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The Purge – Die Säuberung – Blu-ray Test / Review

Veröffentlicht 10. März 2014 | 22:20 Uhr von Sandra

Letzte Änderung 27. Juni 2016




James DeMonaco ist ein US-Amerikanischer Autor und Produzent. Seine bisherigen Werke, z.B. Verhandlungssache, Jack oder auch Staten Island, beweisen, dass er sich nicht zu fein dafür ist auch kritische Themen anzupacken. Kontrovers geht es gern bei ihm zu und so wundert es wenig, dass eines seiner jüngsten Werke eben nicht nur kontrovers, sondern schlichtweg brutal und gewalttätig daher kommt. Und wie gewohnt kann das unter Verwendung passender Stilmittel und Erzählweisen richtig, richtig gut sein …

Wehe wenn sie los gelassen

The Purge – Die Säuberung beschreibt eine Zukunft, in der Gewalt in all ihren Facetten zu Relikten der Vergangenheit erklärt werden. Im Jahr 2022 wurde das Ruder gerade noch einmal herum gerissen, denn die Welt drohte an der vorherrschenden Gewalt zu ersticken. Ein einfacher wie perfider Plan seitens der Gründungsväter jedoch sorgt für Umkehr, wenn auch mit einem ganz miesen Nadelöhr. Es gilt brav zu sein, immerhin 364 von 365 Tage im Jahr. Der verbleibende Tag ist dafür gemacht, dass alle Bürger, sofern sie wollen – und bei Gott, das sind nicht wenige – zwölf Stunden lang machen dürfen was sie wollen! Sie sollen ihre Seelen reinigen, ihrem inneren Unfrieden Luft verschaffen und ja, sie dürfen töten. Morden nach Lust und Laune steht auf dem Programm.

Während die einen das Konzept feiern, wird natürlich auf der Gegenseite kritisiert. Man würde sich nur der Armen entledigen wollen, denn die können sich nicht – wie die Reichen und Mächtigen – in ihren Häusern bis an die Zähne bewaffnet und von Hightech-Sicherheitssystemen geschützt – verbarrikadieren. Selbstredend profitiert die, wenn wundert es wirklich, Wirtschaft von diesem Ereignis. Allen voran der Zweig, der mit Sicherheit sein Geld verdient. Dazu gehört auch Sicherheitsexperte James Sandin (Ethan Hawke) und seine Frau Mary (Lena Heady) nebst zwei durchaus passabel geratenen Sprösslingen. Selbst nimmt die Familie nicht an der Säuberung teil, aber dagegen hat sie auch nicht wirklich etwas … ob sich das wohl ändert, als sich am Tag der Tage mordlustige Teenager vor der Villa einfinden? Denn im Haus der Familie Sandin  befindet sich ein auserkorenes Objekt der tödlichen Begierde eben jener auf Krawall gebürsteten Yuppie-Kids.

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Happy Cleaning in Blutrot

Keiner ist mehr sicher – diese Erkenntnis zieht sich, wie ironisch passend, als roter Faden durch den kompletten Film. Interessant ist dabei, dass die Erzählweise einen recht beschränkten Blick zu bieten hat. Bis auf eine Szene zu Beginn des Films gibt es nur die Sandin-Villa nebst Vorgarten zu sehen. Was sonst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten am Tag der Anarchie abgeht, wird durchaus gut gemacht „nebenbei“ erzählt, da man als Zuschauer Ausschnitte in TV und Radio mitbekommt.

Im Ganzen beweist DeMonaco, dass ihm Bösartiges liegt und auch The Purge – Die Säuberung macht dabei keine Ausnahme. Gleichwohl die Geschichte hier und da mit kleinen Schwächen daher kommt und gern mal kontra der eigentlich vermittelten, beispielsweise Personendarstellung agiert (friedliebender Sicherheitsmann tötet exquisit), passt es auf der anderen Seite wiederum perfekt zum Tag ohne Regeln. Erschreckend sind nicht selten die zahlreichen Gewaltszenen und auch das präsentierte Abbild menschlicher Abgründe, die aus niederen Instinkten Propaganda gesteuert zu allem fähig scheinen. Es fügt sich tadellos und meistens auch glaubhaft ins Gesamtbild ein.

Wie abstoßend und widerlich die Säuberung generell vorgegeben und „aus der Ferne“ dirigiert wird, beweist sich mit den geltenden Regeln des blutigen Spektakels. Am Tag ohne Regeln gelten doch Vorgaben!  Angestellte des Staates, die eine gewisse Stufe haben, dürfen nicht getötet werden. Auch dürfen nicht alle Waffen zum Einsatz kommen. Medien berichten indes von dem skurrilen Ereignis wie von einem großen Sport-Event. Säuberungs-Partys werden gefeiert und mit fast schon an religiös-fanatischer Selbstverliebtheit zelebrieren die Säuberer ihr Tun mit einer Kaltschnäuzigkeit, die ihres Gleichen sucht. Stellt sich auf der anderen Seite nur die Frage, warum jagen, morden und meucheln nur diejenigen, die es sich vermeintlich leisten können? Warum schlagen die als arm und mittellos Deklarierten nicht einfach zurück, rotten sich zusammen und zeigen den Yuppies, dass sie mitnichten der Schandfleck der Gesellschaft sind?

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Überzogene Einstellungen

An manchen Stellen, mal abgesehen von den größeren und kleineren Logik-Fehler(chen), nimmt sich das mordende Treiben selbst den Schrecken. Szenen werden über Gebühr zu lang ausgekostet und bewirken am Ende das Gegenteil. Schrecken und gefühlte Spannung will so nicht recht aufkommen. Es scheint schon mit viel Glück zuzugehen, wenn in einem Haus mit – zu Spitzenzeiten – mehr als zehn Menschen umher wandern und immer wieder eine Art Ritter Sorglos vorbei kommt, der einer sicher geglaubten Köpfung einen Strich durch die Rechnung macht. Gott sei Dank kann die sonst jedoch mehr als ordentliche Kameraführung vieles wieder wett machen und ein Lob gebührt auch den Darstellern. Immer passend ist die musikalische Begleitung, welche aus der Feder von Nathan Whitehead stammt.

Bild und Ton gehen bei The Purge – Die Säuberung Blu-ray Version absolut in Ordnung. Verschiedene Sprachen, u.a. Deutsch und Englisch stehen, nebst zu/abschaltbaren Untertiteln, zur Verfügung. Empfehlenswert ist The Purge – Die Säuberung zweifelsfrei in Originalton, aber auch die Deutschen Synchronsprecher haben ihre Sache gut gemacht und verleihen dem harschen Treiben die nötige Intensität. Einzig die Extra-Abteilung, ist mit „Überlebe die Nacht: Das Making Of von The Purge – Die Säuberung” schwach besetzt.

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FAZIT

Gott steh‘ uns bei … ja, das wäre wohl das Mindeste worum man bitten müsste, würde dieses düstere, widerwärtige Szenario Wirklichkeit werden. Der Mensch neigt von Natur aus irgendwie immer dazu andere mehr Schaden als Nutzen zuzufügen. The Purge – Die Säuberung ist herrlich widerwärtig und gleichzeitig größtenteils überzeugend und ein Stück weit auch ein mahnender Finger, versehen mit durchaus groteskem Humor, in welche Richtung sich die Menschheit mit all ihren Errungenschaften besser nicht entwickeln sollte. Unsere Empfehlung: Sehenswert!


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Kategorien: Filme Movie News Test
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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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