen und die Schlüsselszene am Ende sind hingegen absolut hervorragend. Alles in allem ist der Film mit fast 160 Minuten aber sehr lang und fühlt sich gelegentlich auch so an. Jessica Chastain spielt ihre Rolle stark, ebenso Jason Clarke und Mark Strong. Clarke und Strong erhalten etwas zu wenig Screentime, um wirklich zu brillieren, dafür scheint Chastain umso mehr. Sie hat die Nominiation für die beste Hauptdarstellerin durchaus verdient. Wer über die Längen im Mittelteil hinwegsehen kann und bereit ist, in die Welt von Zero Dark Thirty einzutauchen, wird diesem Film einiges abgewinnen können.


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